Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Landsberg am Lech hatte am 31.12.2025 29.230 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 72 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Landsberg am Lech
Landsberg am Lech ist Große Kreisstadt und Sitz des gleichnamigen Landkreises in Oberbayern. Die Stadt liegt am Hochufer des Lechs, rund 38 Kilometer südlich von Augsburg und gut 55 Kilometer westlich von München. Die Stadt umfasst 57,91 Quadratkilometer und liegt auf 585 Metern Höhe. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 29.230 Einwohner.
Sie ist das Zentrum des Lechrains, der Grenzlandschaft zwischen Altbayern und Schwaben. Wer Landsberg besucht, findet eine Altstadt mit dreieckigem Hauptplatz und eine Geschichte, die von der Herzogsburg über die Salzstraße bis zu den Lagern des Zweiten Weltkriegs reicht.

Um 1100 wurde die Pfettenburg errichtet, zu der eine Kapelle und eine Siedlung gehörten. Herzog Heinrich der Löwe ließ bei der Siedlung eine Brücke über den Lech bauen, die 1150 erstmals urkundlich belegt ist. 1158 verlegte er die Salzstraße auf die südlichere Route, und um 1160 errichtete er zum Schutz der Brücke eine größere Anlage, das „Castrum Landespurch“. Im Schutz der Burg entstand eine wachsende Siedlung, die vermutlich zwischen 1160 und 1180 das Stadtrecht erhielt.
1315 ließ der Habsburger Friedrich der Schöne die Stadt nach mehrtägiger Belagerung niederbrennen, und Ludwig der Bayer baute sie wieder auf. 1320 erhielt sie das Recht, Salzzölle zu erheben, und gelangte durch den Salzpfennig zu Wohlstand. Der erste Salzstadel entstand 1353; bis zum 17. Jahrhundert kamen zwei weitere hinzu. Im Jahr 1425 entstand das Bayertor, durch das die Salzstraße aus München kommend in die Stadt führte. 1429 verlieh Herzog Ernst der Stadt das bis heute gültige Wappen.

Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt ein Massaker. Schwedische Truppen belagerten sie ab dem 11. April 1633 und erstürmten sie in der Nacht vom 19. auf den 20. April. In den beiden letzten Jahren des Krieges sank die Einwohnerzahl von 650 auf 202, nachdem im Spätmittelalter etwa 4.000 Menschen in der Stadt gelebt hatten.
Nach den Franzosenkriegen von 1792 bis 1815 war die Stadt verarmt, und 1802 verlor sie mit dem Anschluss des Hochstifts Augsburg an Bayern ihre Grenzfunktion. Das Schloss, das der Stadt ihren Namen gab, wurde zwischen 1800 und 1810 abgebrochen. Danach gewann sie als Verwaltungs- und Garnisonsstandort neue Bedeutung, und Bahnanschluss, Oberbayerische Pflugfabrik und Sägewerk Kink boten Lohn und Brot.
Adolf Hitler verbüßte 1924 in Landsberg die Festungshaft, in der er „Mein Kampf“ schrieb. Von 1937 bis 1945 stilisierte sich die Stadt mit der „Hitlerzelle“ als dritte zentrale Stätte des Nationalsozialismus neben München und Nürnberg. Pater Rupert Mayer, 1987 seliggesprochen, erholte sich im Ersten Weltkrieg in Landsberg von seiner Beinamputation und wurde 1938 von den Nationalsozialisten wegen regimefeindlicher Predigten im Gefängnis der Stadt inhaftiert. 1944 wurde der KZ-Außenlagerkomplex Kaufering mit elf Standorten um Landsberg und Kaufering errichtet. Am 18. Juni 1944 kamen die ersten 1000 Häftlinge aus Auschwitz in Kaufering an; sie sollten im Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ drei unterirdische Bunker für den Düsenjäger Me 262 errichten.
Die US-Armee richtete am 9. Mai 1945 in der Saarburgkaserne ein Lager für Displaced Persons ein; Ende 1945 lebten dort etwa 7000 von ihnen. Bis zur Auflösung am 1. November 1950 durchliefen etwa 23.000 jüdische Überlebende das Lager. Vier Tage vor der Staatsgründung Israels gab Leonard Bernstein hier am 10. Mai 1948 ein Konzert mit dem DP-Orchester; daran erinnert seit 2018 der Wolf Durmashkin Composition Award, ein internationaler Kompositionswettbewerb in der Stadt. Von 1945 bis 1958 diente das Landsberger Gefängnis der amerikanischen Besatzungsmacht zur Unterbringung deutscher Kriegsverbrecher, die Zahl der bis 1951 Hingerichteten ist umstritten und schwankt zwischen 279 und knapp über 300. Sichtbare Spuren dieser Zeit sind der KZ-Friedhof im Industriegebiet, das Todesmarsch-Denkmal an der Neuen Bergstraße und die Bunkeranlage in der Welfen-Kaserne.
Auch nach dem Krieg blieb Landsberg Garnisonsstadt. Johnny Cash war von 1951 bis 1954 als Funker in Landsberg stationiert; hier kaufte er sich eine Gitarre, gründete seine erste Band und schrieb den „Folsom Prison Blues“. 1963 wurde das Flugkörpergeschwader 1 der Bundeswehr mit Pershing I aufgestellt, das 1991 aufgelöst wurde.
Zentrum der Altstadt ist der Hauptplatz in ungewöhnlicher Dreiecksform mit dem um 1700 errichteten Marienbrunnen. Westlich davon steht das Alte Rathaus mit einer Rokokofassade von Dominikus Zimmermann. Der Schmalzturm, ein Stadtturm aus dem 13. Jahrhundert, begrenzt den Platz im Nordosten.
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde um 1708 barock umgestaltet. Versteckt im Vorderen Anger liegt die Johanniskirche, ein Bau von Dominikus Zimmermann. Auf dem Berg liegt die Heilig-Kreuz-Kirche, die 1754 geweiht wurde.
Die Industrialisierung kam im 19. und 20. Jahrhundert nur langsam in Gang, da die Stadt bloß mittelbar an das überregionale Eisenbahnnetz angebunden war. Bis weit in die Nachkriegszeit hinein war die Garnison ein Arbeitgeber von besonderem Gewicht. In den 1970er Jahren scheiterte die Ansiedlung des US-Unternehmens Eli Lilly and Company im Nordwesten an massiven Bürgerprotesten. Im stattdessen ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebiet fertigte Hitachi in den 1980er Jahren VHS-Videorekorder.
2006 nahm im Gewerbepark Frauenwald ein Großsägewerk der österreichischen Klausner-Gruppe die Arbeit auf. Die Ansiedlung war heftig umstritten, weil dafür der Frauenwald gerodet wurde, und nach nur zwei Jahren Betrieb stand das Werk seit Januar 2009 still.
Herzog Ernst stiftete 1434 nach dem Tanz mit den Landsberger Bürgerfrauen den Forellentrunk und 1437 das Jungferngeld. Jedes Jahr mussten die Landsberger 40 Pfennige an zwei unbescholtene Jungfrauen als Heiratsgeld übergeben. Alle vier Jahre findet das Ruethenfest statt, bei dem Kinder in Tänzen, Truppenlagern und Festzügen die Geschichte der Stadt darstellen.
Neben den alten Bräuchen gibt es auch einen jüngeren. Der Künstler und Automobilsport-Pionier Hubert von Herkomer wird im Herkomer Museum beim Mutterturm am linken Lechufer geehrt. An ihn erinnert auch die Herkomer-Konkurrenz, eine Tourenwagen-Rallye mit Oldtimern, die alle zwei Jahre startet.











Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: ROM
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.