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Lauterbach (Hessen) hatte am 31.12.2025 13.027 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Lauterbach (Hessen)
Lauterbach ist die Kreisstadt des Vogelsbergkreises und liegt am nordöstlichen Rand des Vogelsbergs am Fuß des Hainigs, etwa 25 km nordwestlich von Fulda. Die Lauter, nach der die Stadt heißt, fließt durch den Ort. Ende 2025 zählte die Stadt 13.027 Einwohner in der Kernstadt und elf Stadtteilen von Allmenrod bis Wernges. Als die Gebietsreform die Stadt vergrößerte, kamen Wernges am 1. Juli 1971, Heblos, Maar, Reuters, Rimlos und Wallenrod am 31. Dezember 1971 und Allmenrod am 1. August 1972 hinzu.
Geprägt hat den Ort über Jahrhunderte die Familie Riedesel: Sie herrschte hier als Kleinstaat, ihre Burg steht noch, und ihr Stadtpalais beherbergt das Museum.
Erwähnt wird Lauterbach zum ersten Mal am 20. September 812 in der Markbeschreibung der Stadtkirche Schlitz; die Stelle im Codex Eberhardi, einem Kopiar des Klosters Fulda, wurde allerdings erst um 1160 aufgeschrieben. Im Mittelalter war der Ort Teil des Territoriums der Abtei Fulda. Die Äbte setzten als Vögte die Grafen von Ziegenhain ein, die ihn als fuldisches Lehen besaßen und die Herren von Wartenberg als Untervögte einsetzten.
Als sich die Wartenberger 1265 in einer Fehde auf die Seite des Vogts stellten, hielten die Lauterbacher zum Abt. Abt Bertho siegte und zerstörte die Burg Wartenberg. Am 16. März 1266 erhielt Lauterbach die Stadtrechte. Nach dem Aussterben der Wartenberger kam die Stadt als Erbe an die Familie der Riedesel.
1527 führte Hermann Riedesel die Reformation ein, und das bedeutete den endgültigen Bruch mit Fulda. Offiziell als Lehen übertragen wurde Lauterbach den Riedesel durch einen Vertrag von 1684; als selbständiger Kleinstaat bestand ihre Herrschaft bis zur Mediatisierung 1806. Zur Kreisstadt wurde Lauterbach 1852, als der Kreis Lauterbach neu entstand; er ging 1972 im Vogelsbergkreis auf.
Zur Stadt gehörte auch eine jüdische Gemeinde, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts so gewachsen war, dass sie 1906 ein Grundstück für eine neue Synagoge kaufte. Die Synagoge, 1908 eingeweiht, ging bei den Novemberpogromen 1938 in Flammen auf; ihre Brandruine wurde 1942 abgebrochen. Das Grundstück wurde nicht neu bebaut, und eine Gedenktafel erinnert an das Gotteshaus.
Vom Mauerring ist der Ankerturm erhalten, ein Wahrzeichen der Stadt; an ihm beginnt die Ankertreppe, die vom Graben, einem alten Fachwerkensemble, hinauf zum Marktplatz führt. Die Evangelische Stadtkirche ist außen barock und innen im Rokoko gestaltet und wurde 1768 eingeweiht; der Turm kam 1820 hinzu.

Die Burg- und Schlossanlage der Freiherren Riedesel zu Eisenbach entstand 1266, wurde später zum Renaissanceschloss umgebaut und um 1887 in heutiger Form wieder aufgebaut. Sie beherbergt die Verwaltung der Riedesel und deren Archiv.

Das Stadtpalais der Riedesel, Schloss Hohhaus, ist seit 1931 Sitz des Hohhaus-Museums. Es zeigt das Handwerk der kleinstädtischen Gesellschaft der ehemaligen Residenzstadt, archäologische Funde und Dokumente aus den Forschungsreisen der Riedesel.

Das jüngere Wahrzeichen ist ein lockiger Junge mit Regenschirm und nur einem Schuh: der Lauterbacher Strolch, ein Bild von 1905. Der Bildhauer Knud Knudsen goss ihn in Bronze und stellte ihn am 30. April 2005 mitten in der Lauter auf. Die Vorlage stammt aus dem Lauterbacher Strumpflied „In Lauterbach hab’ ich mein’ Strumpf verlor’n“.

Heute tragen Käseprodukte das Bild, und auch ein früher in Lauterbach hergestellter Camembert führte den „Lauterbacher Strolch“ als Marke.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Im Stadtteil Sickendorf entstand von 1916 bis 1919 die Heidbergkapelle, die die Baronin Riedesel zum Gedenken an ihren im Krieg gefallenen Gatten errichten ließ. 2019 wurde sie mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.





