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Limburg a. d. Lahn hatte am 31.12.2025 35.802 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Limburg a. d. Lahn
Limburg liegt zu beiden Seiten der Lahn, dort wo Hessen an Rheinland-Pfalz stößt, zwischen Taunus und Westerwald. Ende 2025 zählte die Stadt 35.802 Einwohner.
Ihren Kern verdankt sie einem Gesteinspaket. Ein mächtiger Riffkalk aus dem oberen Mitteldevon baut den Domberg auf, trägt den überwiegenden Teil der Altstadt und setzt sich über die Lahninseln auf der anderen Flussseite fort. Auf diesem Fels stand eine Burg, und neben der Burg entstand ein Stift.
Bekannt ist die Stadt vor allem durch das Bistum mit seiner Kathedrale, dem spätromanischen Dom St. Georg, und durch den ICE-Bahnhof Limburg Süd. Weniger bekannt, aber nicht weniger bemerkenswert ist die Altstadt, die aus einer jahrzehntelangen Sanierung hervorgegangen ist.
Lange vor der ersten Urkunde lag hier anderes. Grabungen von 2012 auf dem Areal der neuen Lahntal-Autobahnbrücke legten eine weilerartige Siedlung der Jungsteinzeit frei — die Scherben stammen aus der Zeit um 5000 vor Christus — und dazu auf 14 Hektar zwei römische Militärlager aus der Zeit Caesars, die ersten Spuren dieses Feldherrn im rechtsrheinischen Germanien überhaupt. Auf dem Domberg selbst lag vermutlich schon um 500 vor Christus eine keltische Siedlung, und um 760 entstand dort eine merowingische Befestigung, wahrscheinlich zur Überwachung einer Lahnfurt. Der Name steht 910 zum ersten Mal in einer Urkunde, und gemeint ist damit kein Ort, sondern ein Berg. Konrad Kurzbold, Graf im Gau, bekam von Ludwig dem Kind einen Hof in Oberbrechen mit allem Zubehör; damit ließ sich das Kanonikerstift St. Georg ausstatten, das er auf seiner Burg über dem Kalkfelsen gegründet hatte und laut Urkunde erst noch errichten sollte. Von der Burg ist nichts geblieben, die Urkunde liegt im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, und der Bau der Stiftskirche begann vermutlich kurz danach. 940 kam auf Bitten Kurzbolds und des Hildesheimer Bischofs Diethard eine weitere Zuwendung hinzu, diesmal von König Otto dem Ersten, ausgestellt in Quedlinburg; kurz darauf nahm derselbe König das Stift samt Besitz in seinen Schutz und verfügte, dass es nach Kurzbolds Tod niemals mehr verlehnt oder übereignet werden dürfe.
Der Verkehr machte die Stadt reich. 1160 entstand eine hölzerne Brücke als Teil der Fernstraße von Köln nach Frankfurt; spätestens ab 1227 und bis zum Ersten Weltkrieg musste man für ihre Benutzung Zoll zahlen, und dieser Zoll gehörte über die gesamte Stadtgeschichte zu den wichtigsten Einnahmen. Als Erbauer ist der Priester Gottfried von Beselich überliefert. In zwei Abschnitten, 1315 und 1346, folgte die steinerne Lahnbrücke. Für 1180 ist eine Münzprägung belegt, und 1214 erhielt der Ort vom staufischen König Friedrich dem Zweiten das Stadtrecht; Limburg gehörte zur Frankfurter Stadtrechtsfamilie, und bei Streit zwischen Stadtherr und Bürgerschaft wurde der Oberhof Frankfurt angerufen.
Die Herrschaft wechselte über ein verwickeltes Erbe. Wohl 1219 gingen Burg- und Stiftsvogtei und damit die Herrschaft über Stadt und Umland an die Herren von Ysenburg, die das Lehen zu je einem Drittel vom Reich, vom Erzbistum Mainz und von der Landgrafschaft Hessen empfingen. Jener Zweig der Familie, der von spätestens 1258 bis 1406 auf der Burg saß, ging als Haus Limburg in die Geschichte ein; aus ihm kam Imagina von Isenburg-Limburg, die König Adolf von Nassau heiratete. Ein Vertrag von 1279 untersagte den Burgherren die Rechtsprechung über die freien Stadtbürger. Am 14. Mai 1289 vernichtete ein Stadtbrand weite Teile der Innenstadt, die umgehend wieder aufgebaut wurden.
Dass Limburgs mittelalterliche Altstadt erhalten ist, hat drei Gründe, und zwei davon sind unfreiwillig. Der erste ist der Aufstieg: Wo sich alte Fernwege kreuzten, allen voran der von Köln nach Frankfurt, wurde Limburg zum Handels- und Produktionsort und blühte im 14. Jahrhundert. Der zweite ist die Stagnation, die gegen Ende desselben Jahrhunderts einsetzte und größere Um- und Ausbauten am geschlossenen Stadtgefüge verhinderte. Der dritte ist der Krieg, den die Altstadt nahezu unversehrt überstand.
Die Stadt wuchs in Ringen. Im 11. Jahrhundert dehnte sie sich vom rund 1,8 Hektar großen Stifts- und Burgbezirk nach Westen den Burgberg hinab aus und bekam im frühen 12. Jahrhundert eine Stadtmauer, die samt Burgbezirk etwa elf Hektar umschloss. Zwei Vorstädte kamen im 12. und 13. Jahrhundert hinzu: eine südlich der Burg am heutigen Roßmarkt, in der wegen des nassen Bodens hauptsächlich einfache Handwerker lebten, und eine weiter westlich, die im Bogen vor der Mauer vom Kornmarkt über Plötze und Sackgasse zur Löhrgasse reichte. Beide wurden beim zweiten Mauerbau zwischen 1225 und 1230 einbezogen. Drei weitere Vorstädte waren bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts gewachsen; kurz vor 1450 legte man einen Graben mit gemauerten Toren und Türmen um sie herum.
Von der Wehranlage sind einzelne Stücke übrig, darunter der Katzenturm. Auf dem Burgberg stand neben Burg und Stift eine Reihe von Höfen niederadliger Familien; das historische Rathaus am Fischmarkt wurde vermutlich kurz nach 1399 errichtet. Klöster gab es mehrere: die Franziskaner ab 1232, mit einer hölzernen Laurentiuskirche am Roßmarkt ab 1252, an deren Stelle zu Beginn des 14. Jahrhunderts die heutige Stadtkirche trat, und das Wilhelmitenkloster, das zunächst auf einer Lahninsel lag und 1317 wegen der ständigen Hochwassergefahr in die Vorstadt am Diezer Tor verlegt wurde.

Der Dom selbst, ehemals Stifts- und Pfarrkirche St. Georg und Nikolaus, entstand etwa zwischen 1190 und 1235 und wurde 1235 geweiht. Neben seiner städtebaulichen Wirkung ist vor allem seine Innenraumfassung des 13. Jahrhunderts bemerkenswert, die zu den besterhaltenen in Deutschland zählt.
Gegründet wurde das Bistum Limburg 1827, und sein Gebiet deckt bis heute das damalige Herzogtum Nassau, die Landgrafschaft Hessen-Homburg, das Hessische Hinterland sowie Frankfurt am Main ab. Die Stadt ist damit seit knapp zwei Jahrhunderten Bischofssitz — und das prägt sie stärker als ihre Einwohnerzahl vermuten ließe.
Das zeigt sich an der Musik. Seit 1967 gibt es die Limburger Domsingknaben, einen Knabenchor in Trägerschaft des Bistums; aus ehemaligen Sängern dieses Chores ging 1999 das Männervokalensemble Camerata Musica Limburg hervor, das die Tradition der Männerkammerchöre in der Stadt fortführt. Auch die Marienschule, ein privates Gymnasium, besteht seit 1895 und hat das Bistum als alleinigen Gesellschafter ihres Trägers.
Die Reformation ging an Limburg wegen der Zugehörigkeit zu Kurtrier weitgehend vorbei, traf aber die Klöster: Als 1568 der letzte Prior starb, löste man das Wilhelmitenkloster auf, und die Franziskaner mussten ihr Haus von 1577 bis 1582 schließen. 1635 wurde der Limburger Franziskanerkonvent Teil der zwei Jahre zuvor errichteten Thüringischen Franziskanerprovinz und deren Zentrum; bis 1762 saß hier der Provinzial, bis 1811 das zentrale Noviziat. 1664 eröffneten die Franziskaner ein Gymnasium für die städtische Jugend, das 1749 erweitert wurde.
Ein kleines Motiv der Gegenwart ist ein Gericht. Unter Bischof Franz Kamphaus ersann ein Gastwirt der Stadt die Limburger Bischofsknödel: Kartoffelklöße, gefüllt mit Blut- und Leberwurst, dazu Sauerkraut und Specksoße. Überregional bekannt wurden sie 2013, als unter Kamphaus’ Nachfolger Franz-Peter Tebartz-van Elst die Kostenentwicklung des Diözesanen Zentrums St. Nikolaus bekannt wurde und die Zahl der Touristen sprunghaft stieg.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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Zur mittelalterlichen Stadt gehörte auch eine jüdische Gemeinde, und ihre Geschichte ist eine der Verfolgung. Die Kammerknechtschaft über die Stadtjuden sprach Kaiser Ludwig der Bayer 1336 den Herren von Limburg zu; ein Jahr darauf jagte man die Juden aus der Stadt. 1341 durften sie auf königlichen Befehl zurückkehren, doch die Ansiedlung stieß auf Widerstand und war kurz. Pogrom und Vertreibung wiederholten sich 1349; Mikwe und jüdisches Festhaus beim Eberbacher Hof wurden eingezogen und an ein Kloster veräußert. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts siedelten wieder Juden in der Stadt, nun jedoch beschränkt auf das Ghetto am Kornmarkt, wo die erste erwähnte Synagoge und eine neue Mikwe entstanden.
Dann ging es bergab. 1344 wurde die Stadt zur Hälfte an Kurtrier verpfändet; Stadtbrände, die Pest der Jahre 1349, 1356 und 1365 und der Aufstieg der Territorialfürsten schwächten das Haus Limburg zusätzlich. Mit dem Tod Johanns des Zweiten im Jahr 1406 starb dessen letzter männlicher Vertreter, und 1420 ging die Herrschaft ganz an Kurtrier über. Ab 1806 gehörte Limburg zum Herzogtum Nassau, womit das Stift nach neun Jahrhunderten erlosch und die Stiftskirche Pfarrkirche wurde; 1818 legte man die Stadtmauer nieder. 1827 wurde die Stadt auf Drängen des Herzogs Wilhelm von Nassau katholischer Bischofssitz, und die Pfarrkirche stieg zur Kathedrale auf. Ab 1862 war Limburg Eisenbahnknoten, 1866 fiel es mit Nassau an Preußen, und 1886 wurde es Kreisstadt.

Denkmalgeschützt ist der ehemals ummauerte Kern als Gesamtanlage samt Frankfurter Vorstadt — das Gebiet zwischen Dom, Grabenstraße und der 700 Jahre alten Brücke über die Lahn. Als Ende der 1960er Jahre die Sanierung begann, war der Zustand der meisten Gebäude sehr schlecht. Seit 1972 werden die Fachwerkhäuser behutsam restauriert; sie stammen aus der Zeit vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Eigentümlich sind die mittelalterlichen Hallenhäuser, deren Erdgeschoss ein weiter, ungeteilter Raum ist. Zu den bekannten Bauten zählen das Werner-Senger-Haus aus dem 13. Jahrhundert und das Haus Römer 2-4-6, das nach dem großen Stadtbrand errichtet wurde.






