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Ludwigslust hatte am 31.12.2025 11.778 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ludwigslust
Ludwigslust liegt im Westen Mecklenburgs am Ludwigsluster Kanal, 35 Kilometer südlich von Schwerin, und ist eine Stadt, die man ohne ihr Schloss kaum erklären kann. Das Stadtgebiet ist flach, die Höhenangaben schwanken nur zwischen 22 und 64 Metern über dem Meeresspiegel, und in der Landschaft wechseln Laubwald, Wiesen und Obstplantagen.

Das Besondere an dieser Stadt ist ihre Herkunft. Sie wuchs nicht aus einem Markt oder einem Hafen, sondern aus dem Willen eines Herzogs, der sich ein Jagdschloss baute und dessen Nachfolger daraus eine Residenz machte. Das prägt Straßennetz, Bauformen und Selbstverständnis bis heute.
Am Anfang stand ein Dorf namens Klenow. Das gleichnamige Gut wird 1333 in einer Urkunde erwähnt, und 1616 verkauften seine Besitzer es an die mecklenburgischen Landesherren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lag der Ort wüst. Den Neuanfang machte Prinz Christian Ludwig: Von 1731 bis 1735 ließ er hier durch seinen Hofbaumeister ein einfaches Jagdschloss in Fachwerk errichten.
1747 wurde Christian Ludwig regierender Herzog von Mecklenburg-Schwerin, und 1754 gab er dem Ort auf seine Weisung den Namen Ludwigslust. Nach seinem Tod zwei Jahre später machte sich sein Nachfolger Friedrich der Fromme daran, die Residenz samt Hofhaltung von Schwerin hierher zu verlegen. Der Hof zog ab 1763 um, und 1765 war die Verlegung abgeschlossen, wobei die Regierungsbehörden in Schwerin blieben. Damit war Ludwigslust Hauptresidenz, und es setzte eine rege Bautätigkeit ein.

Diese Rolle war nicht von Dauer. 1837 zog Herzog Paul Friedrich mit der Residenz des mittlerweile zum Großherzogtum erhobenen Landesteils wieder nach Schwerin. Die Stadt blieb, verlor aber ihren Hof. Das Stadtrecht erhielt Ludwigslust erst 1876, als es schon rund 6.000 Einwohner hatte, und 1880 wurde es als Landstadt zum Landtag zugelassen. Zwischen diesen Daten liegen die Jahre, in denen die Stadt sich vom Hofort zur normalen Kleinstadt entwickelte.
Das spätbarocke Schloss entstand von 1772 bis 1776 nach Plänen des Baumeisters Johann Joachim Busch und hat einen E-förmigen Grundriss. Der Goldene Saal ist der wichtigste Raum darin. Gegenüber der Hoffront steht die Stadtkirche, die von 1765 bis 1770 als Hofkirche erbaut wurde, ebenfalls nach Plänen von Busch.
Der Schlosspark wurde als Barockgarten französischer Prägung angelegt, mit Alleen, Springbrunnen und einer Großen Kaskade auf der Hofseite. Der Ludwigsluster Kanal von 1760 leitet das Wasser zur Kaskade, die Steinerne Brücke stammt von 1780, die künstliche Ruine, eine Grotte, von 1788, und das Schweizerhaus von 1789. Auf einer Insel im Park steht die katholische Kirche St. Helena, die von 1803 bis 1809 in romantischer Neogotik errichtet wurde.
Zwei Mausoleen ergänzen den Park. Das klassizistische Mausoleum für Helena Pawlowna, die Tochter des Zaren Paul des Ersten, wurde 1806 nach Plänen von Joseph Ramée gebaut, das Mausoleum für Herzogin Luise folgte 1809.
Die Altstadt ist keine gewachsene, sondern eine geplante Anlage. Hofbaumeister wie Busch und später Johann Georg Barca errichteten sie nach und nach im Stil des Klassizismus, und erst ab 1809 durften auch Private bauen. 1837 endete die erste konzentrierte Bauphase. Das Rathaus von 1780 war zunächst Gerichtshaus, und die Nummernstraße erinnert mit ihren durchnummerierten Häusern an die Soldaten des ehemaligen Wachregiments.
Außerhalb des Zentrums stehen weitere Zeugen: der Hauptmeilenstein an der Grabower Allee, 1829 beim Bau der Chaussee von Hamburg nach Berlin als Granitobelisk aufgestellt, und die Windmühle im Ortsteil Kummer von 1880.
Anfang 1945 erlebte die Stadt schwere Bombenangriffe: Am 22. Februar traf ein Angriff das Bahnhofsgelände, und etwa 200 Zivilisten starben.

Nur zwei Kilometer vom Zentrum entfernt lag 1945 das Konzentrationslager Wöbbelin, ein Außenlager des KZ Neuengamme. Nach der Befreiung am 2. Mai 1945 wurden viele Opfer am Bassinplatz im Zentrum der Stadt beigesetzt. Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin widmen sich der Aufarbeitung.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs spielte die Stadt eine kleine Rolle in der Weltgeschichte. Am 1. Mai 1945 machten amerikanische Divisionen das Schloss zu ihrem Hauptquartier, und dort kapitulierte am 2. Mai der stellvertretende Oberkommandierende der Heeresgruppe Weichsel, Kurt von Tippelskirch.

Ludwigslust war lange Garnisonsstadt. Seit 1837 lag hier ein mecklenburgisches Dragonerregiment, das später als Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 17 geführt wurde und 1919 aufgelöst wurde. Neue Kasernen entstanden noch 1929 und 1939, und später nutzten die sowjetischen Streitkräfte das Gelände bis 1992. Nach dem Abzug der Sowjetarmee begann der Umbau. Das 34 Hektar große Kasernengelände neben dem Zentrum wurde zwischen 1995 und 2006 zivil umgenutzt, mit Wohnungen, Einkaufszentrum, Büros, Stadthalle und Gymnasium, und der historische Stadtkern wird seit 1991 mit Mitteln der Städtebauförderung saniert.
Schon 1826 war die Landstraße eröffnet worden, die heutige B 5. Die Eisenbahn kam früh: Von 1844 bis 1846 entstand die Bahnlinie zwischen Hamburg und Berlin, und Ludwigslust erhielt seinen Bahnhof. Zwei Verkehrswege, die auch heute noch die Lage der Stadt bestimmen.
Später verschob sich der Verwaltungssitz mehrfach. 1933 wurde Ludwigslust Kreisstadt des Landkreises Ludwigslust, ab 1952 des gleichnamigen Kreises im Bezirk Schwerin, und 1994 Sitz eines neuen Landkreises. Der ging mit der Kreisgebietsreform 2011 im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf, dessen Kreissitz Parchim ist. Dass die Stadt heute Mittelzentrum ist und nicht mehr Kreisstadt, ist das Ergebnis dieser Reformen.
Am 15. Mai 2019 erklärte die Stadtvertretung als eine der ersten Städte Deutschlands den Klimanotstand. Seither sollen die Stadtvertreter bei jeder Entscheidung den Klimaschutz sowie den Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und klimafreundliche Lösungen bevorzugen.
Heute versteht sich Ludwigslust als Mittelzentrum in der Metropolregion Hamburg. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 11.778 Einwohner. Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke Hamburg–Berlin und ist Ausgangspunkt der Strecken nach Wismar und Parchim; er ist vor allem als Umsteigebahnhof von Bedeutung, und morgens hält der ICE, um Pendler in das 120 Kilometer entfernte Hamburg zu bringen. Seit Ende 2015 liegt die Stadt an der noch unvollständigen Autobahn A 14, und in ihr treffen sich die B 5 und die B 191.
Die Wirtschaft ist kleinteilig. Genannt werden ein Betrieb für Fleisch- und Wurstwaren, der seit 1892 besteht, ein Sägesystemhersteller und ein Maschinenbauer; andere Betriebe wie ein Hersteller von Messwandlern, der im März 2017 schloss, sind verschwunden.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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