Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Lübben (Spreewald) / Lubin (Błota) hatte am 31.12.2025 13.992 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 51 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Lübben (Spreewald) / Lubin (Błota)
Lübben, niedersorbisch Lubin, ist die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald in der Niederlausitz. Sie liegt im Biosphärenreservat Spreewald, wo der Unterspreewald im Norden in den Oberspreewald im Südosten übergeht; bis Cottbus sind es rund 40 Kilometer, bis Berlin rund 75 Kilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 13.992 Einwohner.

Fünf Gewässer durchziehen das Stadtgebiet: das Große Fließ im Südosten, der Rote Nil, der Burg-Lübbener-Kanal, die Berste und die Spree. Seit dem 2. Juni 1999 darf sie sich Staatlich anerkannter Erholungsort nennen. Der Bahnhof wird von einem Zugpaar der Intercity-Linie 56 und stündlich von den Regional-Expresslinien RE 2, RE 7 und RE 20 angefahren.
Der Name geht vermutlich auf einen slawischen Personennamen Luba zurück und lässt sich als Siedlung des Luba deuten. Viele Sagen bringen ihn mit der sorbischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Liuba in Verbindung, an die im Hain ein Gedenkstein erinnert.
Die Burg wird um 1150 als urbs lubin in einem Besitzverzeichnis des Klosters Nienburg erstmals erwähnt. Etwa zur selben Zeit wurde hier planmäßig eine Stadt angelegt, nachdem zuvor lose Streusiedlungen an den Spreearmen bestanden hatten. Zwischen 1210 und 1220 führte man das Magdeburger Stadtrecht ein. Um 1300 fiel die Stadt an das Kloster Dobrilugk, bis 1329 blieb sie in dessen Besitz, dann erwarb sie Herzog Rudolf von Sachsen. 1373 kam Lübben mit der Niederlausitz unter Kaiser Karl IV., der das Markgraftum der Böhmischen Krone einverleibte. Seit 1462 unterstand die Stadt wieder den böhmischen Königen, und 1526 gelangte sie mit der Krone an die Habsburger.
Seit dem 15. Jahrhundert war Lübben Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz. Der Landvogt hatte hier seinen Sitz, und die meisten Landtage der Niederlausitzer Stände fanden in der Stadt statt. Das änderte sich, als die Niederlausitz nach dem Wiener Kongress preußisch wurde: Lübben kam zur Provinz Brandenburg, verlor die Rolle als Hauptstadt der lange autonomen Region und wurde Kreisstadt.
Bis 1790 wurde hier noch niedersorbisch gepredigt, dann nur noch deutsch; die Umgebung wurde in der Folge germanisiert, und der Sprachforscher Arnošt Muka fand 1884 in den Nachbardörfern keine wendischen Bewohner mehr.
In der Pogromnacht 1938 wurde die um die Jahrhundertwende erbaute Synagoge an der Kirchstraße geschändet und zerstört; seit 1988 erinnert ein Gedenkstein an sie. Auch der jüdische Friedhof wurde zerstört, seine Grabsteine dienten als Straßenpflaster. In den Häuserkämpfen am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Lübben zu 85 Prozent zerstört; mehr als 300 Soldaten beider Seiten und rund 500 Zivilisten kamen ums Leben.
Die Gebietsreform vom 25. Juli 1952 machte Lübben zur Kreisstadt des neuen Kreises im Bezirk Cottbus. In den 1960er und 1970er Jahren entstand im Nordwesten der Stadt eine Großwohnsiedlung in Plattenbauweise. Der Sowjetische Ehrenfriedhof wurde von 1975 bis 1976 nach Plänen von Konrad Heidenreich angelegt. Im Dezember 1993 entstand der Landkreis Dahme-Spreewald aus den bisherigen Kreisen Lübben, Luckau und Königs Wusterhausen; seine Kreisstadt wurde Lübben. Sie teilt sich die Ämter mit Königs Wusterhausen, sodass hier das Landratsamt und das Jugendamt sitzen, während das Finanzamt in Königs Wusterhausen liegt.
Der Lübbener Hain liegt zwischen Altstadt und Bahnhof und ist ein etwa 20 Hektar großer Rest eines Auwalds an der Mündung der Berste. Er wurde schon im Mittelalter erwähnt. Im Hain stehen etwa 220 Stieleichen, die rund 180 bis 250 Jahre alt und etwa 30 Meter hoch sind; man nimmt an, dass hier eine Kultstätte der Liuba lag.
Die Schlossinsel gibt es in ihrer heutigen Gestalt seit 1998. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich dort Trümmerreste gesammelt; die Insel wurde umgestaltet, es entstanden Flussläufe, eine gestufte Anhöhe und ein Wasserspielplatz, und heute finden dort Konzerte und Feste statt. Der Kahnfährhafen südlich des Zentrums wurde im Juni 1998 neu gestaltet.
Lübben ist Ausgangspunkt des sommerlichen Openair-Kunstfestivals aquamediale, das jährlich über 100.000 Gäste besucht. Im Schloss Lübben hat das Stadt- und Regionalmuseum seinen Sitz, und wer klettern will, findet einen Kletterwald mit 11 Parcours sowie einen Turm von 10 Meter Höhe. Dazu kommen das Spreewaldfest mit Kahnkorso und Kunsthandwerkermarkt, die Kahnnacht und die Messe LebensArt auf der Schlossinsel.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt. Bei 3714 Gästebetten werden ihm rund 1500 Arbeitsplätze zugerechnet, und 2019 zählte das Amt für Statistik in Lübben 61.228 Ankünfte und 219.464 Übernachtungen.
Die drei Kliniken machen die Gesundheit zu einem starken Bereich: das Klinikum Dahme-Spreewald, das Asklepios Fachklinikum für Neurologie und Psychiatrie und das Reha-Zentrum für Orthopädie und Onkologie. Ihr Einzugsbereich reicht bis nach Berlin.

Im Jahr 1925 erwarb die Sigmund Goeritz AG die Aktienmehrheit einer Norddeutschen Tricot-Weberei, deren Fabrik in Lübben stand. Aus dem früheren Munitionsbetrieb der DDR entstand im Spätherbst 1990 das Spreewerk Lübben, das seit der Wiedervereinigung große Mengen Munition aus mehreren Armeen vernichtet. Außerdem hat der Hersteller Spreewald-Feldmann seinen Sitz hier, der unter anderem Spreewälder Gurken produziert.
Neben dem Spreewald zählen das Schloss Lübben, das Ständische Landhaus und das Schloss Neuhaus in Steinkirchen zu den Hauptsehenswürdigkeiten; alle wurden in den letzten Jahren originalgetreu restauriert. Das neue Rathaus am Markt übernahm die Stadt am 17. Dezember 1999, die offizielle Einweihung folgte im März 2000. Mit archäologischen Voruntersuchungen im Juli 2002 begann die Neugestaltung des Stadtzentrums.
Paul Gerhardt wirkte von 1669 bis zu seinem Tod 1676 als Archidiakon an der Hauptkirche der Stadt, die heute seinen Namen trägt. Die Paul-Gerhardt-Kirche bekam 1988 eine neue Turmhaube, und die Bronzeplastik des Liederdichters vor der Kirche wurde restauriert. Seit 2005 führt Lübben den nicht amtlichen Zusatz Paul-Gerhardt-Stadt. Die Stadtverordneten lehnten es 2020 mehrheitlich ab, ihn amtlich zu machen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: BIO
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.






