Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Lübeck hatte am 31.12.2025 217.061 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Lübeck
Lübeck liegt dort, wo ein schiffbarer Fluss die Ostsee erreicht, ohne selbst am Meer zu liegen: Die Trave führt rund 17 Kilometer von der Altstadt bis nach Travemünde. Der historische Kern sitzt auf einem etwa 140 ha großen Hügel, der zwischen Trave und Wakenitz einen Werder bildete — eine Insel aus Backstein, über der sieben Kirchtürme stehen. Heute ist die frühere Freie und Hansestadt eine Großstadt in Schleswig-Holstein, die Ende 2025 217.061 Einwohner zählte.

Aus dieser Lage wurde Macht. Über die Trave lief der Handel, der die Stadt im Mittelalter zum Hauptort der Hanse aufsteigen ließ, und ihre Kaufleute bauten sich Kirchen und Giebelhäuser, deren erhaltener Kern heute Welterbe ist. Wie diese Stadt entstand, was ihre Bauten erzählen und warum der Fluss wichtiger blieb als das Meer, davon handeln die folgenden Abschnitte.
Den Namen verdankt die Stadt einer slawischen Gründung vor 819: Liubice, heute Alt-Lübeck, lag dort, wo die Schwartau in die Trave mündet, und galt vom 10. Jahrhundert an neben Oldenburg in Holstein als Hauptort der Abodriten. Nach der Zerstörung von 1138 legte Adolf der Zweite, Graf von Schauenburg und Holstein, die Stadt 1143 auf dem Hügel Buku an heutiger Stelle neu an.
Zunächst stand die junge Stadt in direkter Konkurrenz zu Bardowick und Lüneburg. Das Soester Stadtrecht kam 1160 hinzu; im selben Jahr bat Bischof Gerold Heinrich den Löwen, das Bistum hierher zu verlegen. Schwer wog das Artlenburger Privileg von 1161, das die hiesigen Kaufleute den bis dahin im Ostseehandel tonangebenden Gotländern rechtlich gleichstellen sollte. 1163 kam das Bistum von Oldenburg nach Lübeck, und man weihte den ersten Dom.
Unter dänischer Herrschaft stand die Stadt ab 1201; Waldemar ließ dem für ihn wertvollen Hafenort seine erste Stadtmauer bauen. Im Juni 1226 sprach Kaiser Friedrich der Zweite der Stadt im Reichsfreiheitsbrief die Reichsfreiheit zu und machte sie reichsunmittelbar. Trotz der dänischen Förderung schloss sie sich dem Bündnis norddeutscher Landesherren und Städte an, das am 22. Juli 1227 in der Schlacht von Bornhöved die dänische Vorherrschaft über die südliche Ostseeküste brach.
1249 zog Lübeck gegen Stralsund zu Felde, das im Heringsgeschäft ernsthaft aufgeholt hatte. Nach dem Sieg verbündeten sich 1259 die wendischen Städte Lübeck, Wismar und Rostock, um Handel zu Wasser wie zu Lande abzusichern, und weitere Orte traten bei. Dass der Einfluss der Travestadt im Osten wuchs, lag am Lüneburger Salz, das über ihre Kais nach Nowgorod ging. Das Goldmünzrecht verlieh Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt 1340, und 1356 tagte hier der erste allgemeine Hansetag. Als der dänische König Waldemar Atterdag 1361 Visby einnahm, verlor die Hanse ihren bisherigen Vorort; nach dem Ersten wie dem Zweiten Waldemarkrieg übernahm Lübeck diese Rolle.
Am Ende des 14. Jahrhunderts und in den Jahrzehnten danach rieben sich das im Rat tonangebende Patriziat, organisiert in der Zirkelgesellschaft, und die in Ämtern zusammengeschlossenen Handwerker aneinander, die für ihre Steuerlast politische Mitsprache verlangten — 1384 im Knochenhaueraufstand, 1408 mit der Absetzung des Rats. Weil Dänemarks König Friedrich der Erste der Stadt 1532 die Sundschlösser verweigerte, obwohl sie bei der Gefangennahme Christians des Zweiten geholfen hatte, griff Jürgen Wullenwever zu den Waffen, um die alte Vormacht im Ostseeraum zurückzuholen. Der Versuch scheiterte: 1535 musste er Lübeck verlassen, der Erzbischof von Bremen nahm ihn fest, und 1537 wurde er hingerichtet.
Die UNESCO nahm am 14. Dezember 1987 auf, was vom mittelalterlichen Stadtkern auf der Altstadtinsel übrig geblieben ist; den Ausschlag gaben der Modellcharakter dieses Kerns für die Stadtentwicklung im mittelalterlichen Ostseeraum, die Silhouette mit den sieben Türmen der fünf Hauptkirchen und die geschlossen überlieferte vorindustrielle Bausubstanz. Geschützt sind unter anderem das Rathausensemble und das Burgkloster, der Koberg samt Jakobikirche und Heiligen-Geist-Hospital, die Patrizierhäuser zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor, das Kaisertor an den Wallanlagen am Elbe-Lübeck-Kanal sowie die Salzspeicher am linken Traveufer. Das Holstentor war vor der Euro-Einführung auf dem alten 50-Mark-Schein abgebildet; seine mächtigen Mauern deckten einst die von Trave und Elbe-Lübeck-Kanal umschlossene Altstadt, die heute mit rund 100 Hektar in der UNESCO-Welterbeliste steht.

Sieben Kirchtürme, verteilt auf fünf große Altstadtkirchen, prägen das Bild: die Jakobikirche im Norden mit rund 112 m, neben dem Rathaus die Marienkirche mit zwei Westtürmen von rund 125 m, nahe der westlichen Zufahrt die Petrikirche mit rund 108 m, im alten Handwerkerviertel die Aegidienkirche mit rund 92 m und im südlichen Domviertel der Dom, dessen beide Westtürme rund 115 m messen. Diese sieben Türme gelten als Zeichen dafür, dass Lübeck einst Weltstadt war. Der Dom, 1173 noch als romanischer Bau begonnen, erstreckt sich über 131 Meter und gilt als erster großer Backsteinkirchenbau an der Ostsee; wie die beiden größeren Kirchen zueinander stehen, verrät den Streit zwischen Bürgerschaft und Bischof, in dessen Folge die Lübecker Bischöfe ihre Residenz gegen 1300 nach Eutin verlegten.

Einen Schwerpunkt seines Kulturlebens legt Lübeck auf das literarische Werk der Brüder Thomas und Heinrich Mann; Anlaufstelle dafür ist das Buddenbrookhaus in der Mengstraße direkt neben der Marienkirche, benannt nach Thomas Manns hier angesiedeltem Roman Buddenbrooks, der den Niedergang einer reichen Kaufmannsfamilie erzählt. Dieser Familienroman brachte Thomas Mann 1929 den Literaturnobelpreis; seine eigene Familiengeschichte diente ihm als Vorlage und seine Heimatstadt Lübeck als Schauplatz.

Zusammen mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste vergibt die Stadt den Thomas-Mann-Preis, dessen Verleihung jährlich zwischen Lübeck und München wechselt; auch Heinrich Manns Romane Professor Unrat und Eugènie oder Die Bürgerzeit sind hier angesiedelt. Zum Romanschauplatz wurde die Stadt auch bei anderen: Viel gelesen wurde einst Die Großvaterstadt, der umfangreiche Lübeck-Roman, den Ludwig Ewers 1926 veröffentlichte; seine Figuren leben zur selben Zeit wie die Buddenbrooks, nur in einer anderen sozialen Schicht, und mancher Vorgang kehrt bei ihm wieder. Schon davor hatte Emanuel Geibel, damals in München ansässig, seine Heimatstadt in Ein Ruf von der Trave zum Schauplatz gemacht.
Günter Grass war der Stadt lange verbunden und lebte bis zu seinem Tod 2015 im früheren Lübecker Dorf Behlendorf; in der Stadt selbst bewahrt das Günter-Grass-Haus den größeren Teil seiner literarischen und künstlerischen Originale. Theodor Storm und Werner Bergengruen besuchten als Schüler das Katharineum.
Die Trave durchschneidet kurz vor Travemünde den Baltischen Höhenrücken, und genau diese Lage machte die Stadt zum Ostseehafen und trug ihren schnellen Aufstieg zur nordeuropäischen Macht des Mittelalters. Rund 7 km Küstenlinie hat die Stadt an der Travemündung zur Ostsee; zu beiden Seiten der Mündung liegen zusammen etwa zwei Kilometer Badestrand, dazu kommen Naturstrand und das Brodtener Steilufer. Zur Insel wurde die Altstadt erst, als man gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Norden die Kanaltrave durchstach.
Travemünde an der Flussmündung gehört seit 1329 zur Stadt und ist seit 1802 anerkanntes Seeheilbad; um den alten Kern bei der St.-Lorenz-Kirche stehen Villen der Seebad-Architektur aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.
Über den Hafen laufen die Verbindungen nach Skandinavien, Russland und ins Baltikum, und 2023 gingen brutto 22,2 Millionen t Güter sowie rund 500.000 Passagiere über die Kais. Der Skandinavienkai im Stadtteil Travemünde weist neun Liegeplätze auf, davon vier mit Doppelstock-Abfertigung, und von hier aus werden Passagiere und Fracht nach Schweden, Finnland und ins Baltikum befördert. Der Nordlandkai ist Umschlaghafen für Papier, Trailer, Container und Neufahrzeuge.
Wie sehr die Schifffahrt die Stadt geprägt hat, zeigt sich bis in ihre Kirchen. Als Kirche der Seeschiffer diente die Jakobikirche, die der Schiffergesellschaft gegenüberliegt, dem Zunfthaus der Kapitäne; in einer Seitenkapelle steht ein Rettungsboot der 1957 gesunkenen Pamir, eines Segelschulschiffs. Die Petrikirche, ebenfalls in Sichtweite des Marktes gelegen, war früher die Stammkirche der Fischer und Binnenschiffer und wird heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum genutzt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_UNESCO, DZT_HANSE, DZT_LIT, BRICK
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Der Reichsdeputationshauptschluss ließ die Reichsunmittelbarkeit 1803 zunächst bestehen; mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 wurde Lübeck ein souveräner deutscher Staat und trat 1815 auf dem Wiener Kongress als Freie und Hansestadt dem Deutschen Bund völkerrechtlich eigenständig bei. Nach Kiel war Lübeck 1918 die nächste Stadt mit einem Matrosenaufstand, doch der Sturz des Kaiserreichs riss die Verhältnisse hier nicht um: Bürgermeister Emil Ferdinand Fehling und sämtliche Senatoren behielten ihre Ämter. Das Groß-Hamburg-Gesetz beendete 1937 eine 711 Jahre währende Eigenstaatlichkeit und schlug die Stadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zu.
Als Pfarrkirche von Rat und Bürgerschaft entstand die 102 Meter lange gotische Marienkirche an bester Adresse: auf dem höchsten Punkt der Altstadt, nah am Markt und unmittelbar hinter dem Rathaus; ein romanischer Vorgänger an gleicher Stelle ist schon 1170 bezeugt, ab 1251 wurde er umgebaut, und um 1265 stand eine hochgotische dreischiffige Basilika. Ihre Wirkung verdankt sie heute vor allem dem fast 39 Meter hohen Mittelschiffgewölbe mit seinen reichen Deckenmalereien. Selbstbewusstsein, Macht und Reichtum der freien Bürger und Kaufleute des Mittelalters spiegeln sich in den backsteingotischen Bauwerken der seit 1987 zum Welterbe gehörenden Hansestadt, und exemplarisch steht dafür der historische Markt mit dem Rathaus und der Mutterkirche der Backsteingotik, St. Marien zu Lübeck.
Gegenüber der Jakobikirche steht am Koberg das Heiligen-Geist-Hospital, an dem sich ablesen lässt, wie mittelalterliche Wohltätigkeit organisiert war: begüterte Bürger finanzierten den Bau, damit Arme, Kranke und Alte unterkamen, und stifteten laufend für den Unterhalt; bis in die siebziger Jahre diente die große Halle mit ihren im 19. Jahrhundert eingebauten Kabäuschen als Altenheim. Wer an den Giebelhäusern der Hansestadt vorbeispaziert, entdeckt idyllische Höfe und Durchgänge wie etwa den Füchtingshof oder Glandorps Gang. Das Gründungsviertel zwischen St. Marien und der Trave, rund 10.000 Quadratmeter mitten in der Stadt, ging im Luftangriff vom 29. März 1942 fast vollständig verloren; nachdem die Nachkriegsbauten gefallen waren, stellte man den alten Parzellenzuschnitt wieder her und begann 2017 mit einer Neubebauung aus einzeln entworfenen Wohnhäusern.






