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Lüneburg hatte am 31.12.2025 74.502 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Lüneburg
Lüneburg liegt am Unterlauf der schiffbaren Ilmenau, am Rand der Lüneburger Heide, und gehört zur Metropolregion Hamburg. Unter der Altstadt steckt ein Salzstock, dem die Stadt ihren Reichtum verdankt; seine Gipskappe, der Kalkberg, trug die Fluchtburg, von der der Name stammt. Ende 2025 zählte die Stadt 74.502 Einwohner.

Das Salz erklärt fast alles an dieser Stadt: den Reichtum und den Abstieg danach, die Senkungen unter der Altstadt und den Weg, auf dem es nach Lübeck ging.
Erstmals urkundlich fassbar wird Lüneburg im Mittelalter in einer Urkunde vom 13. August 956: König Otto der Erste schenkt darin die Zolleinnahmen der Saline dem zu Ehren des heiligen Michael errichteten Kloster; eine ältere Nennung des Ortes in den fränkischen Reichsannalen wird auf einen der drei Siedlungskerne bezogen, vermutlich auf die Burg Lüneburg auf dem Kalkberg, die später als Sitz der Billunger belegt ist. Hliuni, der elbgermanische Name, entspricht dabei dem langobardischen Wort für Zufluchtsort. Mons, Pons, Fons — Berg, Brücke, Quelle: Diese Formel beschreibt, wie die Stadt seit dem 8. Jahrhundert aus zunächst drei, später vier Siedlungsplätzen zusammenwuchs. Die Keime waren die Fluchtburg auf dem damals weit höheren Kalkberg mit der angrenzenden Niederlassung, dem Marktviertel, weiter das Dorf Modestorpe zwischen der Ilmenaubrücke und dem Platz Am Sande, also dem Sandviertel, und schließlich die Saline mit der abgeschlossenen Siedlung ihrer Arbeitskräfte, dem Sülzviertel.
Trotz der Saline stand Lüneburg zunächst im Schatten von Bardowick, das nur wenige Kilometer nördlich lag, älter war und als bedeutender Handelsplatz mit den Slawen auch davon lebte, dass daneben keine weiteren Handelszentren geduldet wurden; als Bardowick sich Heinrich dem Löwen nicht unterordnen wollte, ließ dieser es 1189 zerstören — Lüneburg erhielt daraufhin das Stadtrecht und rückte an seine Stelle als zentraler Handelsplatz der Gegend.

Als Salzlieferant hatte die Stadt im norddeutschen Raum lange ein Monopol, das erst spät unter Importen aus Frankreich litt, und gehörte darum früh zur Hanse: 1158 als Bund einzelner Kaufleute in Lübeck begonnen, wurde daraus 1356 auf dem ersten allgemeinen Hansetag ein Bund von Handelsstädten. Ohne Lüneburger Salz ließen sich die in der Ostsee und vor Norwegen gefangenen Heringe nicht einpökeln und im Binnenland als Fastenspeise anbieten. Wer am Salz verdiente, regierte auch: Den Rat stellten zumeist die Sülf- und Barmeister, und an sie erinnern bis heute die Sülfmeistertage Anfang Oktober. Im Lüneburger Erbfolgekrieg warfen aufständische Bürger 1371 die Fürsten aus der Stadt und legten die landesherrliche Burg auf dem Kalkberg samt dem nahen Kloster nieder; die damit und mit dem Landfrieden 1392 erkämpften Rechte unterschieden sich vor allem im 15. Jahrhundert kaum noch von denen einer freien Reichsstadt, rechtlich anerkannt wurde eine Reichsunmittelbarkeit allerdings nie. Das Stapelrecht kam 1392 hinzu: reisende Kaufleute mussten mit ihren Fuhrwerken Lüneburg anfahren und ihre Ware dort stapeln, also zum Verkauf anbieten; damit niemand die Stadt umging, entstand um 1397 westlich davon eine unpassierbare Landwehr, eine östliche folgte um 1479.
Rund ein Drittel der Lüneburger Altstadt steht auf 1,2 Quadratkilometer über einem oberflächennahen Salzstock, der 4000 Meter in die Tiefe reicht. Grundwasser laugt ihn aus, weshalb sich die Erdoberfläche darüber allmählich senkte; seit ab Mitte des 19. Jahrhunderts mehr Sole abgepumpt wurde, verstärkte sich das an wechselnden Stellen auf drei bis fünf Zentimeter im Jahr, heute sind es bis zu drei Millimeter — so entstand das Senkungsgebiet.
Am Rand dieses Gebietes verloren Häuser und Kirchen ihre Standfestigkeit und mussten weichen: die Marienkirche 1818, die Lambertikirche 1861. Dass die Saline 1980 schloss, lag an den Senkungen und mehr noch daran, dass sich die Salzgewinnung nicht mehr rechnete; heute wird nur noch wenig Sole für den Kurbetrieb in der Salztherme gefördert, und im Salinengebäude sind das Deutsche Salzmuseum und ein Supermarkt untergebracht.
Seit 1946 werden die Senkungen an etwa 240 Messpunkten alle zwei Jahre kontrolliert; zum Stillstand sind sie nicht gekommen, das Gelände wurde neu bebaut, und einige gerettete historische Gebäude sind inzwischen restauriert. Wer vom Platz Am Sande bis ans Ende der Grapengießerstraße geht, bekommt einen Eindruck vom Ausmaß: die Senke vor ihm lag früher auf einer Ebene mit der Grapengießerstraße.
In der Frommestraße stehen weitere Zeugnisse der Erdbewegungen, etwa das Tor zur Unterwelt: zwei eiserne Torflügel, die sich übereinandergeschoben haben; wegen der Senkungen mussten dort 2012 erneut zwei einsturzgefährdete Häuser abgerissen werden, und das dabei beschädigte Tor wurde 2014 wieder errichtet. Im Zentrum der Senkung sackte das Gelände von 2010 bis 2014 um 78,5 Zentimeter ab; seit 2014 wird die Bewegung langsamer, dennoch musste 2016 ein Haus in der Egersdorffstraße weichen, das über Nacht durch plötzliche Erdbewegungen instabil geworden war. An der Michaeliskirche lassen sich die Folgen an schiefen Säulen und in der Turmhalle ablesen.
Nur wenige norddeutsche Städte brachten ihren historischen Kern unzerstört durch den Zweiten Weltkrieg; Lüneburg gehört dazu: 43 Häuser wurden hier im Krieg vollständig zerstört, 270 Wohnungen unbewohnbar, was einem Zerstörungsgrad von 2,6 Prozent entspricht. Lücken im historischen Stadtbild rissen dafür die bis in die sechziger Jahre vernachlässigte Bausubstanz und die Schäden im Senkungsgebiet; abgerissene marode Gebäude und Kaufhausneubauten von damals moderner Prägung sorgten für Brüche in manchem Straßenzug.
Weil die Bausubstanz nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel, wurde über die Wohnqualität nachgedacht — und ernsthaft erwogen, die gesamte Altstadt abzureißen und durch moderne Bauten zu ersetzen; der Bürgerprotest dagegen machte Lüneburg zu einem Kristallisationspunkt für einen neuen Gedanken, den Denkmalschutz. Seit den frühen siebziger Jahren wird die Stadt systematisch restauriert; aus diesen Arbeiten ist eine Touristenattraktion geworden, in der 1300 Backsteinhäuser unter Denkmalschutz stehen.

Was dabei gerettet wurde, zeigen vor allem die großen Backsteinbauten, etwa St. Michaelis, wo Johann Sebastian Bach von 1700 bis 1702 als Chorknabe sang, und das historische Rathaus, dessen Bau um 1230 begann und das über die Jahrhunderte immer weiter wuchs. Dass sie heute noch so stehen, verdanken sie auch dem Bürgerprotest gegen den geplanten Abriss der ganzen Altstadt, der die Stadt zu einem Kristallisationspunkt für den Gedanken des Denkmalschutzes machte.

Von der namengebenden Lüneburg auf dem Kalkberg ist dagegen nichts erhalten, und der Berg selbst lässt nach dem Gipsabbau seine einstige Größe kaum noch ahnen. Am Südrand der Innenstadt dient der Wasserturm heute als Aussichtsturm, und vor den Toren der alten Stadt liegt das Kloster Lüne, ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster, mit dessen Bau 1172 begonnen wurde.
Etwa 30 km vor der Mündung in die Elbe liegt Lüneburg am Unterlauf der schiffbaren Ilmenau. Zwischen Marktplatz und Ilmenau bildete sich im 13. Jahrhundert die Hafensiedlung, das Wasserviertel, als vierter Kern der Stadt.
Im Mittelalter ging das Salz zunächst über Land auf der Alten Salzstraße nach Lübeck; mit der Eröffnung des Stecknitzkanals 1398 setzte sich der Wasserweg in die Lübecker Salzspeicher durch.
Am alten Hafen steht noch die Barockfassade des Alten Kaufhauses, dessen übrige Teile abbrannten und das heute ein Hotel ist, dazu der Alte Kran, eine bis heute funktionsfähige mittelalterliche Holzkonstruktion, in deren Innerem zwei große Laufräder das Kranseil heben und senken.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_HANSE
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Als die Hanse verfiel und die Heringe um 1560 vor Falsterbo in Schonen ausblieben, brachen die großen Abnehmer des Salzes weg; die Stadt verarmte schnell, und in der wirtschaftlichen Stagnation entstanden kaum noch neue Häuser. Am 3. September 1637 rückte Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg mit drei Kompanien ein, nachdem der schwedische Oberst Stammer die Stadt kampflos übergeben hatte, und im Dezember 1637 setzte er den patrizischen Rat ab. 1810 annektierte Napoleon die Stadt, womit die Franzosenzeit begann; als im März 1813 nach der französischen Niederlage in Russland in Norddeutschland eine allgemeine Volkserhebung ausbrach, jagten die Lüneburger die französischen Beamten davon, und am 2. April 1813 folgte das Gefecht bei Lüneburg. Von 1822 bis 1826 wohnten Heinrich Heines Eltern in dem Gebäude, das heute Heinrich-Heine-Haus heißt; der Dichter selbst sprach von seiner Residenz der Langeweile. Den Zusatz Hansestadt trägt die Stadt mit Wirkung vom 5. Oktober 2007.
Lange war Lüneburg auch Garnisonsstadt; bis 1914 lag das Dragoner-Regiment Nr. 16 in der Lüner Kaserne. Als Kasernen aufgelöst wurden, halfen die 1989 gegründete Universität, die ihren Sitz in einer dieser Kasernen fand, und die Fachhochschule beim Umbau von der Garnisonsstadt zum Dienstleistungszentrum. Seit dem 21. März 2007 heißt die Hochschule Leuphana Universität Lüneburg.
Aus der jüngeren Zeit stammt ein Bau ganz anderer Art. Das Zentralgebäude der Leuphana Universität, entworfen von Daniel Libeskind, wurde 2017 eröffnet, und die Stadt nutzt sein Audimax zugleich als Stadthalle. Die Grundsteinlegung war schon am 8. Mai 2011; die Bauarbeiten am 37 Meter hohen Bau zogen sich fast sieben Jahre hin.






