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Meersburg hatte am 31.12.2025 6.019 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Meersburg
Meersburg ist eine Kleinstadt im baden-württembergischen Bodenseekreis; sie liegt dort, wo der Obersee in den Überlinger See übergeht, am Nordufer, und zwar auf 400 bis 500 Metern Höhe — schon zwischen Unter- und Oberstadt liegen 40 Meter Höhenunterschied. Die amtliche Ortshöhe beträgt 444 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 6.019 Einwohner auf 12,07 Quadratkilometern.
Womöglich geht die Burg Meersburg auf eine merowingische Befestigung zurück, die den Fährübergang der wichtigen Straße von Oberschwaben über Konstanz nach Rätien deckte; zu dieser Königsburg gehörte vermutlich schon eine kleine Siedlung, von der Mitte des 11. Jahrhunderts an hielten sie königliche Lehnsträger, die sich nach ihr benannten, und später kam sie an die Bischöfe von Konstanz, die sie ihrerseits den Grafen von Rohrdorf zu Lehen gaben. 1071 wurde Mersburg urkundlich erwähnt, 1113 der adelige Liopoldus de Merdespurch und 1142 Mercesburc. Als die Grafen 1210 ausstarben, gingen Burg und Siedlung von 1211 bis 1802 in den unmittelbaren Besitz des Bischofs über; Konradin, der letzte Stauferkönig, den man 1268 in Neapel hinrichtete, hatte zuvor mehrere Jahre auf der Meersburg bei seinem Onkel, dem Bischof von Konstanz, gelebt. Gewachsen ist die Siedlung zuerst oberhalb der Burg, dort, wo später die Oberstadt lag: 1233 kam das Marktrecht, vor 1260 eine Mauer, und 1299 verlieh der Konstanzer Bischof Heinrich von Klingenberg das Stadtrecht nach Ulmer Vorbild; im selben Jahr schüttete man das Seeufer unterhalb der Burg auf und gewann so Platz für einen großen Marktplatz und für die Unterstadt.
Erfolglos belagerte 1334, während der Bischofsfehde, das Reichsheer Kaiser Ludwigs des Bayern die Stadt mit Feuergeschützen. Die Stadtrechtskämpfe, in denen die Bürgerschaft von ihrem Stadtherrn Bischof Heinrich dem Vierten von Hewen eine freiere Stadtverfassung verlangte, endeten 1458 damit, dass der Bischof auf die Burg zurückkehrte und die Bürger unterlagen; ihren Wortführer, den Bürgermeister Simon Weinzürn, ertränkte man 1461 ohne richterliches Urteil im Bodensee, und das Amt des Bürgermeisters von Meersburg wurde abgeschafft. Der Ausbau des Alten Schlosses fällt in das Jahr 1509, ebenso der Bau von Getreidespeicher und Hafen in der Unterstadt. Im Deutschen Bauernkrieg gehörte das Linzgau zum Kerngebiet des Seehaufens, und im April 1525 rückte der Bermatinger Haufen unter Hauptmann Eitelhans Ziegelmüller in Meersburg ein; die Bürger zogen ihm mit Wein und Brot entgegen und übergaben die Stadt, wie ein Salemer Mönch in seiner Chronik festhielt — friedlich verlief die Einnahme, und kurz darauf gab der Bischof den Bauern das Schloss heraus, dazu 600 Gulden, sechs Fuder Wein und das im Schloss liegende Geschütz. Unter den Siegeln, die den Vertrag von Weingarten für die Bauern beglaubigten und den Aufstand in der Region beendeten, ist auch das der Stadt Meersburg.
1526 zog der bischöfliche Hof Hugos von Hohenlandenberg ins Alte Schloss von Meersburg, denn Konstanz hatte sich als Freie Reichsstadt der Reformation zugewandt; Meersburg dagegen gehörte zum Hochstift Konstanz, wo die Fürstbischöfe zugleich Landesherren waren und weltliche Macht ausübten. 1575 wurde das Amt des Bürgermeisters in Meersburg wieder eingeführt.

Von den Pestwellen, die im 16. Jahrhundert über den Bodenseeraum gingen, traf es Meersburg 1529, 1575, 1588, 1595 und 1611; im Dreißigjährigen Krieg plünderten Schweden und Württemberger die Stadt, und die Pest von 1635 und 1646 ließ die Einwohnerzahl auf ein Sechstel zusammenschrumpfen. Daran erinnern der Fasnachtsbrauch des Schnabelgiere und die Gesellschaft der Hundertein Bürger; an der Ostseite der Stadtkirche steht ein Gedenkstein für Kaspar Miller, den Meersburger Pestarzt, der selbst an der Pest starb.
Bis das Neue Schloss 1750 fertig war, wohnte der Konstanzer Bischof ständig auf der Burg Meersburg; das barocke Panorama über dem Steilufer entstand vor allem im 18. Jahrhundert — das Neue Schloss ab 1710, dazu Priesterseminar und Reit- oder Stallhof um 1760. Kardinal Franz Konrad von Rodt und sein Bruder und Nachfolger Maximilian Christoph von Rodt residierten bereits dort; im Herbst 1802 rückten zwei markgräfliche Kommissare mit 100 Mann eines Rastatter Füsilierbataillons in Meersburg ein und ließen durch Anschlag verkünden, Markgraf Karl von Baden sei nun zuständig — Residenz des Bischofs blieb Meersburg bis zur Aufhebung des Bistums 1803.

1838 kaufte der Freiherr Joseph von Laßberg das Alte Schloss vom Land Baden und rettete es damit vor dem Abriss; dort verwahrte er seine Sammlung mittelalterlicher Handschriften, die nach seinem Tod an die fürstliche Hofbibliothek Donaueschingen ging. Gemeinsam mit seiner Frau Jenny von Droste zu Hülshoff empfing Laßberg im Alten Schloss viele bekannte Gäste — Ludwig Uhland, Gustav Schwab, Justinus Kerner und vor allem seine jüngere Schwägerin, die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die nach längerem Aufenthalt am 24. Mai 1848 dort starb.

Das Fürstenhäusle, ein um 1600 erbautes Rebhaus, war von 1843 bis 1848 im Besitz Annette von Droste-Hülshoffs; ihre Verwandten wohnten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts darin, und als Droste-Gedenkstätte ging es in das Eigentum des Landes Baden-Württemberg über, wenige Schritte vom Obertor entfernt in den Weinbergen.

Weinbau in Meersburg ist seit 1324 urkundlich belegt; bis zur Säkularisation gehörten die besonderen Lagen den Fürstbischöfen von Konstanz. Auf den Gemarkungen Meersburg und Stetten stehen etwa 120 Hektar Rebfläche, die rund 1 Million Liter Wein ergeben; diese begrenzte Fläche verteilt sich auf mehrere Winzer, und die Betriebe werden genossenschaftlich, als Stiftung, staatlich, in markgräflicher und fürstlicher Tradition sowie rein privatwirtschaftlich geführt.
Dass in 444 bis 500 Meter Höhe überhaupt Reben gedeihen, verdankt sich dem Seeklima: Der Bodensee nimmt die Sonnenwärme auf, mildert damit das Klima und beschert der Gegend einen langen, milden Herbst; dazu kommen der häufige Föhn und das Sonnenlicht, das der See auf die Uferhänge zurückwirft.
Zu den wichtigen Rebsorten zählen Müller-Thurgau und Spätburgunder; aus letzterem gewinnt man in Meersburg neben Rotwein auch den Weißherbst, bei dem allein der Saft vergoren wird.
Manche der bekannten Meersburger Einzellagen liegen an extremen Steilhängen; zu ihnen gehören Lerchenberg und Haltnau, und insgesamt gehört Meersburg zur Großlage Sonnenufer, und die Weinhänge in Richtung Unteruhldingen und Hagnau lassen sich vom Schiff und von der Fähre aus gut erkennen.
Als das Hochstift Konstanz 1803 im Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst und an Baden übergeben wurde, blieb Meersburg nur noch bis 1807 Hauptstadt des Oberen Fürstentums am See; Hauptort des Amtsbezirks Meersburg war es von 1803 bis 1857, Sitz des Hofgerichts des badischen Seekreises von 1814 bis 1836. Meersburg büßte nach der Säkularisation durch den Wegzug der Ämter an Bedeutung ein — das Hofgericht ging im Jahr 1836, die Bezirksprobstei 1842 und das Großherzoglich Badische Bezirksamt 1857 — und die Bewohner lebten nun von Landwirtschaft, Weinbau, Handwerk und Gewerbe. Teile der Stadtbefestigung wurden zwischen 1820 und 1845 abgerissen.
Als Einnahmequelle kam der Fremdenverkehr gegen Ende des 19. Jahrhunderts hinzu — eine Folge der Gründerzeit und der Erschließung des Bodenseeraums durch Bahn und Dampfschiffe; für Dampfschiffe hatte man den Hafen 1851 und 1852 ausgebaggert und mit Molen geschützt, und die Seepromenade war bereits 1870 ausgebaut worden. Nach dem Ersten Weltkrieg zog der Fremdenverkehr weiter an, und von 1919 an arbeitete Bürgermeister Karl Moll ein Konzept dafür aus, das der Stadt zu neuer Infrastruktur verhalf und die Altstadt auf Besucher einstellte.
In diese Jahre fällt auch eine Episode der Zeitgeschichte. Der Attentäter Georg Elser, der 1939 einen Anschlag auf Adolf Hitler verübte, war von 1930 bis 1932 in Meersburg beschäftigt — beim Uhrenfabrikanten Rothmund, in der Nachfolgefirma der in Konkurs gegangenen Konstanzer Uhrenfabrik; nach dem Konkurs musste er seine Konstanzer Wohnung aus Geldmangel aufgeben, fand am Meersburger Stadtgraben eine Unterkunft und arbeitete gegen Kost und Logis.
Strom bekam die Altstadt 1921, das Seepumpwerk ging 1926 in Betrieb, in den Jahren 1926 und 1927 wurde die Stadt kanalisiert und asphaltiert, 1929 nahm Meersburg provisorisch den Hafen für die Autofähre nach Konstanz in Betrieb, und 1933 und 1934 entstand und öffnete das Strandbad. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgten Umgehungsstraßen und Großparkplätze, die Altstadt kam unter Denkmalschutz und wurde saniert, die Infrastruktur wurde verbessert und die kulturelle Ausstrahlung verstärkt. In der Burg ist heute ein Museum untergebracht: spätgotische und barock stuckierte Innenräume, dazu eine Einrichtung, die im 20. Jahrhundert zusammengetragen wurde.
Weil der Ort per Schiff und Pkw gut zu erreichen ist und besonders idyllisch liegt, kommen in der Urlaubssaison ungefähr eine Million Tagesausflügler in seine Restaurants und Weinstuben; für die 250.000 Übernachtungsgäste pro Saison halten Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Ferienwohnungen und Privatzimmer Betten bereit, und Meersburg trägt das Prädikat Erholungsort.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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In Riedetsweiler wohnte Franz Anton Mesmer ab 1814; von der dortigen Ortsmitte führt ein Fußweg hinauf zum Aussichtspunkt Schüssel, von dem aus man weit über den Obersee blickt.





