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Meiningen hatte am 31.12.2025 24.810 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Meiningen
Meiningen liegt im Südwesten Thüringens im Werratal am Ostrand der Rhön. Die Werra durchfließt die Stadt von Süden nach Norden, und das Stadtgebiet steigt von 280 bis auf 470 Meter an. Das Zentrum liegt auf 287 Metern, die ganze Stadt umfasst 123,03 Quadratkilometer. Der Ortsteil Henneberg grenzt unmittelbar an Bayern; im Norden und Osten liegt das Vorland des Thüringer Waldes, im Westen die Rhön, im Süden das Grabfeld.
Wer das Stadtzentrum betritt, begegnet einer kleinen Residenz: ausgedehnten Parkanlagen, klassizistischen Häusern und einem Wassergraben, der die Altstadt noch umschließt. Das ist kein Zufall. Ab 1680 war Meiningen Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen, und was die Herzöge hinterlassen haben, prägt die Stadt bis heute: ein Barockschloss, ein Theater von europäischem Ruf, eine Hofkapelle und ein Englischer Garten mitten im Zentrum. Zum fränkisch geprägten Raum gehört die Stadt trotzdem, nicht zum sächsisch-thüringischen Kernland; das zeigt sich am Dialekt ebenso wie an den Kloßgerichten.
Die urkundliche Ersterwähnung stammt von 982. Damals übergab Kaiser Otto der Zweite sein Königsgut in der Meininger Mark der Peterskirche in Aschaffenburg. Im Jahr 1008 kam der Ort als Lehen an das Bistum Würzburg, und 534 Jahre lang blieb er Teil des Hochstifts. Erste Stadtrechte verlieh der Landesherr 1153. Im Jahr 1222 zerstörten Kämpfe zwischen dem Hochstift Würzburg und der Grafschaft Henneberg große Teile der Stadt, und 1230 wird Meiningen in einer Urkunde erstmals als civitas genannt.
Der Besitz wechselte weiter: 1542 kam die Stadt durch einen Tausch an die Grafen von Henneberg, und nach deren Aussterben fiel sie 1583 an das Herzogtum Sachsen. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert brachte die Barchent- und Leinenweberei Wohlstand, bis der Dreißigjährige Krieg dem ein Ende setzte. 1680 entstand unter Herzog Bernhard das Herzogtum Sachsen-Meiningen, und die Stadt wurde seine Haupt- und Residenzstadt. Zwei Jahre später begann der Bau des Residenzschlosses Elisabethenburg, und 1690 gründete er die Hofkapelle. Ab 1782 ließ Herzog Georg der Erste den Englischen Garten anlegen und schleifte dafür die Stadtbefestigung.
Auch die großen Ereignisse zogen durch. Im Jahr 1813 lagerten in und um Meiningen 70.000 Soldaten und 2.300 Offiziere des russischen Heeres unter Zar Alexander, auf dem Marsch gegen Napoleon. Herzog Bernhard der Zweite eröffnete 1831 das erste Meininger Hoftheater. Mit der Werrabahn erhielt die Stadt 1858 ihren ersten Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ein Stadtbrand zerstörte 1874 große Teile der Innenstadt, der Wiederaufbau folgte im klassizistischen Stil.
Von 1918 bis 1920 war Meiningen Hauptstadt des Freistaats Sachsen-Meiningen; danach ging es 1920 im Land Thüringen auf, nachdem die Monarchie abgedankt hatte. Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 geplündert und verwüstet und 1939 abgebrochen. Ein amerikanischer Luftangriff traf die Stadt am 23. Februar 1945 mit 49 Bombern des Typs B-17; er forderte 208 Tote, zerstörte 251 Häuser und beschädigte 440 Gebäude, darunter die Westseite des Marktplatzes mit dem neugotischen Rathaus. Am 5. April nahmen amerikanische Truppen die Stadt ein und übergaben sie am 6. Juli 1945 der Roten Armee.
Von 1952 bis 1990 gehörte Meiningen als Kreisstadt zum Bezirk Suhl. Zwischen 1968 und 1982 entstand im Norden der Stadtteil Jerusalem für ein Werk der Mikroelektronik. Im Herbst 1989 war die Stadt ein Zentrum der Wende in Südthüringen, und am 3. Oktober 1990 kam sie zum neu gegründeten Land Thüringen. 1994 wurde sie Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Schmalkalden-Meiningen, 2003 erhielt sie mit der A 71 einen Autobahnanschluss. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 24.810 Einwohner.
Für die Theatergeschichte hat Meiningen weit über seine Größe hinaus Bedeutung. Der „Theaterherzog“ Georg der Zweite trieb zusammen mit Ludwig Chronegk und Helene Freifrau von Heldburg die Reform des Regietheaters voran. Die Meininger zeigten diese Reform von 1874 bis 1890 auf zahlreichen Gastspielen in weiten Teilen Europas. Wo die Bühne vorher Kulisse und Star gewesen war, verlangten sie geschlossene Inszenierungen, in denen auch Nebenrollen und Massenszenen sorgfältig geführt wurden.
Das Haus, das bis 1920 Hoftheater hieß, ist heute das Staatstheater Meiningen, ein Vier-Sparten-Theater, das Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Puppentheater unter einem Dach vereint und von Stadt, Landkreis und Land getragen wird. Das Große Haus, 1909 im neoklassizistischen Stil eröffnet, ersetzte einen Vorgängerbau, der im März 1908 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war; entworfen hat es der Hofbaurat Karl Behlert, es bietet 740 Sitzplätze. Das Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ in der ehemaligen Reithalle zeigt historische Bühnenprospekte, und im Schloss Elisabethenburg soll bis 2029 das Deutsche Theatermuseum entstehen.
Mit dem Theater verbunden ist die Meininger Hofkapelle. Zu den ersten Dirigenten zählten Georg Caspar Schürmann und Johann Ludwig Bach; gegründet hatte die Kapelle 1690 Herzog Bernhard. Im Oktober 1880 wurde Hans von Bülow Hofkapellmeister und entwickelte die Kapelle zu einem europäischen Eliteorchester. Durch Bülow kam Johannes Brahms nach Meiningen, der für den Klarinettisten Richard Mühlfeld vier Werke schrieb; später standen unter anderem Richard Strauss, Fritz Steinbach und Max Reger am Pult. Heute zählt das Orchester 68 Mitglieder und ist dem Theater angegliedert. Alle drei Jahre findet in der Stadt außerdem der Internationale Hans-von-Bülow-Wettbewerb statt.
Zur Kulturlandschaft gehören noch ein Literaturmuseum im Baumbachhaus, das an den Heimatdichter Rudolf Baumbach sowie an Friedrich Schiller, Jean Paul und Ludwig Bechstein während ihrer Meininger Zeit erinnert, die Kleinkunsttage von Januar bis Mai und das Thüringer Märchen- und Sagenfest im Frühjahr. Im Jahr 2018 wurde außerdem das Volkshaus wiedereröffnet und schloss damit eine Lücke im kulturellen Angebot der Stadt.

Das Schloss Elisabethenburg, eine barocke Dreiflügelanlage, entstand zwischen 1682 und 1692 und war bis 1918 Residenz der Herzöge. Im Rundbau sitzt heute das Rathaus, in den Flügeln die Meininger Museen, die Schlosskirche und das Archiv. Die Schlosskirche wurde 1692 geweiht und 1982 restauriert; heute nutzt man sie als „Konzertsaal Johannes Brahms“. Schloss Landsberg am nördlichen Stadtrand ließ Herzog Bernhard der Zweite von 1836 bis 1840 als neugotisches Lustschloss im englischen Stil errichten, an der Stelle der 1525 zerstörten Burg Landeswehre; seit 1978 dient es als Hotel.

Die Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“ wurde um das Jahr 1000 als Marktkirche begonnen. Sie bekam ihre endgültige Gestalt im überwiegend neugotischen Stil bei einem Umbau zwischen 1884 und 1889. Klassizistisch ist ein großer Teil der Innenstadt, weil der Brand von 1874 sie neu entstehen ließ. Das Hotel Sächsischer Hof wurde 1802 erbaut und 1900 mit Fachwerkelementen umgestaltet; bis 1879 war es das fürstlich Thurn-und-Taxissche Postamt.

Mit der Zeit als Finanzplatz kamen Bankhäuser: Vor allem in der Leipziger Straße entstanden repräsentative Gebäude für die Bank für Thüringen, die Reichsbank und die Deutsche Hypothekenbank. Ins 20. und 21. Jahrhundert weist das Herzog-Georg-Forum von 2017; die Multihalle von 1997 und das Freibad Rohrer Stirn von 2003 zählen ebenfalls zu den jüngeren Bauten.
1914 nahm in Meiningen die Hauptwerkstatt der Preußischen Staatsbahn ihre Arbeit auf, das spätere Reichsbahnausbesserungswerk und heutige Dampflokwerk. Die historischen Werkhallen stehen unter Denkmalschutz. Seit 1995 lädt das Werk jeweils am ersten Septemberwochenende zu den Meininger Dampfloktagen ein, und seit 2024 gibt es im früheren Kantinengebäude die Dampflok Erlebniswelt.
Die Bahn war früh da: Schon 1874 wurde der Bayerische Bahnhof an der Linie Meiningen–Schweinfurt eingeweiht. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Stadt durch die Gründung mehrerer Großbanken zu einem bedeutenden Finanzstandort; die Bankhäuser, die dafür in der Leipziger Straße entstanden, stehen bis heute. Um 1900 nannte man Meiningen deshalb oft Bankenstadt, Garnisonsstadt und Eisenbahnerstadt. In der DDR-Zeit kam das Mikroelektronikwerk im Stadtteil Jerusalem hinzu.

Die Zahlen zeigen, wie stark die Wende die Stadt getroffen hat. In den 1980er-Jahren hatte Meiningen rund 20.000 Arbeitsplätze, davon etwa 5.000 in der Industrie; ein Großteil fiel nach 1990 durch Betriebsschließungen weg. Meiningen ist damit vor allem Verwaltungs-, Gesundheits- und Kulturstandort mit mittelständischem Maschinenbau und Hightech, nicht mehr Industriestadt.
Mitten im Stadtzentrum liegt der Englische Garten. Man begann 1782, nördlich der Altstadt vor der ehemaligen Stadtmauer, mit seiner Anlage. Er umfasst heute rund 12 Hektar, weil ein Teil dem Bau der Werrabahn 1858 weichen musste. Zwei Gewässer, Eisteich und Schwanenteich, sind durch einen Kanal verbunden. Im südlichen Teil steht die 1839 im neugotischen Stil erbaute Herzogliche Gruftkapelle, die heute eine Ausstellung zur Geschichte des Parks zeigt. Touristisch gehört Meiningen zum Reisegebiet Rhön; zum Biosphärenreservat Rhön zählen die Ortsteile Herpf, Stepfershausen und Träbes.
Ein Stadtfest verbindet Geschichte und Küche: Ende Juni oder Anfang Juli feiert die Stadt ihr Stadt- und Hütesfest, das im Viertel Töpfemarkt, dem Siedlungskern der Stadt, begann. Es widmet sich der Geschichte der Thüringer Klöße, die hier „Hütes“ heißen, und erreicht am Sonntag mit dem „Hütes-Ritual“ und einem Kloßessen seinen Höhepunkt. Dazu kommen Frühlingsmarkt, Ostermarkt, Meininger Herbst und Martinsmarkt auf dem Marktplatz.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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