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Meißen hatte am 31.12.2025 28.863 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 51 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Meißen
Meißen liegt an der Elbe und ihrem Nebenfluss Triebisch, wo sich das Elbtal aus dem Kessel von Dresden heraus öffnet. Dresden ist 25 km entfernt, Leipzig 75 km, Freiberg 30 km. Die Stadt umfasst 30,92 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 28.863 Einwohner.
Über allem steht der Burgberg. Um das Jahr 929 ließ König Heinrich I. dort eine Burg errichten, die als Misnia in den Quellen auftaucht. Unterhalb wuchs aus einem slawischen Dorf am Bach Meisa eine Marktsiedlung und schließlich eine Stadt. Später kamen der Dom und die Albrechtsburg hinzu, und heute prägen beide die Silhouette der Stadt.
International ist die Stadt vor allem durch ihr Porzellan bekannt. Die Schreibweise mit Doppel-S, also Meissen, ist als Marke der Staatlichen Porzellanmanufaktur eingetragen.

Die Stadtrechte sind für das Jahr 1332 urkundlich bezeugt, obwohl Meißen schon Ende des 12. Jahrhunderts zur Stadt geworden war. Die Bischöfe des Bistums Meißen, das 968 gegründet wurde, residierten in der Stadt und prägten deren kulturelle Entwicklung. Bis 1423 bestand zudem die Markgrafschaft Meißen, aus deren Reihen mit Friedrich dem Streitbaren später ein Kurfürst von Sachsen hervorging.
Auch Klöster gehörten früh zum Stadtbild. Schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts gab es in der Stadt vermutlich das Benediktinerinnenkloster Heilig Kreuz. Bischof Dietrich II. gründete 1205 das Augustiner-Chorherrenstift St. Afra. Franziskaner sind in der Stadt ab 1263 belegt, und ihr Konvent war ab 1274 das Hauptkloster ihrer regionalen Verwaltungseinheit.
Die Reformation kam erst 1539 in die Stadt. Danach lösten die Meißner ihre drei Klöster auf und richteten im Franziskanerkloster eine Stadtschule ein. Im ehemaligen Kloster St. Afra sitzt seit 1543 die Fürstenschule; heute führt das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra diese Tradition fort und fördert seit 1995 Hochbegabte. Wirtschaftlich bestimmte lange die Tuchmacherei das Bild, bis der Dreißigjährige Krieg sie nahezu zum Erliegen brachte.

Zwischen 1540 und 1696 gerieten elf Menschen in Hexenprozesse, und 1620 wurde eine Frau verbrannt.
Die Stadt gehörte ab 1874 zur Amtshauptmannschaft Meißen, war von 1915 bis 1946 bezirksfrei und wurde danach dem Landkreis zugeschlagen. Zwischen 1905 und 1906 erkrankten bis zu 237 Kinder aus 21 Schulklassen an einer Zitterepidemie, die der Lehrer Kurt Walter Dix als eine Art Massenhysterie beschrieb.
Um 1250 begannen die Arbeiten am Dom. Die beiden Türme der Westfront, die ab 1315 entstanden waren, zerstörte 1547 ein Blitz; die heutigen Domtürme wurden erst 1909 fertig. Ab 1470 baute Arnold von Westfalen daneben die Albrechtsburg, die als Residenz der beiden regierenden Fürsten gedacht war. Dazu kam es nie, das Schloss stand leer. Erst 1710 zog die Porzellanmanufaktur ein und blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Wer unterhalb des Burgbergs die Altstadt durchstreift, findet ein spätgotisches Rathaus und Bürgerhäuser aus Gotik, Renaissance und Barock. Aus der Renaissancezeit stammen etwa das Brauhaus und die Häuser Markt 6, Kleinmarkt 10, Burgstraße 18 sowie Webergasse 1 selbst. Die Frauenkirche steht auf dem erhöht liegenden Markt, der beim Hochwasser 2002 verschont blieb. Die Freiheit am Burgberg ist mit Domherren- und Adelshöfen bebaut, und der Domherrenhof war seit dem 12. Jahrhundert Teil der Stadtmauer. Zum Advent öffnen sich die 24 Fenster des Rathauses wie Türchen eines Adventskalenders.
Zwischen den Bauten liegen kleinere Kuriositäten. Vor der Franziskanerkirche steht auf dem Heinrichsplatz der Heinrichsbrunnen, den man 1862 als Kopie eines mittelalterlichen Marktbrunnens errichtete; auf ihm steht die Figur König Heinrichs des Ersten. Der Kändlerbrunnen entstand am 4. Juni 1960 zur 250-Jahr-Feier der Manufaktur und ist mit einem Kasuar aus Porzellan bekrönt. Die Plastik wurde 1990 gestohlen, 1992 durch eine Neuausformung ersetzt und beschädigt, und seit 2015 ziert im Sommer wieder ein Kasuar den Brunnen. Ein Porzellanweg verbindet zeitgenössische Werke wie den Meißner Stadtplan von Olaf Fieber aus dem Jahr 2018, der aber nicht aus der Manufaktur stammt.

Das Meißner Porzellan wird seit 1708 hergestellt. Die Manufaktur selbst eröffnete 1710 unter August dem Starken und gab der Stadt einen neuen Impuls. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen stellt bis heute handgefertigte, exklusive Porzellanprodukte her. Die Porzellanbiennale zeigt seit 2016 alle zwei Jahre zeitgenössische Porzellankunst in der Albrechtsburg. Daneben sitzen weitere Betriebe in der Stadt, darunter eine Privatbrauerei, ein Hersteller von Konservendosen und Kronkorken, ein Sanitärporzellan-Werk und ein Kabelwerk.

Der Wein gehört ebenfalls zur Stadt: Das Weinanbaugebiet um Meißen bringt trockene Weine hervor, die bei Kennern geschätzt sind. Zu den Spezialitäten zählt die Meißner Fummel, ein aufgeblasenes, sehr bruchempfindliches Hohlgebäck. Baumkuchen und Pfefferkuchen bietet eine Familien-Konditorei seit 1867 an. Im Herbst feiert die Stadt Ende September das Weinfest mit einem Umzug am Sonntag.
Der Zweite Weltkrieg ließ die Altstadt weitgehend heil. Am 26. April 1945 machte die Wehrmacht die Elbbrücke und die Eisenbahnbrücke durch eine Teilsprengung unbrauchbar. Der Superintendent Herbert Böhme wandte sich gegen eine Verteidigung der Stadt und wurde dafür zum Tode verurteilt; die Rote Armee verhinderte die Vollstreckung. In der Gedenkstätte Münchner Platz ist heute der Gefängnistrakt des früheren Landgerichts zugänglich.
In der DDR entstanden neue Wohnviertel vor allem am Stadtrand, während die Altstadt zunehmend verfiel. In der Albrechtsburg fand am 3. Oktober 1990 die Neugründung des Freistaats Sachsen statt. Nach der Wiedervereinigung wurde vor allem das Stadtzentrum umfassend saniert.
Im August 2002 überflutete die Triebisch in der Nacht zum 13. August ihr Tal und die Altstadt. Vier Tage später erreichte die Elbe ihren höchsten Stand, und Teile der Stadt standen bis zu drei Meter unter Wasser. Im Juni 2013 folgte ein weiteres Hochwasser, das die neu errichtete Flutmauer am Elbufer überstieg. Der Pegel in Dresden zeigte dabei 8,76 Meter und blieb 64 Zentimeter unter dem Stand von 2002.
Schon 1863 wurde ein Arbeits- und Versorgehaus gebaut, aus dessen Krankenstube das städtische Krankenhaus entstand. 1998 löste ein Neubau in Bohnitzsch die alten Standorte ab, und 2002 schloss sich das Haus mit dem Kreiskrankenhaus Radebeul zusammen. Das Elblandklinikum Meißen verfügt heute über 350 vollstationäre Betten.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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