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Miltenberg hatte am 31.12.2025 9.283 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Miltenberg
Miltenberg liegt am linken Mainufer am Knie des Mainvierecks zwischen Spessart und Odenwald. Am linken Ufer bleibt zwischen Fluss und Odenwald nur ein schmaler Streifen nutzbaren Landes, den der Main immer wieder überflutete. Die Stadt kaufte 1912 und 1955 Gelände auf dem rechten Ufer, um sich zu erweitern. Die Stadt sitzt auf 129 m und umfasst 60,25 Quadratkilometer.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 9.283 Einwohner. Mit den Nachbargemeinden Großheubach, Kleinheubach und Bürgstadt kommt der Siedlungsraum auf mehr als 22.000 Menschen. Der Name stammt von der oberhalb des Ortes liegenden Mildenburg. Unter der Burg zieht sich die Altstadt lang am Main entlang. Ihre zahlreichen Fachwerkhäuser stehen vor allem an der Hauptstraße, die den eigentlichen Kern der Altstadt bildet.
Schon die Menschen der Vorzeit erkannten die Bedeutung des Engpasses am Mainknie und errichteten Ringwälle auf dem Greinberg und dem Bürgstadter Berg. Um 159/160 nach Christus führten die Römer den Vorderen Limes hier an den Main, der von da an nordwärts die Grenze des Reiches gegen Germanien bildete. Überreste zweier Kastelle liegen zwischen Miltenberg und Kleinheubach sowie zwischen Miltenberg und Bürgstadt. Nach dem Limesfall, spätestens um 259/260, und dem Abzug der Truppen verloren die Kastelle ihre Aufgabe.
Die namengebende Mildenburg entstand ab 1144 auf Besitz des Klosters Amorbach, das König Konrad der Dritte als Vogt schützte. Die Siedlung unter der Burg taucht 1226 erstmals in einer Urkunde auf, als der Mainzer Erzbischof Siegfried der Zweite zu Besuch war. Etwa ab 1379 begrenzten das Mainzer und das Würzburger Tor die langgestreckte Altstadt im Westen und im Osten. Das Peterspital wurde bereits vor 1319 von Erzbischof Peter von Aspelt gegründet.
Bis 1803 gehörte Miltenberg zu Kurmainz und war Sitz des Amtes Miltenberg, was das Mainzer Rad im Stadtwappen bis heute zeigt. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss kam die Stadt zum Fürstentum Leiningen und 1806 zum Großherzogtum Baden. Ab dem 13. November 1810 gehörte die Stadt zu Hessen-Darmstadt, und 1816 kam sie durch einen Vertrag an das Königreich Bayern. Das Gemeindeedikt von 1818 brachte die heutige städtische Gemeinde hervor. Das Bezirksamt Miltenberg wurde 1862 gebildet, und am 1. Juli 1972 schloss sich der Altkreis mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen. Bei der Gebietsreform kam 1971 Breitendiel und 1976 kamen Mainbullau, Schippach und Wenschdorf hinzu.
Die Juden der Stadt lebten vor allem vom Geldverleih und von der Erhebung des erzbischöflichen Zolles. Ihr Wohngebiet wird 1361 als Judenstadt genannt. In der Judenverfolgung der Pestzeit 1348/49 wurde die Gemeinde zerstört, und ihr Besitz fiel an das Erzstift. Erst 1383 sind wieder einige Juden bezeugt, und um 1429 werden vier oder fünf jüdische Familien vermutet. Im Jahr 1631 kam es zu einer vorübergehenden Vertreibung.
Im Jahr 1933 lebten 99 jüdische Menschen in der Stadt, das waren 2,1 Prozent von insgesamt 4.663 Einwohnern. Im April und im September 1942 wurden die letzten jüdischen Miltenberger deportiert. Südlich der Stadtmauer liegt der bis ins Mittelalter zurückreichende Alte Jüdische Friedhof.

Am 22. Februar 1945 griffen sechs amerikanische Jagdbomber die Stadt an, und 20 Menschen starben. Zurückweichende deutsche Truppen sprengten die Mainbrücke am 28. März 1945, ohne sie vorher für den Verkehr zu sperren. Am 31. März zogen US-Truppen in Miltenberg ein, während um Aschaffenburg noch gekämpft wurde.

Nach dem Krieg wurde die Stadt zu einem Ort, der Verantwortung für Erinnerung und Haltung übernahm. Schon 1960 übernahm die Stadt die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus Stadt und Landkreis Dux, die 2004 in die Städtepartnerschaft mündete. Partnerstädte sind Arnouville in Frankreich seit 1982 und Duchcov in Tschechien seit dem 16. November 2004.
Wie die Stadt heute mit Rechtsextremismus umgeht, zeigte sich 2006. Im Jahr 2006 demonstrierte eine NPD-Jugendorganisation auf dem Marktplatz, und Pfarrer Ulrich Boom ließ aus Protest die Glocken 20 Minuten lang läuten. Das Geläut war so laut, dass die Kundgebung nach kurzer Zeit aufgegeben werden musste. Der Pfarrer erhielt dafür den Aschaffenburger Mutig-Preis.
Schon im Mittelalter war der Miltenberger Buntsandstein begehrt, und in den Wäldern hieb man Mahlsteine und Säulen. Aus Miltenberg stammen die Heunensäulen für den Mainzer Dom, von denen eine heute auf dem Mainzer Domplatz steht.
Die Hygienepapierfabrik Fripa speist einen Teil ihrer Abwärme in ein Nahwärmenetz für Schulen ein, wofür der Landkreis und Fripa 2018 den Klimaschutzpreis des Bundes Naturschutz erhielten. Das 1909 gegründete Unternehmen Oswald Elektromotoren entwickelt energiesparende Motoren, wofür Johannes und Bernhard Oswald 2017 den Deutschen Umweltpreis erhielten. Die Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt hat ihren Sitz in der Stadt. Als Brauerei besteht heute das Brauhaus Faust, während die Kalt-Loch-Bräu Ende März 2010 aufhörte. Die Route der Industriekultur Rhein-Main verknüpft auf 160 Kilometern zwischen Miltenberg und Bingen Industriebauwerke, darunter den alten Miltenberger Hauptbahnhof.
Der Marktplatz heißt im Volksmund Schnatterloch, und dort steht der bekannte alte Brunnen. Die Miltenberger nannte man Staffelbrünnler, der Volksmund sagte aber Staffelbrunser, dem ein Zierbrunnen mit drei Knaben gewidmet ist. Die Mildenburg gehört seit 1979 der Stadt, und eine mehrjährige Sanierung wurde 2011 abgeschlossen. Im Burginneren zeigt das Museum Burg Miltenberg Kunstsammlungen der Diözese Würzburg.

Zehn Tage lang läuft zum Ende des Sommers die Michaelismesse, ein Volksfest am Bayerischen Untermain. An den vier Adventswochenenden ist der Weihnachtsmarkt geöffnet. Von 2004 bis 2020 führten Lilli Chapeau und Clemens Bauer in Miltenberg ein Theater, das nur 20 Quadratmeter maß und 27 Plätze bot. Als Filmkulisse diente die Stadt 1934 für Außenaufnahmen zu Regine, und 1954 ist der Marktplatz im Heimatfilm Ännchen von Tharau zu sehen. Auf dem Marktplatz entstanden auch die Anfangsszenen zu Das Wirtshaus im Spessart und Das Spukschloss im Spessart.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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