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Mittenwald hatte am 31.12.2025 7.400 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 50 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Mittenwald
Mittenwald liegt im oberen Isartal, etwa 80 Kilometer südlich von München zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge, unmittelbar an der Grenze zu Österreich. Der Ort liegt auf rund 900 Metern Höhe und umfasst 132,84 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte der Markt 7.400 Einwohner.

Der Name der Gemeinde geht auf eine Rodungssiedlung im Scharnitzwald zurück, die erstmals 1096 urkundlich als in media silva genannt wird. Der Ortsname erinnert an ein ausgedehntes Waldgebiet, das schon die Römer kannten und das sich zwischen Leithen bei Reith, Klais und Krün hinzog. Als Mittinuualde ist er 1158 belegt, und seit 1744 schreibt man ihn Mittenwald.
Im Wappen führt Mittenwald den Freisinger Mohren, weil die Grafschaft Werdenfels lange dem Hochstift Freising gehörte. Im Jahr 2020 forderte eine Petition, den Mohrenkopf aus dem Wappen zu entfernen.
Westlich des Ortes liegen die Bergseen Lautersee und Ferchensee sowie das Wettersteingebirge, östlich fließt die Isar am Zentrum vorbei, und über ihr ragen die Gipfel des Karwendel auf. Zu den Zielen in der Umgebung zählen außerdem Wildensee, Luttensee und Schmalensee sowie die Schluchten Leutaschklamm und Partnachklamm. Der Jahresniederschlag beträgt 1437 Millimeter, und der Februar ist der trockenste Monat, der Juli der niederschlagsreichste.

Die Römer nannten das Karwendel um 200 nach Christus „mons nigris“, also Schwarzer Berg.
Schon in römischer Zeit führte die Straße Via Raetia über den Seefelder Sattel und den Brenner durch den Ort. 1305 wurde Mittenwald das Marktrecht verliehen. Von 1487 bis 1679 wurde wegen eines Krieges mit der Republik Venedig der Bozener Markt nach Mittenwald verlegt, und der Ort wurde für fast 200 Jahre zum Umschlagplatz zwischen Süden und Norden. Die Wälder der Umgebung waren zudem Grundlage der Flößerei, deren Zunft in Mittenwald über 20 Meister verfügte.
Am Ende des 17. Jahrhunderts kamen neue Gewerbe hinzu: Bortenwirkerei, Filetseidenstickerei und ab 1689 der Geigenbau, begründet durch Matthias Klotz. Johann Wolfgang von Goethe übernachtete 1786 auf seiner ersten Italienreise im Goethehaus und nannte den Ort „ein lebendiges Bilderbuch“. Am 17. August 1836 brach hier die erste Cholera-Epidemie in Bayern aus; 145 Bewohner erkrankten, 58 starben, das sind 40 Prozent. Den Ort betreute damals ein ärztlicher Regierungskommissar mit einer eigenen Behandlungsanstalt und einer kostenlosen Suppenküche.
1898 wurde das von Oskar von Miller erbaute Wasserkraftwerk am Mühlbach eröffnet, und 1912 brachte die Mittenwaldbahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck den Fremdenverkehr. Hochwasser 1999 und 2005 machten einen Schutz an der Isar nötig, der 2012 fertiggestellt wurde.
In den 1930er Jahren wurde Mittenwald Garnison und Ausbildungszentrum der Gebirgstruppe der Wehrmacht, seit 1956 hat es diese Funktion wieder im Rahmen der Bundeswehr. Ende April 1945 endete bei Mittenwald einer der Evakuierungstransporte aus dem KZ Dachau; an diese Opfer und an die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger in ganz Europa erinnert seit dem 21. März 2010 ein Mahnmal am Mauthweg. Nach dem Krieg fanden Entwurzelte hier für einige Jahre Zuflucht. Von April 1946 bis Ende Januar 1952 bestand ein Lager für jüdische und ukrainische Displaced Persons.
Am 26. und 27. Mai 1971 tagte in Mittenwald die Nukleare Planungsgruppe der NATO. Umstritten ist die Gedenkfeier, die der Kameradenkreis der Gebirgstruppe seit den 1950er Jahren zu Pfingsten am Ehrenmal auf dem Hohen Brendten abhält; von 2002 bis 2009 demonstrierten vor allem linke Gruppen dagegen. Mit dem Abbau der Standortverwaltung der Bundeswehr und dem Abwandern von Betrieben verlor der Ort später sein zweites Standbein neben dem Tourismus.
Die Mittenwalder blicken im Instrumentenbau auf eine mehr als 300-jährige Tradition zurück, als deren Begründer Matthias Klotz gilt. Aus dem Ort stammen mehrere Geigenbauer der Familie Klotz, darunter Matthias Klotz, der 1653 geboren wurde, sowie Georg Klotz, Sebastian Klotz und Aegidius Klotz. Heute gibt es etwa zehn selbständige Geigenbaumeister im Ort. Die Staatliche Musikinstrumentenbauschule wurde 1858 unter König Maximilian dem Zweiten gegründet, um sogenannte Heimarbeiter auszubilden.

Die Heimarbeiter stellten Einzelteile für Verleger her, die die Instrumente zusammenbauten und in die Welt verkauften, sodass die Geigenbauer kein ganzes Instrument mehr bauen konnten. An der Schule lernt man heute Geigenbau, Metallblasinstrumentenbau, Zupfinstrumentenbau, Bogenbau und Holzblasinstrumentenbau. Alte Mittenwalder Instrumente zeigt das Geigenbaumuseum in der Ballenhausgasse, das am 16. April 2005 nach Renovierung wieder eröffnet wurde. Alle vier Jahre findet zudem ein internationaler Geigenbauwettbewerb statt.
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul war ursprünglich gotisch und wurde 1740 vom Wessobrunner Künstler Joseph Schmuzer barockisiert. Deckengemälde und Ausstattung stammen von Matthäus Günther, die geschnitzte Madonna von 1500.
Häuser wie das Hornsteiner Haus, das Hoglhaus, das Neunerhaus und das Schlipferhaus tragen Lüftlmalerei. Der Freskomaler Johann Georg Dieffenbrunner kam 1718 zur Welt, der Lüftlmaler Franz Karner 1738. Die Brauerei Mittenwald besteht seit 1808.
Im Fasching leben die Maschkera auf, die Maskierten, mit Schellenrührern, Goaßlschnoizern und Teufels- und Bärentreibern. Die Holzlarven sind in Familienbesitz, keine gleicht der anderen, und sie werden oft seit Jahrzehnten weitergegeben. Der Bozner Markt wird seit 1987 alle fünf Jahre für neun Tage veranstaltet und erinnert an die Zeit von 1487 bis 1679.

Eine Theatertradition reicht bis 1870 zurück, als der katholische Leseverein gegründet wurde. Die ersten Aufführungen fanden im Gasthof zur Traube statt.
Mit der Mittenwaldbahn liegt der Ort an der Strecke Innsbruck–Garmisch-Partenkirchen, und stündlich fahren Regionalzüge der Werdenfelsbahn nach München. Von Januar 2010 bis Dezember 2025 war er außerdem ein Halt des Intercity-Express, und seit dem 1. Januar 2026 gilt am Bahnhof der Tarif des Münchner Verkehrsverbundes. Es gibt rund 600 Beherbergungsbetriebe mit etwa 5400 Betten.
Die Landschaft machte Mittenwald zur Filmkulisse, etwa für Heimatfilme wie „Der Geigenmacher von Mittenwald“ aus dem Jahr 1950. Schon ab August 1940 drehte Leni Riefenstahl in der Umgebung Außenaufnahmen für ihren Film „Tiefland“. Für die Statisterie ließ sie über hundert Sinti aus dem NS-Zwangslager Maxglan bei Salzburg zwangsrekrutieren; die Häftlinge sollten später zur Ermordung nach Auschwitz gebracht werden, was Riefenstahl wusste und noch 2002 leugnete.
Der Roman „Nazigold“ von 1984 machte den Ort weltweit bekannt, seither kommen immer wieder Schatzsucher.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE
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