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Moritzburg hatte am 31.12.2025 8.171 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Moritzburg
Moritzburg liegt etwa 13 Kilometer nordwestlich der Dresdner Innenstadt im Landkreis Meißen. Die Gemeinde umfasst 46,49 Quadratkilometer und liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet Friedewald und Moritzburger Teichgebiet. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 8.171 Einwohner.
Der Name führt auf ein Schloss zurück, und das Schloss auf einen Herzog. Wer nach Moritzburg kommt, trifft aber auch auf ein Gestüt, ein Festival für Kammermusik und die Erinnerung an die Grafikerin Käthe Kollwitz, die hier starb.
Die Gemeinde entstand aus der Landgemeinde Eisenberg, zu der auch ein Ortsteil namens Moritzburg gehörte. Dieser Ortsteil bestand aus dem Schloss, den Gebäuden ringsum und dem zugehörigen Gutsbezirk mit Ländereien und Wäldern. Schon vor 1900 trug die Gemeinde den Doppelnamen Eisenberg-Moritzburg, und 1934 benannte man sie endgültig nach dem Schloss. Gewachsen ist sie durch Eingemeindungen: Am 1. Januar 1996 kam Steinbach hinzu, am 1. Januar 1999 Reichenberg mit den schon 1994 eingegliederten Ortsteilen Friedewald und Boxdorf.
Der sogenannte Schatz der Sachsen lag von 1945 bis 1996 verborgen im Wald bei Moritzburg. 1945 wurde das Haus Wettin enteignet, und die Familie hatte große Teile ihrer Schätze im Schlosspark in Holzkisten vergraben. Bis auf wenige Stücke fanden die sowjetischen Truppen die Kisten und brachten sie fort. Am 4. Oktober 1996 fanden private Hobby-Archäologen mehrere Kisten mit edelsteinbesetzten Goldschmiedearbeiten, die dem Wettiner Schatz zugeordnet wurden.
In der DDR wurde Moritzburg durch ein Ausbildungsprogramm für das sozialistische Vietnam bekannt. Im Juli 1955 begann es zunächst mit 149 vietnamesischen Kindern im Alter von neun bis fünfzehn Jahren. Insgesamt bildete man in Dresden und Moritzburg etwa 350 Kinder und Jugendliche bis zum Facharbeiter- oder Hochschulabschluss aus. Die vietnamesischen Moritzburger gingen zurück in ihr Land und pflegen bis heute einen kulturellen Traditionsverein. Diakonische Ausbildung und Arbeit gelten in Moritzburg als wichtiger Standortfaktor, und die Evangelische Hochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie hat hier ihren Sitz.
Auch an die Verbrechen der NS-Zeit erinnert der Ort. Seit Juni 2001 steht neben dem Gästehaus in der Bahnhofstraße ein Findling als Stein des Anstoßes. Er erinnert an Menschen, die aus Moritzburg abgeholt und im Zuge der sogenannten Euthanasie ermordet wurden.
Hinter dem beschönigenden Wort Euthanasie stand der Mord an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen. Im Rahmen der Aktion T4 wurden 1940 und 1941 in sechs Tötungsanstalten im Deutschen Reich mehr als 70.000 von ihnen mit Gas ermordet; eine dieser Anstalten lag in Sachsen, auf dem Sonnenstein bei Pirna.
Herzog Moritz ließ von 1542 bis 1546 ein Jagdhaus im Renaissancestil errichten, das ursprünglich Dianenburg hieß. Aus dem Renaissancebau wurde in mehreren Schritten ein Schloss. Die Schlosskapelle entstand von 1661 bis 1672 nach Plänen von Wolf Caspar von Klengel, und den Grundstein legte der Kurfürst am 1. November 1661 selbst. Weil August der Starke 1697 katholisch wurde, erhielt die protestantische Kapelle Weihnachten 1699 die katholische Weihe, und bis heute finden dort katholische Gottesdienste statt.
Die heutige Gestalt gab dem Schloss Matthäus Daniel Pöppelmann. Von 1722 bis 1730 baute er es im Auftrag August des Starken barock um und erweiterte es. Er ließ die Hofmauern abtragen, den Mittelbau erhöhen und verbreitern und umgab die Anlage mit Terrassen, Rampen und Brücken. Der Umbau endete mit dem Tod Augusts des Starken. Die Vierflügelanlage erhebt sich auf einer künstlichen Insel im Schlossteich, und im Inneren gab es zwölf Wohnquartiere mit insgesamt 200 Räumen.
Ein Rundgang führt durch vier große Prunksäle im ersten Obergeschoss: Billardsaal, Speisesaal, Steinsaal und Monströsensaal. Ein großer Teil der Ausstattung ist der höfischen Jagd gewidmet, und im Speisesaal hängen 71 Rothirschtrophäen, von denen viele 270 bis 400 Jahre alt sind. Im Federzimmer hängen Wandbehänge aus einem Prachtbett, das August der Starke 1723 für das Japanische Palais erwarb; 1830 kam das Federzimmer nach Moritzburg, und nach einer 19 Jahre dauernden Restaurierung ist es seit 2003 wieder zu sehen. Im Oktober 2022 kehrte außerdem ein 1545 gewebter Wandteppich mit dem Bildnis Kaiser Karls V. nach 77 Jahren zurück.
Nördlich des Schlosses schließt sich seit 1728 ein Schlosspark im französischen Stil an, der wegen des Todes Augusts des Starken nie vollendet wurde. Etwa zwei Kilometer östlich liegt das Fasanenschlösschen mit kleinem Hafen und Leuchtturm. Der Venusbrunnen von 1772 zeigt Venus mit Amor und Schwänen auf einem künstlichen Felsmassiv. Im Norden des Friedewalds liegt die Ruine des Hellhauses, das 1787 nach Plänen von Johann Daniel Schade entstand und bei Parforcejagden diente. Seit 2020 wird das Hellhaus denkmalpflegerisch restauriert.
Das Landschaftsschutzgebiet umfasst 22 Moritzburger Teiche mit etwa 418 Hektar Wasserfläche. Naturräumlich gehört der Ort zum Westlausitzer Hügel- und Bergland, das zwischen 124 und 312 Metern über NN liegt. Die Teiche im Friedewald wurden schon im 16. Jahrhundert angelegt, und der Schlossteich entstand zwischen 1723 und 1733 aus ursprünglich vier Teichen. Bis heute dienen sie der Karpfenzucht, und ein Kanalsystem erlaubt das gezielte Abfischen durch Ablassen des Wassers.
Das Abfischen des Schlossteichs ist ein Teil des Moritzburger Fisch- und Waldfests, das Ende Oktober stattfindet. Durch den Wald nördlich des Schlosses zieht ein achtstrahliges Schneisensystem für Parforcejagden, der Jagdstern. Am Niederen Großteich Bärnsdorf liegen die Dardanellen, künstliche Rundungen mit Schießscharten, die die Befestigungen der Meerenge nachbilden und für nachgestellte Seeschlachten dienten.
Käthe Kollwitz lebte zuletzt in Moritzburg und starb hier 1945. An sie erinnert das Käthe-Kollwitz-Haus im Ort.
Das Moritzburg Festival ist eine jährliche Konzertreihe für Kammermusik, die 1993 gegründet wurde. Seit 2001 leitet sie künstlerisch der Cellist Jan Vogler, und im selben Jahr begann auch der Schlosstriathlon. Etwa alle zwei Jahre entstehen bei Bildhauer-Symposien seit 2002 Werke, die an Ort und Stelle bleiben und einen Skulpturenpfad bilden. In den Wintermonaten zeigt das Schloss eine Ausstellung zum Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, dessen Dreharbeiten 1972 stattfanden.
Das Landgestüt Moritzburg, ein Betrieb des Freistaates Sachsen, geht auf die Jagdleidenschaft Augusts des Starken zurück. Mit der Pferdezucht begann man 1828 in den damals königlichen Jagdstallungen.
Die örtliche Wirtschaft ist großenteils vom Tourismus geprägt. Die Kulturlandschaft Moritzburg GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde, betreibt die Tourist-Information, die Parkplätze und einen Ferienpark mit Campingplatz. Die schmalspurige Lößnitzgrundbahn verbindet den Ort mit Radebeul und Radeburg. Am Beginn der Schlossauffahrt stehen zwei kursächsische Postdistanzsäulen von 1730.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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