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Neubrandenburg hatte am 31.12.2025 59.494 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 46 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Neubrandenburg
Neubrandenburg liegt am Tollensesee, und wer von dort auf die Stadt blickt, sieht einen fast kreisrunden Mauerring aus rotem Backstein. Vier Stadttore ragen daraus hervor; sie geben der Stadt seit 2019 ihren offiziellen Namenszusatz Vier-Tore-Stadt. Was innerhalb der Mauern steht, ist dagegen jünger, als man denken würde, denn 1945 brannte ein großer Teil der Altstadt nieder.

So ist Neubrandenburg zwei Städte in einer: eine mittelalterliche Befestigung, die erstaunlich vollständig erhalten blieb, und ein Stadtkern, der nach dem Krieg neu entworfen wurde. Dazwischen liegen Jahrhunderte, in denen die Stadt mal Residenz, mal Ruine war. Die Stadt misst 86,11 Quadratkilometer und liegt nur etwa 20 Meter über dem Meeresspiegel. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 59.494 Einwohner.
Gegründet wurde Neubrandenburg 1248 per Stiftungsbrief des brandenburgischen Markgrafen; der Name erinnert an die Mutterstadt Brandenburg an der Havel. Kurz vor der Stadtgründung entstand im heutigen Stadtteil Broda ein Kloster, dessen Baubeginn nach neueren Forschungen kaum vor 1240 liegt. Zunächst wurde die Stadt nur mit Holz, Erde und Wasser geschützt. Mit dem Bau der steinernen Mauer wurde vermutlich bald nach 1300 begonnen.
Im Jahr 1298 gelangte die Stadt mit der Herrschaft Stargard an die Mecklenburger und gehörte ab 1347 als Reichslehen zum Besitz der Fürsten und Herzöge von Mecklenburg. Im Frühjahr 1631 wurde sie von kaiserlichen Truppen unter General Tilly erobert und verwüstet, und Hunderte Menschen wurden ermordet. Infolge des Dreißigjährigen Krieges musste Neubrandenburg 1671 Stadtkonkurs anmelden, und Stadtbrände vernichteten 1676 und 1737 große Teile der Bausubstanz.

Als 1701 das Teilherzogtum Mecklenburg-Strelitz entstand, scheiterte die Wahl Neubrandenburgs zur Hauptresidenz am Bürgerstolz der Einwohner; stattdessen wurde eine neue Residenzstadt gegründet, Neustrelitz. Ab 1774 entstand auf dem Marktplatz dennoch ein fürstliches Palais, dessen Glanz 1794 mit dem Tod des Herzogs endete. Heute kündet neben dem Marstall vor allem das Schauspielhaus von dieser Zeit.
Auf etwa 2.300 Metern Länge umschließt die mittelalterliche Stadtmauer das alte Zentrum noch heute vollständig, bis zu sieben Meter hoch. Sie war mit 54 Wiekhäusern besetzt, von denen bis 2015 fünfundzwanzig neu gebaut wurden. In den Ring sind vier Tore eingebettet: das Friedländer, das Stargarder, das Treptower und das Neue Tor, dazu der Fangelturm. Die roten Backsteintore gaben der Stadt den Beinamen Stadt der vier Tore, und vor dem Zweiten Weltkrieg galt Neubrandenburg als Rothenburg des Nordens.

Im Inneren stehen die Marienkirche, die Johanniskirche des Franziskanerklosters und das Haus der Kultur und Bildung. Dieses Haus entwarf die spätere Stadtarchitektin Iris Grund; es wurde 1965 fertiggestellt, und sein Turmhochhaus ist 56 Meter hoch und trägt ein Panorama-Café. Ein Stück Stadtgeschichte steckt im Fürstenkeller in der Stargarder Straße: Dort wurde 1796 die Hagelkasse gegründet, eine Hagelversicherung, und der Schriftsteller Fritz Reuter kehrte gern dort ein.
Am 29. April 1945 nahm die Rote Armee die fast menschenleere Stadt ohne Widerstand ein. Danach brannten Rotarmisten die historische Altstadt zu 80,4 Prozent nieder. Vernichtet wurden fast alle öffentlichen Gebäude der Verwaltung und die gesamte Bebauung rund um den Marktplatz, darunter das großherzogliche Palais und das Alte Rathaus.

Ab 1952 folgte bis in die frühen 1960er Jahre ein Wiederaufbau mit hohem gestalterischen Anspruch, der das historische Straßenraster weitgehend beibehielt. Von 1952 bis 1990 war Neubrandenburg Verwaltungszentrum des gleichnamigen DDR-Bezirks. Seit 1988 ist die Stadt Hochschulstadt.
Wirtschaftlich stützt sich die Stadt auf Maschinenbau und Logistik: Die Deutsche Post betreibt am Standort Weitin ein Logistikzentrum, und Firmen wie Webasto und Fahrtec, ein Hersteller von Rettungswagen, haben hier ihren Sitz. Dazu kommen Gesundheitswirtschaft, Callcenter und Informationstechnologie, oft in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule der Stadt.
Am Rand der Stadt liegt ein Ort, über den in der DDR nicht gesprochen wurde. 1939 entstand auf dem Gelände des Gutes Fünfeichen das Kriegsgefangenenlager Stalag II A, gebaut für 10.000 Gefangene und 1944 mit 20.000 belegt. Nach Kriegsende nutzte der sowjetische Geheimdienst das Lager als Speziallager, in dem bis zur Schließung im Jahr 1948 etwa 18.000 Menschen interniert waren; mehr als 5000 von ihnen starben an den Haftbedingungen.
Interniert waren fast ausschließlich Deutsche, die meist ohne Untersuchung festgenommen worden waren, darunter viele Jugendliche. 1993 wurde ein Mahnmal eingeweiht, und zwei Gräberfelder sind zugänglich.
Die Marienkirche wurde 1298 geweiht. Im Zweiten Weltkrieg brannte sie aus, und von den siebziger Jahren bis 2001 wurde sie zur Konzertkirche umgebaut. Ihr Turm ist 90 Meter hoch und beherbergt eine Ausstellung zur europäischen Backsteingotik. Die Konzertkirche ist heute Stammspielstätte der Neubrandenburger Philharmonie und Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.
Seit 2004 sind zudem im Juli Jugendorchester aus ganz Europa hier zu Gast und spielen mit berühmten Solisten und Dirigenten. Damit hat eine ausgebrannte Kirche eine neue Rolle bekommen, die sie über die Stadt hinaus bekannt macht.
Über diese Spielstätte hinaus reicht das Musikleben der Stadt. Im Frühjahr kommt der Jazzfrühling hinzu, bei dem im März und April überall in der Stadt Konzerte und Sessions zu hören sind.
Der Tollensesee liegt nah am Zentrum und macht die Stadt zu einem Ort der Erholung. Der See misst 17,9 Quadratkilometer, ist 10,3 Kilometer lang und bis zu 2,4 Kilometer breit. Der Kulturpark südwestlich der Innenstadt verbindet Zentrum und See; dort gibt es Bademöglichkeiten am Strandbad Broda, Fahrgastschifffahrt, Bootsverleih und Cafés.
Südlich schließt sich das Niedermoor des Stargarder Bruchs an, 44,5 Hektar groß, wo man die Vogelwelt aus einer Beobachtungshütte studieren kann. Im Westen liegt der Landschaftsgarten Brodaer Teiche mit etwa 40 Hektar, der im Jahr 2003 ein Außenstandort der Internationalen Gartenschau Rostock war.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: BRICK
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