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Neuruppin hatte am 31.12.2025 31.887 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 46 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Neuruppin
Neuruppin liegt am Ruppiner See, und der See bestimmt bis heute, wie die Stadt gebaut ist: Die Häuser drängen an das Ufer, die Straßen laufen darauf zu. Wer sie zum ersten Mal betritt, fällt zuerst die Ordnung auf. Gerade Straßen, weite Plätze, zweigeschossige Häuser, deren Traufe zur Straße zeigt. Das ist kein Zufall der Geschichte, sondern die Folge einer Katastrophe.
Ein Großbrand vernichtete 1787 einen Großteil der Altstadt, und der Wiederaufbau folgte einem geschlossenen Plan. Zwei Söhne der Stadt haben ihren Namen weit über die Mark getragen: der Dichter Theodor Fontane und der Baumeister Karl Friedrich Schinkel. Zusammen mit den Bilderbogen des 19. Jahrhunderts und einem großen Krankenhausstandort sind das die Bausteine, aus denen Neuruppin heute besteht.

Am Tag der Kreisneubildung im Dezember 1993 wurden Alt Ruppin und zwölf Gemeinden eingemeindet. Das Stadtgebiet misst heute 305,24 Quadratkilometer, und die Höhe des Ortes liegt bei 44 Metern über dem Meeresspiegel. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 31.887 Einwohner.
Neuruppin wuchs südwestlich einer älteren Burgsiedlung auf, die schon Ruppin hieß; deshalb trägt die jüngere Stadt das Wort neu im Namen. Die Grafen von Lindow-Ruppin legten sie planmäßig an. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Neuruppin im Jahr 1238. Das Stendaler Stadtrecht bekam der Ort 1256 verliehen.
Schon vorher hatten sich Dominikaner niedergelassen: Ihr Kloster entstand 1246 als erste Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder. An diese Anfänge erinnert die Klosterkirche St. Trinitatis, das Wahrzeichen der Stadt. Im Mittelalter gehörte Neuruppin zu den größeren Städten Nordostdeutschlands, und fast die ganze Stadtmauer ist bis heute erhalten, teils mittelalterlich, teils aus späterer Zeit. Als die Reformation kam, fiel das Klosterland um 1540 an den Kurfürsten, doch schon 1564 schenkte der Landesherr das Kloster der Stadt. Wer das Wissen der Zeit suchte, fand es in der Lateinschule, die 1365 erstmals urkundlich erwähnt wird.
Eine neue Rolle bekam die Stadt mit dem Militär. 1688 wurde Neuruppin eine der ersten Garnisonsstädte Brandenburgs. Kronprinz Friedrich war hier von 1732 bis 1740 Regimentsinhaber, nachdem sein Fluchtversuch gescheitert war. Zeitweise gehörte mehr als ein Drittel der Einwohner zum Militär, und noch im 19. Jahrhundert entstanden Kasernen vor dem Königstor. Erst mit dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte nach der Wende endete diese Rolle; die alten Kasernen wurden später zu Wohnhäusern umgebaut.
Am Nachmittag des 26. August 1787 brach in einer mit Getreide gefüllten Scheune am Bechliner Tor ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitete. Nur zwei schmale Streifen am Ost- und am Westrand blieben verschont. Zerstört wurden Hunderte Bürgerhäuser, die Pfarrkirche und das Rathaus; Menschen kamen nicht zu Schaden.
Der Stadtbaudirektor Bernhard Matthias Brasch leitete den Wiederaufbau, der von 1788 bis 1803 nach einem einheitlichen Grundriss verlief. Der Plan erweiterte die Stadt, ließ die Wälle zwischen Tempelgarten und See verschwinden und legte zwei dicht beieinander liegende Nord-Süd-Straßen zu einer Achse zusammen, der heutigen Karl-Marx-Straße. Es entstand ein rechtwinkliges Straßennetz, an dem fast durchgehend zweigeschossige Traufenhäuser stehen.
Das Ergebnis ist eine geschlossene klassizistische Stadt, deren Straßen, Plätze und Häuser nach einem gemeinsamen Gedanken entworfen wurden. Die Pfarrkirche St. Marien wurde erst 1806 fertig, weil statische Probleme den Bau verzögerten; heute dient sie als Kongress- und Veranstaltungszentrum. Aus der Zeit vor dem Brand sind nur Reste geblieben, darunter die Georgskapelle und Teile der Befestigung.

Zu den schönen Überbleibseln der Vorbrandzeit gehört auch der Apollotempel im Tempelgarten: Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete ihn 1735 als offenes Lusthäuschen für den Kronprinzen. Im 19. Jahrhundert kamen im Garten orientalisierende Bauten hinzu, darunter die Türkische Villa und ein Gärtnerhaus mit Minarett.
Theodor Fontane wurde in Neuruppin geboren, und sein Geburtshaus mit der Löwen-Apotheke steht noch. Die Stadt ehrt ihn bis heute. Jedes Jahr wird an seinem Geburtstag am 30. Dezember am Fontane-Denkmal eine feierliche Ehrung abgehalten. Seit 1998 darf sich die Stadt Fontanestadt nennen. Seit 2010 finden zu Pfingsten alle zwei Jahre die Fontane-Festspiele statt.
Auch der Baumeister Karl Friedrich Schinkel stammt aus Neuruppin. Von 1787 bis 1794 lebte er mit seiner Mutter im Predigerwitwenhaus. Das Alte Gymnasium, 1790 erbaut, besuchten später neben Schinkel auch Fontane und Wilhelm Gentz. Das Haus dient nach seiner Sanierung wieder als Kultur- und Bildungshaus mit Stadtbibliothek und Musikschule.

Dass ein Dichter und ein Baumeister aus derselben Stadt stammen, prägt die Erzählung des Ortes. Das Museum Neuruppin zeigt neben den Bilderbogen eine Ausstellung zu den beiden berühmten Söhnen.
Johann Bernhard Kühn begann in Neuruppin mit der Produktion der Bilderbogen, thematisch gestalteter Einblattdrucke, die lange von Hand koloriert wurden. Sein Sohn Gustav Kühn übernahm die väterliche Firma 1819 und setzte auf den Steindruck, sein Enkel führte die Firma weiter. Die Auflagen erreichten Millionenhöhe. Die Aufschrift Neu-Ruppin, zu haben bei Gustav Kühn machte die Stadt weltweit bekannt; zwei weitere Neuruppiner Firmen stellten ebenfalls Bogen her.
Mittelpunkt eines Nebenbahnnetzes wurde Neuruppin nach 1880; die Ruppiner Eisenbahn betrieb es bis 1945 und führte es über einen Damm quer durch den See. In der Stadt werden seit 1905 Feuerlöscher hergestellt, und die Firma Minimax siedelte sich damals hier an. Nach der Enteignung des Werks 1945 zog Minimax nach Westdeutschland, doch die Produktion lief in Neuruppin als volkseigener Betrieb weiter.

Ein bedeutender Arbeitgeber ist das Klinikum. Die Ruppiner Kliniken gingen 1996 in die Trägerschaft des Landkreises über. Seit dem Sommersemester 2015 lehrt außerdem die Medizinische Hochschule Brandenburg in Neuruppin Psychologie und Humanmedizin. Dazu kommt eine Besonderheit: Im Mai 2011 wurde die jodhaltige Thermalsole als Heilquelle im Land Brandenburg staatlich anerkannt. Sie wird in der Fontane-Therme am Rand der Altstadt genutzt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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