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Neustrelitz hatte am 31.12.2025 20.136 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Neustrelitz
Neustrelitz ist eine gezeichnete Stadt. Von dem quadratischen Marktplatz führen acht Straßen sternförmig in alle Himmelsrichtungen. Die Anlage stammt aus dem Barock, und sie entstand, weil das alte Schloss des Herzogs abgebrannt war.
Heute sucht man das Schloss vergeblich: Es ist verloren, und die Stadt lebt mit dieser Lücke. Was blieb, sind ein Park, eine Orangerie, ein Hafen am Zierker See und der sternförmige Marktplatz.
Neustrelitz liegt 30 Kilometer südlich von Neubrandenburg. Am Stadtrand betreibt das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum eine Bodenstation, die Daten von Erdbeobachtungssatelliten empfängt und auswertet. Die Stadt misst 139,86 Quadratkilometer und liegt etwa 73 Meter über dem Meeresspiegel. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 20.136 Einwohner.
Als 1701 im Hamburger Vergleich das Land Mecklenburg geteilt wurde, entstand das Teilherzogtum Mecklenburg-Strelitz, und sein Herzog brauchte eine standesgemäße Residenz. Neubrandenburg zur Hauptstadt zu machen, gelang ihm nicht; deshalb wählte er Strelitz. Im Oktober 1712 brannte das Strelitzer Schloss mit fast allen Nebengebäuden nieder, und es wurde nicht wieder aufgebaut.
Am Ufer des Zierker Sees besaß der Herzog schon ein kleines Jagdhaus, das von 1726 bis 1731 zu einem barocken Residenzschloss ausgebaut wurde. Um den Ort schneller zu bevölkern, rief er im Mai 1733 alle Bauwilligen auf, sich anzusiedeln, und bot ihnen einen kostenlosen Bauplatz, Bauholz und Steuerfreiheit für zehn Jahre. Dieser Aufruf gilt heute als Gründungsurkunde von Neustrelitz, obwohl die ersten Wohnhäuser schon Jahre zuvor standen.
Ein Stadtrecht bekam der Ort zunächst nicht: Neustrelitz blieb fürstlicher Grundbesitz, es gab keine gewählten Volksvertreter, und die Bürger hatten kaum Mitspracherechte. Zwischen 1821 und 1869 prägte der Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel das Stadtbild mit Bauten, die Stilelemente des Klassizismus und der Neogotik verbinden. Von 1919 bis 1933 war Neustrelitz Landeshauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Strelitz.

Am Marktplatz stehen sich Rathaus und Stadtkirche gegenüber. Mit dem Bau des Rathauses wurde 1841 begonnen; die Pläne stammten von Buttel, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels. Die Stadtkirche, ein Backsteinbau mit umlaufenden Emporen, wurde 1768 begonnen und 1778 geweiht.
Das Residenzschloss fiel 1945 einem Brand zum Opfer; die Ruine wurde 1949 gesprengt und bis 1950 abgetragen, nur die Kellergewölbe blieben erhalten. 2019 vereinbarten Stadt und Land, das Schlossareal wieder zu entwickeln, und zuerst soll der 51 Meter hohe Schlossturm wieder aufgebaut werden. Im Residenzviertel blieb einiges erhalten: die Schlosskirche, ein neugotischer Bau aus gelben Backsteinen, entstand von 1855 bis 1859 und zeigt seit ihrer Sanierung 2001 als Plastikgalerie figürliche Bildhauerei.
Die Orangerie entstand 1755 als Winterquartier für tropische Pflanzen und wurde von 1840 bis 1842 unter Buttel zu einem Gartensalon umgebaut, dessen drei große Säle in den Landesfarben Rot, Blau und Gelb gestaltet sind. Heute finden dort ein Restaurant und Veranstaltungen Platz.

Der Marktplatz spiegelt die politischen Umbrüche. Das 1866 dort errichtete Denkmal für Großherzog Georg wurde in der DDR-Zeit 1956 abgebaut, und an seiner Stelle entstand ein Sowjetisches Ehrenmal, das im Mai 1995 abgerissen wurde; die Gräber wurden in den Schlosspark umgebettet. Erst 1989 wurde das Bronzestandbild des Großherzogs auf dem heutigen Wilhelm-Buttel-Platz wieder aufgestellt. In den Jahren 2003 und 2004 wurden trotz des Protests vieler Einwohner alle alten Bäume auf dem Markt gefällt und die Mitte neu gestaltet.
Auch die dunklen Jahre haben Spuren hinterlassen. 1933 fanden auf dem heutigen Buttelplatz die Bücherverbrennungen statt. Im Residenzschloss bestand von 1934 bis 1936 die Führerschule Neustrelitz, eine Fortbildungsstätte für Sportlehrer im System der nationalsozialistischen Leibeserziehung. Die Heil- und Pflegeanstalt Domjüch war in die NS-Krankenmorde verwickelt; für die Opfer der Aktion T4 gibt es kein Erinnerungszeichen. In Fürstensee, heute ein Stadtteil, lag eine Lufthauptmunitionsanstalt, in der Häftlinge des Konzentrationslagers Ravensbrück arbeiten mussten.

Am Zierker See gelegen, ist die Stadt über den Kammerkanal und den Woblitzsee an die Obere Havel-Wasserstraße angeschlossen. Unter Buttel entstanden von 1840 bis 1842 der Stadthafen und bis 1843 der Kammerkanal. Heute ist der Hafen ein Wasserwanderrastplatz. Er bietet Liegeplätze für Boote, einen Reisemobilstellplatz und eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe. Seit 2022 darf sich Neustrelitz staatlich anerkannter Erholungsort nennen.
Naturräumlich gehört Neustrelitz zum Neustrelitzer Kleinseenland der Mecklenburgischen Seenplatte. Im Stadtgebiet und in seiner Nähe liegen 29 Seen, darunter der Glambecker See, der Domjüchsee und der Große Fürstenseer See. Der Tiergarten zeigt rund 450 Tiere, darunter 40 vorwiegend heimische Arten.
Das Landestheater mit 400 Zuschauerplätzen im Großen Haus ist Stammspielstätte der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Das klassizistische Kavaliershaus, zwischen 1726 und 1731 erbaut, erhielt 1828 durch Buttel ein Obergeschoss, und vor ihm finden seit der Spielzeit 2013 die Festspiele im Schlossgarten statt. Die Deutsche Tanzkompanie, 1991 als gemeinnützige Stiftung gegründet, wirkt in vielen Produktionen des Theaters mit und macht auch bei Gastspielen im Ausland von sich reden. Kulturveranstaltungen wie die Festspiele im Schlossgarten und das Immergut Festival ziehen Gäste an.

Das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in der Alten Post zeigt seit 2015 das historische Gedächtnis der Region, mit Stadtmuseum, Stadtbibliothek und einer Dauerausstellung zur Geschichte von Mecklenburg-Strelitz. Das Stadtmuseum zeigt Gemälde, Abbildungen und Einrichtungsgegenstände des Schlosses, die vor der Zerstörung 1945 gerettet werden konnten, dazu Plastiken des Bildhauers Christian Daniel Rauch. Die Plastikgalerie in der Schlosskirche präsentiert von Mai bis Oktober in jährlich wechselnden Ausstellungen Plastiken und Skulpturen.
Wie sehr die Residenzzeit die Ortskultur bis heute prägt, zeigt eine Pflanze, die über die Jahre zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist: 1818 machte die britische Königin Charlotte der herzoglichen Familie in Mecklenburg-Strelitz eine Strelitzienstaude zum Geschenk, die 1822 in der Orangerie erstmals blühte. Seit 1995 ist die Paradiesvogelblume Stadtblume von Neustrelitz, und seit 2008 steht eine Edelstahlskulptur der Pflanze als Wahrzeichen im Kreisverkehr nahe dem Schlossgarten.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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