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Nienburg (Weser) hatte am 31.12.2025 32.644 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 45 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Nienburg (Weser)
Nienburg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und liegt an der Weser in der Mittelweserregion. Hannover ist 51 km entfernt, Bremen 64 km. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 32.644 Einwohner.
Nördlich der Stadt liegt der geographische Mittelpunkt Niedersachsens. Der Name meint eine „neue Burg“, und um Burg, Brücke und Bahn dreht sich ein großer Teil der Stadtgeschichte.
Erstmals erwähnt wird Nienburg 1025 in einer Urkunde des Bistums Minden. 1215 kam der Ort an die Grafen von Hoya und bekam 1225 Stadtrechte. Nach der Teilung der Grafschaft 1345 wurde Nienburg Residenz, bis das Grafenhaus 1582 ohne Nachkommen ausstarb.
Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt oft von Kriegshandlungen betroffen. 1625 belagerte Tilly das vom dänischen Kommandanten Limbach gehaltene Nienburg vergeblich, und bei einem nächtlichen Ausbruch erbeuteten Bürger eine Fahne Tillys. Die Gruppe nannte sich „Dat Wählige Rott“ und lebt als Tradition im Nienburger Scheibenschießen fort. Schwedische Truppen besetzten die Stadt und blieben trotz des Westfälischen Friedens bis 1650.
Von 1715 bis 1723 entstand eine steinerne Weserbrücke, ein Geschenk des Kurfürsten von Hannover, der 1714 den britischen Thron bestieg. Französische Truppen, die die Stadt 1813 räumten, sprengten in der Nacht vom 14./15. Oktober den mittleren Bogen der Brücke. Erst am 22. April 1814 war sie, durch ein Hängewerk notdürftig ersetzt, wieder befahrbar. 1903 riss man sie ab, damit der wachsende Schiffsverkehr auf der Weser nicht behindert wurde.
1847 erhielt Nienburg durch die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen Anschluss an die Hannöverschen Staatseisenbahnen, was Industrie anzog. Der nahe Glassand ließ Glashütten entstehen.
In der NS-Zeit wurde Nienburg Garnisons- und Lagerstadt. 1936 entstand am Stadtrand die Mudra-Kaserne. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs entstanden dort die Anfänge des Stalag X C und des Oflag X B, denn man brachte etwa 1000 gefangene polnische Offiziere unter.
Die jüdische Gemeinde der Stadt war alt: Der Jüdische Friedhof in der Bruchstraße trägt über 200 Grabsteine aus der Zeit von 1694 bis 1950. Ende März 1942 wurden die 18 verbliebenen jüdischen Einwohner in Ghettos und Lager im besetzten Osteuropa deportiert. Seit 1998 erinnert eine Bronzetafel am Rathaus-Platz an die jüdische Gemeinde.
Das Rathaus trägt die Jahreszahl 1533; sein Kern gehört noch der Spätgotik an. Nach 1582 wurde es im Stil der Weserrenaissance umgestaltet, mit Westgiebel und Portal aus Sandstein.
Der 72 m hohe neugotische Turm der Kirche St. Martin erhielt seine heutige Gestalt 1896. Vom Schloss der Hoyaer Grafen blieb der Stockturm erhalten, ein Wahrzeichen der Stadt.
Ein Fachwerkhaus an der Ecke Lange Straße und Weserstraße wurde 1541 mit weitläufigen Scheunen und Stallungen gebaut. Die Jahreszahl 1674 im Mauerwerk bezeugt einen Umbau in der Barockzeit.
Das Rauchhaus im Museumsgarten von 1633 war ein Kleinbauernhaus; heute beherbergt es das Niedersächsische Spargelmuseum der Mittelweser-Region.

Der Nienburger Spargel stammt aus dem heimischen Anbaugebiet; das Niedersächsische Spargelmuseum und die Niedersächsische Spargelstraße tragen seiner Bedeutung Rechnung. Das Spargelfest wird in der zweiten Maihälfte gefeiert, mit dem Spargellauf.
1791 kam die Hugenottenfamilie Facompré nach Nienburg und brachte ein streng gehütetes Biskuitrezept mit. Die Form für die Bärentatzen schuf ein Kupferschmied nach dem Siegel der Hoyaer Grafen, die bis 1582 in Nienburg herrschten.
Neben diesen Spezialitäten lebt die Stadt von Industrie, die zum Teil auf den Glassand zurückgeht. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört das heutige Glaswerk seit 2007 zur Ardagh Group. Ein Katalysatorenwerk der BASF Catalysts Germany fertigt Abgaskatalysatoren für den Kraftfahrzeugsektor, und PB Gelatins stellt Produkte für die Lebensmittelindustrie her.
Nienburg besitzt keinen direkten Autobahnanschluss, die nächsten Autobahnen liegen rund 40 Kilometer entfernt. Dafür dient die Bahnstrecke über Nienburg im Güterverkehr vor allem als Hafenhinterbahn, also als Zulaufstrecke, über die der Containerverkehr aus Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven ins Binnenland rollt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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