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Oberammergau hatte am 31.12.2025 5.064 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Oberammergau
Oberammergau liegt im Ammertal am Fluss Ammer im Naturpark Ammergauer Alpen im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Das Gemeindegebiet umfasst 30,06 Quadratkilometer, der Ort liegt auf 837 Metern Höhe. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde 5.064 Einwohner.
Bekannt ist Oberammergau durch die Passionsspiele, die alle zehn Jahre stattfinden und zuletzt im Jahr 2022 aufgeführt wurden, durch Herrgottschnitzer und durch Häuser mit Lüftlmalerei. Nur etwa einen Kilometer vom Ortskern ragt der Hausberg Kofel auf, der 1342 Meter erreicht.

Schon in der Spätlatènezeit diente der Döttenbichl südlich des Ortes als rätischer Opferplatz. Der Welfe Ethiko siedelte sich am Ende des 9. Jahrhunderts im Ammergau an; das von ihm gestiftete Kloster zog unter seinen Nachfolgern nach Schwaben. Um 1120 gab es in Oberammergau eine von den Welfen gestiftete Kirche. Nach dem Tod Konradins gingen 1269 alle Besitzungen der Staufer an Herzog Ludwig von Wittelsbach und blieben im Besitz des bayerischen Herzoghauses bis 1918.

Um 1330 wurde in Ettal ein Kloster gegründet, dessen Bau die Bauern gegen ein Erb- und Baurecht unterstützten. Kaiser Ludwig der Bayer gestand den Oberammergauern 1332 das Niederlagsrecht zu, das heißt, Waren mussten dort auf Wagen der Rottleute umgeladen und im Ort angeboten werden. Seit 1530 konnten die Fuhrleute je beladenem Rottwagen einen Kreuzer Wegegeld fordern. Als die Kaufleute sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts andere Routen suchten, schwand das Rottfuhrwesen, und allein die Schnitzerei wuchs weiter.

Um 1600 lenkte der Rat der Sechs mit Unterstützung der Zwölf die Geschicke des Ortes. Im Dreißigjährigen Krieg litten die Bewohner unter dem Durchzug kaiserlicher Truppen und einmal unter einem Überfall der Schweden. Bis 1803 war die Hofmark Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts, und 1818 entstand im Zuge der bayerischen Verwaltungsreformen die heutige Gemeinde.
Im Pestjahr 1633 gelobten die Einwohner, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen. Erstmals gespielt wurde es 1634, und seit 1680 gilt der Rhythmus von zehn Jahren. Getragen wird das Spiel von großen Teilen der Ortsbevölkerung, und es wird alle zehn Jahre gegeben. Im Jahr 2000 kamen rund 500.000 Besucher aus aller Welt, und 2010 wurde das Spiel zum 41. Mal aufgeführt; mehr als 515.000 Zuschauer sahen 109 Vorstellungen.
Christian Stückl, geboren 1961 in Oberammergau, ist seit 1987 Spielleiter der Passionsspiele und Ehrenbürger der Gemeinde. Der Pfarrer Joseph Alois Daisenberger, der von 1854 bis 1883 im Ort wirkte, war Spielleiter und Textdichter. Lange begleitete das Spiel der Vorwurf des Antisemitismus: Nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilten Intellektuelle wie Arthur Miller und Leonard Bernstein die Darstellung der Juden, und bis Ende der 1980er Jahre traten Juden mit Teufelshörnern auf. Unter Stückl wurde das Spiel im Jahr 2000 erstmals seit 1930 umfassend neu inszeniert.
Schnitzen hat im Ort mittelalterliche Wurzeln: Bereits 1111 fertigten Mönche aus Rottenbuch Hausrat. Der Abt von Ettal gab den Schnitzern 1563 eine eigene Handwerksordnung. Im 18. Jahrhundert entstanden Niederlassungen in ganz Europa, etwa in St. Petersburg, Kopenhagen, Göteborg, Cádiz und Amsterdam, von wo die Waren durch Kraxenträger unter die Leute gebracht wurden.
Um den Nachwuchs zu sichern, begann Ludwig Lang, Kinder des Ortes zu unterrichten, und 1890 zog die Schnitzschule in die Ettaler Straße. Ab 1908 konnte man hier eine Gesellenprüfung ablegen, und 1909 zogen 100 Schüler in das neue Gebäude ein, das der Münchner Architekt Franz Zell entworfen hatte. Heute ist die Schnitzschule eine staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer mit dreijähriger Ausbildung.
Das Ortsbild prägt die Lüftlmalerei, die Kunst, Fassaden farbig zu bemalen. Der Ausdruck geht wahrscheinlich auf „beim Lüftl“ zurück, den Namen des Heimathauses des Fassadenmalers Franz Seraph Zwinck. Sehenswert sind die Fassaden am Forsthaus, am Mußldomahaus und am Pilatushaus. Lüftlmalerei trägt auch das Geburtshaus von Ludwig Thoma, der hier 1867 zur Welt kam und als Schriftsteller bekannt wurde.

Nach dem Besuch des Passionsspiels am 25. September 1871 stiftete König Ludwig II. der Gemeinde eine steinerne Kreuzigungsgruppe. Der Bildhauer Johann von Halbig gestaltete sie zwei Jahre lang, und am 15. Oktober 1875 wurde sie geweiht; sie ist zwölf Meter hoch und besteht aus Kelheimer Marmor. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul gilt als bedeutendes Beispiel des süddeutschen Barock.
Die Gletscher der Eiszeiten schürften die Täler und ließen an ihren Rändern Moränen zurück. Auf den Schuttmassen des abfließenden Schmelzwassers entstanden Orte wie Ettal, Oberammergau und Unterammergau. Mit 1471 Millimetern Jahresniederschlag gehört der Ort zu den niederschlagsreichen Orten Deutschlands; am trockensten ist der Februar, am nassesten der Juli.
Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Luftkurort und liegt in der Tourismusregion Ammergauer Alpen. Die Ammergaubahn, die in Murnau abzweigt und in Oberammergau endet, verkehrt stündlich, und die Kolbensesselbahn führt zum Kolbensattel auf 1270 Metern. Im Jahr 2018 zählte der Ort rund 364.000 Übernachtungen und knapp 93.000 Ankünfte. Weitere Feste sind der König-Ludwig-Langlauf am ersten Februarwochenende und das König-Ludwig-Feuer am 24. August.
1938 wurde Oberammergau Standort der Gebirgstruppe der Wehrmacht, und ab Oktober 1943 betrieb die Firma Messerschmitt in der Kaserne eine Erprobungs- und Fertigungsanlage für Kampfflugzeuge. Zwangsarbeiter mussten unter SS-Aufsicht im Berg Laber unter dem Tarnnamen Cerusit eine unterirdische Fabrik bauen. Mitte April 1945 quartierte die SS etwa 450 Beschäftigte des A4-Programms aus Peenemünde in Oberammergau ein, bewacht und unter ihnen Walter Dornberger und Wernher von Braun. Am 29. April 1945 wurde der Ort von US-Truppen nach kurzem Widerstand der Gebirgsjäger eingenommen.
Die Gemeinde besteht aus den beiden Teilen Oberammergau und Sankt Gregor, dem Standort der Kaserne. Heute befindet sich auf dem Gelände der 1935 errichteten Kaserne die NATO-Schule, die jährlich mehr als 10.000 Lehrgangsteilnehmer aus 60 Staaten besuchen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE
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