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Oranienburg hatte am 31.12.2025 49.824 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Oranienburg
Oranienburg ist Kreisstadt des Landkreises Oberhavel im Land Brandenburg und liegt am Oberlauf der Havel, nur elf Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt; das Zentrum Berlins ist rund 35 Kilometer entfernt. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 49.824 Einwohner. Sie gilt als Mittelzentrum und hat den Status einer großen kreisangehörigen Stadt. Der Bahnhof liegt an der Berliner Nordbahn, wird im Zwei-Stunden-Takt von der IC-Linie 17 bedient und ist Endpunkt der S-Bahn-Linie S1.

Die Stadt verdankt ihren Namen einem Schloss: Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg übereignete 1650 die Domäne Bötzow seiner Frau Louise Henriette von Oranien, und dort entstand 1652 ein Schloss nach holländischem Vorbild, das den Namen Oranienburg bekam. Der Name ging auf die Stadt über. Ein genaues Gründungsdatum gibt es nicht: Für 1902 wollte man das 250-jährige Bestehen feiern, aber eine Kommission fand keine Urkunde, die ein genaueres Datum erlaubt hätte, und so entfiel die Feier.

Neben der Kernstadt gehören acht Ortsteile zu Oranienburg, von Friedrichsthal bis Zehlendorf. Sieben von ihnen kamen am 26. Oktober 2003 durch Eingemeindungen hinzu, Sachsenhausen schon seit dem 1. April 1974.
Am Anfang stand eine slawische Siedlung, die vermutlich Bochzowe hieß. Louise Henriette richtete 1663 im neuen Schloss ein Porzellankabinett ein. Mit niederländischen Fachleuten und Glaubensflüchtlingen, unter ihnen Hugenotten, Salzburger Exulanten und Juden, ließ sie in und um Oranienburg Musterwirtschaften nach niederländischem Vorbild anlegen.
Ihr Sohn, Kurfürst Friedrich III., ließ das Schloss zu Ehren seiner Mutter verschönern und erweitern. Später erlebte es einen tiefen Wandel: 1802 wurde es an den Apotheker Johann Gottfried Hempel verkauft, der eine Baumwollweberei einrichten sollte, und 1814 entstand in den Räumen eine Schwefelsäurefabrik.
Am 10. Juli 1877 bekam die Stadt eine Bahnstation an der neuen Berliner Nordbahn zwischen Berlin und Stralsund. Eine Obstbaukolonie namens Eden gründeten am 28. Mai 1893 18 Berliner Vegetarier im Westen der Stadt; dort lebte und starb auch der Geldreformer Silvio Gesell. Der Bau des Oder-Havel-Kanals von 1906 bis 1912 belebte die Wirtschaft. Wasserstraßen prägen die Stadt: Havel, Oder-Havel-Kanal mit dem Lehnitzsee, Oranienburger Kanal und Ruppiner Kanal. Wo sich die beiden zuletzt genannten nordwestlich der Stadt treffen, liegt das Kanalkreuz Oranienburg.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oranienburg am 23. April 1952 Kreisstadt des neu gebildeten Kreises im DDR-Bezirk Potsdam. Mit der Kreisreform von 1993 wurde es Kreisstadt des Landkreises Oberhavel, und im Juni 1994 zogen die Truppen der früheren sowjetischen, nunmehr russischen Westgruppe ab.
Im Steinkohlenteer fand Friedlieb Ferdinand Runge 1833 das Anilin und die Karbolsäure; 1835 begann in derselben Fabrik die Kerzenherstellung, und 1848 zog die Produktion aus dem Schloss auf das Mühlenfeld um. Nach Runge ist das Gymnasium der Stadt benannt.
Kriegswichtige Werke prägten die Stadt, vor allem die Auerwerke und die Heinkel-Werke. Am 15. März 1945 zerstörte ein amerikanischer Bombenangriff rund 70 % der Stadt. Bei den Bombenangriffen wurden in den Auerwerken verarbeitetes Thorium und Uran freigesetzt und verteilt. Diese Belastung und die Munition im Boden gehören bis heute zur Stadtgeschichte: Jedes Jahr müssen mehrere Blindgänger geborgen werden, davon über die Hälfte mit chemischen Langzeitzündern, und 2012 vermutete man noch rund 300 solcher Bomben im bewohnten Stadtgebiet.
Heute sind in Oranienburg unter anderem eine Niederlassung der Takeda Pharmaceutical Company und die ORAFOL Europe GmbH ansässig, die mit über 850 Mitarbeitern selbstklebende Spezialfolien entwickelt und produziert und in mehr als 70 Länder exportiert.
Die SA richtete am 21. März 1933 in einer alten Brauerei ein Lager für politische Gegner aus Brandenburg und Berlin ein, das KZ Oranienburg. Mehr als 3000 Häftlinge waren dort bis Juli 1934 eingesperrt, mindestens 16 starben. Auf dem Stadtfriedhof erinnert man an den 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Schriftsteller Erich Mühsam.
Im Juli 1936 errichtete die SS auf den Gemarkungen der Stadt und der damals selbständigen Gemeinde Sachsenhausen das Konzentrationslager Sachsenhausen, zunächst auf einem bewaldeten Gelände von 80 Hektar; im Krieg wuchs es auf etwa 400 Hektar. Im nahen Außenlager Klinkerwerk am Hohenzollern-Kanal mussten Häftlinge Ziegel und Natursteine herstellen oder bearbeiten, die für den geplanten Umbau Berlins zur Hauptstadt Germania bestimmt waren.
Der spätere Landesbischof Kurt Scharf war zu Beginn der NS-Zeit Gemeindepfarrer in Sachsenhausen und setzte sich als Angehöriger der Bekennenden Kirche für jüdische Mitbürger und Häftlinge des nahen Lagers ein.
Im August 1945 verlegte die sowjetische Besatzungsmacht ein Speziallager auf einen Teil des früheren KZ-Geländes von Sachsenhausen. Als Nationale Mahn- und Gedenkstätte wurde die Anlage 1961 eingeweiht, nach der Wende grundlegend neu konzipiert und dabei um das Speziallager erweitert. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die sie trägt, hat ihren Sitz in Oranienburg. Über 700.000 Menschen besuchen die Gedenkstätte jedes Jahr.
In der St.-Nicolai-Kirche steht seit 1985 ein Denkmal für die Opfer des KZ Sachsenhausen, das die eigene Kirchengeschichte der Deutschen Christen selbstkritisch aufgreift. In der Herz-Jesu-Kirche entstand 1984 auf Veranlassung von Papst Johannes Paul II. eine Gedenkstätte für die Opfer des KZ Sachsenhausen. Stolpersteine erinnern an Einzelschicksale von Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden; nach dem Stand von 2017 lagen 62 davon im Gehweg. Der frühere US-Finanzminister Michael Blumenthal, langjähriger Direktor des Jüdischen Museums Berlin, wurde im Jahr 2000 von seiner Geburtsstadt Oranienburg zum Ehrenbürger gemacht.
Das Schloss Oranienburg mit Park, Museum und Orangerie gehört zu den Sehenswürdigkeiten, ebenso die von Friedrich August Stüler im neuromanischen Stil erbaute St.-Nicolai-Kirche, die nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut wurde. 2009 war Oranienburg Ausrichter der vierten brandenburgischen Landesgartenschau, die vom 25. April bis zum 18. Oktober 2009 lief; dafür wurde die Militärbrache hinter dem Schloss in einen Park verwandelt.
Auf dem Schlossplatz stehen das 1858 von Wilhelm Wolff geschaffene Louise-Henriette-Denkmal und das Amtshauptmannshaus von 1657 neben dem Schloss, das früher das Kreismuseum beherbergte.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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