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Paderborn hatte am 31.12.2025 155.906 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Paderborn
Mitten in der Innenstadt, keine zweihundert Schritte vom Dom entfernt, kommt ein Fluss aus dem Boden. Die Pader entspringt nicht an einer Stelle, sondern aus mehr als 200 Einzelquellen, die den Karstuntergrund entwässern; sie sammeln sich in Teichen und fließen als kurzer, breiter Fluss davon. Dass sich hier Menschen niederließen, ist keine Überraschung. Dass daraus ein Bistum und eine Königspfalz wurden, hat mit diesen Quellen ebenfalls zu tun: Sie machten den Ort verehrungswürdig, lange bevor jemand hier eine Kirche baute.
Die Stadt liegt im Südosten der Westfälischen Bucht, dort wo das flache Land zur Paderborner Hochfläche ansteigt; der tiefste Punkt im Stadtgebiet liegt bei 94 Metern. Durch sie hindurch läuft der Hellweg, die alte Fernstraße von der Rheinschiene zur Weser. Lage an einer Quelle, Lage an einer Straße — Paderborns Geschichte beginnt mit beidem gleichzeitig.
Im Jahr 777 erscheint der Name zum ersten Mal in einer Urkunde: Karl der Große hielt an den Paderquellen einen Reichstag und eine Missionssynode ab. Das war kein Verwaltungsakt am Rand, sondern der Versuch, die eben erst unterworfenen Sachsen an das Frankenreich zu binden. Weitere Reichsversammlungen folgten in kurzen Abständen, und die Pfalz wurde zu einem festen Punkt der karolingischen Herrschaft im Norden.
Der Termin, der Paderborn in die Weltgeschichte schrieb, fällt in das Jahr 799. Papst Leo III. war vor einem Aufstand aus Rom geflohen und suchte Karl auf, um ihn um Hilfe zu bitten; als Gegenleistung sagte er ihm die Kaiserkrönung zu, die am Weihnachtstag des folgenden Jahres in Rom vollzogen wurde. In dasselbe Jahr fällt die Gründung des Bistums und der Baubeginn der ersten Kirche an der Stelle des heutigen Doms. Wenige Jahrzehnte später, 836, kamen die Gebeine des heiligen Liborius aus Le Mans hierher — aus dieser Übertragung ist eine Städtefreundschaft geworden, die 1967 auch offiziell besiegelt wurde. Bis heute feiert Paderborn jedes Jahr ab dem letzten Juliwochenende neun Tage lang Libori, mit Prozession, Kirmes und Europatag.

Die Konfessionsgeschichte der Stadt verlief hart. Im 16. Jahrhundert wurde die Bürgerschaft mehrheitlich evangelisch, meist gegen den Willen ihres bischöflichen Landesherrn; jahrzehntelang gab es Aufruhr, Fraktionen und bürgerkriegsähnliche Zustände. 1604 endete der Streit mit der Hinrichtung des protestantischen Bürgermeisters Liborius Wichert, und die Stadt verlor ihre Selbständigkeit an den Fürstbischof. Wenige Jahre später kam das Gegenstück: 1630 schrieb Friedrich Spee im Paderborner Jesuitenkolleg die Cautio Criminalis, die Streitschrift gegen den Hexenwahn.
Der Zweite Weltkrieg traf Paderborn zweimal schwer. Am 17. Januar 1945 warfen amerikanische Bomber Sprengmittel auf den Verschiebebahnhof; 239 Menschen starben. Am 27. März 1945 folgte ein Angriff von 266 Lancaster-Bombern der Royal Air Force. Die Einwohnerzahl, 1939 bei 43.000, fiel bis 1945 auf 26.000 — ein Rückgang um rund 40 Prozent.
Paderborns Innenstadt trägt bis heute die Handschrift eines Bischofs. Im Jahre 1000 zerstörte ein Großbrand Pfalz und frühen Dom; zwei Jahre darauf wurde hier Kunigunde, die Gemahlin Heinrichs II., zur Königin gekrönt. Der Wiederaufbau fiel Bischof Meinwerk zu, und der dachte in Grundrissen statt in Einzelbauten.
Ein neuer Dom entstand von 1009 bis 1015, von dem noch die beiden kleinen Rundtürme stehen. 1019 gründete Meinwerk das Benediktinerkloster Abdinghof, dazu das Stift Busdorf; für dessen Kirche schickte er 1033 eine Gesandtschaft nach Jerusalem, um die Maße der Grabeskirche aufzunehmen. Die Bartholomäuskapelle nördlich des Doms ließ er von byzantinischen Bauleuten aus Konstantinopel errichten. Zusammen ergaben diese Bauten eine Sakraltopografie: ein Kreuz aus Klöstern, in dessen Mitte der Dom stand.

Ein Detail des Kreuzgangs kennen viele, ohne je hier gewesen zu sein: das Dreihasenfenster, ein Maßwerk, in dem sich drei Hasen drei Ohren teilen — jeder hat zwei, und doch sind es nur drei. Nebenan legt das LWL-Museum in der Kaiserpfalz die karolingischen und ottonischen Pfalzanlagen frei, die ab 1964 ausgegraben wurden.
Eine zweite Bauphase trugen später die Fürstbischöfe selbst, und sie verlegten sie vor die Stadt. Nordwestlich der Kernstadt liegt mit Schloss Neuhaus die Residenz der Fürstbischöfe, eine Vierflügelanlage an der Mündung von Pader und Alme in die Lippe. Der Bau im Stil der Weserrenaissance hat bis heute Wassergraben, Marstall und Barockgarten.

Hochschulen gibt es hier seit 1614, als die Jesuiten eine Universität gründeten. Sie bestand gut zwei Jahrhunderte; 1818 löste die preußische Regierung sie auf, und übrig blieb eine theologische Fakultät. Die zweite Gründung kam spät: 1972 entstand die Universität Paderborn, indem die Pädagogische Hochschule von 1946 mit den Fachhochschulen aus Paderborn, Höxter, Meschede und Soest zusammengeführt wurde.
Parallel dazu wuchs etwas, das mit Theologie nichts zu tun hatte. Heinz Nixdorf, in Paderborn geboren, baute hier ein Unternehmen für Rechenanlagen auf; seit den 1970er Jahren wuchs die IT-Branche der Stadt deshalb stärker als anderswo, und viele der heutigen Firmen sind Ausgründungen der Universität. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum zeigt 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechnik; das Heinz Nixdorf Institut ist ein Forschungszentrum der Hochschule.
Die Wirtschaftsstruktur ist dadurch ungewöhnlich breit. Neben der Informationstechnik mit Atos, Diebold Nixdorf, Phoenix Contact und Siemens stehen Benteler mit Stahl und Automobiltechnik, Claas mit Landmaschinen, dSPACE mit Entwicklungswerkzeugen für Steuergeräte und eine Reihe von Nahrungsmittelherstellern. Dazu kommt die Zementindustrie, die den Mergelkalkstein der Oberkreide abbaut, auf dem die Stadt steht.

Nach dem Krieg ist Paderborn stetig gewachsen. Am 1. Januar 1975 überschritt die Einwohnerzahl durch Eingemeindungen die Grenze von 100.000; zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 155.906 Einwohner. Die Fläche von 179,59 Quadratkilometern besteht zu gut drei Fünfteln aus Wald und Landwirtschaft — eine Großstadt, die sich nicht so anfühlt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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