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Pirna hatte am 31.12.2025 40.039 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 45 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Pirna
Pirna liegt dort, wo die Wesenitz und die Gottleuba in die Elbe münden und das Elbtal sich zur Weitung öffnet. Östlich der Stadt durchquert die Elbe das Elbsandsteingebirge, weshalb man Pirna auch das Tor zur Sächsischen Schweiz nennt. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 40.039 Einwohner.
Wer durch die Altstadt geht, sieht Häuser, die der Maler Canaletto Mitte des 18. Jahrhunderts auf mehreren Veduten festgehalten hat. Sandstein aus der Region ist überall zu sehen, in Portalen, Brunnenbecken und Postdistanzsäulen. Seit 2013 wirbt die Stadt mit dem Slogan Sandstein voller Leben. Im Lauf ihrer Geschichte wurde sie allerdings auch mehrfach vom Wasser, vom Krieg und von der Industrie geprägt und verändert.
Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Zeit am Ende der letzten Eiszeit zurück. Um etwa 600 n. Chr. besiedelten Sorben als Fischer und Bauern das Gebiet. Der Name der Stadt stammt nach heutigem Forschungsstand von einem slawischen Wort und nicht vom Birnbaum, den das Wappen zeigt.
Im Schutz einer Burg, die 1269 erstmals urkundlich erwähnt wurde, entstand um 1200 ein fester Austauschplatz unter der Burg. Die Stadt selbst wurde 1233 erstmals urkundlich erwähnt. Die Elbe war schon damals ein wichtiger Handelsweg, sodass die Stadt sehr schnell das Stapelrecht erhielt. Zudem lag sie an einer Handelsstraße nach Böhmen über den Nollendorfpass. 1293 erwarb König Wenzel von Böhmen Stadt und Burg vom Meißner Bischof, und Pirna gehörte bis 1405 zu Böhmen. Um 1300 richteten die Dominikaner ein Kloster ein, das 1307 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Seit 1472 war die Stadt Sitz einer Eisenkammer für das Pirnaer Revier, die bis 1686 bestand. Das Hochwasser vom 16. bis 18. August 1501 stand in der Klosterkirche bis zur Kanzel, und man markierte die Höhe mit einem roten Strich über dem Predigtstuhl. Der Bau der neuen Stadtkirche begann 1502 unter Meister Peter Ulrich von Pirna.
Die Reformation setzte sich erst nach dem Tod Herzog Georgs am 17. April 1539 durch. Die Ratsherren wählten den Wittenberger Diakon Antonius Lauterbach zum Pfarrer, der am 25. Juli 1539 in der Stadt begrüßt wurde und noch am selben Tag nach lutherischem Bekenntnis taufte. Das Dominikanerkloster verlor seine Mönche nach und nach, und 1552 verkaufte man die Gebäude an Pirnaer Bürger. 1544 baute Herzog Moritz die Burg zur Landesfestung aus, und sie überstand drei Jahre später eine Belagerung im Schmalkaldischen Krieg.
Im Dreißigjährigen Krieg erstürmten die Schweden am 23. April 1639 die Stadt, und etwa 600 Einwohner wurden ermordet. Der Apotheker Theophilus Jacobäer verhinderte die geplante Einäscherung mit einem Fürbittbrief der Kurprinzessin, und ein Laienschauspiel auf dem Markt erinnert jeden September an ihn. Im Siebenjährigen Krieg kapitulierte am 16. Oktober 1756 die sächsische Armee im Lager bei Pirna. Die Festung Sonnenstein wurde 1758 geschleift.
Am Markt fällt zuerst das Rathaus auf, das 1396 erstmals erwähnt wurde und im Erdgeschoss noch gotische Fenster- und Türbögen zeigt. Ab dem ersten Stock prägt die Renaissance das Haus, die den Umbau von 1555 und 1556 hinterlassen hat, und der barocke Turm wurde 1718 ersetzt. Gegenüber liegt das Canalettohaus, das 1520 gebaut wurde und heute die Touristeninformation beherbergt. Unter der Mondphasenuhr schlagen die Wappenlöwen jede Viertelstunde gegen den Birnbaum. Im Advent öffnet der Canalettomarkt mit 50 Ständen auf dem Markt.
Die spätgotische Hallenkirche St. Marien entstand zwischen 1502 und 1546 über einem Vorgängerbau. Ihr Turm trägt eine barocke Haube und beherbergt seit 1994 wieder ein siebenstimmiges Geläut. Zu sehen sind ein zehn Meter hoher Altar aus Sandstein, den Michael und David Schwenke 1614 vollendeten, ein Taufstein mit 26 kleinen Kinderfiguren und Gewölbemalereien mit biblischen Szenen. Die Gewölbeausmalungen waren 1546 beendet.
Wenige Schritte entfernt stehen der Teufelserker mit drei teuflischen Tragefiguren und das Tetzelhaus mit einer gotischen Bohlenstube. Das Dominikanerkloster beherbergt heute das Stadtmuseum, das 1861 gegründet wurde und seit 1923 im Kapitelsaalgebäude sitzt. Zur Festung Sonnenstein gehören Terrassengärten und Bastionen, und im Schloss sitzt seit 2011 die Verwaltung des Landkreises. Ein Eistor der alten Stadtbefestigung steht ebenfalls noch.

Ab 1811 diente der Sonnenstein als Heilanstalt für Geisteskranke, die mit reformpsychiatrischen Ansätzen von sich reden machte. 1928 wurde Hermann Paul Nitsche Direktor, der die systematische Ausgrenzung chronisch psychisch kranker Menschen begann. Im Dezember 1939 schloss man die Anstalt und richtete ein Reservelazarett ein. Von Juni 1940 bis August 1941 wurden dort im Rahmen der Aktion T4 13.720 Patienten und mehr als 1000 KZ-Häftlinge in einer Gaskammer ermordet. Seit 1990 erinnert die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein an diese Verbrechen. Im Dresdner Euthanasie-Prozess wurden am 7. Juli 1947 unter anderem Paul Nitsche und zwei Pfleger zum Tode verurteilt.

Die NSDAP kam bei der Reichstagswahl im März 1933 in der Amtshauptmannschaft Pirna auf mehr als 40 Prozent. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden vier jüdische Geschäfte zerstört, und seit 2013 erinnern vier Stolpersteine an verfolgte jüdische Bürger. Vom 10. Januar bis Mitte April 1945 wurden über 1000 Häftlinge eines Außenlagers des KZ Flossenbürg zur Zwangsarbeit eingesetzt. Der schwerste Luftangriff traf die Stadt am 19. April 1945, als 115 B-17-Bomber Elbbrücke und Eisenbahnanlagen angriffen; über 200 Zivilisten und 20 Soldaten starben.

Jahrzehnte später musste sich die Stadt erneut mit rechter Gewalt auseinandersetzen. Ende der 1990er Jahre machte die Stadt mit rechtsextremistischen Aktionen und Übergriffen Schlagzeilen. Als Reaktion bildete sich 1999 der Verein Aktion Zivilcourage, ein überparteiliches Bündnis für demokratische Kultur. Der Verein erhielt unter anderem 2008 den Sächsischen Förderpreis für Demokratie und 2009 die Theodor-Heuss-Medaille.
Zur Industriestadt wurde Pirna ab 1862 mit dem Bau eines Emaillierwerkes. Später kamen Maschinenbau ab 1871, Glasproduktion ab 1874, Zellstoff ab 1886 und Kunstseide ab 1909 hinzu. Die Eisenbahn von Dresden nach Pirna wurde 1848 eröffnet, und seit 1875 führt eine sandsteinerne Elbbrücke in die Stadt. 1890 zählte Pirna 13.852 Einwohner, und die Eingemeindungen von 1922 und 1923 machten die Stadt zu einer mit über 30.000 Einwohnern.
In der DDR-Zeit arbeiteten viele im Kunstseidewerk, im Zellstoffwerk und im Strömungsmaschinenwerk auf dem Sonnenstein. Zwischen 1965 und 1983 entstand auf dem Sonnenstein ein Plattenbaugebiet für etwa 10.000 Einwohner, während die Altstadt verfiel. Nach 1990 gingen allein in den drei großen Werken bis Mitte der 1990er Jahre über 5000 Arbeitsplätze verloren. Erst 2005 erhielt die Stadt einen Autobahnanschluss, als der Abschnitt der Bundesautobahn 17 von Dresden bis Pirna fertiggestellt wurde. Auf dem 40 Hektar großen Areal des früheren Kunstseidenwerks entstand zwischen 1995 und 2001 ein Industrie- und Gewerbepark.
Im Jahr 2020 zählte die Stadt 15.073 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, nach 13.907 im Jahr 2010. Das Gesundheits- und Sozialwesen stellte 2020 rund 3.528 Arbeitsplätze, das verarbeitende Gewerbe 2.103 und die öffentliche Verwaltung 1.589. Zu den Betrieben zählen ein Hersteller von Batterien für Implantate, ein Edelstahlwerk und ein Hersteller von Fahrzeugelektrik.
Im August 2002 überfluteten Seidewitz und Gottleuba am 12. August nahezu ohne Vorwarnung weite Teile der Innenstadt. Die Elbe erreichte am 17. August einen Pegelhöchststand von 10,58 Metern und überflutete im Stadtgebiet 7,1 Quadratkilometer. Der Schaden belief sich auf etwa 175 Millionen Euro, und 12.500 Menschen mussten evakuiert werden. Im Juni 2013 stieg das Wasser auf 9,66 Meter, und bis zum 5. Juni wurden etwa 7700 Menschen evakuiert.
Der Wiederaufbau der Altstadt gelang mit Städtebauförderung: Von reichlich 300 Gebäuden sind heute über 90 Prozent saniert. Im Sanierungsgebiet hat sich die Einwohnerzahl seit Ende der 1990er Jahre von knapp 1000 auf fast 2000 im Jahr 2013 verdoppelt. Die Bürger hatten diese Entwicklung 1989 selbst angestoßen, als sie mit dem Ruf Rettet Pirna gegen den Abriss des Teufelserkerhauses demonstrierten.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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