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Prenzlau hatte am 31.12.2025 18.779 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 42 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Prenzlau
Prenzlau liegt an der Ucker und ist die Kreisstadt der Uckermark. Von Weitem sieht man zwei Türme, die nicht zu einem gewöhnlichen Provinzstädtchen passen: die der Marienkirche, in Backsteingotik gebaut und zu einer Zeit begonnen, als Prenzlau noch pommersch war. Die Stadt ist nördlich von Berlin ein Ort mit langem Gedächtnis.
Zwei Ereignisse haben ihr Bild geformt. Das eine ist die Zeit ihrer Blüte im Mittelalter, von der Kirchen, Klöster und Türme erzählen. Das andere sind die letzten Kriegstage im April 1945, als etwa die Hälfte des Stadtkerns zerstört wurde. Beide Linien laufen durch die Stadt bis heute.
In Prenzlau verlässt die Ucker den Unteruckersee und fließt nach Norden zum Stettiner Haff; im Süden schließen Unter- und Oberuckersee an die Stadt an. Prenzlau hat eine Fläche von 142,96 Quadratkilometern und liegt etwa 30 Meter über dem Meeresspiegel. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 18.779 Einwohner.
Vor der Stadtgründung stand westlich der Ucker ein spätslawischer Burgwall, die Röwenburg. Erstmals erwähnt wird Prenzlau 1187, als ein Priester Stephan als Urkundenzeuge auftritt. Ein Jahr später, 1188, wird es als Burgort mit Markt und Krug beschrieben. Zum Ort zählten außerdem eine Kirche und eine von drei Münzstätten Pommerns.
Im Jahr 1234 erhob Herzog Barnim die Siedlung zur freien Stadt nach deutschem Recht, dem damals modernsten Stadtrecht. Die Stadt war aus drei Siedlungskernen zusammengewachsen: einem älteren westlich der Ucker um die Sabinenkirche und zwei östlich davon, einer kaufmännisch geprägten um die Kirche St. Nicolai und einer agrarischen um St. Jacobi. Bald nach der Stadterhebung wurde sie ummauert.
Nach dem Aussterben der askanischen Markgrafen im Jahr 1320 wechselten die Machtverhältnisse mehrfach, und erst 1426 kam die Stadt unter den Hohenzollern wieder zu Brandenburg. Das Wappen erinnert an diese unruhige Zeit: Weil die beiden Bürgermeister 1425 die Pommern in die Stadt gelassen hatten, ließ Markgraf Johann sie nach der Rückeroberung enthaupten und bestimmte, dass Prenzlau zur Strafe nur einen Adler mit Turnierhelm im Wappen führen dürfe. Der Dreißigjährige Krieg traf sie schwer. Im Dezember 1632 stand in der Marienkirche der aufgebahrte Leichnam des schwedischen Königs Gustav Adolf. Den Schwan im unteren Teil des Schildes verdankt die Stadt König Friedrich I. von Preußen, der zwischen 1700 und 1705 oft zur Schwanenjagd auf den Ueckerseen kam. Am 28. Oktober 1806 kapitulierte bei Prenzlau der preußische General Hohenlohe mit rund 12.000 Mann vor der französischen Armee.
Die Marienkirche wurde nach 1235 als Feldsteinhalle begonnen und von 1289 bis 1340 im Stil der Backsteingotik erweitert. Ihr Nordturm ist 68 Meter hoch, der Südturm 64 Meter; er brannte 1945 aus und wurde nach 1970 wiederaufgebaut. Rund um sie stehen die Nikolaikirche, St. Jacobi und St. Sabinen, die zusammen ein dichtes Netz aus Pfarrkirchen bildeten.
Auch die Klöster haben Spuren hinterlassen. Das Dominikanerkloster wurde 1275 gegründet, und 1343 wurde seine Kirche geweiht. Seit 2000 beherbergt es als Kulturzentrum das Kulturgeschichtliche Museum, die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und ein Veranstaltungszentrum. Vom Franziskanerkloster, wegen der Farbe der Kutten Graues Kloster genannt und zwischen 1240 und 1250 gegründet, blieb dagegen fast nichts: Seine Gebäude wurden 1735 abgerissen.

Die Stadtmauer ist zur Hälfte erhalten. Von ihr stehen noch 1.416 Meter, und in den 1990er Jahren wurde sie saniert und mit einem 3,1 Kilometer langen Rundweg versehen. Erhalten sind unter anderem der Hexenturm, der Pulverturm und der Mitteltorturm, der als Vorlage für die Oberbaumbrücke in Berlin diente. Zu den Toren gehören das Schwedter und das Blindower Tor.

Nicht jede Kirche hat überdauert. Die Alte Nikolaikirche, von den Prenzlauern die wüste Kirche genannt, ist nur noch als Turm erhalten, denn das Kirchenschiff stürzte ein und wurde abgerissen. Die Heiliggeistkapelle brannte 1945 aus und wird seit 2011 rekonstruiert; geplant ist, sie künftig als Schaubrauerei zu nutzen.
Die 1832 errichtete Synagoge der Jüdischen Gemeinde wurde im Novemberpogrom 1938 geschändet und zerstört, ebenso die beiden jüdischen Friedhöfe. Die zerschlagenen Grabsteine des alten Friedhofs wurden als Straßenpflaster verwendet. Eine Synagogendenkplatte und ein Gedenkstein auf dem Neuen Jüdischen Friedhof erinnern heute an die ausgelöschte Gemeinde.
Bis Ende April 1945 war Prenzlau unzerstört geblieben; dann zerstörten sowjetische Luftangriffe am 25. und 26. April etwa die Hälfte des Stadtkerns. In der Nacht zum 27. April besetzte die Rote Armee die Stadt kampflos und begann aus ungeklärten Gründen, die Innenstadt niederzubrennen. Im Stadtkern war bei Kriegsende die Bebauung von 716 der 832 Grundstücke zerstört.
Der Wiederaufbau des Stadtkerns begann im Jahr 1952. Wegen der Wohnungsknappheit und der geringen Wirtschaftskraft entstanden vor allem Plattenbauten, die bei der Bevölkerung begehrt waren. Zunächst stand die Agrarindustrie im Mittelpunkt, mit Zuckerfabrik, Milchhof, Mühle und Brauerei. Mit dem Armaturenwerk, gegründet 1967, entstanden mehr als 1000 Arbeitsplätze.

Die Stadt pflegt auch ihre Künstler. Im Dominikanerkloster zeigt die Gemäldegalerie Werke des Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert, der in Prenzlau geboren wurde. Eine weitere Tradition der Stadt ist die Kirchenmusik, und der Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg betreibt in Prenzlau ein Tonstudio, aus dem Regionalnachrichten für die Uckermark gesendet werden. Im Friedgarten des Klosters findet jedes Jahr von Juni bis September der Kultursommer statt, mit Theater, Konzerten und Ausstellungen. Eine im Jahr 2000 enthüllte Nachbildung des Prenzlauer Roland steht in der Fußgängerzone der Friedrichstraße, und der nahe Brunnen Leda und der Schwan verbindet das Wappentier der Stadt mit der griechischen Mythologie.

Von April bis Oktober 2013 richtete die Stadt die Landesgartenschau aus. Vor den Toren der Stadt liegt das Naherholungsgebiet Kleine Heide, ein Mischwaldgebiet von 80 Hektar. Seit 2021 gibt es in Prenzlau außerdem den Campingplatz Sonnenkap mit über 160 Stellplätzen für Wohnmobile.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: BRICK
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