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Prien a.Chiemsee hatte am 31.12.2025 10.949 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 67 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Prien a.Chiemsee
Prien am Chiemsee, ein Markt im Landkreis Rosenheim in Oberbayern, ist Luftkurort und Kneippkurort und breitet sich unmittelbar am Ufer des Chiemsees aus. Das Gemeindegebiet umfasst 20,7 Quadratkilometer, der Ort liegt auf 533 Metern Höhe. Zum 31. Dezember 2025 zählte der Markt 10.949 Einwohner. Zur Gemeinde gehören 36 Gemeindeteile.
Der Name Prien ist keltischer Herkunft und wird nach dem Sprachwissenschaftler Albrecht Greule von Brīvena abgeleitet, dem Brückenort. Im Ortsteil Trautersdorf sind Spuren einer römischen Siedlung nachweisbar. Prien selbst wurde um 1158 als Verwaltungsort der Grafen von Falkenstein gegründet und gehörte als Pfarrei zum Bistum Chiemsee. Nach dem Niedergang der Falkensteiner gehörte es zur Herrschaft Wildenwart und zur Herrschaft Hohenaschau. Im Zuge der bayerischen Verwaltungsreformen wurde Prien 1818 eine selbständige politische Gemeinde.
Von 1813 bis 1959 war Prien Gerichtsort, erst als gräflich-preysingsches Herrschaftsgericht, dann als Land- beziehungsweise Amtsgericht. Am 1. Mai 1978 wurden Teile der aufgelösten Gemeinden Hittenkirchen und Wildenwart eingegliedert. Der Markt legte zwischen 1988 und 2018 um 23,7 Prozent zu, nämlich von 8.719 auf 10.789 Einwohner.
Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg 1860 und der Öffnung des Königsschlosses Herrenchiemsee 1886 begann das Zeitalter des Fremdenverkehrs. Prien ist Haupthafen der Chiemsee-Schifffahrt, die damals ausgebaut wurde; Hotels und Pensionen entstanden, und Städter ließen sich rund um den 1897 zum Markt erhobenen Ort Sommervillen bauen.
Den Bahnhof und den Hafen in Prien-Stock verbindet seit 1887 die Chiemsee-Bahn, die auf 1,8 Kilometern mit Originalwagen und der Lokomotive von 1887 fährt. Sie ist als Schmalspurbahn ein Kulturdenkmal nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz. Auch der Schaufelraddampfer Ludwig Fessler aus dem Jahr 1926 ist noch im Einsatz. Die Chiemgaubahn nach Aschau ging 1878 in Betrieb. Im Stundentakt fahren Regionalexpresszüge zwischen München und Salzburg. Die Autobahn 8 ist über die Ausfahrt Bernau am Chiemsee, etwa drei Kilometer von der Ortsmitte entfernt, zu erreichen.

Der Fremdenverkehr prägt den Luftkurort, daneben sind Gesundheitseinrichtungen und Kliniken ansässig. An dem Medical Park Prien Kronprinz ist der Markt mit 44,2 Prozent beteiligt, und in Prien hat die Unternehmensgruppe Schön Klinik ihren Sitz. Drei Kneippbecken liegen beim Feßler-Weiher nahe dem See, im Kleinen Kurpark im Ortszentrum und im Naturpark Eichental. Der Priener Kneippweg führt über 3,5 Kilometer vom Chiemsee durch den historischen Ortskern bis zum Eichental. Das Erlebnisbad Prienavera und drei Kneippbecken gehören zu den Freizeitanlagen, dazu ein Barfußweg in der Kneippanlage im Eichental.
1944 wurde das Hauptamt SS-Gericht von München nach Prien verlegt, um es vor Luftangriffen zu schützen, und bezog Ausweichquartier im Hotel Kronprinz.
Nach dem Krieg richteten die US-Besatzungsbehörden im Strandhotel ein Children’s Center für elternlose Kinder ein, das von Juli 1946 bis Oktober 1948 bestand. Die Zahl der Kinder wuchs von etwas mehr als 60 auf 269 im September 1947 und sank bis Oktober 1948 auf 73. Für die Kinder gab es einen Sportclub, eine Volks- und eine Berufsschule, eine Religionsschule und eine koschere Küche.
Nicht im Markt selbst, sondern auf der Herreninsel spielte sich 1948 ein Stück Verfassungsgeschichte ab. Dort, vor Prien-Stock, tagte der Verfassungskonvent, auf dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet wurde.
Mehrere Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: das Landschaftsschutzgebiet zum Schutz des Prientales, ein Landschaftsschutzgebiet für die Thalkirchner Achen und die Chiemsee-Schutzverordnung. Hinzu kommen das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Chiemsee und das Vogelschutzgebiet Chiemseegebiet mit Alz.
Eine Reihe von Freizeitanlagen nutzt den See: Segel-, Ruder- und Kajakclubs, freie Badeplätze mit Kiosk und ein Klettergarten am Ufer.

In der Fußgängerzone steht die Bronzefigur „der neue Adam“ des Bildhauers Heinrich Kirchner, und auf dem Rathausvorplatz zeigt Marianne Lüdicke ihre Brunnenanlage „Begegnungen“ von 1983. Spitzname der Priener ist Duttenfeiler: In den 1870er Jahren feilte ein bestochener Schmied heimlich die nackte Brust einer Nike-Statue am Kriegerdenkmal weg. Wechselnde Ausstellungen zeigt die Galerie im Alten Rathaus, und jedes Jahr finden das Priener Straßenkunstfest und das Open-Air „Swinging Prien“ statt.
Am 5. August 1945 wurde im leerstehenden Amtsgericht eine freie Kunstausstellung eröffnet, und auch 1946 und 1947 gab es dort Ausstellungen. Als Museen gibt es außerdem das Heimatmuseum Prien und das Chiemseebahn-Museum, die die Galerie im Alten Rathaus ergänzen. Zum Heimatmuseum gehört ein Kräutergarten. Der Priener Christkindlmarkt rundet den Veranstaltungskalender im Winter ab. Seit 1957 gibt es das internationale Radkriterium „Rund um den Marktplatz“.

Über den Chiemgau hinaus pflegt der Markt auch Verbindungen ins Ausland. Seit 1971 verbindet Prien eine Partnerschaft mit dem französischen Graulhet und seit 1987 mit dem italienischen Valdagno, während mit dem ungarischen Kisvárda eine freundschaftliche Beziehung ohne Vertrag besteht.
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde von 1734 bis 1738 in barockem Stil neu errichtet. Stuck und Deckengemälde mit der Seeschlacht von Lepanto stammen von Johann Baptist Zimmermann, die Orgel von 1995 von Gerald Woehl. Die Kirche St. Jakobus im Dorf Urschalling trägt Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Auf dem Marktplatz steht ein Standbild der heiligen Katharina von dem Münchner Bildhauer Friedrich Lommel.

Das Wappen zeigt ein zerbrochenes Rad für die Marktpatronin Katharina von Alexandrien, den Falken der Grafen von Falkenstein und zwei Abtstäbe für das Augustiner Chorherrenstift Herrenchiemsee. Seit 1903 führt der Markt ein eigenes Wappen, das Prinzregent Luitpold verliehen hatte, und seit 1968 gilt die heutige Fassung.
2003 entstand in Prien auf Initiative eines Schülerprojekts der Freien Waldorfschule Chiemgau die Regionalwährung „Chiemgauer“. Sie wird inzwischen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein benutzt.
Das Regiogeld soll regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und gemeinnützige Vereine fördern. Verbraucher kaufen Chiemgauer im Verhältnis eins zu eins gegen Euro, beim Rücktausch fällt jedoch ein Regionalbeitrag von fünf Prozent an, der zum größeren Teil einem Verein zugutekommt. Ende 2020 akzeptierten etwa 500 Unternehmen die Währung.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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