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Putbus hatte am 31.12.2025 4.488 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Putbus
Putbus ist eine Stadt, die geplant wurde, bevor sie gebaut war. 1810 gründete Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus die Stadt und ließ seinen Heimatort als Planstadt im klassizistischen Stil so ausbauen, dass das Ensemble zu Schloss und Schlosspark passte.
Von den weiß gestrichenen Häusern der Fürstenresidenz leitet sich der Name Weiße Stadt her. Putbus heißt aber auch Rosenstadt: Wer ein Wohnhaus erwarb, musste sich verpflichten, vor dem Haus stets Rosenstöcke zu pflanzen, und daran hält man sich bis heute. Das Schloss, um das die Stadt angelegt wurde, gibt es dagegen nicht mehr. Ende 2025 zählte Putbus 4.488 Einwohner.
Der Name Putbus geht auf ein slawisches Wort zurück und bedeutet hinter dem Holunderbusch. Erstmals 1286 erwähnt, war der Ort Stammsitz einer Adelsfamilie slawischer Herkunft. Bis 1325/26 lag die Gegend im Fürstentum Rügen; nach dem Westfälischen Frieden von 1648 herrschten auf Rügen die Schweden, und 1815 fielen der Ort und Neuvorpommern an die preußische Provinz Pommern.
Der Stammsitz der Herren von Putbus war das Steinhaus, das 1371 mehrfach in Urkunden erwähnt wurde; 1416 wandelte sich der Name von Haus zu Schloss. Die eigentliche Stadtgeschichte beginnt später: Fürst Malte ließ von 1808 bis 1823 seine Residenz und in Lauterbach einen Badeort nach dem Vorbild von Bad Doberan und Heiligendamm bauen. 1823 verlieh er Putbus die städtische Gerechtigkeit für Handel und Gewerbe, das volle Stadtrecht kam erst am 2. Juli 1960.
Seit 1889 hat Putbus Bahnanschluss aus Bergen, und 1895 wurde der erste Abschnitt der Schmalspurbahn Rasender Roland nach Binz gebaut. Von 1952 bis 1955 war die Stadt Verwaltungssitz des Kreises Putbus. Ab 1991 sanierte man den historischen Stadtkern grundlegend: den Circus, den Marktplatz mit dem Rathaus, die Orangerie und den Marstall als Theater; die weißen Fassaden blieben dabei erhalten oder wurden aufgefrischt. Seit 1997 ist Putbus staatlich anerkannter Erholungsort.
Der Circus ist ein kreisrunder Platz, auf dem sämtliche Straßen zusammenlaufen; klassizistische Gebäude säumen ihn, und in der Mitte markiert ein Obelisk eine streng gegliederte Parkanlage. Fürst Malte ließ ihn ab 1828 nach dem Vorbild des Circus im englischen Badeort Bath anlegen und bis 1845 im Wesentlichen mit klassizistischen Häusern umbauen. Das Uhrenmuseum zeigt über 1000 Uhrenexponate, und in der August-Bebel-Straße stehen noch eingeschossige Handwerkerhäuser aus der Zeit der Stadtgründung.
Das Residenztheater entstand von 1819 bis 1821 und wurde 1826 nochmals umgebaut. Das Theater Putbus gilt als bedeutendes historisches Haus; heute spielt hier das Theater Vorpommern, und es dient auch als Gastspieltheater.

Das Schloss selbst war von 1827 bis 1832 im klassizistischen Stil umgebaut worden. Der Zustand des Gebäudes verschlechterte sich zunehmend, und da die Reparaturkosten zu hoch waren, wurde es 1962 gesprengt und bis 1964 abgetragen. Der Umriss wird heute mit Metallpfosten in der Grünfläche gekennzeichnet, und erhalten ist nur die Seeterrasse.

Der Schlosspark wurde ab 1804 im Stil eines englischen Landschaftsparks umgestaltet. Im Park stehen noch die Orangerie, der Marstall von 1824, das Mausoleum von 1867 und die Schlosskirche von 1846; hinzu kommen das Affen- und Vogelhaus von 1830/35 und die Pfarrkirche. Die Schlosskirche wurde von 1844 bis 1846 gebaut, zunächst als Kurhaus. Der Marstall diente der Unterbringung von Pferden, Geschirren und Kutschen und entstand um 1821–1824 im Stil des Klassizismus, mit 16 Rundbogenfenstern und drei Rundbogenportalen. Ursprünglich war die Kirche St. Maria Magdalena in Vilmnitz das Familiengrab der Familie von Putbus. Erst 1867 entstand im Schlosspark das neogotische Mausoleum, in dem 1868 Wanda von Putbus beigesetzt wurde, die Ehefrau von Fürst Wilhelm Malte II. zu Putbus. Zu den Denkmalen gehören daneben der Bahnhof, der Wasserturm, der Schlosspark, die Kirche St. Jacobi im Ortsteil Kasnevitz und die Maria-Magdalena-Kirche in Vilmnitz.
Die Stadt liegt acht Kilometer von Bergen auf Rügen entfernt im Biosphärenreservat Südost-Rügen, und das Land ist leicht hügelig. Ein tiefer Einschnitt in die Küstenlinie des Rügischen Boddens ist der Wreecher See. Im Ortsteil Lauterbach leben etwa 500 Menschen, und dort gibt es einen Fischerei- und Seglerhafen; zu Putbus gehört zudem die Insel Vilm im Greifswalder Bodden, die 2,5 Kilometer von Rügen entfernt liegt.

In Lauterbach liegt das Badehaus Goor, das 1817/18 im Stil des Klassizismus errichtet wurde, nachdem 1816 dort ein Seebad eröffnet worden war. An der Straße nach Lauterbach errichteten Privatpersonen 2010 als Besucherattraktion ein komplett auf dem Kopf stehendes Holzhaus, und zwischen Lonvitz und Lauterbach liegen an der Bahnlinie des Rasenden Roland Großsteingräber aus der Jungsteinzeit. Das neobarocke Gutshaus Pastitz verkam nach 1987 und wurde von 2004 bis 2006 saniert.
Auf dem Gelände des Badehauses erinnert ein 1978 eingeweihter Gedenkstein an die Zwangsevakuierung des KZ Stutthof im April 1945; nach der Zerstörung und dem Diebstahl der Aschenurne wurde die Anlage 1995 neu eingeweiht. Im Konzentrationslager Stutthof waren insgesamt etwa 110.000 Menschen inhaftiert, ungefähr 65.000 von ihnen kamen um. Ab Januar 1945 wurde das Lager in Todesmärschen und Räumungstransporten aufgelöst; der letzte Transport ging am 25. April 1945 ab. Geschaffen hat den Stein der Bildhauer Werner Stötzer, die Inschrift stammt von dem tschechischen Schriftsteller Julius Fučík: „Menschen ich hatte euch lieb“.
Fürst Malte wollte seinem Fürstensitz eine höhere Lehranstalt geben, um die Bildung und Erziehung seiner Landeskinder zu fördern. Deshalb ließ er von 1833 bis 1836 das Pädagogium am Circus erbauen und übergab es 1836 dem preußischen Staat als Pädagogium Regium. Von 1941 bis 1945 nutzte eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt das Gebäude, und von 1946 bis 1975 bildete man hier Lehrer aus: Zeitweise studierten 200 Menschen gleichzeitig, und bis die Einrichtung nach Rostock umzog, wurden mehr als 4000 angehende Grundschullehrer ausgebildet.

Von 1975 bis 1994 unterrichtete man in den Gebäuden schwerhörige Kinder. Von 2002 bis 2014 war das IT-College Putbus dort untergebracht, eine private Aus- und Weiterbildungseinrichtung für Informatikfachkräfte, und am 6. Dezember 2015 wurde das Gebäude versteigert. Westlich der Stadt liegt das Primanerloch, das auf einen Brauch am Pädagogium zurückgeht.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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