Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Ravensburg hatte am 31.12.2025 50.549 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 66 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ravensburg
Ravensburg liegt im Schussental unweit des Bodensees auf 450 m Höhe, das Stadtgebiet umfasst 92,05 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 50.549 Einwohner. Die ehemalige Reichsstadt ist Kreisstadt und seit dem 1. April 1956 Große Kreisstadt.
Wegen seiner zahlreichen, gut erhaltenen mittelalterlichen Türme hieß der Ort früher das schwäbische Nürnberg. Dass die Altstadt heute noch so aussieht, hat mit einem Glücksfall zu tun: Im Zweiten Weltkrieg war Ravensburg kaum von Luftangriffen betroffen, die historische Bausubstanz blieb daher erhalten. Bekannt ist die Stadt außerdem als Heimat der Unternehmensgruppe Ravensburger.

Erste Siedlungsspuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, urkundlich wurde Ravensburg erstmals 1088 erwähnt, und bis 1803 war es Reichsstadt. Der Kern der Stadt entstand als Siedlung der Burgsassen unterhalb der Stammburg der Welfen, die um 1050 dort eine neue, größere Burg errichteten, die Ravensburg. Sie ging an die Staufer über und nach deren Untergang in Reichsbesitz. Die Stadt regierte sich nun selbst; 1276 bestätigte König Rudolf von Habsburg ihre reichsstädtischen Privilegien.
Im Spätmittelalter war Ravensburg Sitz der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, die damals als führende deutsche Handelsgesellschaft mit Niederlassungen in ganz Europa galt, noch vor den Fuggern. Der Boom führte im 14. Jahrhundert zu mehreren Stadterweiterungen, vor allem zur Einbeziehung der Unterstadt und zum Abriss der alten Mauer zwischen 1330 und 1370. Um 1530 ging die Gesellschaft unter: Die führenden Familien hatten sich Landsitze zugelegt, es gab Streit zwischen den Familienzweigen, Augsburger Händler drängten in die Routen, und die Entdeckung Amerikas hatte den europäischen Fernhandel verändert.
Ab 1544 galt auf Betreiben der Zünfte die Reformation. Nach dem Schmalkaldischen Krieg setzte eine Rekatholisierung ein, und beide Konfessionen mussten sich arrangieren. Diese Parität wurde 1649 nach dem Dreißigjährigen Krieg förmlich festgelegt: Die Protestanten erhielten das Langhaus der Karmelitenkirche als Stadtkirche. Bestätigt wurde das Regierungssystem mit gleicher Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten durch den Westfälischen Frieden 1648 für die vier Paritätischen Reichsstädte Ravensburg, Augsburg, Biberach und Dinkelsbühl.
Der Krieg kostete die ohnehin geschwächte Stadt viele Menschen, und bis ins 19. Jahrhundert wuchs sie nicht mehr über ihre Mauern hinaus. Gegen Ende des Krieges wurde die Burg über der Stadt, nun Veitsburg genannt, von schwedischen Truppen geschleift, und der Landvogt residierte ab 1647 in Altdorf-Weingarten.
Das Ende der Selbständigkeit kam 1803: Der Reichsdeputationshauptschluss hob die Reichsunmittelbarkeit auf, die Stadt fiel zunächst an Bayern, doch 1810 kam sie durch einen Grenzvertrag zum Königreich Württemberg. Ab 1847 sorgte der Anschluss an die Bahn für Aufschwung, und um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Ravensburg ein industrielles und politisches Zentrum Oberschwabens. 1938 wurde die Stadt Sitz des vergrößerten Landkreises, und in den 1970er Jahren kamen die Ortsteile Eschach, Schmalegg und Taldorf hinzu.
Ende des 14. Jahrhunderts begann in Ravensburg eine bedeutende Papierherstellung, die im 16. Jahrhundert blühte; ihre Blütezeit brachte jährlich etwa 9000 Ries Papier. Der Niedergang begann mit dem Ende der Reichsstadtzeit: 1833 schloss die erste von sechs Papiermühlen, 1876 die letzte.
Aus der Wasserkraft entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine vielfältige Maschinenbau-Branche, ein weiteres Standbein war die Textilherstellung. Die Entwicklung stützte sich auf eine lange Tradition: Wassermühlen wurden hier seit langem auch für andere Zwecke als Papier eingesetzt. Ab 1847 trug der Anschluss an die Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen erheblich zum Aufschwung bei.
Bekannt wurde die Stadt schließlich durch ein Unternehmen ganz anderer Art, den Spieleverlag Ravensburger; seinen früheren Verlagssitz nutzt heute ein Museum.
Der langgestreckte Marienplatz teilt die Altstadt in die Oberstadt östlich mit großen Patrizierhäusern und die weitgehend geometrisch angelegte Unterstadt westlich mit kleineren Handwerkerhäusern. An ihm stehen Rathaus, Waaghaus, Kornhaus und die evangelische Stadtkirche. Auf dem Platz liegt heute, was einst der Stadtgraben war: Der Graben wurde zugeschüttet, als die Unterstadt ins Stadtgebiet einbezogen wurde.

Zwei Türme ragen heraus. Der Blaserturm ist 51 Meter hoch und stürzte in einem Sturm 1552 ein; er wurde von 1553 bis 1556 im italienischen Renaissancestil neu errichtet. Der Mehlsack, ebenfalls 51 Meter hoch, ist ein Rundturm der Stadtbefestigung und gilt als Wahrzeichen der Stadt; seinen Namen hat er von der mehlweißen Farbe und aus einer Verballhornung des offiziellen Namens.
Einer der Türme ist mit einem Unglück der jüngeren Zeit verbunden. Der Turm des Frauentors brannte am 14. März 1982 aus; drei Feuerwehrmänner starben dabei.

Im Humpisviertel ließ die Fernhandelsfamilie Humpis um 1380 ein Wohnquartier zu bauen beginnen. Es besteht aus sieben Gebäuden und wurde als Stadtmuseum am 4. Juli 2009 eröffnet. Zwischen 2009 und 2013 entstand in der Innenstadt ein Museumsviertel mit vier neuen Museen. Das Alte Theater, die Brotlaube in der Marktstraße, ist ein barocker Bau; von 1698 bis 1881 war im Obergeschoss das städtische Theater untergebracht.
Das Rutenfest ist ein fünftägiges Volksfest zum Schuljahresende im Sommer und seit dem 17. Jahrhundert belegt. Trommelgruppen und Fanfarenzüge trommeln die Stadt zusammen, und die Straßen sind mit Flaggen geschmückt. Zum Programm gehört der Frohe Auftakt in der Altstadt mit etwa 30.000 Besuchern und der Historische Rutenfestzug mit etwa 5.500 Mitwirkenden.
Das Rutentheater wird seit 1821 als Schülertheater belegt, das Adlerschießen, ein Armbrustschießen auf einen hölzernen Reichsadler, seit 1823. Seit 2003 gibt es parallel einen Wettbewerb für Gymnasiastinnen. Fasnet feierte die Reichsstadt lange nicht: Mittelalterliche Fastnachtsbräuche wurden mit der Paritätsverfassung 1648 abgeschafft. Erst seit den 1970er Jahren wird auch die schwäbisch-alemannische Fasnet gefeiert, getragen von der Schwarzen Veri Zunft.
Im ausgehenden 15. Jahrhundert kam es hier zu einer frühen großen Welle von Hexenverfolgungen. Mindestens 48 Frauen wurden in der Stadt bei lebendigem Leib verbrannt, es gab auch zwölf Freisprüche. Zum Teil führte der päpstliche Inquisitor Heinrich Institoris die Prozesse, der Verfasser des Hexenhammers.
Eine andere Form der Ausbeutung traf Kinder. Ravensburg war lange Treffpunkt für die Vermittlung von Hütekindern, den Schwabenkindern aus armen Bergbauernfamilien in Tirol und der Schweiz, auf dem Hütekindermarkt in der Bachstraße. Eine Gedenktafel am Blaserturm und eine Dauerausstellung im Museum Humpis-Quartier erinnern daran, ebenso eine Skulptur von Peter Lenk aus dem Jahr 2002.
Mit dem Nationalsozialismus wurde aus Ausgrenzung Mord. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 691 Patienten der Heilanstalt Weißenau in der Tötungsanstalt Grafeneck ermordet. 34 Sinti aus Ravensburg deportierten Kripo und Polizisten im März 1943 nach Auschwitz-Birkenau; die meisten von ihnen wurden ermordet. Das Denkmal der Grauen Busse im Park nördlich des Klosters Weißenau erinnert an die Opfer der Krankenmorde.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Außerhalb der Altstadt steht die Veitsburg, um 1050 als Burg der Welfen entstanden und 1751 von Johann Caspar Bagnato aus einem Rest des Bergfrieds zu einem Schlösschen umgestaltet. Der Burghaldentorkel nahe der Burg, eine Weinpresse, ist erstmals 1368 erwähnt. Das Konzerthaus östlich des Frauentors entstand 1896 und 1897 nach Plänen des Wiener Büros Fellner und Helmer. Für dieses Haus wurden zwischen 1902 und 1910 135 Theaterprospekte und 208 Stellwände gemalt, als das Hoftheater aus Stuttgart hier gastierte; sie sind heute als Sammlung erhalten.






