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Rheinsberg hatte am 31.12.2025 7.663 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 42 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Rheinsberg
Rheinsberg liegt am Rhin, einem Nebenfluss der Havel, im Seengebiet zwischen vielen großen und kleinen Seen und hügeligem Wald; südlich schließt sich die Ruppiner Schweiz an, und im Westen erstreckt sich die Wittstock-Ruppiner Heide, die zum Teil als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Der Hauptort schmiegt sich an den Grienericksee, und wer sich ihm nähert, sieht zuerst das Schloss, das über dem Wasser zu schweben scheint. Die Geschichte des Ortes hängt bis heute vor allem an diesem Bau.
Er hat in der Stadt drei Geschichten hinterlassen. Eine handelt von einem Kronprinzen, der hier Künstler und Musiker um sich versammelte. Die zweite ist die eines Dichters, der eine kurze Liebesgeschichte in diese Landschaft legte und sie damit berühmt machte. Die dritte gehört den Handwerkern und Arbeitern: der Steingutmanufaktur, der Keramikfabrik und später einem Reaktor am Stechlinsee. Zum 31. Dezember 2025 zählte Rheinsberg 7.663 Einwohner.
Über die frühe Zeit ist wenig sicher. Der Name Rheinsberg geht nach verbreiteter Meinung auf Siedler vom Niederrhein zurück, die im Zuge der Ostkolonisation kamen; ausgeschlossen ist aber nicht, dass er eine eigenständige germanische Bildung vom Wortstamm für Fließen ist. Siedlungsreste fand man auf der Insel Remus im Rheinsberger See. Mit der Herrschaft Ruppin kam Rheinsberg 1524 an die Mark Brandenburg.
Das Schloss geht auf einen Renaissancebau von 1566 zurück. Von 1734 bis 1739 baute Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff das Schloss um, und von 1736 bis 1740 wohnte hier Kronprinz Friedrich, der spätere König, gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich. Das Residenzschloss gilt als Musterbau des friderizianischen Rokokos und diente später als Vorlage für Sanssouci in Potsdam.

Ein Feuer schuf die Stadt in ihrer heutigen Form. Nach dem Stadtbrand von 1740 bauten die Baumeister Johann Gottfried Kemmeter und Knobelsdorff die Stadt wieder auf. Später überließ der Kronprinz, als er König geworden war, das Anwesen seinem Bruder Heinrich, der es bis zu seinem Tod 1802 bewohnte, erweitern und umbauen ließ. So wurde Rheinsberg zu einer kleinen barocken Residenzstadt.

Noch heute prägen barocke Reste das Bild: ein Wartturm aus der Zeit Prinz Heinrichs, eine Postmeilensäule, die Laurentiuskirche, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und eine Renaissance-Ausstattung besitzt. Das Schloss selbst ist Museum, in der DDR-Zeit diente es als Klinik für Diabetiker.
Musik gehört zur Stadt, seit der Kronprinz Künstler und Musiker um sich versammelte. In seiner Kapelle wirkte Carl Philipp Emanuel Bach als Kammer-Cembalist. An diese Tradition knüpft das heutige Programm an. Die Rheinsberger Musiktage finden seit 1948 jährlich zu Pfingsten statt, mit einigen Jahren Unterbrechung. Die Kammeroper Schloss Rheinsberg zeigt seit 1991 jedes Jahr im Juli und August Opernpartien junger Sänger, die in einem Vorsingwettbewerb ausgewählt wurden. Initiiert hat sie der Komponist Siegfried Matthus, der sie bis 2014 leitete.
Dazu kommt die Musikakademie. Ulrike Liedtke stieß 1991 die Gründung an, als Projekt des Kunst- und Kulturvereins; heute besteht sie als Bundes- und Landesakademie. Schüler, Studenten, Laien und Profis proben im ehemaligen Kavalierhaus und geben Konzerte im Spiegelsaal des Schlosses. Das Schlosstheater und das Heckentheater im Park dienen als Bühnen unter freiem Himmel.
Bekannt wurde Rheinsberg durch Kurt Tucholsky, dessen Buch Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte bis heute gelesen wird. Auch Theodor Fontane erwähnte den Ort in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Im Schloss sitzt heute das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, das die Bundesregierung als kulturellen Gedächtnisort von nationaler Bedeutung in ihr Blaubuch aufgenommen hat.
Aus der Verehrung ist ein Stipendium geworden. Seit 1995 vergibt die Stadt im Gedenken an Tucholsky jedes Jahr zwei fünfmonatige Stipendien für Stadtschreiber, mit freier Unterkunft im Marstall des Schlosses. Ausdrücklich sollen auch Autoren gefördert werden, die in Deutschland im Exil leben.
Die Arbeitswelt der Stadt war lange von Ton bestimmt. Im Jahr 1762 wurde eine Manufaktur für Steingut gegründet, und die Fertigung lief in wechselnden Manufakturen bis 2022 industriell weiter. Für die Belegschaft der Keramikfabrik Carstens entstand von 1919 bis 1925 die Werkssiedlung Rhinhöhe, eine Gartenstadt mit ursprünglich 29 Einfamilienhäusern, 13 Doppelhäusern und einem Ledigenwohnheim. Das Keramikmuseum zeigt, wie sich Dekor und Form seit 1762 verändert haben. Der Töpfermarkt findet seit 1994 am zweiten Oktoberwochenende statt, seit 2007 ergänzt ihn im Frühjahr ein Kunsthandwerkermarkt.
Eine ganz andere Prägung brachte das Kernkraftwerk Rheinsberg, das 1966 nahe der Stadt in Betrieb ging und bis zur Abschaltung 1990 die Stadt bestimmte. Es entstand ab 1960 auf einer Landenge zwischen Nehmitzsee und Großem Stechlinsee; sein Druckwasserreaktor sowjetischer Bauart leistete brutto 70 Megawatt. Nach der Wende wurde es am 1. Juni 1990 wegen erheblicher Sicherheitsbedenken abgeschaltet, seit 1995 wird es zurückgebaut, und wie das Gelände mitten in einem Naturschutzgebiet künftig genutzt wird, ist noch offen.
Schon 1904 hatte die Rehaklinik Hohenelse als Genesungsheim ihren Betrieb aufgenommen. Seit 1968 ist Rheinsberg staatlich anerkannter Erholungsort. Kleinzerlang kam 2004 und Flecken Zechlin 2011 zu diesem Prädikat hinzu, obwohl die Ortsteile nicht aneinandergrenzen.
Eingemeindungen haben aus der Kleinstadt eine sehr weite Gemeinde gemacht. Im Jahr 2003 wurden sechzehn Nachbargemeinden eingegliedert, seither reicht die Stadt weit in die Seen- und Waldlandschaft hinein: Zu ihr gehören siebzehn Ortsteile, darunter Flecken Zechlin, Kleinzerlang und Zühlen, und sie liegt im Urlaubsgebiet des Neustrelitzer Kleinseenlandes an der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie misst 328,21 Quadratkilometer und liegt etwa 61 Meter über dem Meeresspiegel. In Zechlinerhütte, fünf Kilometer nördlich der Stadt, erinnert eine Gedenkstätte an den Polarforscher Alfred Wegener.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Die Landschaft bringt auch Erinnerung an dunklere Zeiten. Im April 1945 kamen auf dem Todesmarsch aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen in der Gegend Häftlinge ums Leben; im Ortsteil Flecken Zechlin erinnert eine Tafel von 1976 daran.



