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Rothenburg ob der Tauber hatte am 31.12.2025 11.331 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Rothenburg ob der Tauber
Im mittelfränkischen Landkreis Ansbach, dicht an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg, liegt die bayerische Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber; sie gehört zur Metropolregion Nürnberg. Die amtliche Ortshöhe beträgt 430 m, die Stadtfläche 41,67 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 11.331 Einwohner.
Von den Würzburger Neumünster-Kanonikern kaufte König Konrad der Dritte im Jahr 1142 den Ort Detwang; dazu zählte auch ein Bergsporn nordwestlich des heutigen Stadtkerns, auf dessen Fläche — heute der Burggarten — der König die Burg Rothenburg anlegen ließ, und für 1150 ist sein Aufenthalt in Rothenburg bezeugt. Neben der Anlage, hoch über dem Flusslauf, wuchs eine Ansiedlung heran, und ihre Lage erklärt den Zusatz ob der Tauber im Ortsnamen; die Burg selbst ging um 1356 möglicherweise bei einem Erdbeben zugrunde oder nahm zumindest Schaden — einig ist sich die Geschichtsforschung darüber nicht. Erstmals begegnet ein Graf von Rothenburg in Quellen des 11. Jahrhunderts; was darüber hinaus an älterer Überlieferung kursiert, ist Sage und trifft nicht zu.
Aus der Siedlung bei der Burg wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts allmählich eine Stadt, der Kaiser Friedrich der Erste 1172 das Stadtrecht verlieh; mit weiteren Gründungen — darunter Dinkelsbühl — legte er entlang der Ostgrenze seines Herzogtums Schwaben eine Kette von Städten von Nord nach Süd an, die das Herzogtum vor eindringenden Gegnern schützen sollte. Zur Freien Reichsstadt erhob König Rudolf von Habsburg den Ort am 15. Mai 1274. Handel machte die Stadt im Hochmittelalter gewichtig: ihre Kaufleute waren bis nach Italien und Prag hin tätig, und zugleich zog die Heiligblut-Reliquie eine große Wallfahrt an; mit 5.000 bis 6.000 Bewohnern zählte Rothenburg zu den größeren Orten im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

Heinrich Toppler ragt unter den mittelalterlichen Gestalten der Stadt heraus: gemeinsam mit den übrigen Männern des städtischen Patriziats prägte er durch tatkräftige Politik und ausgedehnte Landkäufe das Geschick Rothenburgs noch lange über sein umstrittenes Ende hinaus; in seine Zeit fällt ein Städtebund mit Ulm, Nördlingen und Dinkelsbühl, und 1408 wurde Toppler offenbar infolge einer Intrige hingerichtet. Mit Rittern der Umgebung und mit anderen Städten lag die Stadt im 15. Jahrhundert in vielerlei Fehden; über 300 Fehdebriefe liegen bis heute im Stadtarchiv, und beigelegt waren diese Streitigkeiten erst 1450, nach zähen Verhandlungen. Die Handwerker erhoben sich 1455: eine Zeit lang saßen die Ratsherren im Verlies des Rathauses, 12 Zünfte entstanden und erhielten Sitze im Rat — nach einigen Jahren jedoch holte sich das Patriziat die eingebüßte Macht zurück.

Vom ersten Tag an brachte der Dreißigjährige Krieg die Stadt in eine Zwickmühle: als protestantische Reichsstadt schuldete sie dem katholischen Kaiser Gehorsam, während ihre Sympathie dem evangelischen Lager galt. In den ersten Oktobertagen 1631 lagen 800 kaiserliche Soldaten in den Mauern; am 8. Oktober kapitulierte diese Besatzung vor den Schweden, ohne dass es zu einer Belagerung gekommen wäre, und Rothenburg war fortan schwedisch besetzt. Die kaiserliche Armee verlangte am 27. Oktober vom Rat, über eine Übergabe zu verhandeln; er lehnte ab, woraufhin die Kaiserlichen am 29. Oktober einen Ring um die Stadt zogen.
Ab dem 30. Oktober lag die Stadt unter Beschuss, vor allem von Norden her, im Abschnitt zwischen Klingen- und Galgentor; die Verteidigung kostete die Angreifer rund 300 Mann, doch als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver in die Luft flog, gaben die Schweden den Kampf auf. Man hielt den Stadtrat fest und drohte ihm mit dem Tod, doch offenbar konnte er darlegen, dass die Bürgerschaft weder an der Vernichtung der Truppen des Kriegskommissars Massoni noch an der Meuterei der früheren kaiserlichen Besatzung beteiligt gewesen war; vermutlich verschonte Tilly den Ort, weil sich das Geschehen von Magdeburg nicht wiederholen sollte. Irgendwann endete das Plündern; zu zahlen war eine Strafsumme, hinzunehmen die Einquartierung kaiserlicher Soldaten, und am 13. Januar 1632 zogen diese Truppen ab. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss fiel der Ort 1803 an das Kurfürstentum Bayern.
Eine Erzählung, die erst um 1770 aufkam, lässt den Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Geheiß General Tillys 3 ¼ Liter Wein in einem Zug austrinken und dadurch die Stadt vor der Vernichtung retten; auf diesen vermeintlichen Vorgang beruft sich das Festspiel Der Meistertrunk, das seit 1881 jedes Jahr gegeben wird. In der Geschichtswissenschaft gilt als ausgemacht, dass dieser Trunk nie stattfand: Sebastian Dehner, Chronist der Stadt und Augenzeuge, schildert Belagerung wie Einnahme, ohne ihn auch nur zu erwähnen. Zwischen dem Ereignis von 1631 und der ersten Aufzeichnung der Geschichte liegen also rund 140 Jahre, zwischen der Aufzeichnung und der ersten Aufführung noch einmal etwa 110.
Als Kulturerbe ist der Meistertrunk seit 2014 in Bayern und seit 2016 bundesweit verzeichnet; über die Region hinaus bekannt sind außerdem die Reichsstadttage, der Weihnachtsmarkt sowie das Taubertal-Festival.
Kaum war die Stadt erhoben, begann man ihre erste Mauer zu bauen; von diesem Befestigungsring stehen noch zwei Türme, nämlich der Markusturm samt Röderbogen sowie, ein Stück weiter nördlich, der Weiße Turm. Schon 1204 brauchte die Stadt mehr Raum, und die Bürger legten einen zweiten, bis heute erhaltenen Befestigungsring an: zu ihm gehören der Siebersturm, das Kobolzeller Tor, das Würzburger Tor und das Rödertor mit seinem Röderturm; bebaubar war nun das Dreifache der bisherigen Fläche, und die Wehrmauer wuchs von 1.400 auf 2.400 Meter. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam im Süden zusätzlich das Spitalsviertel hinzu; damit maß der Mauerring statt 2.400 nun 3.360 Meter.
Weil es der Stadt im 15. Jahrhundert gut ging, konnte sie sich größere Bauten leisten: die gotische Basilika St. Jakob wuchs zwischen 1311 und 1484 empor, anfangs im Auftrag des Deutschen Ordens, mit der Zeit aber überwiegend aus dem Geld der Bürgerschaft bezahlt. Beim Rathaus geht der hintere, ältere Bauteil auf das 13. Jahrhundert zurück; der vordere, 1505 abgebrannte war etwas später, aber noch gotisch errichtet worden, und an seine Stelle trat von 1572 bis 1578 ein Renaissancetrakt, der bis heute steht. Wer die 220 Stufen des Rathausturms erklimmt, steht in 60 Meter Höhe auf einer Aussichtsplattform. An der Ratstrinkstube von 1466 sitzt eine Kunstuhr, deren Figuren Valentin Oeckler schuf; zwischen 11 und 15 sowie zwischen 20 und 22 Uhr führt sie zu jeder vollen Stunde die sagenhafte Szene des Meistertrunks vor.
Das Plönlein — einst Stapelplatz für Fisch, heute eine von Fachwerk gerahmte Straßengabelung mit Blick auf Sieberstor und Kobolzellertor — verdankt seinen Namen dem lateinischen planellum, der kleinen Ebene oder dem Plätzchen. Auf den Rothenburger Baumeister und Steinmetz Leonhard Weidmann geht die Spitalbastei zurück, eine Barbakane mit Abwurfdach, ebenso das Baumeisterhaus; sein Spitalbereiterhaus von 1591 diente dem Spitalbereiter als Amtssitz — der führte Verwaltung und Liegenschaften des Heilig-Geist-Spitals — und heißt seit dem romantisierenden Historismus fälschlich Hegereiterhaus, obwohl die Hegereiter dort nie wohnten, sondern jeweils in den Orten, für die sie zuständig waren. Im Burggarten steht seit ihrer Einweihung 2010 eine Stauferstele; sie hält die Erinnerung an die Reichsburg Rothenburg wach, die König Konrad 1142 gründete und die man nach einem vermutlichen Erdbebenschaden von 1356 abtrug.

Angeblich fiel Rothenburg nach dem Dreißigjährigen Krieg in eine Art Dornröschenschlaf: die Entwicklung soll geruht haben, der Ort büßte an Gewicht ein — und womöglich liegt genau darin ein Grund dafür, dass seine alte Bausubstanz so vollständig auf uns gekommen ist. Dem steht entgegen, dass die Reichsstadt im späteren 17. und im 18. Jahrhundert zwar konservativ auftrat, geistig wie wirtschaftlich aber durchaus mit ihrer Zeit ging.
Seit 1850 entdeckten Maler und Dichter der Romantik die Stadt, und 1900 diente eine erste Bauverordnung zum Denkmalschutz ausdrücklich auch der Förderung des Fremdenverkehrs. Schon in den Nachkriegsjahren zählte der Ort zu den gewichtigen Reisezielen in Deutschland, wozu die 1950 ins Leben gerufene Romantische Straße beitrug, deren Verlauf ihn einschließt; mit den Jahrzehnten kamen immer mehr Gäste aus den USA und zunehmend auch aus Japan, Taiwan und China. Von 1984 bis 1993 stand Rothenburg — neben Dinkelsbühl und Nördlingen — auf der deutschen Vorschlagsliste zum Weltkulturerbe. Weil vor der Covid-19-Pandemie die Hälfte der Gäste aus dem Ausland anreiste, gerieten in der Pandemie viele Läden der Innenstadt in existenzielle Not.

Bekannt ist die Stadt für ihren mittelalterlich gebliebenen Kern mit ineinander verschachtelten Gassen, Türmen und kleinen, von Fachwerk gesäumten Plätzen; eben deshalb reisen Besucher aus aller Welt an, im Ausland gilt sie als Musterbild der deutschen Stadt des Mittelalters, und manch anderer Ort mit altem Stadtbild schmückt sich mit dem Beinamen Rothenburg, der auf das fränkische Vorbild zielt. Zahlreiche Filme haben vor dieser unversehrten Kulisse gedreht, von Gustav Adolfs Page mit Liselotte Pulver 1960 bis Tschitti Tschitti Bäng Bäng 1968; das Heimatdorf in Walt Disneys Pinocchio ist Rothenburg nachempfunden. Einen Namen hat die Stadt auch für ihre Museen: das Kriminalmuseum, das Handwerkerhaus, das Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt und das RothenburgMuseum, das bis 2019 noch Reichsstadtmuseum hieß.
Wo heute die Jakobskirche steht, gab es im 13. Jahrhundert schon einen kleineren Vorgängerbau, und aus derselben Zeit stammt die Niederlassung des Deutschen Ordens, die Kommende Rothenburg. In ihr hängt das Heiligblut-Retabel Tilman Riemenschneiders; ein zweites Werk desselben Bildschnitzers, der Heilig-Kreuz-Altar, befindet sich in der Kirche von Detwang.
Anhänger der Reformation saßen bereits 1522 in Bürgerschaft und Rat; als 1525 der Große Deutsche Bauernkrieg ausbrach, schlug sich die Stadt auf die Seite der aufständischen Bauern unter Florian Geyer. Als die Bauern geschlagen waren, ließ Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach auf dem Marktplatz Gericht halten und 17 Anführer vor aller Augen enthaupten; obendrein hatte die Stadt eine hohe Kriegskontribution aufzubringen, und die Heilige Messe kehrte zurück. Einen zweiten Anlauf zur Reformation fasste der Rat 1544, indem er Thomas Venatorius als Prediger berief; dieser hielt am 23. März 1544 die erste evangelische Predigt am Ort, Deutscher Orden und Johanniter blieben beim alten Glauben und verloren dafür St. Jakob und St. Johannis, und 1579 setzten Bürgermeister und Rat ihre Unterschrift unter die lutherische Konkordienformel von 1577.
Was die jüdische Gemeinde betrifft, so war sie eine unter vielen, wie sie damals in deutschen Städten bestanden; aus ihr stammte der Rabbi Meir von Rothenburg. Im Rintfleisch-Pogrom des Jahres 1298 brachte man beinahe die gesamte Gemeinde um, etwa 450 Menschen; schon kurz darauf ließen sich erneut Juden nieder, doch auch diese zweite Gemeinde wurde 1349, im Jahr der Pest, von einem Pogrom vernichtet. Ein drittes Mal kehrten jüdische Familien zurück, bis der Stadtprediger Johannes Teuschlein 1520 ihre endgültige Ausweisung durchsetzte; das Gemeindevermögen zog man ein, und aus der Synagoge am Kapellenplatz wurde eine Kapelle zur Reinen Maria, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde. Erlaubt war eine jüdische Ansiedlung in der Stadt dann erst wieder im 19. Jahrhundert.
In der Weimarer Republik wurden Stadt und Wahlbezirk zur Hochburg zunächst der DNVP, die hier mehrfach an die 80 Prozent holte, und danach der NSDAP, auf die bei der Wahl vom 5. März 1933 vor Ort 83 Prozent entfielen. Wenige Wochen vor der Reichspogromnacht, im Oktober 1938, verwies ein NSDAP-Kreisleiter die letzten 17 Jüdinnen und Juden der Stadt; ausgeführt wurde die Vertreibung von SA-Leuten und Hitlerjungen, und am 22. Oktober plünderte und zerschlug man die Einrichtung der Synagoge in der Herrngasse.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: ROM, DZT_MED
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Wenige Wochen vor Kriegsende, am 31. März 1945, traf ein Angriff der US-Luftwaffe den jüngeren Ostteil der Altstadt: rund 38 Prozent der dortigen Bausubstanz gingen verloren oder wurden beschädigt, 39 Menschen starben. Eigentlich hatte es der Verband auf ein Öllager im oberfränkischen Ebrach abgesehen; weil dort Vernebelung den Abwurf unmöglich machte, wich er auf Rothenburg als Ersatzziel aus — militärische Bedeutung hatte die Stadt keine. Was zerstört war, entstand danach getreu dem Vorbild wieder oder wurde saniert; weil Brandbomben gefallen waren, standen die Umfassungsmauern meist noch und trugen die neuen Bauten, und am Wiederaufbau beteiligten sich amerikanische Spender, woran die Tafeln am Wehrgang bis heute erinnern.
Das Bemerkenswerte an der Altstadt ist ihre Ursprünglichkeit: obwohl 1945 Bomben fielen und der Wiederaufbau schlicht und zurückhaltend ausfiel, fehlen ihr moderne Brüche fast völlig; ein begehbarer Befestigungsgürtel umschließt den historischen Kern, und ringsum liegt das kaum verbaute Tal der Tauber.





