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Rottweil hatte am 31.12.2025 25.001 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 67 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Rottweil
Rottweil liegt auf einem Felssporn über dem Neckar, ungefähr auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee, zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Das ist eine Lage für Straßen, und genau darum geht es in dieser Stadtgeschichte: Wer hier war, wollte durch — die Römer, die Staufer, die Franzosen, zuletzt die Bahn.
Ungewöhnlich ist, dass davon so viel stehen geblieben ist. Die Stadt wurde im Krieg kaum getroffen, und ihr spätmittelalterlicher Kern mit den Erkern und den geschmiedeten Stechschildern ist erhalten. Seit wenigen Jahren steht daneben etwas völlig anderes: ein Turm, in dem Aufzüge getestet werden, und eine Hängebrücke, die von der Altstadt aus zu ihm hinüberführt. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 25.001 Einwohner.
Die römische Siedlung auf dem Stadtgebiet entstand im Jahr 73 unter Kaiser Vespasian, im Zuge des Baus der Kinzigtalstraße. Sie hieß Arae Flaviae, Altäre der Flavier — gemeint war offenbar ein künftiges Zentrum des Kaiserkults, denn das Herrscherhaus, dem Vespasian entstammte, war die gens Flavia. Der Ort war Hauptort einer Civitas und besaß die Rechtsstellung eines Municipiums; mit rund 18 Hektar Fläche war er ausgedehnt, aber offenbar nie vollständig bebaut.
Gesichert wurde diese Gleichsetzung erst spät. Der Name Arae Flaviae ist über die Peutingertafel und bei Claudius Ptolemäus überliefert, doch erst 1950 machte ein Inschriftenfund die Zuordnung sicher: Auf einem hölzernen Schreibtäfelchen aus dem Jahr 186 stehen die Worte actum municipio Aris, also ausgestellt in der Stadt Arae. Um 260 verloren die Römer die Kontrolle an die Alemannen, die Stadt ging unter, und mit ihren Bewohnern verschwand auch der lateinische Name.
Was folgte, war kein Bruch, sondern eine Verschiebung. Aus einem alemannischen Herzogshof wurde der Königshof Rotuvilla, der 771 erstmals urkundlich erscheint; unter den Karolingern gewann er als Gerichtsort und Verwaltungszentrum an Gewicht. Das Rottweiler Hofgericht wird am 19. Januar 1299 erstmals genannt und zählte im Spätmittelalter zu den gewichtigen Gerichten des Reichs. Bis zum 7. September 1418 tagte es unter der Pürschgerichtslinde, danach vor dem Hochbrücktor.

Die Stadt selbst wurde in der Stauferzeit neu angelegt, auf einem Felssporn etwa zwei Kilometer westlich der Römerstadt, nach dem Zähringer Muster mit dem Straßenkreuz. Seit 1230 galt sie als Reichsstadt. 1299 kamen Bürgermeister, 1311 ein Großer und ein Kleiner Rat hinzu; 1359 erhielt die Stadt die Blutgerichtsbarkeit, 1383 erwarb der Rat das Schultheißenamt endgültig vom Reich, und 1401 bestätigte König Ruprecht die Reichsunmittelbarkeit, die vierhundert Jahre Bestand hatte.
Nach außen band sich Rottweil auffällig weit. 1463 schloss die Stadt ein befristetes Bündnis mit Schweizer Kantonen, 1476 kämpften Rottweiler in der Schlacht bei Murten auf deren Seite, und 1519 wurde das Bündnis auf dem Hauptstraßenkreuz im sogenannten Ewigen Bund unbefristet verlängert — damit war Rottweil zugewandter Ort der Alten Eidgenossenschaft. Die dunkle Kehrseite dieser Zeit sind die Hexenverfolgungen: Zwischen 1546 und 1661 sind 287 Verfahren belegt, 266 Menschen wurden hingerichtet; am 15. April 2015 beschloss der Rat ihre Rehabilitierung.
Das Ende der Reichsstadt war ein Auftritt mit Drohung. Am 8. September 1802 standen zwei Abgesandte des Herzogs von Württemberg vor dem Rat der Reichsstadt, verwiesen auf tausend bereitstehende Soldaten und forderten die Übergabe von Stadt, Ortschaften und Klöstern. Rottweil ergab sich, der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 bestätigte den Übergang, und 1806 wurde die Stadt Sitz eines württembergischen Oberamts. 1868 brachte der Bahnhof den Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz.
Die Stadt misst 71,76 Quadratkilometer und liegt 599 Meter hoch, am Neckar. Vom Befestigungsring stehen noch der Hochturm und der Pulverturm, dazu Reste des Predigerturms und das innerstädtische Schwarze Tor, das als Wahrzeichen gilt und zur staufischen Befestigung von 1230 gehört. Der Hochturm ist ein 54 Meter hoher staufischer Buckelquaderturm mit spätgotischen Aufbauten aus dem 13. Jahrhundert; er diente als Gefängnis und als Wachturm.
Die Sakralbauten prägen die Silhouette. Das Heilig-Kreuz-Münster wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet; die Kapellenkirche trägt ihren Namen nach einer Wallfahrtskapelle mit einer längst versiegten Heilquelle für Augenleiden. Die Predigerkirche, ehemals Dominikaner-Klosterkirche, entstand im 13. Jahrhundert, wurde 1753 umgestaltet und ist seit 1818 evangelische Stadtkirche. Die ehemalige Friedhofskirche St. Lorenz dient seit Jahrzehnten als Lorenzkapelle einem Museum. Die Stadt liegt zudem an der Deutschen Uhrenstraße — sehenswert sind dort die steinerne Sonnenuhr am Münster, die Sonnenuhr auf der Wappenscheibe im Saal des alten Rathauses und eine Turmuhr des 18. Jahrhunderts im Salinenmuseum.

Dass all das noch steht, hat einen nüchternen Grund. Zwischen dem 14. Oktober 1944 und dem 20. April 1945 forderten mehrere Luftangriffe 22 Tote und 72 Verletzte; zerstört wurde dabei nur etwa ein Prozent der Gebäude. Am 20. April 1945 rückten französische Truppen kampflos in die Stadt ein. Auch die Industriegeschichte hat hier Denkmalrang. Das 1975 stillgelegte Kraftwerk mit seinen 75 Meter hohen Schornsteinen am Eingang des Gewerbeparks Neckartal stammt von Paul Bonatz, dem Architekten des Stuttgarter Hauptbahnhofs; nach langem Leerstand wurde um das Jahr 2000 aus dem Areal eine Mischung aus sanierten Gebäuden, Ruinen und Veranstaltungsorten. Die denkmalgeschützte Städtische Turnhalle dient seit dem Jahr 2000 als Markthalle.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die jüdische Gemeinde der Stadt ausgelöscht. Die Synagoge in der Cameralamtsgasse wurde am 10. November 1938 von SA-Männern verwüstet und im Dezember für 8000 Reichsmark verkauft, 1940 löste man die jüdische Gemeinde auf, 1943 ging der Friedhof für 85 Reichsmark an die Stadt. Von den Gemeindemitgliedern konnten 75 auswandern, acht wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Einmal im Jahr gehört die Innenstadt den Masken. Beim Rottweiler Narrensprung ziehen am Fasnetsmontag und Fasnetsdienstag 3.000 Narren durch das Schwarze Tor die Stadt hinab, und 20.000 Zuschauer verfolgen das im mittelalterlichen Kern. Mit den Zünften aus Elzach, Oberndorf und Überlingen zusammen bildet Rottweils Narrenzunft den Viererbund.
Die Musik dazu ist datiert. Den Rottweiler Narrenmarsch komponierte 1882 Heinrich von Besele, den Text schrieb später Otto Wolf; während des Umzugs erklingt daneben immer wieder der Altjägermarsch, der Marsch der Freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815.
Seit einigen Jahren hat die Stadt eine zweite, sehr gegenwärtige Marke. Der TK-Elevator-Testturm ist 246 Meter hoch und dient dem Test und der Zertifizierung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen; er entstand von 2014 bis 2017 nach einem Entwurf des Architekten Helmut Jahn und trägt auf 232 Metern eine öffentliche Besucherplattform.
Über den Anschluss dieses Turms an die Altstadt haben die Bürger selbst entschieden. Im Frühjahr 2017 stimmten bei einer Beteiligung von 48,4 Prozent 71,6 Prozent für den Bau einer Fußgängerhängebrücke über das Neckartal. Die 606 Meter lange Neckarline wurde am 23. April 2026 eröffnet; sie überquert das Tal auf bis zu 60 Metern Höhe. Seither verbindet sie die historische Innenstadt mit dem Standort des Testturms.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_ROM, IKE
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