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Saalfeld/Saale hatte am 31.12.2025 28.474 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 39 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Saalfeld/Saale
Saalfeld liegt im Südosten Thüringens im Saaletal, in einer Höhe von etwa 235 Metern; die Stadt selbst breitet sich am westlichen, dem Bergufer des Flusses aus, während auf der östlichen Seite rund um den Bahnhof Gewerbe und Industrie dominieren. Südwestlich erhebt sich das Thüringer Schiefergebirge, dessen Berge am Stadtrand über 500 Meter erreichen. Das Stadtgebiet umfasst 145,56 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 28.474 Einwohner.
Die Altstadt sitzt auf einem Hügel unweit der Saale, eingefasst von einer größtenteils erhaltenen Mauer mit vier vollständig erhaltenen Toren. Wer hier ankommt, sieht Renaissancebauten, einen barocken Schlossbau und einen Bahnhof, der ein Netz von Strecken bündelt. Das Nebeneinander spiegelt die Geschichte einer Stadt, die Residenz war und später zum Eisenbahnknoten wurde, der Leipzig, Nürnberg, Gera und Jena verband.
Die mittelalterliche Geschichte ist quellenarm. Als Salauelda taucht Saalfeld angeblich schon 899 in einer Urkunde Kaiser Arnulfs auf; fast alle Historiker halten das für gesichert, doch die Herausgeber der Urkundenverzeichnisse bezeichnen den Ortsnamen darin als nicht identifiziert. Sicherer ist das Stadtrecht: Nachdem der Ort wieder in Reichsbesitz gekommen war, bekam Saalfeld 1208 das Stadtrecht, und die Schwarzburger bestätigten es als damalige Lehnsherren. Um 1250 kam neben das Benediktinerkloster ein Franziskanerkloster, das bis 1534 bestand.

Die Mauer wurde 1363 errichtet, eine erste Saalebrücke ist für 1373 genannt, ein erstes Rathaus für 1389. Wirtschaftlich zählten die Saaleflößerei seit 1258 und später der Bergbau. 1517 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der Stadt, und beim Wiederaufbau erhielt sie ihr heutiges, von der Renaissance geprägtes Bild: Das Rathaus entstand von 1529 bis 1537, die Münze 1551, viele Bürgerhäuser und die Stadtapotheke, die von 1617 bis 1620 erbaut wurde.
1675 machte Herzog Albrecht Saalfeld zu seiner Residenz, und 1677 begann er mit dem Schloss. Sein jüngerer Bruder Johann Ernst übernahm den Bau nach der ernestinischen Erbteilung von 1680 und vollendete ihn 1726. Das Herzogtum Sachsen-Saalfeld, das damals entstand, bestand nur bis 1745 und fiel dann an Sachsen-Coburg. Am 10. Oktober 1806 besiegten 14.000 französische Soldaten bei Saalfeld ein 9.000 Mann starkes preußisches Heer, wobei der preußische Prinz Louis Ferdinand ums Leben kam.
Kräftig wuchs die Bedeutung des Bahnknotens seit der Eröffnung der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld im Jahr 1871, und in den Jahrzehnten danach wurde Saalfeld zum Knotenpunkt zwischen Leipzig und Nürnberg. Bereits seit 1868 war die Stadt Verwaltungssitz eines Kreises im Herzogtum Sachsen-Meiningen, und nach 1918 wurde sie Kreisstadt des Landkreises Saalfeld, den es bis 1994 gab. In diesem Jahr entstand aus den 1952 gebildeten Kreisen Saalfeld und Rudolstadt der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit Saalfeld als Kreissitz.
Die gotische Johanneskirche wurde 1514 nach fast 150-jähriger Bauzeit fertiggestellt, und im Zuge der Reformation wurde sie 1524 die evangelische Stadtkirche Saalfelds. Das Rathaus am Marktplatz entstand nach dem Stadtbrand von 1517 zwischen 1529 und 1537 und gilt als bedeutender Renaissancebau Thüringens. Im Rathaushof steht das frühere Amtsgefängnis, im Volksmund „Hutschachtel“ genannt: ein turmartiger Rundbau, der von 1857 bis 1859 nach Plänen des meiningischen Landbaumeisters Carl Rudolf Tröger für 14.500 Gulden gebaut wurde. Bis 1950 diente er als Gefängnis, seit 1973 als Stadtarchiv.

Das Schloss, in dem heute das Landratsamt sitzt, entstand, nachdem man 1676 das Benediktinerkloster abgerissen hatte. Christian Wilhelm Gundermann errichtete es zwischen 1677 und 1679, von 1680 bis 1745 war es Residenz von Sachsen-Saalfeld, und die Schlosskapelle, ab 1704 gebaut, wurde 1720 geweiht. Das Schloss Kitzerstein stammt von 1435 und beherbergt heute die Musikschule; die Ruine des Hohen Schwarms, um 1300 von den Grafen von Schwarzburg zur Kontrolle von Stadt und Saaletal angelegt, thront über dem Steilufer.

Die Stadtbefestigung wird 1363 erstmals urkundlich erwähnt; ihre Mauer ist größtenteils erhalten und ihre vier Tore vollständig, das Blankenburger Tor in barocker Gestalt von 1739, das Obere Tor von 1738. Das Darrtor ist heute als Aussichtsturm begehbar, und in den Stadttoren zeigen Erlebnisausstellungen das Leben um 1600. Das ehemalige Franziskanerkloster, um 1250 gegründet, beherbergt seit 1904 das Stadtmuseum; von 1490 bis 1500 wurde es ausgebaut, und aus dieser Zeit blieben Kreuzgänge, Kapitelsaal, Klosterküche und Bibliothek erhalten. Die Marktapotheke in einem Wohnturm von 1468 und das Schloss Wetzelstein, ein neoromanisches Gebäude von 1878 bis 1880, ergänzen das Bild.
Die Feengrotten sind ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk, in dem Tropfsteine und vielfarbige Mineralien zu sehen sind. Sie wurden 1910 in alten Bergwerksstollen entdeckt und 1914 öffentlich zugänglich gemacht. Kleine Wasserbecken, die man später in der Grotte anlegte, lassen die Farben und Spiegelungen besonders wirken; das Guinness-Buch der Rekorde führt sie als „die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Das Grottoneum, ein Erlebnismuseum, gehört zu den Feengrotten.
Auch die Landschaft hat ihre Attraktionen. Im Stadtteil Obernitz ragt der Gleitsch als Sporn in das Saaletal und zwingt die Saale zu einer scharfen Biegung. Seine Felswand zur Saale, die Bohlenwand, ist 600 Meter lang und etwa 120 Meter hoch; wegen ihrer tektonischen, stratigraphischen und paläontologischen Besonderheiten wurde sie 2006 in die Liste der Nationalen Geotope aufgenommen. Seit spätestens 2021 ist Saalfeld staatlich anerkannter Kurort für den Heilstollenkurbetrieb.
Im Südosten beginnt die Saalekaskade, eine Kette von Stauseen bis Bad Lobenstein, zu der unter anderem die Bleilochtalsperre und die Talsperre Hohenwarte zählen. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Saalfeld liegt bei 8,6 Grad, der Jahresniederschlag bei 527 Millimetern.
Süß war die Vergangenheit: 1901 kauften die Brüder Alfred und Felix Mauxion die Saalfelder Neumühle und richteten dort eine moderne Schokoladenfabrik ein. Ernst Hüther übernahm sie 1917 und führte sie zu ihrer Blütezeit; bis zu 1800 Menschen stellten Kakaopulver, Schokoladentafeln, Pralinen und Desserts her. Der Hersteller Rotstern wurde in der DDR 1966 mit Berggold Pößneck vereint, es entstand der VEB Thüringer Schokoladenwerke Saalfeld, der ab 1980 zum Kombinat Süßwaren gehörte. Das neoromanische Schloss Wetzelstein war einst Besitz des Schokoladenfabrikanten Hüther.
Die Wirtschaft ist heute von Klein- und Mittelbetrieben geprägt. Arbeitgeber mit rund 740 Beschäftigten ist die Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH, und die Baxter Medical Systems GmbH, die medizinische Geräte herstellt, beschäftigt etwa 310 Menschen. Viele Saalfelder finden außerdem Arbeit in der Maxhütte im Nachbarort Unterwellenborn, die heute als Stahlwerke Thüringen firmiert und etwa 650 Menschen beschäftigt.

Die Bahnstrecke nach Hof wurde 1945 von der innerdeutschen Grenze unterbrochen und wird heute nur noch bis Blankenstein befahren. Die Bahn bleibt Standortfaktor: Seit Dezember 2017 hält in Saalfeld kein ICE mehr, weil der Hochgeschwindigkeitsverkehr über die neue Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt läuft; von Dezember 2023 bis Dezember 2025 hielten wieder Intercity-Züge im Zweistundentakt.
Auch die NS-Zeit hinterließ Spuren: 571 Menschen wurden vom Erbgesundheitsgericht zu Opfern der Zwangssterilisation gemacht, und während des Kriegs mussten 1.491 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den besetzten Ländern Zwangsarbeit leisten. Wegen der ausgedehnten Bahnanlagen wurde Saalfeld gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Ziel von Luftangriffen. Beim amerikanischen Angriff am 9. April 1945 starben in mehr als neun Stunden Bombenhagel mindestens 208 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder und Verwundete eines im Bahnhof stehenden Lazarettzuges; 22 Häuser wurden völlig zerstört und 573 beschädigt. Am 13. April übergab der amtierende Bürgermeister die Stadt den Amerikanern, nachdem die Wehrmacht alle Saalebrücken gesprengt hatte. Insgesamt fielen 819 Einwohner im Krieg.
Am 16. August 1951 stürmten aufgebrachte Wismut-Bergarbeiter das Gefängnis und das Polizeirevier, um inhaftierte Kumpel freizubekommen. Hintergrund waren die schlechten sozialen Bedingungen, die der rasche Zuzug vieler Bergleute für den Uranerzabbau mit sich brachte. Im Mai 1952 sprach ein Staatsgericht gegen zwölf angebliche Anführer Haftstrafen von acht bis fünfzehn Jahren aus. Der Uranerzabbau in der Umgebung erwies sich später als nicht lohnend und wurde eingestellt.
Auch der Zuschnitt der Stadt änderte sich: 1950 kamen Obernitz und Remschütz, 1963 Gorndorf, 1994 Beulwitz, 2011 Arnsgereuth und 2018 sowie 2019 weitere Ortsteile hinzu. Das Plattenbaugebiet Gorndorf, nach der Wende ein sozialer Brennpunkt, wertete die Stadt mit einem eigenen Stadtentwicklungskonzept erheblich auf.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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