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Saarbrücken hatte am 31.12.2025 182.859 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Saarbrücken
Saarbrücken ist die Landeshauptstadt des Saarlandes und liegt beiderseits der Saar unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Die amtliche Ortshöhe beträgt 190 m, die Stadtfläche 167,52 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 182.859 Einwohner.
Schon vor der Römerzeit siedelten im Bereich des heutigen Alt-Saarbrücken die Mediomatriker, und auf dem Sonnenberg lag eine keltische Höhenburg mit Fürstensitz. Vicus Saravus hieß die Siedlung am Halberg — überliefert ist der Name auf einem Meilenstein —, und mit ihr entstand auf dem heutigen Stadtgebiet zum ersten Mal ein Siedlungsmittelpunkt; hier trafen die Fernstraßen von Metz nach Mainz und von Straßburg nach Trier aufeinander. Ab der Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts führte eine teils oberirdisch, teils unterirdisch verlegte Leitung das Wasser der Schwarzenberger Quellen in den Ort; nachgewiesen sind ein Merkurtempel am Eschberg und ein Mithras-Heiligtum am Halberg, und Hypokaustheizungen wie auch medizinisches Gerät sprechen für einen gewissen Komfort und für ärztliche Versorgung. Ein Einfall der Alamannen brannte den blühenden Vicus Saravus vollständig nieder; wieder aufgebaut, erlag er wahrscheinlich einem weiteren Germaneneinfall, und der Ort verfiel rasch.

Als der Vertrag von Verdun 843 das Karolingerreich aufteilte, fiel die Saargegend an das Mittelreich Kaiser Lothars; ungefähr damals dürfte auf dem Saarfelsen, wo heute das Schloss steht, eine Burg in königlichem Besitz errichtet worden sein. Erstmals genannt wird sie als Königsburg castellum Sarabrucca in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos des Dritten vom 14. April 999, die sie dem Metzer Bischof zusprach; zwischen 1085 und 1088 erhielten die Saargaugrafen die Burg zu Lehen, und seit 1118 nannten sie sich nach ihr Grafen von Saarbrücken. Kaiser Friedrich der Erste ließ die Burg 1168 zum Teil niederlegen; nach 1171 wurde sie neu errichtet, und westlich davon wuchs eine kleine Siedlung, in der sich Burgmannen, Händler und Schutzsuchende niederließen.
Mit einem Freiheitsbrief gab Graf Johann von Saarbrücken-Commercy 1322 sowohl Saarbrücken als auch St. Johann das Stadtrecht; 1353 gelangte die Stadt an das Haus Nassau, bei dem Stadt und Grafschaft bis zur Französischen Revolution und zum Wiener Kongress verblieben. Dem frühneuhochdeutschen Prosaroman bahnte Gräfin Elisabeth von Lothringen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts den Weg: um 1437 übertrug und bearbeitete sie vier französische höfische Romane. Ein eigenes Siegel gebrauchte das hiesige Stadtgericht ab 1462; es steckt bis heute im Stadtwappen.

Der Dreißigjährige Krieg verheerte die Stadt: 1627 traf die Grafschaft die erste schwere Heimsuchung, 1635 floh die gräfliche Familie nach Metz, und nachdem zusätzlich die Pest ausgebrochen war, lebten 1637 in den Trümmern nur noch 70 Menschen. Im Französisch-Niederländischen Krieg ließ der König von Frankreich den Ort 1677 in Brand stecken, sodass außer acht Häusern die ganze Stadt zerstört war; die Reunionspolitik gliederte sie 1680 dem Königreich Frankreich an, und der Frieden von Rijswijk gab sie 1697 an das Heilige Römische Reich zurück. Als Wilhelm Heinrich 1741 die Regierung antrat, ging es wirtschaftlich aufwärts: Steinkohlegruben kamen in staatliche Hand, Eisenschmelzen wurden angelegt.
Der Bahnhof, den St. Johann von 1850 bis 1852 errichtete, band den Ort an das deutsche wie das französische Eisenbahnnetz an und setzte damit ein breites Wirtschaftswachstum in Gang; 1859 durfte St. Johann eine eigene Stadtverwaltung einrichten, und die jahrhundertealte gemeinsame Verwaltung mit Saarbrücken war beendet. Seit der Saar-Kohlen-Kanal 1866 fertig war, hing die Stadt am französischen Wasserstraßennetz; 1875 schlossen sich Malstatt und Burbach zusammen und wurden zur Stadt erhoben. Ein Vertrag vom 5. Dezember 1908 legte die drei selbstständigen Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach zum 1. April 1909 unter dem Namen Saarbrücken zusammen; die alte Stadt Saarbrücken heißt seither Alt-Saarbrücken, und die neue zählte bei ihrer Entstehung rund 105.000 Einwohner. Die saarländische Gebiets- und Verwaltungsreform schlug 1974 elf Nachbarstädte und -gemeinden hinzu; die Einwohnerzahl stieg dabei fast auf das Doppelte, auf über 200.000 Menschen, und die Fläche wuchs etwa auf das Dreifache.
Aus der mittelalterlichen Burg auf dem Saarfelsen formte der Baumeister Kempter von Vic von 1602 bis 1617 ein Renaissanceschloss; die alte Nikolauskapelle hatte bereits ab etwa 1470 der heutigen spätgotischen Schlosskirche weichen müssen. An der heutigen Alten Brücke über die Saar ließ Graf Philipp der Zweite von 1546 bis 1548 zu bauen beginnen; etwa gleichzeitig breitete sich in der Grafschaft reformatorisches Gedankengut aus, ausgehend vom Kollegiatstift St. Arnual, das 1569 aufgelöst wurde. An die Stelle der alten Stiftskirche St. Arnual trat ab etwa 1250 ein gotischer Neubau, der noch steht und um 1390 fertig war.
Unter Wilhelm Heinrich baute Friedrich Joachim Stengel das barocke Residenzschloss, und viele weitere Bauten machten aus dem Ort eine in sich geschlossene Barockstadt mit langen Sichtachsen und barocken Straßenzügen; 1775 stand die Ludwigskirche fertig da, und der Saarkran von 1762 zeugte vom Aufstieg der hiesigen Kaufmannschaft. Weil die gotische Schlosskirche ihre dreifache Aufgabe als Pfarrkirche, Hofkapelle und Begräbnisstätte nicht mehr fassen konnte, befahl der Fürst am 21. Oktober 1761 den Bau einer lutherischen Kirche in seiner Residenzstadt; sie sollte mitten auf einem neu anzulegenden Platz im Sinne einer barocken place royale stehen, und am 4. Juni 1762 legte man feierlich den Grundstein. Fertig waren Kanzel und Gestühl 1774, der Altar 1775, sodass am 25. August ein festlicher Gottesdienst mit einer eigens geschriebenen Kantate die Einweihung begehen konnte.
1792 rückten französische Revolutionstruppen ein und plünderten das Barockschloss; in den Kämpfen danach fing es 1793 Feuer und wurde zum Teil zerstört. Nach Entwürfen Georg von Hauberrissers entstand von 1897 bis 1900 das neogotische Rathaus St. Johann, das ab 1909 der vereinigten Großstadt als Rathaus diente.

Bombenangriffe richteten im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen an; am schlimmsten traf es die Stadt in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1944, als 325 britische Bomber über 350.000 Brandbomben abwarfen — 361 Menschen starben, und von Alt-Saarbrücken blieb fast nichts. Im Kern lag das Stadtgebiet zu 90 Prozent in Trümmern, an den Rändern zu 60 Prozent, und von der heutigen Bausubstanz stammt nur etwa ein Drittel aus der Zeit vor 1945. Tief in den historischen Stadtgrundriss griff der Bau der Stadtautobahn ein: damit sie an der Saar entlang durch die Innenstadt geführt werden konnte, riss man die vordere Schlossmauer ab und setzte sie um mehrere Meter zurück, wodurch die bis dahin anschließende Alte Brücke zu kurz wurde, und das Oberamtshaus Stengels an der Schlossmauer verschwand ganz.
Wer hier vor 1945 geboren wurde, hat viermal die Staatsangehörigkeit gewechselt. Wie nah die Grenze ist, zeigt auch die Kriegsgeschichte: gleich zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges schlug man im August 1870 dicht an der Stadtgrenze die für beide Seiten verlustreiche Schlacht bei Spichern; am 2. August nahmen französische Truppen die Stadt nach kurzem Gefecht ein, räumten sie jedoch in den frühen Morgenstunden des 6. August wieder.
Der Versailler Friedensvertrag stellte das Saargebiet und mit ihm die Stadt 1920 unter die Verwaltung des Völkerbundes; Saarbrücken wurde Hauptstadt dieses Gebiets.
Bei der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935, die derselbe Vertrag vorgeschrieben hatte, sprach sich die Mehrheit im Saargebiet für die Rückkehr zum Deutschen Reich aus, in der Stadt selbst 87,3 Prozent; gleich danach begannen politisch und rassistisch begründete Verfolgungen, und viele Bürger mussten emigrieren. Weil die Stadt zum Westwall gehörte und in der Roten Zone lag, wurde sie 1939 zu Kriegsbeginn geräumt; erst nach dem Frankreichfeldzug durfte sie 1940 wieder besiedelt werden. Während des Zweiten Weltkriegs führte der hiesige Oberbürgermeister in Personalunion auch die französische Nachbarstadt Forbach; zum 1. April 1943 kam Forbach samt mehreren Gemeinden als besonderer Verwaltungsbezirk unter die Verwaltung von Stadt und Stadtkreis. Die letzten jüdischen Einwohner brachte man am 21. und 22. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs; von dort verschleppte man die meisten 1944 in die Vernichtungslager, und die Synagoge in St. Johann war schon bei den Novemberpogromen 1938 niedergebrannt.
Zwei Jahre nach Kriegsende, 1947, wurde das Saarland ein autonomer Staat mit der Stadt als Hauptstadt; 1948 entstand mit französischer Hilfe die Universität des Saarlandes, hervorgegangen aus einem Institut, das anfangs der Universität Nancy angegliedert war. Über das Saarstatut stimmten die Saarländer am 23. Oktober 1955 ab: im damaligen Stadtgebiet sagten 30.858 Menschen Ja und 48.063 Nein, und daraufhin kamen Stadt und Land 1957 politisch sowie 1959 wirtschaftlich zur Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1999 feierte die Stadt das tausendjährige Jubiläum ihrer urkundlichen Ersterwähnung. Heute zeigt sich die Grenznähe im Alltag: In den Cafés stehen wegen der kurzen Wege nach Frankreich vermehrt französische Süßigkeiten auf der Karte, vor allem rings um den zentralen St. Johanner Markt. Auch der Nahverkehr überquert die Grenze: Die 1997 eröffnete Saarbahn, eine Stadtbahn nach dem Tram-Train-Prinzip, verbindet die Innenstadt mit der Strecke nach Sarreguemines in Frankreich.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
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