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Saarlouis hatte am 31.12.2025 37.675 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Saarlouis
Saarlouis liegt im mittleren Saartal, wo der Fluss ein weites, ovales Becken ausgeräumt hat, und ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 37.675 Einwohner. Wer heute durch die Innenstadt geht, folgt dem sechseckigen Grundriss der früheren Festung, vorbei an Wällen, Gräben und Kasematten, und findet neben dem Rathaus am Großen Markt einen Platz, dessen Diagonalen exakt in den Himmelsrichtungen laufen.
Kaum eine deutsche Stadt hat so viele Namen gehabt. Französisch heißt sie Sarrelouis, zwischen 1793 und 1810 hieß sie Sarre-Libre, und von 1936 bis 1945 nannten die Nationalsozialisten sie Saarlautern. Dass alle drei Namen auf demselben Stadtplan liegen, liegt an der Entstehung: Die Stadt wurde geplant, bevor es sie gab.

Seit 1670 hielt Frankreich Lothringen militärisch besetzt, auch der Friede von Nimwegen 1679 brachte keine Änderung. Ein Jahr später, 1680, ließ König Ludwig XIV. an der Ostgrenze die Festungsstadt errichten. Die Saar sollte gesichert werden, so wie Metz den Übergang über die Mosel beherrschte, und das versumpfte Tal ließ sich leicht überfluten. Vauban entwarf die Stadt, und Gouverneur der Festung war von 1680 bis 1710 Thomas de Choisy.

Für den Bau musste Platz geschaffen werden. Die Einwohner des lothringischen Wallerfangen wurden 1687/88 zwangsweise in die neue Stadt umgesiedelt, und in Wallerfangen selbst trug man die meisten Häuser ab, um Baumaterial zu gewinnen. 1683 verlieh Ludwig XIV. der Stadt bei einem Besuch ihr Wappen mit der aufgehenden Sonne und drei Lilien; auf dem Spruchband steht Dissipat Atque Fovet, sie zerstreut und erwärmt.
Lothringen bekam 1697 seine Souveränität zurück, Saarlouis blieb französische Exklave. Die Revolution brachte am 22. Juli 1793 den antiroyalistischen Namen Sarre-Libre, den man 1810 wieder ablegte. Die Kaiserkrönung Napoleons beging die Stadt am 6. Januar 1805 mit einem eigenen Fest: Auf den Höhen brannten Freudenfeuer, die Stadt wurde illuminiert, und in der Kirche erklang ein Te Deum. Der Zweite Pariser Frieden vom 20. November 1815 und der Wiener Kongress brachten die Stadt an Preußen. Am 1. Dezember 1815 räumte die französische Garnison die Stadt. Preußen baute die Festung weiter aus, bis man sie ab 1887 schleifte. Auch die Revolution von 1848 blieb nicht ohne Folgen. Nach dem Prümer Zeughaussturm verurteilte das Militärgericht in Saarlouis drei Landsturmsoldaten zum Tode, die sich geweigert hatten, auf ihnen bekannte Revolutionäre zu schießen. Am 14. Oktober 1849 wurden sie im Fort Rauch erschossen, und für sie hielt man in der Stadtpfarrkirche ein Seelenamt, an dem viele Einwohner teilnahmen.

Der Große Markt ist der frühere Exerzierplatz und wurde zwischen 1680 und 1690 angelegt, nach Plänen von Vauban und Thomas de Choisy. An seiner Seite steht die Kommandantur im Stil des Barock aus den Jahren 1680 bis 1683, an den Ecken vier Trinkwasserbrunnen aus dem 19. Jahrhundert. Das Rathaus stammt aus den Jahren 1951 bis 1954.
Die Pfarrkirche St. Ludwig wurde 1685 gebaut und immer wieder umgebaut; ihr Kirchenschiff von 1970 entwarf der Architekt Gottfried Böhm in Sichtbeton. Die evangelische Kirche von 1904 bis 1906 steht auf der früheren Bastion V. Auf der Vauban-Insel, einem ehemaligen Vorwerk, stehen die Denkmäler für Marschall Ney und den Soldaten Lacroix; Neys Geburtshaus liegt in der Bierstraße.

Die Wälle im Norden der Innenstadt nutzt die Gastronomie heute als Kasematten, die Gräben sind Teil der Grünanlagen. Die Vauban-Kaserne von 1680 gilt als Kaserne dieser Art aus der Frühzeit; in mehreren früheren Kasernen sind inzwischen ein Museum und ein Einkaufszentrum untergebracht.
Ein Kuriosum ist der Katerturm. Er entstand vor der Abstimmung über das Saar-Statut 1955 und sollte nur kurz stehen bleiben; 2001 beschloss man seine Sanierung, die 2008 abgeschlossen war. Der Alte Friedhof südlich der Walter-Bloch-Straße wurde 1773 angelegt. Zum Stadtjubiläum 1980 schrieb der Schriftsteller Alfred Gulden ein Theaterstück über die Stadt.
Ab 1966 bauten die Ford-Werke im neuen Industriegebiet Röderberg ein Automobilwerk, das ab 1970 den Ford Escort fertigte. Zuletzt lief dort der Focus. 2022 wurde die Schließung des Werks angekündigt; die Produktion sollte im November 2025 enden. Rund 5000 Beschäftigte hatte das Werk, dazu kamen etwa 2.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern.
Daneben stehen andere Arbeitgeber: das Kaufhaus Pieper mit mehreren Gebäuden in der Innenstadt, die Schokoladenfabrik Ludwig mit über 1.000 Mitarbeitern, die Mineralölwerke Méguin, die seit 1847 bestehen, und im Gewerbegebiet Lisdorfer Berg unter anderem der Küchenhersteller Nobilia. Über den Hafen Saarlouis/Dillingen ist die Stadt an das europäische Binnenwasserstraßennetz angebunden; 2014 wurden dort rund 3,3 Millionen Tonnen umgeschlagen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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Nach 1918 besetzte Frankreich die Stadt, das Saargebiet kam unter Völkerbundverwaltung. Nach der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 ging es zum 1. März 1935 an das Deutsche Reich zurück, und am 13. Januar 1936 wurde die Stadt in Saarlautern umbenannt. Diesen Namen hatte Hitler schon 1935 auf Wahlkampfkundgebungen als antifranzösische Provokation benutzt. Um die 364 jüdischen Einwohner flohen um 1935 überwiegend ins Ausland, rund hundert von ihnen wurden ermordet, und die Synagoge von 1828 wurde 1938 verwüstet.
Der Krieg hinterließ tiefe Spuren. Schon 1942 verwechselte die Royal Air Force Saarlouis bei einem Nachtangriff mit Saarbrücken, und die Stadt erlitt schwere Schäden; im Herbst 1944 erklärte Hitler sie zur „Zitadelle Saarlautern“. Zwischen Dezember 1944 und März 1945 wechselte die Kontrolle über die Stadt mehrfach zwischen Deutschen und Amerikanern; Artillerie und Häuserkampf zerstörten große Teile der Innenstadt. Am 14. Juli 1945 ordnete Regierungspräsident Hans Neureuter an, den geschichtlichen Namen Saarlouis wieder zu führen. 1968 zog das letzte französische Truppenkontingent ab, und seit 1972 ist die Stadt Garnison der Bundeswehr. Im Alltag prägt auch die Bundeswehr die Stadt: In der Graf-Werder-Kaserne sind der Stab und weitere Teile der Luftlandebrigade 1 stationiert.
