Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Salzwedel hatte am 31.12.2025 22.924 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 36 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Salzwedel
Salzwedel liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Stelle, an der die Salzwedeler Dumme in die Jeetze mündet. Seit dem 1. April 2008 trägt Salzwedel offiziell den Zusatz Hansestadt. Von 1263 bis 1518 war die Stadt Mitglied der Hanse und konnte so am Handel teilnehmen.
Zu sehen sind heute Backsteinkirchen, Fachwerkhäuser und Reste der Stadtbefestigung. Über die Stadt hinaus bekannt ist vor allem ihr Baumkuchen. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 22.924 Einwohner.

Schon seit dem Jahr 800 vermutet man an der Stelle der heutigen Stadt eine Siedlung neben der Burg. Soltwidele, der alte Name der Stadt, verweist auf eine Furt der Jeetze an der Salzstraße. Im Jahr 1112 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt, und die erste Bezeichnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1233. Ab 1247 entstand nordöstlich der Altstadt planmäßig die Neustadt als eigenständige Stadt, und erst 1713 wurden beide vereinigt.
Über die Jeetze gingen Getreide, Häute, Tücher und Bier bis nach Visby auf Gotland und nach Russland. Die Dumme wurde im 13. Jahrhundert zur Jeetze hin abgeleitet, und erst dadurch wurde die Jeetze ab Salzwedel schiffbar; der letzte Jeetzekahn verließ die Stadt 1908. Straßennamen wie Schmiede-, Wollweber- oder Radestraße erinnern an das Handwerk, das die Stadt damals zu einer Tuchmacherwerkstatt machte. Auch jüdisches Leben ist bis ins 13. Jahrhundert nachweisbar; 1297 wurde die Stendaler Judenordnung überliefert, die die Rechte der örtlichen Juden bestätigte.
Die Reformation fasste 1541 in Salzwedel Fuß. Die Franziskanerkirche wurde von 1577 bis 1581 evangelisch umgestaltet und diente als Schulkirche. Der Dreißigjährige Krieg ruinierte die Stadt beinahe, obwohl niemand sie belagerte. Grund waren Einquartierungen fremder Truppen; der Söldner Peter Hagendorf lag mit seiner Einheit von Dezember 1627 bis Februar 1628 im Winterlager. 1670 gab es in der Neustadt neben 287 bewohnten Häusern noch immer 145 wüste Hausstellen.
Im Jahr 1816 wurde Salzwedel Sitz des gleichnamigen Kreises in der preußischen Provinz Sachsen. 1870 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss, wodurch die Schifffahrt auf der Jeetze an Bedeutung verlor. Seit der Kreisreform von 1994 ist sie Kreisstadt des Altmarkkreises Salzwedel. Von 1946 bis 1950 war sie zwischenzeitlich kreisfrei.
Die Marienkirche war im Mittelalter Propstei- und Hauptpfarrkirche der Altstadt, und ihre Bauphasen reichen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Ihr fast 86 Meter hoher schiefer Turm prägt weithin sichtbar die Stadtsilhouette. Die Katharinenkirche, Hauptpfarrkirche der 1247 gegründeten Neustadt, entstand im 14. und 15. Jahrhundert als dreischiffige Hallenkirche. Die Lorenzkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zeigt den Wechsel von der Romanik zur Gotik und diente von 1692 bis 1859 weltlichen Zwecken, unter anderem als Salzlager. Die Mönchskirche dient seit 1986 als Konzert- und Veranstaltungshalle.
Der Burgturm im Burggarten wurde vor 1200 erbaut und ist heute 24 Meter hoch. Das Rathaus sitzt im früheren Franziskanerkloster, das von 1541 bis 1883 als Stadtschule und Gymnasium diente und erst seit 1895 als Rathaus genutzt wird. Der begehbare Rathausturm der Neustadt wurde 1585 erbaut, hat aber einen Kern aus dem 13. Jahrhundert. Das ehemalige Rathaus der Altstadt, heute Amtsgericht, wurde 1509 auf einem Vorgängerbau errichtet.

Von den Stadttoren stehen noch das Neuperver Tor von 1460 bis 1470, das Steintor um 1530 und der Karlsturm um 1500. Im Süden der Altstadt stehen der Hungerturm und das 1490 auf der Stadtmauer errichtete Speicherhaus Kluhs. Das Adam-und-Eva-Tor ist ein Holzportal aus dem Jahr 1534, das an einem Haus wiederverwendet wurde. Der Bürgermeisterhof von 1543 vereint Fachwerk mit Teilen der Stadtmauer und einem Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert. Das Terrakottenhaus wurde 1722 gebaut und trägt 15 Reliefs modisch gekleideter Damen und Herren des 16. Jahrhunderts.
Der Salzwedeler Baumkuchen wird in mehreren Betrieben hergestellt und ist über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Eine Baumkuchen-Fabrik wurde 1808 gegründet und bekam 1865 den Titel Königlicher Hoflieferant. In der DDR wurde sie 1958 enteignet; die damals 72 Jahre alte Inhaberin wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie Baumkuchen in die Bundesrepublik versandt und damit, so der Vorwurf, der Bevölkerung der DDR wertvolle Rohstoffe entzogen hatte. 1990 wurde das enteignete Unternehmen zurückgegeben.

Zu den regionalen Spezialitäten zählen außerdem die Altmärkische Hochzeitssuppe, der Tiegelbraten aus Hammelfleisch und das Zungenragout. Der Puparschbierbrunnen am Eingang zum Burggarten verweist auf die jahrhundertealte Brautradition.
Das jüdische Leben, das in der Stadt seit dem Mittelalter bestand, zerstörte der Nationalsozialismus: Die jüdischen Salzwedeler wurden überwiegend am 13. April 1942 ins Warschauer Ghetto deportiert, und 16 Stolpersteine erinnern heute an die Ermordeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben von den jüdischen Einwohnern nur drei in der Stadt. Von Ende Juli 1944 bis zum 14. April 1945 bestand ein Außenlager des KZ Neuengamme, in dem zunächst 400 und später bis zu 1.500 meist jüdische Gefangene arbeiten mussten. Der Luftangriff vom 22. Februar 1945 zerstörte den Bahnhofsbereich und forderte etwa 300 Menschenleben, während die Altstadt weitgehend verschont blieb.
Nur fünf Kilometer nördlich des Zentrums verlief zur DDR-Zeit die innerdeutsche Grenze. Auf der Suche nach seinen Kühen starb am 11. Juni 1967 der Landwirt Ernst Wolter aus Lüchow-Dannenberg an der Grenze durch eine Landmine. Von April 1971 bis April 1986 war Salzwedel Standort einer Hubschrauberstaffel der Grenztruppen der DDR. Viele Häuser verfielen in der DDR-Zeit, und nach der Wende 1989 wurden viele verlassen, sodass 2007 eine Aktion begann, Häuser und Grundstücke günstig anzubieten.
Das Zentrum der friedlichen Revolution war in Salzwedel die Katharinenkirche. Der frühere Grenzstreifen ist heute als Grünes Band eine besondere Ökozone. In Hoyersburg steht ein Grenzturm als Denkmal.

Der Dionysiusmarkt, kurz Nysmarkt, findet als großes Stadtfest um den Tag der Deutschen Einheit statt. Den 28. Hansetag der Neuzeit richtete die Hansestadt vom 5. bis 8. Juni 2008 aus; im Jahr 2038 ist sie erneut Gastgeberin. Das Hansefest Anfang Juni hat sich als weitere Veranstaltung etabliert. Im September findet seit 2013 das dezentrale Kunstfestival Wagen und Winnen statt, das sich über die Altmark und angrenzende Landkreise erstreckt.
Das Bundesfinale des Bandwettbewerbs Local Heroes wird jährlich in Salzwedel ausgetragen, der Wettbewerb läuft seit 1990. Seit 2014 findet im August bei Pretzier das Musikfestival Forest Jump statt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.






