Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Schleswig hatte am 31.12.2025 25.567 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schleswig
Schleswig liegt am westlichen Ende der Schlei, eines schmalen Ostseearms, der weit ins Binnenland reicht. Der Ort ist der Erbe einer Siedlung, die zu ihrer Zeit zu den wichtigsten Handelsplätzen Nordeuropas gehörte: Haithabu lag auf der anderen Seite des Wassers und wurde 1066 zerstört.
Seither hat diese Stadt viele Rollen gehabt und die meisten wieder abgegeben. Sie war Bischofssitz, Residenz eines faktisch souveränen Herzogtums, Sitz der Regierung des Herzogtums Schleswig und Hauptstadt der preußischen Provinz. Was von alledem blieb, sind ein Dom, ein Schloss auf einer Insel, ein Fischerviertel namens Holm — und eine ungewöhnliche Dichte an Gerichten.
Der Name taucht 804 als Sliasthorp zum ersten Mal auf. Die Endung deutet darauf hin, dass es sich um eine Nebensiedlung handelte; der Hauptort lag am Haddebyer Noor und hieß Haithabu. König Gudfred baute ihn 808 zum Handelsplatz aus. Um 900 eroberten schwedische Wikinger unter König Olaf das Gebiet, 934 schlug der ostfränkische König Heinrich I. dessen Sohn Knut I. und machte Haithabu tributpflichtig. 947 gründete der König und spätere Kaiser Otto I. das Bistum Schleswig.
Als Haithabu 1066 endgültig zerstört wurde, übernahm die Siedlung am Nordufer der Schlei sein Erbe. Zusammen mit dem Westhafen bei Hollingstedt bildete sie ein Zentrum des nordeuropäischen Handels — der Landweg zwischen Nord- und Ostsee war hier besonders kurz. Für das Jahr 1134 erwähnt Saxo Grammaticus erstmals den Dom. Die Bischöfe residierten zunächst auf einer Burg, deren Reste heute unter Schloss Gottorf liegen; sie wird 1161 zuerst genannt, als Bischof Occo seinen Sitz auf die Schlossinsel verlegte.
Die Handelsrolle ging verloren, weil das Wasser zu flach wurde. Im 13. Jahrhundert musste Schleswig seinen Rang als überregionale Handelsmetropole an Lübeck abgeben, im Spätmittelalter auch den regionalen Vorrang an Flensburg: Für die größer werdenden Schiffe reichte die Tiefe der Schlei vielerorts nicht mehr. Was stattdessen kam, war die Politik. Nach der Landesteilung von 1544 wurde die Stadt Residenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf.
In die ersten Jahre der Residenz fallen die Schleswiger Hexenprozesse. Zwischen 1548 und 1551 wurden in Schleswig mindestens 38 Frauen als Hexen verurteilt und hingerichtet; Richtstätte war der Marktplatz, und die Prozessakten liegen bis heute im Stadtarchiv.
Ein Jahrhundert später blühte der Gottorfer Hof auf. Unter Herzog Friedrich III. und seinem Sohn Christian Albrecht wurde die Residenz zu einem Anziehungspunkt für Gelehrte: Der Hofgelehrte Adam Olearius beschrieb 1647 seine Reisen nach Moskau und Persien, und der Maler Jürgen Ovens arbeitete hier ebenso wie der Bildschnitzer Hans Gudewerdt der Jüngere. 1658 löste sich Friedrich III. mit schwedischer Unterstützung weitgehend von der dänischen Krone.
1711 wurden die Vorstädte Lollfuß und Friedrichsberg eingemeindet und zur combinirten Stadt Schleswig zusammengefasst. Nach dem Großen Nordischen Krieg fielen die Gottorfer Anteile an den dänischen König, und die Herzöge mussten ihre Residenz nach Kiel verlegen — für die Stadt ein schwerer wirtschaftlicher Schlag. Eine erneute Blüte brachte erst der Statthalter Landgraf Carl von Hessen, der von 1744 bis 1836 lebte; damals zählte Schleswig rund 11.000 Einwohner.
Der Dom St. Petri ist das Wahrzeichen der Stadt, aber sein auffälligster Teil ist jung: Der 112 Meter hohe Domturm wurde erst von 1888 bis 1894 in preußischer Zeit gebaut. Um den Dom liegt die Altstadt mit dem Rathaus, daneben die Domschule, und aus dem Stadtgebiet sind weitere Kirchen und Klöster aus sehr verschiedenen Jahrhunderten überliefert, manche nur noch als Name oder Fundament: das Franziskanerkloster Graukloster, das Dominikanerkloster St. Maria Magdalena, ein Benediktinerkloster, die Michaeliskirche und die Dreifaltigkeitskirche.

Nach der Reformation verschwanden fast alle der zahlreichen Kirchen und Klöster; an ihre Stelle traten Adelspalais, in denen die Beamten des aufblühenden Herzogtums wohnten. Das erklärt das heutige Straßenbild von Friedrichsberg. Wie gründlich damals abgerissen wurde, zeigten später Ausgrabungen an der Maria-Magdalena-Kirche, von der nur die Fundamente übrig waren.
Das zweite große Bauwerk steht auf einer Insel. Schloss Gottorf wurde nach dem Verlust der Residenzfunktion Sitz des Obergerichts und der Regierungsbehörde für das ganze Herzogtum Schleswig, ab 1834 auch einer gemeinsamen Regierung für Schleswig und Holstein. Zum Schlossbereich gehören der Burgsee und ein barocker Fürstengarten, dessen Einzelteile in der Denkmalliste stehen: der Globusgarten, der Herkulesteich, die Kleine Kaskade, der Antentempel, der Ehrenhof und ein Eiskeller.

Der dritte Ort ist ganz anders. Der Holm ist ein Viertel kleiner Fischerhäuser an der Schlei, in dem auch das St.-Johannis-Kloster liegt. Bis 1935 war er tatsächlich eine Insel; erst der Bau der Knud-Laward-Straße als Zufahrt zu einer Kaserne machte ihn zum Festland. Die Klosteranlage ist mit ihren Einzelteilen denkmalgeschützt, vom Klausurgebäude mit Schwahl und Remter über das Priörinnenhaus bis zur Klostermauer und den Gartenanlagen. Dazu kommt der Holmer Friedhof, der mitten im Viertel liegt.
Ab 1840 beherrschte der deutsch-dänische Konflikt das Leben der Stadt. Das Schleswig-Holstein-Lied entstand hier: Den Text schrieb der Advokat Chemnitz, die Musik stammt von Bellmann, dem Kantor des St.-Johannis-Klosters. Gesungen wurde es erstmals beim Sängerfest der Liedertafeln, das vom 23. bis 25. Juli 1840 in der Stadt stattfand. Am 23. und 24. April 1848 kam es zur Schlacht von Schleswig. An das Lied erinnert bis heute ein Denkmal für Chemnitz und Bellmann.
Politisch brachte das der Stadt zunächst Verluste: Nach 1851 verlor sie sämtliche herzoglichen Regierungsbehörden, und die Ständeversammlung tagte fortan in Flensburg. Danach kam die Gegenbewegung: Schleswig wurde Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und blieb es bis 1946. Die Provinzialregierung bekam 1878 ein repräsentatives Gebäude, von 1866 bis 1919 war die Stadt Garnison, und von 1890 bis 1936 fuhr eine etwa 4 km lange Straßenbahn vom Rathausmarkt zum Bahnhof.
Wie zerbrechlich diese Ordnung war, zeigte sich Anfang 1920: Während des Kapp-Putsches lieferten sich die Garnison auf Schloss Gottorf, die sich dem Umsturzversuch angeschlossen hatte, und bewaffnete regierungstreue Arbeiter Gefechte. Ein Gedenkstein am Schloss, den man 1936 für die getöteten Putschisten aufstellte, steht mit erklärender Beischrift bis heute dort.

Den zweiten großen Verlust brachte 1946 die Umwandlung der Provinz in ein Bundesland: Kiel wurde Landeshauptstadt. Als Ausgleich bekam Schleswig das Oberlandesgericht, das Landesarchiv, das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum. Heute wird die Stadt als Justizhauptstadt des Landes bezeichnet, weil hier das Landesverfassungsgericht, drei weitere Obergerichte und die Generalstaatsanwaltschaft sitzen.
Zu Beginn der Nachkriegszeit lebten 26.213 Menschen hier, dazu kamen fast 10.000 Flüchtlinge und Vertriebene; zum 31. Dezember 2025 zählte Schleswig 25.567 Einwohner. Wie sich dieser Verwaltungsstandort wirtschaftlich entwickelt, zeigen die Kennzahlen auf der Datenseite.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Über die Dächer ragen zwei jüngere Bauten: der Wikingturm mit 90 Metern und 27 Etagen auf dem Friedrichsberg und der 139 Meter hohe Funkturm Schliekieker im Norden.






