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Schmalkalden hatte am 31.12.2025 19.141 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 40 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schmalkalden
Schmalkalden liegt im Südwesten Thüringens, dort, wo die Schmalkalde einerseits die Stille und andererseits die Werra trifft, am Südwesthang des Thüringer Waldes. Die Stadt liegt auf 295 Metern über dem Meeresspiegel und umfasst 105,38 Quadratkilometer. Fast sechs Jahrhunderte lang gehörte sie ganz oder teilweise zu Hessen, und das merkt man ihr bis heute an der Kirchenzugehörigkeit und an ihren Partnerschaften an.
Drei Dinge haben die Stadt geprägt. Das erste ist der Schmalkaldische Bund, in dem sich 1531 die protestantischen Reichsstände gegen den Kaiser verbündeten. Das zweite ist das Eisen, aus dem über Jahrhunderte Werkzeuge, Messer und Besteck geschmiedet wurden. Das dritte ist die Hochschule, die seit 1991 an die Tradition der Ingenieurschule anknüpft. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 19.141 Einwohner.
Im Jahr 874 wird der Ort zum ersten Mal in einer Urkunde genannt, als „villa Smalacalta“, zusammen mit Wasungen und Schwallungen, als Besitz, den eine fränkische Adlige dem Kloster Fulda schenkte. Der Thronstreit zwischen Staufern und Welfen zerstörte den Ort 1203. Eine Szene aus dem Jahr 1227 hat die Erinnerung der Stadt besonders geprägt: Elisabeth von Thüringen verabschiedete sich in Schmalkalden von ihrem Gatten, dem Landgrafen Ludwig, der zu einem Kreuzzug aufbrach und am 12. September, kurz nach der Einschiffung in Otranto, an einer Infektion starb.
Die erste Urkunde, die sie als Stadt erwähnt, stammt von 1250, das Stadtrecht von Gelnhausen erhielt sie 1335, und ein Stadtsiegel aus dem Jahr 1272 belegt die städtische Selbstverwaltung; es zeigt eine Mauer mit Tor zwischen zwei Türmen und eine Henne auf einem Berg. Die Henne erinnert daran, dass die Grafen von Henneberg damals Herren der Stadt waren, seit 1247 nach dem Tod des letzten thüringischen Landgrafen aus dem Haus der Ludowinger.
1360 kauften der Landgraf von Hessen und die Witwe eines Grafen von Henneberg Stadt und Amt Schmalkalden für 43.000 Goldgulden. Damit begann eine Doppelherrschaft, die die Stadt in zwei Hälften teilte. Erst als der letzte hennebergische Fürstgraf Georg Ernst 1583 starb, endete sie; ab 1584 regierte der hessische Landgraf Wilhelm allein. Von 1585 bis 1590 ließ er über der Stadt die nach ihm benannte Wilhelmsburg bauen, an der Stelle einer älteren Burg. 1605 starb im Gefängnis Anna Bühn, die man der Hexerei beschuldigt hatte. Über Jahrhunderte saßen danach Abgeordnete aus Schmalkalden in den Landtagen Hessens, zuletzt im Provinziallandtag der preußischen Provinz Hessen-Nassau von 1886 bis 1933.

Wie eng Schmalkalden mit Hessen verbunden blieb, zeigt das Jahr 1944: Erst am 1. Juli wurde die Stadt mit dem gesamten Landkreis dem Regierungsbezirk Erfurt zugeschlagen und damit Thüringen. Im Juni 1945 gehörte sie offiziell zum Land Thüringen. 1990 hofften viele, der Kreis werde sich Hessen anschließen; das erwies sich rasch als Illusion, nur die evangelischen Gemeinden gehören seit 1991 wieder zur Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Ihren Platz in den Geschichtsbüchern verdankt die Stadt einem Bündnis. Nachdem Kaiser Karl der Fünfte auf dem Augsburger Reichstag 1530 die Confessio Augustana, das protestantische Glaubensbekenntnis, abgelehnt hatte, schlossen die evangelischen Reichsstände 1531 unter Führung Landgraf Philipps von Hessen den Schmalkaldischen Bund. Er bestand bis 1547; von den insgesamt 26 Bundestagungen fanden sieben in Schmalkalden statt. Der Streit zwischen Bund und Kaiser mündete 1546 und 1547 im Schmalkaldischen Krieg.
Auch die Stadt selbst hielt die Erinnerung wach. Das Lutherhaus stammt von 1530. Die Stadtkirche St. Georg wurde von 1437 bis 1509 erbaut, das Rathaus schon 1419.
Jüdisches Leben ist in Schmalkalden früh nachweisbar: Eine Mikwe aus dem 14. Jahrhundert wurde freigelegt, 1611 durften sich wieder jüdische Familien ansiedeln, und 1622 wurde eine Synagoge gebaut. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde die Synagoge in der Judengasse geschändet und am folgenden Morgen mit Dynamit gesprengt; etwa 50 Männer der jüdischen Gemeinde verschleppte man in das KZ Buchenwald, und 1942 wurden etwa 15 Personen als die letzten in der Stadt verbliebenen Juden deportiert.
Das Stadtbild ist sehenswert, und das hat einen einfachen Grund: Etwa 90 Prozent der spätmittelalterlichen Fachwerkhäuser sind erhalten geblieben. Im Haus in der Weidebrunner Gasse 13, gebaut 1369 bis 1370, mischen sich Ständer- und Stockwerkbauweise; mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurde es 2013 saniert, und heute bietet das Erdgeschoss Kunsthandwerk an. Der Hessenhof am Neumarkt trägt einen Wandbildzyklus zum Ritterroman Iwein.

Über der Stadt liegt Schloss Wilhelmsburg, das von 1585 bis 1590 als Residenz des Landgrafen entstand und heute ein Museum beherbergt; zu ihm gehört die Schlosskapelle. Der frühere Marstall in der Straße „Hoffnung“, nach 1618 erbaut, trägt die Wappen des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel und seiner zweiten Frau Juliana; später diente er als Amtsgericht. Die Heiliggrabbehausung in der Pfaffengasse hat einen romanischen Kern.

Wie verwundbar dieses Erbe war, zeigt der 6. Februar 1945. Bei dem Luftangriff wurde der Baubestand der Altstadt erheblich getroffen, besonders die Gebäude in der Haindorfsgasse und Teile der Marktbebauung; zusammen mit dem Angriff vom 20. Juli 1944 forderten die beiden Bombardierungen 88 Tote. Am 3. April 1945 besetzten US-Truppen die Stadt kampflos, weil sich der Chefarzt der Klinik Friedrich Jahn den Anweisungen der Wehrmacht widersetzt hatte.
Die Grundlage der Stadt war das Eisen. Braun- und Roteisenstein wurden hier abgebaut und verhüttet, und der Bergbau ist erstmals 1340 urkundlich belegt. Weil der Thüringer Wald reichlich Holz lieferte, konnte das Erz in der Nähe der Gruben mit Windöfen geschmolzen werden. Schon 1397 waren „Schmalkalder Artikel“, in der Stadt gefertigte Stahlwaren, auf der Frankfurter Messe vertreten, und um das Jahr 1554 zählte man 225 Schmiedewerkstätten. Hergestellt wurden Ahlen und Bohrer, Messer und Scheren, Striegel, Löffel, Hufeisen und Zangen.
An der Schwelle zum 20. Jahrhundert setzte der Übergang vom Handwerk zur industriellen Fertigung ein. 1902 wurde die Königliche Fachschule für Kleineisen- und Stahlwarenindustrie gegründet, aus der 1950 die Ingenieurschule für Maschinenbau hervorging. In der DDR fusionierten seit 1956 die wichtigsten Hersteller zu den Vereinigten Werkzeug- und Besteckfabriken, bekannt als WEBEFA; 1976 wurde daraus das Werkzeugkombinat Schmalkalden, ein wichtiger Hersteller von Werkzeugen und Elektrokleingeräten für die DDR. Ebenfalls 1976 entstand der Kombinat Sportgeräte Germina mit Stammsitz in der Stadt.
Heute besteht das Profil aus Werkzeug-, Sondermaschinen- und Werkzeugbau, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Holzbearbeitung und Baugewerbe. Dazu kommt der Wintersport: Mit Kati Wilhelm, Sven Fischer und Frank Luck stammen drei der neun deutschen Biathlon-Weltcupsieger der Nachwendezeit aus der Stadt.
1949 kam die Ingenieurschule; 1952 wurde der Kreis Schmalkalden mit veränderten Grenzen neu geschaffen und dem Bezirk Suhl zugeteilt. Als kulturellen Höhepunkt betrachtete man 1978 die Arbeiterfestspiele, für die Fassaden im Zentrum und das Schloss saniert wurden. Bei der Gebietsreform von 1994 schloss man den Kreis Schmalkalden mit dem Kreis Meiningen zusammen; Schmalkalden büßte damit den Kreisstadtstatus ein, ein Außenbüro des Landratsamts blieb erhalten.
Die Antwort auf diesen Verlust war die Bildung. 1991 wurde die Hochschule Schmalkalden gegründet, und seit 2004 darf die Stadt sich Hochschulstadt nennen.
Mit der Eingemeindung von Wernshausen im Dezember 2008 dehnte sich das Stadtgebiet erstmals auf die westliche Seite der Werra aus. 2015 fand hier vom 25. April bis zum 4. Oktober die Thüringer Landesgartenschau statt.
In der Nacht auf den 1. November 2010 brach im Ort ein Erdfall ein; der Krater war rund 20 Meter tief und hatte einen Durchmesser von 30 bis 40 Metern. Ursache war, wie der geologische Landesdienst bestätigte, ein natürlicher Hohlraum.
Das Stadtfest, das Schmalkalder Hirschessen, findet am letzten Augustwochenende statt, und als historischer Weihnachtsmarkt findet der Herrscheklasmarkt statt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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