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Schneeberg, Stadt hatte am 31.12.2025 13.372 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 42 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schneeberg, Stadt
Schneeberg liegt an der Silberstraße im oberen Westerzgebirge. Der Stadtkern sitzt auf dem 470 Meter hohen Berg, der ihr den Namen gab, und weithin sichtbar ragt die Wolfgangskirche über die Dächer. Auf dem Stadtgebiet stehen außerdem der Wolfsberg und der 520 Meter hohe Mühlberg; alle drei sind im Stadtwappen wiederzufinden. Die Stadt umfasst 23,35 Quadratkilometer.
Der Ort ist kein gewachsenes Dorf, sondern das Ergebnis eines Silberfunds. Aus mehreren einzelnen Ortschaften entwickelte er sich dank der Erzfunde und ihres Abbaus, erst Silber, dann Kobalt, zuletzt Uran, zu einer überregional bekannten Bergstadt. Schneeberg gehört wie Annaberg-Buchholz zu den erzgebirgischen Bergstädten, hat aber eine andere Geschichte: hier ging es um Silber und Farben, dort um Posamenten. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 13.372 Einwohner.
Schon 1453 wird ein Bergwerk am Schneeberg bei Zwickau erwähnt, zunächst auf Zinn, Eisen und Kupfer. Wichtig wurde der Ort, als gegen Ende des 15. Jahrhunderts reiche Silberfunde einen Ansturm auf die Gruben auslösten, das Berggeschrey. Erstmals erschürfte man 1470 in der Neuen Fundgrube Silber. Die Stadt selbst verdankt dem Bergbau ihre Gründung am 6. Februar 1471.
In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche neue Gruben, die mit benachbarten Wohngebäuden eine wildwachsende Streusiedlung bildeten. Schon 1477 nannten die Quellen 153 Gruben beim Namen, und im selben Jahr erfolgte der Große Silberfund im Feld der Alten Fundgrube. Bis 1483 wurden allein aus drei Gruben über 70 Tonnen Silber gewonnen. Herzog Albrecht gründete deshalb 1483 die Schneeberger Münze, deren Groschen auch außerhalb der Landesgrenzen hohes Ansehen hatten.
Der reiche Erzkörper war schnell abgebaut. Ab 1486 pegelte sich die Silbergewinnung auf ein bis zwei Tonnen jährlich ein. Als die Grubenbesitzer 1496 und 1498 den Wochenlohn der Bergleute kürzen wollten, verhinderten zwei große Aufstände das. Zur Erinnerung daran wird seither jedes Jahr im Juli der Schneeberger Bergstreittag mit einer Bergparade begangen. 1503 wurde mit der Auffahrung des Marx-Semler-Stollns begonnen, der zum wichtigsten Entwässerungsstollen des Reviers wurde.
Wie reich die Stadt war, sieht man an der Kirche. Die Wolfgangskirche entstand zwischen 1516 und 1540, mitten in dieser reichen Zeit. 1533 setzte sich die 1523 begonnene Reformation durch. Das volle Stadtrecht erhielt Schneeberg allerdings erst am 24. August 1665. 1570 ließ Kurfürst August die Münze schließen, zugunsten von Dresden.
Dass die Stadt heute barock aussieht, geht auf ein Unglück zurück. Ein großes Feuer zerstörte am 13. August 1719 fast die ganze Stadt. Beim Wiederaufbau blieb der Grundriss der alten Bergstadt im Wesentlichen erhalten, die Häuser aber entstanden im damaligen Barockstil. Deshalb heißt Schneeberg auch Barockstadt des Erzgebirges. Zu den sehenswertesten Häusern dieser Zeit zählen das Schmeilhaus von 1720/21, das Fürstenhaus von 1721 und das Bortenreuther Haus von 1724/25.

Das Silber ging zurück, doch der Bergbau blieb. Im 16. Jahrhundert wurde es knapp, und die Gruben wandten sich zunehmend Kobalterzen zu. In Blaufarbenwerken gewann man aus ihnen die Farbe Kobaltblau, die unter anderem das Meißener Porzellan zierte. Auch das Holz wurde knapp: Ab 1559 erleichterte ein 15,3 Kilometer langer Floßgraben den Transport von der Zwickauer Mulde her.
Im 19. Jahrhundert verlagerte sich der Bergbau auf Nickel und Wismut, denn der Kobaltabbau verlor seit den 1830er und 1840er Jahren an Bedeutung, als synthetisches Ultramarin aufkam. Schon 1823 erfand Ernst August Geitner in Schneeberg das Argentan, das auch Neusilber heißt, eine Mischung aus Nickel, Kupfer und Zink. Zum ersten Mal ergab sich damit eine Verwendung für das in den Erzen reichlich vorhandene Nickel. Argentan wurde wegen seines silbernen Glanzes bevorzugt für Essbestecke und Beschläge genutzt, und 1829 richtete Geitner im Nachbardorf Auerhammer die erste Argentanfabrik Europas ein.

Die Erkrankungen und Todesfälle durch das Einatmen von radioaktivem Radon wurden als Schneeberger Krankheit bekannt, und erst Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man sie als Lungenkrebs.
Nach 1900 verlor der Bergbau wegen erschöpfter Lagerstätten stark an Bedeutung und wurde 1932 ganz eingestellt. Kurz danach, in der nationalsozialistischen Autarkiepolitik, wurde er wiederbelebt: Zwischen 1933 und 1945 baute man hochsubventioniert Wismut-, Kobalt- und Nickelerze ab. Nach dem Krieg betrieb die Wismut in Schneeberg von 1946 bis 1956 Uranbergbau. Das Uran hatten die Bergleute über Jahrhunderte als nutzlos auf die Halde geworfen. Der Bergbau endete im März 1957. Insgesamt förderte man in Schneeberg rund 210 Tonnen Uran, etwa 250 Tonnen Feinsilber und 77.500 Tonnen Wismut- und Kobalterze.
Die St.-Wolfgangs-Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche und ein früher Typus des reformatorischen Kirchenbaus. Ihr Turm ist 72 Meter hoch. Bei einem Luftangriff im April 1945 wurde sie zerstört. Ein amerikanischer Angriff mit Brandbomben am 19. April 1945 ließ sie ausbrennen, später stürzten die Gewölbe ein. Nach der Enttrümmerung 1945 wurde bis 1952 der Turm rekonstruiert, und 1976 erfolgte die Einwölbung in der ursprünglichen Form. Im Innern stehen Werke von Lucas Cranach dem Älteren und der Malerfamilie Krodel, die vor dem Bombenangriff gerettet werden konnten.
Am Markt liegt das neogotische Rathaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts neu errichtet wurde. Der ehemalige Gasthof Zum Ring beherbergte einst Goethe. Aus dem Erzgebirge wurde später die erzgebirgische Volkskunst zum Markenzeichen: Spätestens seit den 1960er Jahren warb die Stadt damit, Stadt der erzgebirgischen Volkskunst zu sein. Das Bortenreuther-Haus, 1724/25 im Auftrag eines Kaufmanns erbaut, beherbergt heute das Museum für bergmännische Volkskunst. Die Hospitalkirche St. Trinitatis war früher eine Andachts- und Begräbniskirche und stammt aus dem 16. Jahrhundert; nach dem Brand von 1719 wurde sie wieder aufgebaut, und ihre beiden Türme kamen 1846 hinzu. Die historische Altstadt wird seit 1991/92 mit Fördermitteln aus dem Städtebaulichen Denkmalschutz saniert.

Auch außerhalb der Altstadt ist der Bergbau lesbar. Der Filzteich, mit dessen Bau 1483 begonnen wurde und der 1485 fertig war, diente als Wasserreservoir der Zechen, und heute steht dort ein Strandbad. Zu den Denkmalen gehört das Schneeberger Revier als Sachgesamtheit mit Dutzenden Fundgruben, darunter Weißer Hirsch und Wolfgang Maßen. Ein Bergbaulehrpfad verbindet das Siebenschlehener Pochwerk mit dem Huthaus der Fundgrube Gesellschaft.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Bergleute aus Schneeberg zogen auch in den böhmischen Teil des Erzgebirges und gründeten dort die Bergstädte Platten und St. Joachimsthal, heute Horní Blatná und Jáchymov.






