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Schwäbisch Gmünd hatte am 31.12.2025 63.930 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schwäbisch Gmünd
Der Name der Stadt beschreibt ihre Lage: Er kommt vom Gemünde, also vom Zusammenfluss vieler Bäche mit der Rems. Schwäbisch Gmünd liegt im Osten Baden-Württembergs, rund 50 km östlich von Stuttgart, auf 321 Metern Höhe und auf 113,78 Quadratkilometern Gemarkung. Zum 31. Dezember 2025 zählte Schwäbisch Gmünd 63.930 Einwohner. Über den Dächern der Altstadt stehen das Heilig-Kreuz-Münster und ein romanischer Glockenturm, der sichtbar schief steht.
Zwei Linien prägen den Ort. Die eine ist staufisch: Gmünd war Stadt, bevor es die meisten anderen Städte der Staufer waren, und blieb bis 1802 Reichsstadt. Die andere ist handwerklich: Seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges leben hier Gold- und Silberschmiede, und aus ihren Werkstätten wurde eine Industrie, die noch immer in der Stadt sitzt.
Die ersten Siedlungsspuren stammen aus römischer Zeit. Um 150 nach Christus begann das römische Militär, Lager zur Sicherung des Limes anzulegen; auf heutigem Stadtgebiet entstand dabei das Kastell Schirenhof. Dessen Ausgrabungen wurden 2005 als Teil des Limes in die Welterbeliste aufgenommen. Vom Limes selbst sind auf Gmünder Boden ebenfalls Abschnitte geschützt. Als Stadt wird Gmünd erstmals 1162 genannt: In einer Urkunde des Klosters Lorch erscheinen Gmünder Bürger als cives, als Bewohner einer Stadt. Eine Urkunde Friedrich Barbarossas bezeichnet den Ort 1188 als burgum, was auf Mauern und Türme schließen lässt. An diese Epoche erinnert seit 2012 eine Stauferstele auf dem Johannisplatz, aufgestellt zum 850-jährigen Stadtjubiläum.

Nach dem Erlöschen des Stauferhauses wurde Gmünd Reichsstadt und erwarb sich seine Rechte Stück für Stück. 1343 kaufte sich die Stadt von Kaiser Ludwig IV. das Recht, keiner fremden Gerichtsbarkeit mehr zu unterstehen; 1433 gewährte Kaiser Sigismund die Blutgerichtsbarkeit und die Zusicherung, niemals verpfändet zu werden. 1462 setzten die Zunftmeister nach langem Streit durch, dass auch sie im Stadtrat saßen.

Diese Rechtsgeschichte hat eine dunkle Kehrseite. Während der Pestepidemie 1349 wurden die meisten jüdischen Einwohner ermordet; 1501 vertrieb die Stadt die verbliebenen Juden, und 1520 erteilte Kaiser Karl V. ihr das Privileg, keine Juden mehr aufnehmen zu müssen — ein Verbot, das bis zur Mediatisierung galt. Zwischen 1566 und 1684 sind mindestens 69 Fälle von Hexenverfolgung belegt, 51 der Prozesse endeten tödlich.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann in Gmünd eine Blüte der Goldschmiedekunst. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts arbeiteten etwa 250 Goldschmiedemeister in der Stadt — für einen Ort dieser Größe eine ungewöhnliche Dichte. 1776 richtete die Reichsstadt eine Zeichenschule ein, aus der später die Gewerbeschule wurde; Ausbildung gehörte von Anfang an zum Gewerbe dazu. Auf dieses Jahr führt die heutige Hochschule für Gestaltung mit ungefähr 500 Studierenden ihre Wurzeln zurück.
Aus den Werkstätten wurden im Lauf der Zeit Fabriken. Davon erzählt heute das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik im Milchgässle, eine ehemalige Silberwarenfabrik, in der große Teile des Originalinventars erhalten geblieben sind. Auch das Museum im Prediger, 1876 als Kunstgewerbemuseum gegründet und seit 1973 im ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht, zeigt Kunstgewerbe der Stadt und Teile des Münsterschatzes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam das Gewerbe Zuwachs von außen. Unter den Vertriebenen, deren Anteil an der Stadtbevölkerung bis 1949 auf 30,8 % stieg, waren viele Sudetendeutsche aus Gablonz, deren Wissen über Glas- und Schmuckwarenherstellung hier unmittelbar gebraucht wurde. Der 2014 fertiggestellte Bau Forum Gold und Silber führt diese Linie architektonisch fort. Heute prägen neben dem Schmuckhandwerk vor allem Automobilzulieferer und Designbüros die Wirtschaft, und in der Stadt hat auch das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie seinen Sitz. So hat sich das Handwerk der Stadt gewandelt, ohne zu verschwinden.
Das Heilig-Kreuz-Münster wurde im 14. Jahrhundert von Heinrich Parler aus der Baumeisterfamilie Parler gotisch entworfen. Seine Türme stürzten 1497 ein; danach baute man ein romanisches Wohnhaus zum Glockenturm um, der bis heute neben der Kirche steht. In Gmünd geboren wurde auch Peter Parler, der später den Veitsdom in Prag weiterbaute.
Das zweite Wahrzeichen ist älteren Datums und hat einen Fehler. Die romanische Johanniskirche wird 1225 erstmals erwähnt; beim Bau traten Konstruktionsfehler auf, weshalb ihr Turm um einen Meter aus dem Lot steht. Über der Altstadt liegt der Wallfahrtskomplex St. Salvator am Nepperstein aus Kreuzweg, Kapellen und Kirche, der ab 1616 entstand.

Von der Stadtbefestigung blieben sechs der einst 23 Türme der äußeren Mauer erhalten, darunter der Königsturm im Süden, der Fünfknopfturm im Westen — bis 2003 bewohnt — und der Faulturm im Norden. Am Kornhausplatz steht das Kornhaus, 1507 als Fruchtschranne der Reichsstadt errichtet; am Marktplatz die Grät, ein Fachwerkbau, der Rathaus, Schultheißensitz und Kaufhaus zugleich gewesen ist.
Dass diese Altstadt heute wieder als Ganzes wahrnehmbar ist, hat einen banalen Grund: Seit dem 25. November 2013 führt der 2,2 Kilometer lange Einhorn-Tunnel den Durchgangsverkehr unter der Stadt hindurch. Erst danach waren das Stadtjubiläum 2012 und die Landesgartenschau 2014 baulich einzulösen; 2016 bekam die Stadt dafür einen Sonderpreis des Otto-Borst-Preises für Stadterneuerung.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE
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1802 und 1803 fiel das Gebiet der Reichsstadt an Württemberg, und Gmünd wurde Sitz eines Oberamts. Was folgte, war ein Jahrhundert der Einrichtungen: 1807 eine Gehörlosenschule, 1823 eine Blindenschule, 1825 ein Lehrerseminar, aus dem die heutige Pädagogische Hochschule hervorging. 1861 brachte die Remstalbahn den Anschluss ans Eisenbahnnetz, und 1905 überschritt die Einwohnerzahl die Schwelle von 20.000.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Stadt zum Schauplatz von Verbrechen. Im März 1933 richteten die Nationalsozialisten im ehemaligen Kloster Gotteszell das erste Frauenkonzentrationslager in Württemberg ein, in dem bis zum Herbst etwa 50 Frauen inhaftiert waren. 1934 verwüsteten SA-Männer die Synagoge in der Bocksgasse, vier Jahre vor dem Novemberpogrom; etwa 25 Gmünder fielen dem Holocaust zum Opfer, und seit 2008 erinnern Stolpersteine an einzelne von ihnen.






