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Schwäbisch Hall hatte am 31.12.2025 42.705 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Schwäbisch Hall
Im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs liegt Schwäbisch Hall, rund 37 km östlich von Heilbronn, 60 km nordöstlich von Stuttgart, an einer alten Salzquelle; das Kochertal ist hier schroff eingeschnitten, und von beiden Seiten münden mehrere steile Muschelkalk-Klingen hinein. Die amtliche Ortshöhe beträgt 301 m, die Stadtfläche 104,19 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 42.705 Einwohner. Eine Furt im Kocher lenkte den Handel in die Stadt. Der Wohlstand ließ die Stadt besonders zwischen 1150 und 1400 anwachsen, und ein Arm des Kochers wurde zugeschüttet, der Siedlung und Saline voneinander trennte. Später wuchs sie über den Fluss hinaus: Auf dem jenseitigen Kocherufer entstand die Katharinenvorstadt, nach Norden die Gelbinger Vorstadt.
Für das fünfte bis erste vorchristliche Jahrhundert ist im heutigen Stadtgebiet eine keltische Saline nachgewiesen; das dort austretende salzhaltige Grundwasser wurde erhitzt, bis Salz übrig blieb. Ob die antike Siedlung und das mittelalterliche Schwäbisch Hall zusammenhängen, lässt sich bislang nicht nachweisen; der früheste urkundliche Beleg ist der Öhringer Stiftungsbrief — eine mutmaßliche Fälschung, auf 1037 datiert, wahrscheinlich aber aus den letzten Jahren des 11. Jahrhunderts. Dass die mittelalterliche Ansiedlung ausgerechnet im verteidigungstechnisch ungünstigen Talgrund entstand, lag an der Saline; zunächst gehörte der Ort den Grafen von Comburg-Rothenburg, nach deren Aussterben um 1116 den Staufern. Sicher urkundlich erwähnt ist Schwäbisch Hall zuerst in der Weiheurkunde der Michaelskirche von 1156; als Stadt wird die Siedlung 1204 zum ersten Mal bezeichnet.

Münzen prägte man in Hall seit dem Hochmittelalter: Silberpfennige, die nach ihrem Herkunftsort Haller Pfennige oder Heller genannt wurden. Als Urheber dieser Münze gilt wegen einer urkundlichen Erwähnung von 1189 der Staufer Friedrich der Erste; das Dokument ist allerdings sichtbar nachträglich verändert worden — die Stelle über den Heller steht auf einem Teil des Pergaments, der abgeschabt und neu beschrieben wurde. Historiker vermuten deshalb, der Haller Stadtrat habe sein Münzrecht nachträglich historisch untermauern wollen; dafür spricht, dass bis heute kein Hellerfund aus dem 12. Jahrhundert bekannt ist, während Prägungen des frühen 13. Jahrhunderts in großer Zahl geborgen wurden. Im ganzen Heiligen Römischen Reich wurde die geringwertige Münze aus dünnem Silberblech zum Zahlungsmittel breiter Schichten; ihre Zeichen sind Kreuz und Hand, Symbole des Rechts und des Marktes, und erst 1396 ging das Münzrecht von den kaiserlichen Ministerialen auf die Reichsstadt über.
1280 beendete der Wiener Schiedsspruch König Rudolfs von Habsburg den langen Streit mit den Schenken von Limpurg um die Stadtherrschaft und öffnete Schwäbisch Hall den Weg zur Reichsstadt; die Verfassungsurkunde Kaiser Ludwigs des Bayern von 1340 galt mit geringen Änderungen bis 1802, und im Rat saßen zwölf Adlige, sechs Mittelbürger und acht Handwerker. In den Pestpogromen von 1348 und 1349 wurden jüdische Bürger verfolgt; viele verbrannte man auf dem Rosenbühl, einem Teil gelang die Flucht. Systematisch dehnte die Reichsstadt im 14., 15. und 16. Jahrhundert ihr Territorium aus; als letzte große Erwerbung kaufte sie 1595 die Herrschaft Vellberg, und am Ende des Alten Reichs umfasste ihr Gebiet 330 Quadratkilometer mit etwa 21.000 Einwohnern, drei Städte, 21 Pfarrdörfer sowie 90 Dörfer und Weiler.
Schon zuvor hatten Feuersbrünste die Stadt mehrfach verwüstet: 1316 sollen große Teile niedergebrannt sein, und 1680 vernichtete ein Blitzschlagfeuer rund hundert Gebäude in der Gelbinger Vorstadt. Zwei Drittel der Altstadt verbrannten am 31. August 1728; ausgebrochen war das Feuer im Gasthof Zum güldenen Helm unterhalb des Rathauses, während dort die Baderzunft zusammensaß. 294 Privathäuser gingen verloren, dazu zwei Kirchen, das Spital, das Rathaus und die Saline; verschont blieben nur die südliche Altstadt mit den beiden Herrengassen und dem Keckenhof, dazu St. Michael samt den Gebäuden ringsherum, die Gelbinger Vorstadt und die Vorstädte jenseits des Kochers. Die Bürger kamen gegen das Feuer nicht an: die Feuerspritze verbrannte selbst mit, und mit Wassereimern war wenig auszurichten; einen solchen Eimer musste jeder Bürger vorhalten, und der Stadtrat hatte angeordnet, ihn mit Hausnummer oder Namen zu kennzeichnen, damit er nach dem Einsatz zurückgegeben werden konnte.
Wieder aufgebaut wurde im Barockstil, der das Stadtbild bis heute prägt; abseits der neu geplanten Neuen Straße blieben die mittelalterlichen Quartiere jedoch bestehen, und Künstler, die zuvor am württembergischen Hof in Ludwigsburg gearbeitet hatten — etwa der Italiener Livio Retti —, arbeiteten nun in und für Schwäbisch Hall. Nach einem regularisierten Grundriss entstanden die zerstörten Wohngebäude der Altstadt neu, am deutlichsten an der schnurgeraden Neuen Straße abzulesen; so groß war der barocke Geschmackswandel, dass selbst in den unzerstörten Keckenturm ein prunkvoller Musiksalon eingebaut wurde.
Mehr als zwei Jahrhunderte später folgte die nächste Zäsur. Ein letztes Mal brannte es im Krieg: am 23. Februar 1945 zerstörte ein US-Luftangriff 16 Häuser und den Bahnhof, und am Vormittag des 16. April 1945 setzten Brandbomben eines amerikanischen Jagdbombers das Rathaus in Flammen — nur die Außenmauern und ein Teil der Innenmauern hielten stand, unbeschädigt blieben Untergeschoss, Archiv und Ratsbibliothek, während fast die gesamte künstlerische Ausstattung zugrunde ging, darunter die Gemälde von Livio Retti. Von Kriegsschäden blieb die Altstadt im Übrigen weitgehend verschont.

Die Saline blieb über Jahrhunderte die Grundlage der Stadt. Geschöpft wurde die Salzwasserquelle dicht am Fluss, dort, wo heute der Haalplatz liegt; die Steinbrüstung des abgedeckten Brunnens ist erhalten. 4 bis 8 Prozent Salz enthielt die Sole; entscheidend war für die Stadt aber, dass sie keine Konkurrenz hatte — die nächsten Salinen mit nennenswertem Ertrag lagen weit weg in Lothringen und im Alpenraum. Auf die neuartige Gradiertechnik, die den Brennstoffverbrauch deutlich senkt, stellte man zu Beginn des 18. Jahrhunderts um; 1824 kam ein Steinsalzwerk hinzu, das mehrere Jahrzehnte lief, und 1924 wurde die Saline geschlossen.
An Pfingsten wird das Kuchen- und Brunnenfest gefeiert, ein historisches Fest der Salzsieder, seit dem 16. Jahrhundert belegt; es erinnert an den Berufsstand, der die Stadt jahrhundertelang getragen hat. Von Juni bis August spielen auf der Treppe von St. Michael die Freilichtspiele Schwäbisch Hall, 1925 als Jedermann-Festspiele gegründet; drei Inszenierungen auf dieser Treppe bilden bis heute ihren Kern. Zusätzlich liefen von 2000 bis 2016 jährlich zwei Inszenierungen im Haller Globe-Theater, einem hölzernen Rundbau auf der Kocherinsel; im Herbst 2016 wurde diese Spielstätte abgebaut, und am selben Ort öffnete im März 2019 das Neue Globe — ein Rundbau, dessen Fassade aus Naturstein und Glas besteht.
Wer der Stadtgeschichte nicht beim Fest, sondern in Ruhe begegnen will, findet sie in den Museen. Die Stadtgeschichte erzählt museal das Hällisch-Fränkische Museum; es fußt auf der Sammlung des Historischen Vereins für Württembergisch-Franken, die seit 1851 angelegt wird und sitzt im Keckenturm aus staufischer Zeit sowie in sechs weiteren, mit ihm verbundenen Gebäuden. 1979 gegründet, breitet sich das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen über 40 Hektar aus und hat mehr als 70 historische Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut; die Kunsthalle Würth plante der dänische Architekt Henning Larsen, eröffnet wurde sie 2001.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: FW, DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
In den frühen Urkunden heißt die Stadt meist nur Hall — ein typischer Ortsname der Salzgewinnung, der auf das Sieden in der Saline zielen dürfte; zum frühmittelalterlichen Herzogtum Schwaben gehörte sie nicht, sondern zum Herzogtum Ostfranken. Dass sie dauerhaft Schwäbisch Hall heißt, ist jüngeren Datums und geht auf heftige Konflikte zurück, die die Reichsstadt im 14. und 15. Jahrhundert mit dem Landgericht Würzburg austrug, das für den Bereich des Herzogtums Franken zuständig war: 1442 erklärte der Rat, sie heiße Schwäbisch Hall und liege auf schwäbischem Erdreich — mithin außerhalb dessen, worüber das Würzburger Gericht zu befinden hatte. 1489 beschloss der Rat förmlich, in allen offiziellen Schreiben von Schwäbisch Hall zu sprechen, und folgerichtig trat die Stadt 1495 dem Schwäbischen Reichskreis bei, obwohl die meisten Herrschaften ringsum zum Fränkischen Reichskreis zählten. 1802 kam die Stadt an Württemberg, und der Zusatz Schwäbisch verschwand amtlich aus dem Namen; im Sprachgebrauch hielt er sich, und 1934, in der NS-Zeit, wurde er wieder offizieller Bestandteil.
Johannes Brenz, seit 1522 als Theologe in der Stadt, brachte 1523 die Reformation in Gang, die mit der Kirchenordnung von 1543 ihren Abschluss fand; zu Weihnachten 1526 feierte er in St. Michael zum ersten Mal das Abendmahl in beiderlei Gestalt. Schwer litt die Stadt im Dreißigjährigen Krieg unter wechselnden Besatzungen kaiserlicher, französischer und schwedischer Truppen; zwischen 1634 und 1638 starb jeder fünfte Einwohner an Seuchen und Hunger.
Erhalten sind unter anderem das barocke Rathaus, die gotische Hallenkirche St. Michael, das Weiler Tor, der Folterturm, der Münzmeisterturm — ein Fachwerkhaus auf einem staufischen Wohnturm — und das ehemalige Spital zum Heiligen Geist, 1317 gegründet, in seinem heutigen Gebäude von 1731.

Auf einem alten Umlaufberg des Kochers oberhalb von Steinbach liegt die Großcomburg, ein 1078 gegründetes ehemaliges Benediktinerkloster; ihre Stiftskirche prägen die romanischen Türme und der barocke Umbau von 1706 bis 1715, und zur reichen Innenausstattung gehören romanische Kunstschätze wie der Radleuchter und das Altarantependium. Die Kleincomburg ist die 1108 gestiftete Kirche St. Ägidius, ein romanischer Bau auf halber Höhe des Talhangs gegenüber der Großcomburg. Über der Vorstadt Unterlimpurg steht die Burgruine Limpurg, daneben Reste eines vorgeschichtlichen Abschnittswalls; die Johanniterkirche an der Henkersbrücke war ursprünglich romanisch, wurde später gotisch erweitert, 1812 profaniert und zeigt seit November 2008 Alte Meister aus einer Unternehmenssammlung.






