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Trebur hatte am 31.12.2025 12.702 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Trebur
Trebur liegt im Hessischen Ried, mitten im Rhein-Main-Gebiet, im südhessischen Kreis Groß-Gerau. Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt liegen jeweils etwa 20 bis 30 Kilometer entfernt.
Die Gemeinde liegt auf 85 m und umfasst 50,13 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 12.702 Einwohner, verteilt auf die vier Ortsteile Astheim, Geinsheim, Hessenaue und die Kerngemeinde Trebur.
Erstmals erwähnt wird Trebur 829 in einer Urkunde des Königs Ludwig des Frommen. Seit dem 9. Jahrhundert stand hier eine Königspfalz, hervorgegangen aus einem Königshof mit weitem Fiskalbezirk. Aus der Zeit zwischen 829 und 1077 sind 57 Königsaufenthalte sowie einige Reichstage und die Synode von Trebur bekannt. Besonders eng war die Verbindung zu Heinrich dem Vierten. Hier wurde er 1053 zum König gewählt, und hier heiratete er 1066. Auf dem Fürstentag zu Trebur drängten ihn 1076 oppositionelle Fürsten dazu, den Streit mit dem Papst beizulegen; die Folge war der Gang nach Canossa.
Danach verlor der Ort seine Bedeutung als Königshof; außer einem Gegenkönig besuchte kein König mehr die Pfalz. Sie wurde 1248 zusammen mit Trebur an die Grafschaft Katzenelnbogen verpfändet, und das Pfand wurde nie eingelöst. Das Katzenelnbogener Erbe kam 1479 an die Landgrafschaft Hessen.
Das Dorf litt später unter Dreißigjährigem Krieg, Pest und Rheinhochwasser.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Trebur rasch von einem ländlichen Dorf zur Wohnortgemeinde, auch dank der Arbeitsplätze im nahen Opel-Werk. Am 1. Januar 1977 wurden Astheim, Geinsheim, Hessenaue und Trebur zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein Ort der Gemeinde zum Tatort: der Kornsand, ein Wohnplatz des Ortsteils Geinsheim an der Rheinfähre. Am 21. März 1945 wurden am Kornsand fünf politisch missliebige Männer und eine als vermeintliche Jüdin verfolgte Frau aus Nierstein und Oppenheim von Wehrmachts- und NSDAP-Leuten ermordet. Die sechs hatten nach ihrer Freilassung in Darmstadt mit der Fähre nach Hause fahren wollen. Alle anwesenden Volkssturmmänner und Soldaten weigerten sich, das Urteil zu vollstrecken; nur ein junger Leutnant erschoss die sechs an den Gräbern, die sie selbst hatten schaufeln müssen. Zwei Tage später eroberten amerikanische Truppen den rechtsrheinischen Brückenkopf. Die Täter wurden 1949 zu Gefängnisstrafen verurteilt, aber vorzeitig begnadigt. Seit 1954 erinnert auf dem Kornsand ein Gedenkstein an die Opfer.
Von der frühen Schicht der Pfalzzeit sind die Kirchen die sichtbarsten Spuren. Die evangelische Laurentiuskirche geht wahrscheinlich auf die frühere Pfalzkapelle zurück. Erhaltene Teile stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert.

Die St.-Alban-Kirche wurde 1961 eingeweiht und führt die Tradition einer Kirche fort, die schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben worden war.
Im Ortsteil Astheim steht die katholische Pfarrkirche St. Petrus in Ketten, ein Barockbau von 1651. Sie erinnert daran, dass Astheim einst zum Mainzer Kurfürstentum gehörte, mitten im evangelisch geprägten Hessen.
Heute holt Trebur Menschen auf zwei ganz verschiedene Weisen in den Ort, mit dem Blick in den Himmel und mit Musik. Trebur hat eine Sternwarte: Ihr Teleskop T1T besitzt einen Spiegel von 1,20 Meter Durchmesser und ist öffentlich zugänglich. Ein 2002 dort entdeckter Asteroid mit der Nummer 142408 trägt den Namen Trebur.
Seit 1993 veranstaltet die Gemeinde das Trebur Open Air, bei dem jedes Jahr etwa 50 Bands spielen. Rund 200 Ehrenamtliche organisieren es, und etwa 7.000 Besucher kommen.




Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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