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Triberg im Schwarzwald hatte am 31.12.2025 4.501 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 50 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Triberg im Schwarzwald
Triberg ist in einen Trichter gebaut. Die Bebauung füllt einen Talkessel aus, den zwei Täler quer zum Lauf der Gutach in den Hang geschnitten haben, und die Gutach selbst erreicht diesen Kessel nicht durch ein normales Tal, sondern stürzt in einer karförmigen Nische den Hang hinab. Der Bahnhof liegt rund 250 Höhenmeter unter der Jugendherberge — für die Stadtplanung ist das bis heute ein Dauerproblem.
Alles an diesem Ort hängt an diesem Gefälle. Es machte ihn erst zum Wallfahrts-, dann zum Ausflugsziel; aus ihm kam der Strom, der ab 1884 die Straßenlaternen speiste; und es brachte eine Eisenbahnstrecke hierher, die zu den anspruchsvollsten Abschnitten des deutschen Netzes gehört. Was das Gefälle nicht konnte: die Menschen halten. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 4.501 Einwohner.
Die Stadt misst 33,33 Quadratkilometer, der Ortspunkt liegt 684 Meter hoch, und das Stadtgebiet erstreckt sich über Höhen von 600 bis 1038 Metern. Die Fälle selbst bringen es zusammen auf 163 Meter Fallhöhe. Zwei Kaskadengruppen bilden das Ganze: Oben stürzen drei Hauptstufen von 872 auf 856 Meter hinab, nach einem steilen Sturzbachabschnitt folgen die siebenstufigen Hauptfälle, die auf einer Laufstrecke von etwa 230 Metern von rund 805 auf 713 Meter absinken.

Entstanden ist das im Eis. Der Wasserfallkessel bildet mit dem nahen Bergsee eine Reihe eiszeitlicher Karformen, eingetieft in den nordöstlichen Abhang der Schönwalder Hochfläche; ihre letzte Überformung erhielten sie wahrscheinlich noch im Hochglazial der Würm-Eiszeit. Auch die beiden querenden Bäche stürzen in den Kessel: die Schonach über einen Gleitfall von acht Metern Höhe, der Prisenbach in kleinen Kaskaden, beide mitten in der Bebauung.

Zur Steilheit trägt außerdem ein Bruch im Untergrund bei. Die Kesselberg-Verwerfung quert das Tal 1,5 Kilometer unterhalb der Fälle, zeichnet sich in einer 50 bis 100 Meter hohen Geländestufe ab und hat das Gefälle der Gutach zusätzlich verstärkt. Die Formen der einzelnen Stufen folgen dem weitständigen Kluftmuster im umgebenden Triberger Granit; die größeren Kaskaden verstärken sich zudem selbst, weil die Erosion in den Gumpen am Fuß der Stufen am stärksten wirkt.
Zugänglich gemacht wurden die Fälle früh. Im Jahr 1805 ließ der Obervogt Theodor Huber sie durch gesicherte Wege erschließen. Heute führen teils asphaltierte Wege mit zwei Holzbrücken an den Abstürzen entlang, es gibt fünf Eingänge, und beleuchtet ist die Anlage bis 22 Uhr. Die Fälle sind als Geotop ausgewiesen, ihre Umgebung als Landschaftsschutzgebiet Triberger Wasserfälle und Prisenbach.
Erstmals erwähnt wird Triberg 1239, in einer Urkunde, die einen Ministerialen namens Peter von Triberc nennt. Als Stadt erscheint der Ort zum ersten Mal 1330, das möglicherweise schon länger bestehende Marktrecht wird 1349 erstmals genannt. Zwischen 1355 und 1797 war der Ort habsburgisch und damit Teil Vorderösterreichs.
Danach wechselte sie rasch den Landesherrn. Für ein knappes Jahr, 1805, fiel Triberg an das Herzogtum Württemberg, 1806 dann an das Großherzogtum Baden. Den Zusatz im Schwarzwald trägt der Ortsname seit dem 20. Juni 1963. Nußbach kam am 1. Januar 1973 hinzu, Gremmelsbach am 1. Oktober 1974.
Der tiefste Einschnitt war ein Feuer. Ein Stadtbrand zerstörte den Ort 1826 nahezu vollständig. In den Jahren danach wurde er als Planstadt im klassizistischen Stil wieder aufgebaut — deshalb sieht der Kern anders aus, als man es im Schwarzwald erwartet. Von der älteren Zeit zeugen noch die Burg Triberg, die Burg Althornberg im Gebiet der früheren Gemeinde Gremmelsbach und der Triberger Galgen. Dazu kommt der holzgeschnitzte Rathaussaal, ein Werk des als Schnitzersepp bekannten Karl Josef Fortwängler.
Gäste zog der Ort schon an, bevor der Wasserfall zum Ausflugsziel wurde. Die Wallfahrtskirche Maria in der Tanne am Bergsee trägt einen Hochaltar von Joseph Anton Schupp; um die Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Wasserfalltourismus durch neue Verkehrswege wie die Schwarzwaldbahn so stark zu, dass er die traditionellen Triberger Marienwallfahrten überwog.
Die Wasserkraft der Fälle war die Voraussetzung für ein Wagnis. 1884 richtete Triberg eine öffentliche elektrische Straßenbeleuchtung ein; den Strom dafür gewann die Stadt an den Fällen, und auch heute wird das Gefälle ober- und unterhalb des Hauptfallbereichs hydroelektrisch genutzt. Aus dieser Linie entstand 1896 die Elektrizitäts-Gesellschaft Triberg, gegründet von Friedrich Wilhelm Schoen, Wilhelm Eduard von Schoen und Carl von Linde; 1922 beteiligten sich Triberg, St. Georgen, Furtwangen, Hornberg und Schonach an ihrem Stammkapital, 2008 firmierte sie als Aktiengesellschaft.
Die Bahn brachte die Gäste und hält sie bis heute. Der Bahnhof Triberg liegt an der Schwarzwaldbahn, einer Strecke mit insgesamt 40 Tunneln, und gehört zu ihrem bautechnisch anspruchsvollsten Abschnitt; stündlich hält hier ein Regional-Express von Karlsruhe nach Konstanz, dazu ein Intercity-Zugpaar. An den Erbauer der Strecke, Robert Gerwig, erinnert ein Denkmal in der Stadt.
Die zweite Industrie war die Uhr. Die Stadt liegt an der Deutschen Uhrenstraße, doch die früher stark vertretene Uhrenindustrie ist inzwischen auf Museumsangebote und Verkaufsgeschäfte reduziert. Auch das örtliche Werk von Bühler Motor wurde geschlossen und abgerissen; das Homöopathika herstellende Unternehmen Heel hatte hier einen Sitz. Als wichtigster Arbeitgeber der Stadt galt 2013 die Asklepios Klinik.

Der Tourismus ist in Zahlen messbar — und rückläufig. Als heilklimatischer Kurort verfügen Triberg, Nußbach und Gremmelsbach über 1500 Gästebetten; 2024 zählte die Stadt 155.000 Übernachtungen im Jahr. An den Fällen selbst waren es gegen Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts etwa 250.000 Besucher jährlich, einige Jahre zuvor doppelt so viele; nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 blieben viele US-amerikanische Gäste aus.
Die Wohnbevölkerung geht denselben Weg. 2022 lebten 4.767 Menschen in Triberg, in den 1960er Jahren waren es noch 8.000.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Um die Höhe wird seit langem gestritten. Die Werbung schreibt den Tribergern seit jeher den Spitzenplatz unter den deutschen Wasserfällen zu — der Wikipedia-Artikel hält diesen Anspruch ausdrücklich für unberechtigt und verweist auf den weniger bekannten, nur zu Fuß erreichbaren Röthbachfall am Obersee, der mit fast 470 Metern beide übertrifft, die Triberger wie die 97 Meter hohen Todtnauer Fälle. Seit dem 1. Oktober 2022 darf sich die Stadt immerhin offiziell Wasserfallstadt nennen.




