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Trier hatte am 31.12.2025 105.054 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 48 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Trier
Trier ist eine kreisfreie Großstadt an der Mosel im Westen von Rheinland-Pfalz, dicht an der Grenze zu Luxemburg. Die amtliche Ortshöhe beträgt 141 m, die Stadtfläche 117,07 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 105.054 Einwohner.
Vor den Römern saßen hier die Treverer, ein keltischer Stamm, allerdings nicht mit ihrem Hauptort: der lag in befestigten Höhensiedlungen. Während Caesars gallischen Feldzügen standen die Treverer zunächst auf römischer Seite, wechselten dann aber, nachdem die romfeindliche Partei ihres Adels sich durchgesetzt hatte. Zu Füßen eines Militärlagers, das 30 v. Chr. auf dem Petrisberg errichtet wurde und nur kurz bestand, legten die Römer nach Angabe des Ortsartikels wahrscheinlich 18/17 v. Chr. die Stadt Augusta Treverorum an, benannt nach Augustus und nach dem Land der Treverer. Den Zusatz Colonia bekam sie unter Kaiser Claudius. Zwei Aufstände wurden niedergeschlagen, einer im Jahr 21, der zweite 69 und 70; beim zweiten hatten treverische Adlige im Vierkaiserjahr den Thronkandidaten Vitellius mit Hilfstruppen unterstützt, und Truppen des schließlich siegreichen Vespasian besiegten sie im Jahr 70 auf der Moselbrücke.
Danach wuchs die Stadt rasch, und die lange Friedenszeit des zweiten Jahrhunderts brachte ihr wirtschaftlichen Aufschwung. Wie reich und wie wichtig sie bis zum Ende jenes Jahrhunderts wurde, lässt sich an den Bauten ablesen, die davon übrig sind: an den Barbarathermen, am Amphitheater und an der 6,4 Kilometer langen Stadtmauer mit ihrem erhaltenen Nordtor. Politisch stieg der Ort auf, weil hier die Finanzprokuratur für die Provinz Gallia Belgica ihren Sitz nahm und später auch für die beiden germanischen Provinzen zuständig wurde.
Das dritte Jahrhundert brachte Krise und Aufwertung zugleich. Frühestens in dessen zweiter Hälfte wurde die Stadt Bischofssitz; Eucharius war der erste Bischof. Ab 260 gehörte sie zum kurzlebigen Gallischen Sonderreich, und der Statthalter der Provinz Belgica verlegte seinen Sitz hierher; in den Jahren 271 bis 274 hielt der gallo-römische Gegenkaiser Tetricus der Erste hier Hof. 275 plünderten einfallende Alamannen sie und zerstörten Teile — und trotzdem nahm ihr Gewicht weiter zu. Maximian, Mitkaiser im Westen, machte sie zu seiner wichtigsten Residenz, und bis 390 gehörte das nun Treveris genannte Trier zu den Residenzen der weströmischen Kaiser.
Unter Konstantin dem Großen, der von 306 bis 337 herrschte, wurde die Stadt ausgebaut; damals entstanden die Palastaula, die heutige Konstantinbasilika, und die Kaiserthermen. 326 baute man Teile der privaten Wohnpaläste der Kaiserfamilie zu einer großen Doppelbasilika um und erweiterte sie — deren Reste sind im Bereich von Dom und Liebfrauenkirche bis heute teilweise erkennbar. Ab 318 saß hier die Verwaltung der Dioecesis Galliae samt dem gallischen Prätorianerpräfekten, einem der mächtigsten Beamten des Reiches; von 328 bis 340 residierte Kaiser Konstantin der Zweite in der Stadt. Von 367 bis 390 war sie unter Valentinian dem Ersten, Gratian, Magnus Maximus und Valentinian dem Zweiten noch einmal Regierungssitz und zählte nach realistischen Schätzungen bis zu 40.000 Einwohner.
Der Absturz zog sich über Jahrhunderte. 407, kurz nach dem Rheinübergang von 406, verlegte man das Verwaltungszentrum Galliens nach Arelate, dem heutigen Arles. Im fünften Jahrhundert nahmen die Franken die Stadt vermutlich um 413 und 421 ein, 451 kamen die Hunnen unter Attila, um 455 griffen rheinische Franken zu und verloren sie wenige Jahre später wieder; endgültig fränkisch wurde sie um 475.
Das Mittelalter begann für Trier mit Zerstörung. 882 zerstörte ein Raubzug der Wikinger die Stadt nahezu vollständig, 892 plünderten dieselben sie ein zweites Mal. 902 überschrieb König Ludwig das Kind dem Erzbischof Radbod wesentliche Hoheitsrechte und die Einnahmen der königlichen Pfalz, und 925 kam die Stadt unter Heinrich dem Ersten an das Ostfrankenreich.
Das Bistum ist älter als fast alles andere in der Stadt, und aus ihm wurde ein Staat. Seit dem 12. Jahrhundert war Trier im Heiligen Römischen Reich eine kurfürstliche Residenzstadt, und der Kurfürst des gleichnamigen Kurfürstentums war jeweils zugleich Erzbischof von Trier. Der Wohnsitz der Erzbischöfe lag zunächst im Bischofshof innerhalb der Domimmunität, unmittelbar neben der Liebfrauenkirche; als bischöfliche Residenz genannt wird das Palatium erst 1197. Zuvor hatte man den antiken Bau nur als Fluchtburg benutzt, weil sein Mauerwerk so stark war — dass daraus eine Residenz wurde, dürfte damit und mit dem seit der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts behaupteten Rang der Stadt als Roma secunda zusammenhängen. Über die Jahrhunderte wuchs das Palatium zum Nieder- und Hochschloss und schließlich zum Kurfürstlichen Palais. Konkurrenz hatte der Bischof vor der eigenen Haustür. Die Reichsabtei St. Maximin nördlich der antiken Stadtmauern machte ihm anfangs großen Einfluss streitig, und vor ihren Mauern entstand eine eigene Siedlung. Im bischöflichen Kern sicherte Erzbischof Heinrich der Erste, ein Verwandter Kaiser Ottos des Ersten, zwischen 956 und 964 den Markt vor der Domimmunität rechtlich ab; sichtbar wurde das durch die Errichtung des Marktkreuzes. 1197 erhielt Erzbischof Johann der Erste die weltliche Gerichtsbarkeit in der Stadt von den bisherigen Vögten des Erzstifts, den Pfalzgrafen bei Rhein.
Im Winter 1147/48 wohnte drei Monate lang ein Papst in der Stadt: Eugen der Dritte kam samt seiner Kurie. Wahrscheinlich in diesem Zusammenhang entstand das erste Stadtsiegel, mit dem 1149 ein Zollvertrag mit Köln beglaubigt wurde. 1473 trafen sich hier Kaiser Friedrich der Dritte und Herzog Karl der Kühne von Burgund, um über eine Ehe zwischen ihren Kindern zu verhandeln, Maria von Burgund und Maximilian von Österreich; im selben Jahr wurde hier eine Universität gestiftet, die 1797 unter Napoleon aufgehoben wurde. 1512 legte ein Reichstag in Trier die Einteilung der Reichskreise endgültig fest, und 1522 belagerte der Reichsritter Franz von Sickingen die Stadt mehrere Tage lang, um das Erzstift im Sinne der Reformation zu säkularisieren — seine Artillerie beschoss das Stadtgebiet, doch die Befestigungen hielten, und sein Heer zog nach wenigen Tagen ab.
Auch der Versuch, die Reformation in die Stadt zu bringen, endete kurz. 1559 versuchte Caspar Olevian, ein Schüler Calvins, die Reformation hier durchzusetzen, und überzeugte mit seinen Predigten vor allem Mitglieder der Weber-, Schneider- und Schmiedezunft. Eine Mehrheit des Stadtrats brachte Kurfürst Johann von der Leyen jedoch hinter sich; er untersagte der Stadt das Reformationsrecht und ließ Olevian verhaften; gegen ein Bußgeld durfte dieser abziehen, und alle konvertierten Bürger, die nicht zurückkehren wollten, mussten mit ihm gehen. 1560 holte von der Leyen die Jesuiten in die Stadt, um den katholischen Einfluss zu sichern.
Die Bürgerschaft wollte reichsunmittelbar werden, der Erzbischof wollte das nicht, und der Streit zog sich über Jahrhunderte. 1212 gab Kaiser Otto der Vierte der Stadt einen Freibrief, den Konrad der Vierte erneuerte; 1309 musste sie die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs dennoch wieder anerkennen, damals die Balduins von Luxemburg, und Kaiser Karl der Vierte bestätigte das 1364 noch einmal. Im 14. Jahrhundert kämpfte die Stadt um ihre Selbstverwaltung und um eine Ratsverfassung; erreicht hat sie immerhin, dass die Gemeindeverwaltung von der kurfürstlichen Gerichtsbarkeit getrennt wurde; im 15. Jahrhundert erließ der Rat eigene Münzordnungen und zog auch die niedere Gerichtsbarkeit an sich, und 1443 ergänzte Erzbischof Jakob der Erste von Sierck das Schöffengericht an der Stadtspitze um zwei Bürgermeister.
Entschieden wurde die Sache in der Gegenreformation, und zwar gegen die Stadt. Kurfürst Jakob der Dritte von Eltz ließ sie 1568 im sogenannten Bohnenkrieg durch eine Blockade vom Geschäftsverkehr abschneiden — ein Mittel, das schon Amtsvorgänger benutzt hatten. 1580 erwirkte er bei Kaiser Rudolf dem Zweiten eine Verfügung, die Trier bedingungslos der Landeshoheit des Kurfürsten unterstellte; der Stadtschlüssel war ihm auszuhändigen, und die neue Stadtverfassung, die Constitutio Eltziana, setzte einen kurfürstlichen Statthalter an die Spitze der bis dahin selbstverwalteten Stadt. Bis zum Ende des Alten Reiches blieb sie geistliches Zentrum und Nebenresidenz des nach ihr benannten Kurstaats.
Wie teuer die Randlage an einer umkämpften Reichsgrenze war, zeigt der Bestand der Stadt selbst. Im Holländischen Krieg nahmen französische Truppen sie nach einmonatiger Belagerung am 8. September 1673 ein; der neue Stadtkommandant, Graf Pierre de Vignory, ließ befestigen und dafür das Vorfeld der Mauern niederlegen, sodass sämtliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie die Klöster und Stifte davor verschwanden — ausgenommen nur die weiter entfernte Benediktinerabtei St. Matthias. Sein Nachfolger, Marschall Créquy, ließ zusätzlich das Kloster St. Marien, die Barbarathermen und die Marienkirche an der Römerbrücke abreißen; selbst die Obstbäume der Klöster fielen. Weitere Besetzungen folgten 1684, von 1688 bis 1698 sowie von 1702 bis 1704 und von 1705 bis 1714. Zeitweise entsprach die Zahl der Besatzungssoldaten der Einwohnerzahl von rund 4000 Köpfen; erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren es wieder etwa 8000 Menschen.
Was 1986 auf die Welterbeliste kam, ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine Auswahl: sechs römische und zwei mittelalterliche Kulturdenkmäler in der Stadt selbst, dazu die römische Igeler Säule im benachbarten Igel, und der Titel lautet Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier. Die sechs antiken Bauten sind die Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Barbarathermen, die Konstantinbasilika und die Römerbrücke. Beim Stadttor hat die Forschung lange gestritten, und ein Holzstück hat den Streit beendet. Die Datierungen reichten vom zweiten bis ins vierte Jahrhundert; im Januar 2018 ließ sich der Baubeginn dendrochronologisch auf das Jahr 170 festlegen, weil Holzreste der Stadtmauer von Bäumen stammten, die 169 und 170 gefällt worden waren. Ursprünglich maß das Tor 36 Meter in der Länge, 21,50 Meter in der Breite und 29,30 Meter in der Höhe.

Im Mittelalter verlor das Tor seine Funktion und bekam eine neue. Nachdem gegen Ende des 10. Jahrhunderts zunächst der Dombering befestigt worden war, entstand im 12. und 13. Jahrhundert eine Stadtmauer, deren Gürtel etwa dem heutigen Alleenring entspricht und rund 138 Hektar umschloss; die Porta Nigra war damals zur Kirche ausgebaut und gehörte zwar zur Befestigung, war aber kein Tor mehr, und auch die Ruinen der Kaiserthermen lagen innerhalb dieses Rings. Die gotische Liebfrauenkirche, durch einen Kreuzgang mit dem Dom verbunden, entstand von 1227 bis 1243.
Von den übrigen Epochen ist weniger erhalten, als man erwarten würde, und der Grund ist militärisch. Von einst zahlreichen wehrhaften romanischen Wohntürmen stehen noch der Frankenturm, der Turm Jerusalem und der Konviktsturm; das frühgotische Dreikönigenhaus in der Simeonstraße gleicht eher einem befestigten Wohnhaus als einem Wehrturm. Vom Hauptmarkt gehen einige Teile auf das Mittelalter zurück, darunter die rekonstruierte Steipe, das Marktkreuz und die von Wohnhäusern umbaute Kirche St. Gangolf; in der Renaissance kam der Petrusbrunnen hinzu.

Das Karl-Marx-Haus ist das Geburtshaus des Ökonomen, Philosophen, Autors und Revolutionärs Karl Marx und heute ein Museum. In der Altstadt steht außerdem das Karl-Marx-Wohnhaus, in dem er aufwuchs; beide Häuser stammen im Kern aus dem 18. Jahrhundert.
Zum 200. Geburtstag wurde daraus ein Jahresprogramm. Vom 5. Mai bis zum 21. Oktober 2018 lief die Große Landesausstellung Karl Marx 1818 bis 1883, gezeigt sowohl im Rheinischen Landesmuseum als auch im Stadtmuseum Simeonstift, ergänzt durch Ausstellungen im Museum Karl-Marx-Haus und im Museum am Dom. Am 5. Mai 2018 wurde außerdem auf dem Simeonstiftplatz eine Karl-Marx-Statue enthüllt, ein Geschenk der Volksrepublik China.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_ROM
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Das dunkelste Kapitel des Erzstifts endete an einem Buch. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts eskalierten die Hexenverfolgungen in Kurtrier und im benachbarten Luxemburg: von 1580 bis 1596 sprachen die Gerichte über hunderte Frauen und Männer sowie über einzelne Kinder das Todesurteil und vollstreckten es. 1589 traf es den Schultheißen und Universitätsrektor Dietrich Flade, der zuvor selbst als Hexenrichter zahlreiche Prozesse geführt hatte. Nachdem zahlreiche Skandale in der Prozessführung aufgedeckt worden waren, kam es 1596 zu einem vorläufigen Ende. 1633 kam Friedrich Spee in die Stadt, der Jesuit und Verfasser der Cautio Criminalis, der den Verfahren kritisch gegenüberstand; auch unter dem Einfluss seines Werkes wurden Prozesse gegen angebliche Hexen in Kurtrier 1652 endgültig verboten.
Das Kurfürstliche Palais selbst ist ein Bau des 17. Jahrhunderts, errichtet unter Lothar von Metternich und Philipp Christoph von Sötern als vierflügeliges Hochschloss — dauerhaft genutzt wurde es allerdings kaum. Vom anschließenden Niederschloss blieben nur das St.-Petersburg-Portal und der Rote Turm von 1647, der heute die Glocken der Konstantinbasilika trägt. Die Basilika wurde beim Bau des Palais teils niedergelegt, teils in dessen Westflügel einbezogen; für ihren Wiederaufbau riss man später den Westflügel ab und kürzte den Südflügel. An der Mosel stehen zwei alte Kräne nebeneinander: der Alte Krahnen von 1413 und der barocke Zollkran von 1774.
Die römische Vergangenheit zeigt die Stadt auch in großen Ausstellungen. 2007 beteiligte sie sich mit der Konstantinausstellung am Programm des Europäischen Kulturhauptstadtjahres, 2016 folgte die Ausstellung über Nero. Die Landesausstellung über den Untergang des Römischen Reiches lief vom 25. Juni bis zum 27. November 2022, zeigte an drei Standorten rund 700 Exponate aus 130 Museen und 20 Ländern und zählte über 205.000 Besucher; die Landesausstellung über Mark Aurel von Juni bis November 2025 kam an zwei Standorten auf knapp 150.000 Besuche.







