Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Ulm hatte am 31.12.2025 130.288 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 62 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ulm
Ulm liegt dort, wo die Blau in die Donau mündet, auf 481 m Höhe. Das Stadtgebiet umfasst 118,68 Quadratkilometer, und auch die Iller fließt hier vorbei. Auf der gegenüberliegenden Donauseite beginnt bereits Bayern mit der Nachbarstadt Neu-Ulm, die aus dem früheren Ulmer Vorland südlich des Flusses hervorging.
Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 130.288 Einwohner. Von weitem sieht man zuerst den Turm des gotischen Münsters, der 161,53 Meter misst und das Stadtbild beherrscht. Darum herum liegt eine Stadt, die im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört und danach überwiegend modern wieder aufgebaut wurde, mit einzelnen Rekonstruktionen dazwischen.
Ulm war Königspfalz, Reichsstadt, Provinzstadt und Festung, und jede dieser Rollen hat Spuren hinterlassen: Verfassung und Schwörmontag, ein Fischerviertel, Festungswerke im ganzen Stadtgebiet und eine Industrie, die vom Zement bis zum Feuerwehrfahrzeug reichte.
Um 850 wurde Ulm wohl zur Königspfalz, und im Jahr 854 besiegelte König Ludwig der Deutsche hier eine Urkunde: die erste Erwähnung des Ortes. Im Jahr 1134 wurde die ganze Stadt zerstört, unter den Staufern begann ab 1140 der Wiederaufbau der Pfalz. Zur Stadt erhoben wurde Ulm 1181, drei Jahre später zur Reichsstadt. Im Jahr 2004 feierte die Stadt das 1150-jährige Jubiläum ihrer ersten Erwähnung.
Im Spätmittelalter geriet die Stadt in einen Machtkampf zwischen den Zünften und dem Patriziat. Die Ulmer Verfassung, der Große Schwörbrief, galt seit 1397 und gab den Zünften 30 Ratssitze, den Patriziern nur noch 10; der Bürgermeister musste den Einwohnern Rechenschaft ablegen. An diesen Schwur erinnert bis heute der Schwörmontag, der vorletzte Montag im Juli, ein Ulmer Feiertag. Schon 1376 hatten unter Ulmer Führung 14 schwäbische Reichsstädte den Schwäbischen Städtebund gegründet; Ulm war dessen Vorort und trug den Titel Haupt und Zierde Schwabens.
Um 1500 stand die Stadt auf dem Höhepunkt. Zum Ulmer Gebiet gehörten drei Städte und 55 Dörfer, und der Reichtum kam vor allem vom Barchent, einem Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen, das nach strenger Prüfung das Ulmer Siegel trug und in ganz Europa als so gut wie Geld galt. Dazu kam Kunst: Skulpturen und Flügelaltäre aus Ulmer Werkstätten wurden bis nach Wien und in die Niederlande verkauft.
Die Reformation beendete das jäh. 1531 trat die Bürgerschaft per Abstimmung zum protestantischen Glauben über. Der folgende Bildersturm ließ über 30 Kirchen und Kapellen abreißen oder umnutzen und zerstörte weit über 100 Altäre, allein über 60 im Münster; damit war Ulms Zeit als Kunstzentrum vorbei. An diesen Umbruch knüpft eine späte Auszeichnung an: 2015 zeichnete die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa die Stadt als „Reformationsstadt Europas“ aus. Kriege, Seuchen und Erpressungen durch Besatzer taten ein Übriges, und um 1770 war die Stadt bankrott.

Im Jahr 1802 verlor Ulm seine Unabhängigkeit und kam an Bayern. Im Oktober 1805 schlossen französische Truppen die Stadt ein, und die Österreicher kapitulierten vor Napoleon, der damit den Weg nach Osten frei hatte. Durch einen Gebietsaustausch fiel Ulm 1810 an das Königreich Württemberg, der Süden des alten Ulmer Gebiets aber blieb bayerisch und bildete den Grundstock von Neu-Ulm. Aus der Reichsstadt war eine Grenzstadt geworden. Im 19. Jahrhundert kam der Aufschwung mit dem Bau der Bundesfestung und der Vollendung des Münsters zurück. 1913 zählte Ulm 60.000 Einwohner, darunter über 10.000 Soldaten, und 1938 war die Doppelstadt Ulm und Neu-Ulm mit mehr als 20.000 Soldaten Garnison.
Der Bau des Münsters begann am 30. Juni 1377. Der Grund war praktisch: Die alte Pfarrkirche lag vor den Stadtmauern, und die Bürger hatten während einer Belagerung nicht zum Gottesdienst gehen können. Die Einweihung des neuen Westturms am 31. Mai 1890 machte die Kirche zur Landmarke, und in der Bombennacht des Jahres 1944 blieb sie weitgehend verschont.
In der Altstadt haben einige Häuser den Krieg überstanden. Das Rathaus wurde 1370 erbaut, Steinhaus und Nikolauskapelle stammen noch aus staufischer Zeit, und der Büchsenstadel ist ein Fachwerkbau mit spätgotischem Ziegelgiebel von 1485. Der Neue Bau wurde bis 1593 als Lagerhaus mit Amtszimmer und Ratsstube errichtet. Das Schwörhaus ist Mittelpunkt des Schwörmontags; es wurde 1612 gebaut, nach einem Brand 1785 mit einem Barockgiebel versehen, 1944 erneut zerstört und bis 1954 wiederaufgebaut. Im Fischerviertel steht das Schiefe Haus, im 14. Jahrhundert erbaut und heute ein Hotel.
Zur Verteidigung diente zunächst die um 1480 mitten in die Donau hineingesetzte Stadtmauer, die später nach Dürers Vorstellungen umgebaut wurde. Heute ist sie ein 600 Meter langer Promenadenweg. Von der Adlerbastei aus startete 1811 der Schneider Albrecht Ludwig Berblinger seinen gescheiterten Flugversuch über die Donau.
Ein Festungswerk ganz anderer Art entstand erst im 19. Jahrhundert. Die Bundesfestung wurde von 1842 bis 1859 als zentraler süddeutscher Waffenplatz des Deutschen Bundes gebaut, mit bis zu 10.000 Arbeitern. Noch heute sind nahezu alle Forts und beinahe die gesamte Stadtumwallung erhalten.
Am 17. Dezember 1944 zerstörte der schwerste Luftangriff 81 Prozent der historischen Altstadt. Am 24. April 1945 besetzten US-Truppen Ulm. Der Wiederaufbau folgte dem Geschmack der Fünfziger- und Sechzigerjahre, und für die Verkehrsachse Neue Straße opferte man sogar noch erhaltene alte Bausubstanz. Auch die Nachkriegsbauten setzen Akzente. Das Stadthaus am Münsterplatz nach einem Entwurf von Richard Meier entstand 1993 gegen die mehrheitliche Ablehnung in einem Bürgerentscheid, die Zentralbibliothek von 2004 hat die Form einer gläsernen Pyramide von etwa 23 Metern Höhe.

Als in Ulm 1919 das allgemeine Wahlrecht eingeführt wurde, war die Demokratie noch jung. Am 22. Juni 1920 wuchs eine Protestveranstaltung gegen Lebensmittelknappheit und Wucherpreise zu Unruhen mit sieben Toten. In den späten 1920er Jahren stiegen die Stimmenanteile der Nationalsozialisten. Im Oktober 1930 standen im Ulmer Reichswehrprozess drei Offiziere vor Gericht, und Adolf Hitler wurde als Zeuge vernommen.
Nach der Machtübernahme am 30. Januar 1933 begann die Verfolgung. Von 1933 bis 1935 wurden viele Gegner im Konzentrationslager Oberer Kuhberg eingekerkert, einem der Werke der Bundesfestung, unter ihnen Kurt Schumacher. Am 22. April 1934 gaben oppositionelle evangelische Christen aus ganz Deutschland im Ulmer Münster die Ulmer Erklärung ab. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzte eine SA-Gruppe die 1873 geweihte Synagoge in Brand, und 56 Männer kamen für mehrere Monate ins KZ Dachau.

Es gab auch Widerstand. 1942 bildete eine Gruppe von Abiturienten um Hans und Susanne Hirzel den Ulmer Ableger der Weißen Rose, der auch Hans und Sophie Scholl angehörten. Beide Gruppen wurden 1943 gefasst.
Mit dem Bau der Bundesfestung wurde Ulm zur Industriestadt. Die erste Zementfabrik Deutschlands gründete 1838 der Apotheker Gustav Ernst Leube mit seinen Brüdern, nachdem er die in der Spätantike vergessene Kunst der Zementherstellung wiederentdeckt hatte. Conrad Dietrich Magirus, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, tüftelte an Feuerwehrgeräten und gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter; 1866 gründete er eine eigene Firma.
Karl Heinrich Kässbohrer, Spross einer Ulmer Fischer- und Schifferfamilie, gründete 1893 eine Wagenfabrik. Ab 1910 fertigte sie erstmals Karosserien für Personenwagen in Serie, und 1922 entstand hier der erste Lastwagen-Anhänger. Der Ulmer Wirtschaftsraum war auf Export ausgerichtet, was ihn nach dem Ersten Weltkrieg in der Weltwirtschaftskrise besonders hart traf.
1951 wurde im Donautal ein neues Industriegebiet ausgewiesen, das für die weitere Entwicklung von großer Bedeutung war. Die Wirtschaftskrise Anfang der 1980er Jahre machte die Industriestadt auch zu einem Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum.
Albert Einstein kam am 14. März 1879 in der heutigen Bahnhofstraße zur Welt. Die Familie zog schon 1880 nach München, an der Stelle des Geburtshauses steht heute eine Skulptur.

Für die Nachkriegszeit stehen zwei Hochschulen. 1953 begann die Geschichte der Hochschule für Gestaltung, die für die Fünfziger- und Sechzigerjahre stilbildend war und inzwischen wieder geschlossen ist; ihre Entwürfe zeigt seit 2011 das HfG-Archiv im ehemaligen Hochschulgebäude. Die Universität Ulm wurde 1967 gegründet, 1982 kam das aus städtischen Kliniken gebildete Universitätsklinikum hinzu.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.





