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Wolfhagen hatte am 31.12.2025 12.576 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 51 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Wolfhagen
Wolfhagen ist eine Kleinstadt mit historischem Fachwerkkern im nordhessischen Landkreis Kassel. Seit dem 21. Februar 2019 heißt sie amtlich Hans-Staden-Stadt, nach dem Landsknecht, der eine Zeit lang in Wolfhagen lebte. Die Altstadt liegt auf einem Hügel im Wolfhager Graben am äußersten Westen des Naturparks Habichtswald; das Stadtgebiet umfasst 112,29 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 12.576 Einwohner.

Staden stand als Landsknecht in Diensten portugiesischer Siedler, schrieb einen Bericht über Brasilien und lebte um 1557 in Wolfhagen. Ein Standbild auf dem Hospitalplatz erinnert an ihn.
Wolfhagen gehört zu den nordhessischen Städten, die die thüringischen Landgrafen als befestigte Hügelorte anlegten, wie auch Homberg (Efze); zuletzt bekannt wurde es aber für seine kommunale Energieversorgung.
Um 1200 wurde Nordhessen Schauplatz blutiger Adelsfehden, und die Landgrafen von Thüringen wollten die Bevölkerung deshalb in befestigten Städten ansiedeln. Wolfhagen entstand auf einem strategisch günstigen Hügel; mit dem Bau der Stadt muss frühestens 1200 und spätestens 1226 begonnen worden sein.
Ein Dokument von 1231, in dem Landgraf Konrad eine Hofstätte „in nostro oppido Wolfhain“ nennt, belegt die Stadt erstmals schriftlich und gilt als offizielles Gründungsdatum. Das Stadtrecht erhielt der Ort 1264, und ab 1302 besaß er eine vollständige Befestigung. Im Sommer 1372 nahmen Wolfhager Bürger unter Führung von Werner und Heinrich von Gudenberg den Paderborner Bischof Heinrich gefangen und zwangen ihn, im Sternerkrieg die Seiten zu wechseln.
Der Dreißigjährige Krieg zerstörte die Stadt nahezu vollkommen: Von vormals 394 Wohnhäusern waren am Ende nur noch 81 übrig. Ab 1699 zogen Hugenotten zu. 1896 erhielt Wolfhagen einen Eisenbahnanschluss.
Im 20. Jahrhundert wuchs die Stadt stark: 1931 lebten hier 3200 Menschen, 1951 schon 5500 und 30 Jahre später 7000.
Das historische Rathaus, ein dreigeschossiger Fachwerkbau, errichteten die Bürger von 1657 bis 1659 nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Die Eichenbalken stammen aus dem eigenen Stadtwald, und Landgraf Wilhelm der Sechste von Hessen-Kassel steuerte 100 Gulden bei. Als besonderer Schmuck zieren 222 Margaritenornamente die Balkenköpfe.

Die Stadtkirche ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche, deren Schlusssteine zusammen einen Weltgerichtszyklus bilden. Im Volksmund heißt sie St.-Anna-Kirche, doch das ist historisch nicht nachgewiesen. Die Hospitalkapelle dient seit 1931, dem Jahr der 700-Jahr-Feier der Stadt, als Friedhofskapelle.

In einer ehemaligen Sandgrube im Stadtwald fand man Fußabdrücke früher Dinosaurier. Das Regionalmuseum Wolfhager Land sitzt seit 1980 im Renthof der Burg. Es zeigt die Abdrücke der Wolfhager Saurier, eine Fachwerkabteilung und eine Präsentation zu Hans Staden, dem Autor eines Brasilienreiseberichts von 1557.
Die Ausgangslage schuf die Bundeswehr. Im März 1960 bezog sie das Gelände der früheren Munitionsfabrik, und am 30. Juni 2008 wurde der Standort geschlossen; das Gelände der Pommernkaserne beherbergt heute eine Bildungseinrichtung und mehrere mittelständische Unternehmen. Die Aufgabe der Pommernkaserne im Stadtteil Gasterfeld gab zugleich den Anstoß zu einer Entwicklung, die aus dem Kasernenort eine Energiestadt machte.
Bis 2006 lief die Stromversorgung über das Netz von E.ON. Gegen Widerstände kaufte die Stadt das Netz mit Hilfe einer 2001 gegründeten GmbH zurück und stemmte sich damit gegen den damaligen Trend. Windräder waren schon 1996 in Betrieb gegangen; später kamen eine Bioenergieanlage, eine große Solaranlage und der Windpark auf dem Rödeser Berg hinzu. Zu dessen Finanzierung wurden 25 % der Stadtwerke-Anteile an eine Bürgergenossenschaft verkauft.
Seit 2015 wird der Strombedarf der Stadt zu 100 % aus vor Ort erzeugter Energie aus regenerativen Quellen gedeckt. 2015 nahm Wolfhagen am Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie“ des Bundeswirtschaftsministeriums teil, und das Gesamtprogramm wurde im selben Jahr mit dem Energy Award der Energy Academy ausgezeichnet.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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