LageLuchs · Datenlogik
Warum ist eine hohe Arbeitslosenquote trotzdem ein schlechter Score?
Weil der LuchsScore eine Richtungssemantik braucht: Für die meisten Kennzahlen gilt „höher ist besser" — aber für Fahrzeit, Hebesätze, Arbeitslosigkeit, Leerstand und Straftaten gilt das Gegenteil. Diese Indikatoren sind invertiert: ein hoher Rohwert führt zu einem niedrigeren Rang.
01goodnessPercentile = 100 − Rohperzentil
In lib/score/percentile.ts berechnet goodnessPercentile den Score-Rang so:
- Normaler Indikator: höher = besser →
goodness = rawPercentile - Invertierter Indikator: höher = schlechter →
goodness = 100 − rawPercentile
Das inverted: true-Flag steckt direkt im SCORE_TREE in lib/region/indicator-display.ts bei jedem betroffenen Indikator. Ergänzt man einen neuen invertierten Indikator, reicht das Flag — keine weitere Sonderfallbehandlung.
02Welche Kennzahlen sind invertiert?
Alle Indikatoren, bei denen ein höherer Rohwert ein schlechteres Ergebnis für die Region bedeutet:
| Kennzahl | Einheit | Warum invertiert? |
|---|---|---|
| Arbeitslosenquote | % | Hohe ALO = schlechter Arbeitsmarkt |
| Fahrzeit Oberzentrum | Min. | Lange Fahrzeit = schlechte Erreichbarkeit |
| Gewerbesteuer-Hebesatz | % | Hoher Hebesatz = höhere Steuerbelastung |
| Straftaten je 100k EW | je 100k | Viele Straftaten = niedrigere Sicherheit |
Weitere invertierte Indikatoren: Hebesatz Grundsteuer A/B, Unternehmensinsolvenzen, kommunale Schulden je EW, ALO-Quote Veränderung YoY, Pkw-Dichte, Wohnungsleerstand, Gesamtquotient (Altersabhängige), Anteile 65–79 / ab 80 Jahre, diverse Armutsquoten.
03Normal vs. invertiert — der Unterschied
Zum Vergleich: nicht-invertierte Kennzahlen, bei denen „mehr" tatsächlich „besser" ist:
Beide Werte gehen in den Arbeitsmarkt-Dimensionsscore ein. Die Invertierung stellt sicher, dass alle Indikatoren in dieselbe Richtung zeigen: höherer Dimensionsscore = stärkerer Arbeitsmarkt. Wie die Dimensionsscores dann gewichtet zum LuchsScore aggregiert werden, erklärt Aggregation & Gewichte.