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Babenhausen, Stadt hatte am 31.12.2025 17.778 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 56 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Babenhausen, Stadt
Babenhausen liegt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg im Rhein-Main-Gebiet, etwa 34 km südöstlich von Frankfurt am Main. Die Kernstadt liegt auf 124 m an der Gersprenz, die sich in mehreren Armen durch das Stadtgebiet zieht. Die Stadt umfasst 66,85 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte Babenhausen 17.778 Einwohner.
Babenhausen liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und historisch am Kreuzungspunkt von drei alten Handelsstraßen. Zu Babenhausen gehören außer der Kernstadt die Stadtteile Harpertshausen, Harreshausen, Hergershausen, Langstadt und Sickenhofen.
In einer Schrift von 1236 begegnet der Ort unter dem Namen Babenhausense; eine frühere Erwähnung ist nicht bekannt. Adelheid von Münzenberg heiratete noch vor 1245 Reinhard von Hanau und brachte die Herrschaft Babenhausen als Heiratsgut mit; damit gehörte der Ort zu Hanau. Planmäßig als Marktsiedlung wurde die Stadt unmittelbar nördlich der Burg angelegt, als unregelmäßiges Viereck mit rechteckigem Marktplatz, dessen Ostseite die Nikolauskirche bildet. König Adolf von Nassau verlieh dem Ort 1295 Stadtrechte samt Wochenmarkt. Die Stadtmauer, deren Bau damals begann, wurde 1445 mit Graben neu errichtet und hatte ursprünglich sieben Türme und zwei Tore. Ein großer Teil davon steht noch, darunter Hexenturm und Breschturm. Am 22. Februar 1368 erlaubte Kaiser Karl der Vierte dem Grafen Ulrich von Hanau, in Babenhausen eine Münzstätte einzurichten; eine Münzstätte arbeitete dort tatsächlich von 1607 bis 1625 unter Graf Johann Reinhard und prägte unter anderem Goldgulden. Ein kaiserliches Privileg von 1503 erlaubte der Stadt den Jahrmarkt, den Nikolausmarkt.
1545 führte Erasmus Alberus unter dem Grafen von Hanau-Lichtenberg die Reformation durch, und die Gemeinde wurde lutherisch. Im Dreißigjährigen Krieg flohen allein 2500 Menschen aus den verwüsteten Dörfern in die Stadt, wo daraufhin die Pest ausbrach. Vom 23. Februar bis zum 28. März 1635 belagerten Kaiserliche die Stadt erfolglos, 1636 aber besetzte Kurmainz sie bis 1647.
Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen 1736 stritten Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt fast bis zum Krieg um Stadt und Amt Babenhausen. Erst 1771 beendete ein Vergleich, der Partifikationsrezess, den Streit, und Babenhausen fiel an Hessen-Kassel. Der Bahnhof kam 1858, als die Hessische Ludwigsbahn die Rhein-Main-Bahn eröffnete.
Im Zweiten Weltkrieg bestand hier ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene. Nach Kriegsende diente es einem anderen Zweck: Als Lager für Displaced Persons nahm es bis zu 3000 Menschen auf, bis es Ende 1950 aufgelöst wurde.
Danach begann eine militärische Epoche. Von Januar 1951 bis 2006 war Babenhausen Garnison der US-Army, belegt mit Artillerieeinheiten der Systeme MLRS und Patriot. Das Gelände lag im Südosten der Stadt; über seine Nachnutzung wird bis heute diskutiert, auch in einem gemeinsamen Projekt von Stadt und TU Darmstadt.
Ihre heutige Ausdehnung bekam die Stadt in den Jahren der Gebietsreform. Am 31. Dezember 1971 schlossen sich Harpertshausen, Langstadt und Harreshausen freiwillig der Stadt an, am 1. Juli 1972 folgte Hergershausen und am 1. Januar 1977 Sickenhofen.
Im Continental-Werk arbeiteten Ende 2018 noch 3600 Beschäftigte. Im September 2019 gab Continental bekannt, die Serienproduktion der Anzeige- und Bedienelemente bis Ende 2025 einzustellen. Nach Demonstrationen und Streiks setzten Beschäftigte und IG Metall eine längere Laufzeit des Werks und einen Sozialtarifvertrag durch; nach dem bisherigen Plan, Stand der Quelle vom September 2026, soll die Produktion Ende 2026 enden. Aumovio, ein von Continental abgespaltenes Unternehmen, entwickelt dort Digital-Displays für Autos.
Daneben prägen kleinere Betriebe die heutige Wirtschaft. Mit Wickeltaschen und Wickelrucksäcken für Familien ist die Lässig GmbH weit über den Ort hinaus bekannt; das Familienunternehmen hat etwa 80 Mitarbeiter. Mehrere Unternehmen betreiben Sand- und Kiesabbau bei Harreshausen.

Das Natura-2000-Gebiet „In den Rödern bei Babenhausen“ umfasst 86 ha Sandlebensräume auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Seit 2007 wurden die Patriot-Stellungen abgebaut, und seit Juni 2014 beweiden Przewalskipferde die Flächen.
Bei Harreshausen steht die Schöne Eiche, ein Naturdenkmal: eine Pyramideneiche von rund 550 Jahren mit 3,85 Metern Stammumfang und eine botanische Rarität.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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