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Bacharach hatte am 31.12.2025 1.525 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 50 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bacharach
Flussabwärts von Bacharach liegt das Binger Loch, eine Engstelle im Rhein, die früher nur kleine Schiffe passieren konnten. Wer Wein weiter nach Norden bringen wollte, musste ihn hier umladen — von den kleinen Schiffen in größere. Bacharach wurde dadurch zur wichtigsten Umladestation für den Weinhandel, und der Wein, der von hier aus weiterging, trug ab dann die Bezeichnung Bacharacher. Auch der Holzhandel aus dem Hunsrück lief über diesen Platz, und 1356 erhielt der Ort die Stadtrechte.
Heute ist Bacharach eine Stadt im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, 70 Meter über dem Meeresspiegel, mit den Stadtteilen Steeg, Medenscheid, Neurath und Henschhausen sowie der unbewohnten Rheininsel Bacharacher Werth. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 1.525 Einwohner.
Die früheste erhaltene Erwähnung stammt vom Beginn des 11. Jahrhunderts, doch das königliche Gebiet ging wohl schon im 7. Jahrhundert an den Kölner Bischof Kunibert über; darauf deutet eine Kunibertskapelle an der Stelle der heutigen Wernerkapelle. Vögte dieses Kölner Besitzes waren die Pfalzgrafen, die den Kölner Einfluss mit der Zeit zurückdrängten — Pfalzgraf Hermann von Stahleck residierte bereits auf der Burg über dem Ort.
Dort spielte sich auch eine Heirat ab, die Folgen hatte. Heimlich heiratete auf dieser Burg die Tochter seines Nachfolgers Konrad von Staufen einen Welfensohn, also einen Angehörigen der verfeindeten Familie; für kurze Zeit gehörten Ort und Pfalzgrafschaft deshalb Heinrich von Braunschweig. 1214 wurden die Wittelsbacher Pfalzgrafen die neuen Herren, und zusammen mit dem Unteramt Kaub erhielten sie hier ihre wichtigste Zoll- und Einnahmequelle.
Politisch fiel hier 1314 eine Entscheidung von Reichsbedeutung: der Beschluss, Ludwig den Bayern zum deutschen König zu wählen. Mit dem Bau der Stadtmauer wurde 1344 begonnen, um 1400 war sie vollendet.
Die Konfession wechselte danach mehrfach, und zwar nicht freiwillig. 1545 wurden Stadt und Pfalz unter Pfalzgraf Friedrich II. protestantisch. Im Dreißigjährigen Krieg aber wechselte Bacharach achtmal die Besatzung und damit die vorherrschende Religion, beginnend mit der spanischen Besetzung durch Ambrosio Spinola von 1620 bis 1632. Weder Burg Stahleck noch die Stadtmauer konnten das verhindern, und mehrere Stadtbrände taten ein Übriges. 1689 sprengten französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg und vier Türme der Stadtmauer.
Ab 1794 war das linke Rheinufer französisch besetzt; von 1798 bis 1814 gehörte Bacharach zum Département de Rhin-et-Moselle und war Hauptort eines Kantons. Der preußische Feldmarschall Blücher setzte in der Neujahrsnacht 1813 auf 1814 bei Kaub über den Rhein und marschierte anschließend mit seinen Truppen durch den Ort und das Steeger Tal nach Frankreich; ein Gedenkstein an der Rheinfähre hält das fest. 1815 kam die Stadt an Preußen und wurde dem Kreis Sankt Goar im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet.

Als der Hafen versandete, fiel Bacharach in einen Dornröschenschlaf. Geweckt wurde es nicht von der Wirtschaft, sondern von der Literatur. Friedrich Schlegels Beschreibung seiner Rheinreise von 1802 und die um 1800 entstandene Ballade Lore Lay von Clemens Brentano lösten den frühen Rheintourismus aus; Brentanos Gedicht beginnt mit der Zeile Zu Bacharach am Rheine.
Als 1814 die französische Kontinentalsperre aufgehoben wurde, kam die britische Aristokratie ins Rheintal, und Lord Byron sorgte dafür, dass man in England davon erfuhr. Zu den frühen prominenten Besuchern zählte 1840 der französische Schriftsteller Victor Hugo, der über den Ort schrieb, er stehe in einer der angenehmsten und unbekanntesten alten Städte der Welt, umgeben von Wolken, jähen Felsen und einem wilden Felsbach — eine Stadt, die einst römisch, dann romanisch und schließlich gotisch gewesen sei, aber nicht modern werden wolle.
Auch Heinrich Heine hat den Ort in die Literatur geschrieben, mit dem Romanfragment Der Rabbi von Bacherach von 1840.
Was die Romantik erfand, zerstörte die Technik nebenbei: Im Zuge der Rheinregulierung wurde 1850 bei Bacharach der Ara Bacchi gesprengt, ein Felsen, den Victor Hugo auf seiner Rheinreise noch erwähnt hatte.
Das Stadtbild ist besser erhalten, als man es nach acht Besatzungen erwarten würde. Die Stadtmauer, in Teilen begehbar, zählt zu den am besten erhaltenen in Rheinland-Pfalz; unter ihren Arkaden führen Zugänge zu Weinstuben und Restaurants mit Terrassen zum Rhein. Von den Türmen des 14. Jahrhunderts stehen unter anderem Hutturm, Liebesturm, Postenturm und Münztor, von anderen nur Reste.
Dazwischen liegen Fachwerkhäuser, darunter das Alte Haus von 1389, dessen heutiges Erscheinungsbild auf einen Umbau um 1600 zurückgeht, und das Haus Utsch von 1585, in dem Friedrich Wilhelm Utsch wohnte, der Jäger aus Kurpfalz. Dazu kommen der Alte Posthof, der kurpfälzische Amtskeller, die ehemalige kurpfälzische Münze und die Sektkellerei Geiling, ein Industriedenkmal vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dass davon so viel steht, ist Arbeit. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz trieb die Erhaltung im frühen 20. Jahrhundert voran und nahm sich besonders der damals höchst gefährdeten Stadtmauer und der Burgruine an; das Land Rheinland-Pfalz engagierte sich stark für die Wernerkapelle. Burg Stahleck ist heute eine Jugendherberge.

Das Wahrzeichen der Stadt ist eine Ruine, und ihre Geschichte ist keine schöne. Die gotische Wernerkapelle liegt auf dem Weg von der Stadt hinauf zur Burg Stahleck. Begonnen wurde sie um 1293 dort, wo zuvor die Kunibertkapelle gestanden hatte, bezahlt aus den Beiträgen der Wallfahrer, und fertig war sie erst nach 1426. Schwer beschädigt wurde sie dann, als man 1689 die Burg sprengte; danach verfiel sie zur Ruine.







Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: WH
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Namensgeber ist Werner von Oberwesel, der lange als Heiliger verehrt wurde, obwohl er nie heiliggesprochen worden war. Der sechzehnjährige Tagelöhner, der bei einer jüdischen Familie in Stellung war, wurde am Gründonnerstag 1287 tot in der Nähe von Bacharach gefunden; wie er starb, blieb ungeklärt. Mit einer Ritualmordlegende schob man seinen Tod den Juden zu, und die Pogromwelle, die darauf folgte, vernichtete jüdische Gemeinden am Mittelrhein, an der Mosel und am Niederrhein. König Rudolf I. hielt die Beschuldigungen für grundlos, legte den Mördern der Juden eine Geldbuße auf und befahl, Werners Leiche zu verbrennen, damit keine Verehrung entstehe. Befolgt wurde das nicht: Über Werners Sarkophag entstand die Kapelle.
1963 wurde Werner aus dem Heiligenkalender des Bistums Trier gestrichen; eine Gedenktafel vor der Kapelle erinnert heute an die Ereignisse und zitiert ein Gebet von Papst Johannes XXIII.





