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Bad Camberg hatte am 31.12.2025 14.134 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Camberg
Bad Camberg liegt im Hintertaunus, etwa 30 Kilometer nördlich von Wiesbaden und etwa 20 Kilometer südlich von Limburg an der Lahn. Die Stadt ist Zentralort des Goldenen Grunds, den der Emsbach durchfließt, und umfasst 54,6 Quadratkilometer. Bis 1981 hieß sie schlicht Camberg. Ende 2025 zählte sie 14.134 Einwohner.

Was den Ort prägt, ist ein Nebeneinander: ein Kurbetrieb mit Kliniken und Wassertretanlagen, eine Altstadt mit langem Fachwerk-Amthof und ein Wahrzeichen, das auf einem Hügel über allem steht.
Am Anfang der schriftlichen Überlieferung steht der Königshof Cagenberg, den Kaiser Otto der Dritte am 6. Februar 1000 dem Kloster Burtscheid schenkte. Aus diesem Namen entwickelten sich Cainburg, Camburg, Kamberg und schließlich Camberg. 1053 fiel die Siedlung an die Grafen von Diez, die bis 1388 über sie herrschten.

Am 27. August 1281 verlieh König Rudolf dem Ort Stadtrechte nach Frankfurter Vorbild, allerdings nur als Freiung und nicht als vollständige Stadterhebung. Volle Stadtrechte erhielt Camberg erst um 1356/57, bestätigt 1365. Die Stadtmauer war vermutlich um 1380 fertig.
Eine Legende erzählt vom Dreikönigsfest 1357: Die Wächter seien betrunken eingeschlafen, als Walsdorfer Raubritter die Stadt ausrauben wollten, und Elstern, im Dialekt Atzeln genannt, hätten Alarm geschrien. Deshalb gilt die Atzel noch heute als inoffizieller Wappenvogel der Stadt.
Nachdem 1535 die Grafen von Königstein ausgestorben waren, besetzte Kurtrier die Stadt und behielt die Hälfte auf Dauer. Bis um 1800 gehörte Camberg je zur Hälfte Kurtrier und Nassau, wobei der nassauische Anteil zwischen mehreren Linien des Hauses wechselte.
Hexenprozesse fanden besonders von 1629 bis 1631, von 1643 bis 1644 und von 1659 bis 1660 statt: Beschuldigt wurden 14 Frauen und ein Mann, acht Frauen wurden hingerichtet.
Zur Geschichte der Stadt gehört auch eine jüdische Gemeinde. Jüdische Einwohner sind seit 1576 sicher nachgewiesen; 1662 zählte man fünf Familien mit 32 Personen, und spätestens 1756 gab es eine Synagoge. In der Reichspogromnacht wurde die Synagoge in der Schmiedgasse niedergerissen, jüdische Häuser wurden geplündert und ihre Bewohner misshandelt. Durch Emigration, Flucht und Wegzug sank die Zahl der jüdischen Einwohner von 1933 bis 1939 von 69 auf 19; 1942 wurden die letzten Mitglieder der Gemeinde nach Frankfurt deportiert und ermordet.
Der Amthof erstreckt sich über eine Frontlänge von 155 Metern. Das Gebäude entstand 1605 auf den Grundmauern eines Vorgängers und wurde bis 1669 erweitert, wobei drei Einzelhöfe zu einem Ensemble verschmolzen. Hier saßen die Oberamtmänner des kurtrierischen Amts; 1942 erwarb die Stadt das Gebäude, 1989 ließ sie es sanieren, und heute ist es Sitz der Stadtverwaltung.
Vom Mauerring stehen noch zwei der ehemals 13 Türme: der Obertorturm, um 1380 erbaut und 32 Meter hoch, und der Untertorturm, erbaut von 1365 bis 1380. Den Untertorturm nennt der Volksmund den „Schiefen Turm von Bad Camberg“, denn er neigt sich bei 21 Metern Höhe um 1,44 Meter.

Die Kreuzkapelle gilt als Wahrzeichen der Stadt. Ihre heutige Gestalt bekam sie 1725 auf einem Berg östlich der Altstadt, von wo sie weithin zu sehen ist.

Der Turm der katholischen Kirche St. Peter und Paul wurde 1580 gebaut. Das Schiff, das im Zopfstil vom Dillenburger Bauinspektor Johann Friedrich Sckell errichtet wurde, weihte der Kurtrierer Weihbischof am 15. Juli 1781.
Die Main-Lahn-Bahn erreichte Camberg 1876 vom Bahnhof Niederselters aus. Kneippkurort ist Camberg seit 1927. 1937 kam der Titel Anerkanntes Heilbad hinzu, und seit 1977 gilt der Ort als Staatlich Anerkanntes Kneippheilbad. Das „Bad“ im Namen erhielt die Stadt 1981 zur 700-Jahr-Feier ihrer Stadtrechte; 1973 waren die Hohenfeld-Kliniken fertiggestellt worden.
Für das Jahr 2005 sind 176.663 Übernachtungen von Kurgästen verzeichnet, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 8,6 Tagen. Im Stadtteil Oberselters wird Mineralwasser unter Markennamen wie OberSelters Original abgefüllt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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