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Baiersbronn hatte am 31.12.2025 15.256 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 47 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Baiersbronn
Das obere Murgtal ist eng, und es ist steil. Wer hier siedelte, baute nicht an einen Marktplatz, sondern an den Hang, dorthin, wo das Wasser hinreichte und der Wald anfing. Aus dieser Not entstand eine Siedlungsform, die es in dieser Ausprägung nur an wenigen Stellen des Schwarzwalds gibt: Streusiedlungen, hier Parzellen genannt, verstreut über eine Gemarkung, die sich vom Talboden bis auf die Kammhöhen hinaufzieht. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde 15.256 Einwohner.
Drei Rohstoffe haben diesen Ort nacheinander getragen. Zuerst das Holz, das als Floß die Murg hinab und bis in die Niederlande ging. Dann Glas und Eisen, beides aus dem Wald heraus gebrannt und geschmiedet. Und schließlich, seit dem Bau der Bahn, der Gast — erst als Kurgast, später als Wanderer, zuletzt als jemand, der wegen der Küche kommt.
Die Gemeinde misst 189,58 Quadratkilometer und liegt im Mittel 584 Meter hoch. Das Gemeindegebiet zieht sich vom Murgtal auf 450 Meter Höhe hinauf bis zum Dreifürstenstein östlich der Hornisgrinde auf 1153 Meter. Dazwischen liegen 115 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser — eine Zahl, die mehr über die Siedlungsstruktur sagt als jede Einwohnerzahl.
Der Nationalpark Schwarzwald liegt zu großen Teilen auf dieser Gemarkung. Die eiszeitlichen Karseen sind das auffälligste Erbe der Landschaft: der Huzenbacher See und der Wildsee liegen in Kesseln, die ein Gletscher ausgeschürft hat.

Der Sankenbachsee erzählt davon, wie beweglich diese Landschaft ist. In seinem Talkessel lag ursprünglich ein weiterer Karsee, der vor rund 3000 Jahren ausgelaufen ist, weil der Sankenbach die aufstauende Endmoräne wegspülte. Erst 1980 bis 1981 schütteten Forstamt und Wasserwirtschaftsamt einen Erdwall auf, sodass sich wieder ein See bildete. Von dort führt ein steiler Pfad zu den Sankenbach-Wasserfällen, die über eine Karwand aus Unterem Buntsandstein in zwei Stufen 40 Meter tief stürzen.

Auch die Grenzen dieser Gegend folgen Wasserläufen. Der Langenbach und, nach der Vereinigung, die Schönmünz gelten seit dem Jahr 496 als Stammesgrenze zwischen Alemannen und Franken und sind bis heute Mundartgrenze. Viele Jahrhunderte lang verlief hier zugleich die Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg — eine Linie, der die Bundesstraße 500 auf der Höhe noch immer weitgehend folgt.
Baiersbronn gehört seit 1320 zu Württemberg und wird 1292 erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster Reichenbach, 1085 als Tochterkloster des Klosters Hirsau geweiht, war lange die prägende Grundherrschaft im Tal; 1595 wurden Prior und Mönche zur Flucht gezwungen, und aus Reichenbach wurde eine weltliche Gemeinde und Sitz eines Klosteramtes. Der Ort heißt seit 1897 Klosterreichenbach. Die Bewohner des Murgtals lebten von Land- und Holzwirtschaft. Dass das Tal verarmte, lag nicht erst am Waldbrand von 1800, sondern an der nahezu vollständigen Abholzung durch die Holzcompagnien. Aus dieser Armut heraus wanderten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts viele Baiersbronner nach Nordamerika aus.

Zwischen Holz und Auswanderung liegt die Zeit der Glashütten. Buhlbach und Schönmünzach entstanden beide durch Glashüttengründungen im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die 1758 gegründete Glashütte Buhlbach beschäftigte um die Mitte des 19. Jahrhunderts rund 200 Menschen; unter der Familie Böhringer begann 1788 eine blühende Glasindustrie, und mit dem Buhlbacher Schlegel, der bis an den Zarenhof nach Sankt Petersburg ging, erreichte sie überregionale Bedeutung. Auf der Schwarzenberger Gemarkung stand ab 1773 eine weitere Hütte, aus der sich Schönmünzach entwickelte.
Das Leben dieser Waldberufe hat auch die Literatur festgehalten. Das Märchen Das kalte Herz geht auf einen Besuch Wilhelm Hauffs in Schwarzenberg zurück. Hauffs Märchenmuseum im Oberdorf zeigt, wie Flößer, Köhler, Glasmacher und Holzhändler hier einst lebten.

Der Wendepunkt kam auf Schienen. 1901 erreichte die Murgtalbahn von Freudenstadt aus Klosterreichenbach; wegen des steilen Streckenverlaufs wurde sie bis 1924 stellenweise als Zahnradbahn betrieben. Der Anschluss brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung, und Baiersbronn wurde Luftkurort und Wintersportplatz. Schönmünzach ist seit 1953 Kneippkurort, Obertal ein heilklimatischer Kurort.
Der Wintersport blieb nicht bei der Erholung stehen. Vom 6. bis 8. Februar 1953 fanden die Nordischen Skimeisterschaften in Baiersbronn und Freudenstadt statt, und aus dem Ort kommen bis heute Sportler wie der Nordische Kombinierer Jens Gaiser, der Skispringer David Siegel und die Skispringerin Svenja Würth.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Zuverdienst die Hauptsache. Heute arbeiten zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich Handel, Verkehr und Dienstleistungen, das restliche Drittel im produzierenden Gewerbe — Kartonage, Maschinenbau, Holzverarbeitung, dazu der Anhängerhersteller Müller-Mitteltal. Der Hotelier Hermann Bareiss steht für die Verbindung beider Welten.
Den Ruf des Ortes tragen zwei Küchen. Der Guide Michelin führt die Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach und das Restaurant Bareiss in Mitteltal mit jeweils drei Sternen; 2019 kamen je ein weiterer Stern für das Restaurant Schloßberg in Schwarzenberg und die Köhlerstube in Tonbach hinzu, zusammen acht Sterne. Am 5. Januar 2020 zerstörte ein Brand die Schwarzwaldstube vollständig, 2022 erhielt das ins Ausweichquartier umgezogene Restaurant die drei Sterne zurück.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: NNL
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Das Eisen kam aus demselben Wald. Im Ortsteil Friedrichstal erinnert das Museum Königshammer an die Eisenverarbeitung: Von 1810 bis 1965 stand hier ein Hammerwerk der Königlichen Hüttenwerke, und ein 4,6 Kilometer langer Rundweg führt heute durch die Industrie- und Arbeitersiedlung zu den ehemaligen Hammerschmieden. Aus Baiersbronn stammt auch Ferdinand Oechsle, der Entwickler der nach ihm benannten Mostwaage.
Wie abgeschieden das Tal war, lässt sich an den Namen ablesen. Weil über Jahrhunderte im Tal geheiratet wurde, sind Familiennamen wie Braun, Finkbeiner, Frey, Gaiser, Klumpp und Züfle auffällig häufig; in der Altgemeinde entwickelte sich sogar eine eigene Mundart innerhalb des schwäbischen Sprachraums. Die Marienkirche im Hauptort, die Reste der Rinkenmauer auf dem Rinkenkopf und die Ruine Königswart sind die baulichen Marken dieser langen Binnenzeit.






