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Bamberg hatte am 31.12.2025 77.218 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 62 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bamberg
Wer in Bamberg von der Unteren Brücke aus flussaufwärts schaut, sieht eine Stadt, die sich nie für eine Form entschieden hat. Auf der einen Seite steigt der Domberg auf, die geistliche Stadt der Bischöfe. Auf der anderen liegt die bürgerliche Inselstadt zwischen den beiden Armen der Regnitz. Und dahinter beginnt ein Viertel, in dem bis heute Gemüse in Beeten steht, keine zehn Gehminuten vom Marktplatz entfernt.
Diese Dreiteilung ist kein Zufall und keine Kulisse, sondern der Grundriss, den das Mittelalter hinterlassen hat — und genau deshalb wurde die Altstadt 1993 in die Welterbeliste aufgenommen. Zum 31. Dezember 2025 zählte Bamberg 77.218 Einwohner auf 54,62 Quadratkilometern.
Der Domberg trug schon im 6. Jahrhundert eine Siedlung. Im Jahr 902 nennen die Quellen dort zum ersten Mal ein Castrum Babenberch, das den älteren Babenbergern gehörte. Sie verloren das Lehen 903 in einer Fehde mit den Konradinern, und der Besitz blieb bis 973 in königlicher Hand. Der eigentliche Gründungsakt fällt in den Mai 1007: König Heinrich II. richtete hier ein Bistum ein und ließ im selben Jahr den ersten Dom errichten. Dieser brannte zweimal ab; der heutige Bau stammt aus dem 13. Jahrhundert. Fast tausend Jahre lang war die Stadt ein Zentrum kaiserlicher und erzbischöflicher Macht. 1040 machte Heinrich III. den Grafen Suidger zum Bischof; sechs Jahre später wurde dieser zum Papst gewählt und behielt das Bamberger Amt bei. Sein Grab, das des Papstes Clemens II., liegt bis heute im Dom.
Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Bistum zum Hochstift erhoben, und der Bischof bekam damit auch die weltliche Macht über das Gebiet. Im Januar 1430 rückten die Hussiten heran: Das Domkapitel floh mit dem Domschatz auf die Giechburg, die wohlhabenden Bürger nach Forchheim und Nürnberg. Eingenommen wurde die Stadt nicht, aber die Zurückgebliebenen plünderten erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser, und am Ende zahlte Bamberg 12.000 Gulden Lösegeld, um der Brandschatzung zu entgehen. Im Bauernkrieg wurden 1525 über 300 berittene Soldaten in der Stadt stationiert; die anschließenden Verhandlungen zwischen Bischof und Bürgerschaft brachten Reformen, etwa die Abschaffung des kleinen Zehnts.
Die dunkelste Episode der Stadtgeschichte beginnt mit einem Gesetz: 1507 trat in Bamberg die Constitutio Criminalis Bambergensis in Kraft, die für Hexerei den Tod durch Verbrennen festlegte. Das Hochstift zählte zu den Zentren der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung in Süddeutschland, und unter dem Fürstbischof Johann Georg Fuchs von Dornheim, den man den Hexenbrenner nannte, erreichten die Prozesse ihren Höhepunkt. 1627 ließ er eigens ein Gefängnis für Beschuldigte errichten, das Drudenhaus im Bereich der heutigen Promenade. Die überlieferten Prozessakten nennen für die Jahre von 1612 bis 1631 mindestens 884 angeklagte und hingerichtete Menschen im Hochstift. Beendet wurde das erst durch den Einmarsch schwedischer Truppen im Februar 1632.
Der Dreißigjährige Krieg kostete die Stadt einen großen Teil ihrer Bevölkerung: Sie schrumpfte von 12.000 auf ungefähr 9600 Menschen, und eine Untersuchung des Stadtrats zählte 1643 über 660 beschädigte Gebäude. Unter den Fürstbischöfen aus dem Haus Schönborn folgte im Barock eine kulturelle Blüte, in der unter anderem die Neue Residenz und die Untere Brücke entstanden. 1802 besetzte Bayern das Territorium des Hochstifts militärisch und erklärte es noch im selben Jahr zur bayerischen Provinz; die 1647 gegründete Universität wurde 1803 aufgelöst und bestand nur noch als Philosophisch-Theologische Hochschule fort.

Im Zweiten Weltkrieg trafen neun Luftangriffe die Stadt und forderten 378 Tote; von rund 16.000 Wohnungen wurden 1.700 zerstört und 2.500 beschädigt.
Bamberg ist wie Rom auf sieben Hügeln gebaut — Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg und Abtsberg — und heißt deshalb manchmal Fränkisches Rom. Das Welterbegebiet nimmt die drei historischen Stadtbezirke Berg-, Insel- und Gärtnerstadt zusammen und misst rund 142 Hektar. Im historischen Stadtkern stehen 1300 Einzeldenkmäler, die aus dem 11. bis 18. Jahrhundert stammen; über 1000 Häuser sind denkmalgeschützt.
Auf dem Domberg steht der spätromanische Dom mit seinen vier Türmen. Er birgt den Bamberger Reiter, das Grab des Papstes Clemens II. und die Grabstätten des Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde. Neu erbaut wurde er zwischen 1190 und 1237, nachdem die beiden Vorgängerbauten abgebrannt waren. Gegenüber liegt die Alte Hofhaltung aus der Renaissancezeit, heute Sitz des Historischen Museums, und ihr wiederum gegenüber die barocke Neue Residenz der Fürstbischöfe mit ihrem Rosengarten.

Das Alte Rathaus steht mitten in der Regnitz, auf einer künstlichen Insel, und trägt einen Rokoko-Saal und bemalte Fassaden. Flussabwärts schließt sich Klein Venedig an, ein ehemaliges Fischerdorf mit Fachwerkhäuschen aus dem 17. Jahrhundert. Den Barock der Altstadt haben vor allem Architekten der Familie Dientzenhofer geprägt, in deren Umfeld auch Balthasar Neumann arbeitete; von ihm stammt das Kapitelhaus am Kreuzgang. Das Böttingerhaus entstand 1707 bis 1713, die Villa Concordia gab der Hofbeamte Ignaz Tobias Böttinger zwischen 1716 und 1722 in Auftrag.
Über der Stadt liegen zwei ältere Bauten: die Altenburg, eine mittelalterliche Höhenburg westlich der Altstadt, und das Kloster Michelsberg, dessen Klosterkirche im Kern romanisch ist und dessen Klostergebäude aus dem Barock stammen. Die Lage der Kirchen bildet ein gedachtes Kreuz über der Stadt: den einen Balken bilden St. Jakob, Dom, St. Martin und St. Gangolf, den anderen St. Stephan, Obere Pfarre, Dom und St. Michael. St. Gangolf war wohl schon 1059 im Bau.
Auf dem fruchtbaren Schwemmsandboden werden dort seit dem 14. Jahrhundert Gemüse und Kräuter angebaut, und zwar gewerblich, nicht als Hobby. Der Anbau reicht bis heute in die Altstadt hinein; typisch sind Rettich, Zwiebeln und Knoblauch, dazu Süßholz, Rote Beete, Petersilie, Spargel sowie eine Reihe von Salat- und Kohlsorten.
2016 hat die deutsche UNESCO-Kommission den innerstädtischen Erwerbsgartenbau der Stadt in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Dazu gehören nicht nur die Beete, sondern auch eigene Kleidung für die Arbeit und für Festtagsumzüge wie die Fronleichnamsprozession.
Eine Pflanze fällt besonders auf: Süßholz wird in Bamberg seit dem frühen sechzehnten Jahrhundert angebaut, und die Bamberger Süßholzgesellschaft unterstützt die Gärtner bis heute dabei. Von dem Gewerbe hat die Stadt sogar ihren Spitznamen: Zwiebeltreter heißen die Bamberger, weil beim Zwiebelanbau die Schalotten bei einer bestimmten Größe umgetreten wurden, damit das Kraut nicht zu hoch wuchs. Dafür banden sie sich Brettchen an die Schuhe. Was davon geblieben ist, zeigt das Gärtner- und Häckermuseum, das es seit 1976 gibt.

Bamberg liegt an der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken, und die Stadt hat sich für das Bier entschieden. Die örtliche Spezialität ist das Rauchbier. Von ehemals 68 historischen Braustätten sind acht Brauereien mit alter Tradition geblieben: Mahr, Fässla, Schlenkerla, Spezial, Klosterbräu, Greifenklau, Keesmann und Kaiserdom im früher selbständigen Stadtteil Gaustadt. Dazu kommen jüngere Häuser: Die Gasthausbrauerei Ambräusianum, die Röstmalzbierbrauerei und die Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann eröffneten 2004.
Wie ernst es die Stadt mit dem Bier meint, zeigt eine Episode aus dem Jahr 1907. Die Brauereien hatten den Preis für den halben Liter von elf auf zwölf Pfennig erhöht; Bevölkerung und Wirte boykottierten daraufhin den Ausschank und tranken Forchheimer Bier. Nach einer Woche nahmen die Brauereien die Erhöhung zurück; als Bamberger Bierkrieg steht der Vorgang bis heute in der Stadtchronik.
Gebraut wird hier länger, als die heutigen Brauereien alt sind. Das Fränkische Brauereimuseum sitzt in den Räumen der alten Benediktinerbrauerei im Kloster Michelsberg, in denen seit dem 12. Jahrhundert Bier gebraut wurde. Zur Küche der Stadt gehören außerdem das fränkische Schäuferla, die Bamberger Hörnla — sowohl ein Gebäck als auch eine Kartoffelsorte — und der Zwätschgabaamäs, ein luftgetrockneter und geräucherter Rinderschinken.
Die Universität, 1803 aufgelöst, kam 1972 als Gesamthochschule zurück und wurde 1979 zur Universität erhoben; seit 1988 trägt sie wieder den Namen Otto-Friedrich-Universität. Heute studieren dort mehr als 12.000 Menschen, und ihre Gebäude verteilen sich über das ganze Stadtgebiet, ein großer Teil davon im Kern der Altstadt. Seit 2007 hat sie vier Fakultäten, darunter eine informationswissenschaftliche.

Neben der Universität prägt die Musik das Bild: Die Bamberger Symphoniker wurden 1946 gegründet und haben seither über 7.500 Konzerte in 63 Ländern gegeben. Ihr Sitz ist die Konzert- und Kongresshalle. Das Blues- und Jazzfestival wächst seit seiner Gründung 2007 beständig. Drei mittelalterliche Handschriften aus Bamberger Beständen kamen 2003 und 2013 ins Weltdokumentenerbe der UNESCO: die Bamberger Apokalypse, der Kommentar zum Hohelied und das Lorscher Arzneibuch.
Im August feiert die Stadt im Sand, dem Viertel rund um die Sandstraße, ihr Volksfest, die Sandkirchweih, fränkisch Sandkerwa. Entstanden ist sie 1951 aus der Kirchweih der St.-Elisabeth-Kirche, der einstigen Kapelle des ersten Bürgerspitals, und an ihren fünf Tagen kommen jährlich etwa 200.000 Besucher.
Das jüngste Kapitel schreibt eine Konversion: 2014 wurde der Stützpunkt Warner Barracks der US-Armee im Osten der Stadt aufgelöst, der zuvor jahrzehntelang als Drehkreuz amerikanischer Einsätze gedient hatte. 2017 kaufte die Stadt 19,5 Hektar der frei gewordenen Flächen samt der früheren Lagarde-Kaserne; dort entstehen ein Wohnviertel für bis zu 2400 Menschen und ein Kulturquartier. Als 2019 ein Bundesprogramm 17,5 Millionen Euro für die Entwicklung zur Smart City bewilligte, ging es ausdrücklich auch um den Denkmalschutz: Kern des Vorhabens ist ein digitaler Zwilling der Welterbestadt. Eine ältere Konversion ist schon fertig: Von April bis Oktober 2012 fand auf dem Gelände der früheren Baumwollspinnerei ERBA im Stadtteil Gaustadt die Landesgartenschau statt, und die Erbainsel wurde danach als öffentliche Parkanlage zugänglich gemacht.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_MED
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