Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Bayreuth hatte am 31.12.2025 72.919 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bayreuth
Bayreuth trägt einen bayerisch klingenden Namen und ist doch erst seit 1810 bayerisch. Die Jahrhunderte davor gehörte die Stadt zum Fürstentum Bayreuth der fränkischen Hohenzollern, und weil deren Landesherren schon 1528 zum lutherischen Bekenntnis übergingen, ist der Ort bis heute protestantisch geprägt.
Zwei Gebäude erzählen die Folgen dieser Herkunft: Das eine ist das Markgräfliche Opernhaus, ein Barocktheater aus der Zeit der Markgräfin Wilhelmine, das seit 2012 zum Weltkulturerbe gehört. Das andere steht draußen auf dem Grünen Hügel — das Festspielhaus, für das Richard Wagner nach Bayreuth kam, und zwar gerade weil ihm die Bühne des alten Opernhauses am Ende doch nicht passte. Zum 31. Dezember 2025 hatte die Stadt 72.919 Einwohner auf 66,89 Quadratkilometern.

1194 erscheint der Ort in einer Urkunde des Bamberger Bischofs Otto II. erstmals als Baierrute; der Namensteil -rute meint wohl eine Rodung. 1199 heißt Bayreuth noch villa, also Dorf, und 1231 taucht in einer Urkunde zum ersten Mal der Begriff civitas auf. Im selben Jahr erhielten die deutschen Fürsten das Recht, ihre Siedlungen zu befestigen, und die Grafen von Andechs-Meranien machten davon Gebrauch; vermutlich bekam Bayreuth damals das Stadtrecht. Stadtherren waren bis 1248 die Andechs-Meranier, danach trat 1260 das Nürnberger Burggrafengeschlecht, ein Zweig der Hohenzollern, deren Erbe an. Lange blieb die Stadt klein, denn Residenz und Zentrum des Landes war die Plassenburg in Kulmbach. Am 30. Januar 1430 besetzten die Hussiten das damals rund 1500 Einwohner zählende Bayreuth kampflos und zerstörten es fast völlig; Rathaus und Kirchen brannten nieder, und mit ihnen die stadtgeschichtlichen Quellen. Markgraf Friedrich I. sorgte für den Wiederaufbau, und 1444 standen innerhalb der Mauern wieder etwa 200 Häuser. 1446 wurde das Rathaus an alter Stelle neu errichtet, und 1448 ist der erste Türmer nachweisbar, der von der Türmerstube auf dem Nordturm der Stadtkirche aus die Stadt im Blick hatte.
Der Wendepunkt kam 1603: Markgraf Christian verlegte die Residenz von der Plassenburg nach Bayreuth, gegen den erklärten Willen von Bürgermeister und Rat, die ihren Ort als Ackerbürgerstädtchen kleingeredet hatten. Der Hof brachte neue Berufe in die Stadt, von Perückenmachern über Trüffeljäger bis zu Sänftenträgern. Wohlstand bedeutete das zunächst nicht: 1605 vernichtete ein Stadtbrand 137 von 251 Häusern, 1621 folgte der nächste, und der Dreißigjährige Krieg entvölkerte die Stadt um nahezu 30 Prozent. Am 20. September 1632 wurde sie auf Befehl Wallensteins besetzt, geplündert und gebrandschatzt.

Die kulturelle Blüte fällt in die Regierungszeit des Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine von 1735 bis 1763. Wilhelmine, die Schwester Friedrichs des Großen, holte 1740 den in Paris ausgebildeten Architekten Joseph Saint-Pierre an den Hof; unter ihm und Carl von Gontard entstanden das Markgräfliche Opernhaus, das Neue Schloss mit Hofgarten und die Stadterweiterung in der heutigen Friedrichstraße. Aus dieser Zeit stammt eine eigene Spielart des Rokoko, das Bayreuther Rokoko. 1742 wurde die Friedrichs-Akademie gegründet und 1743 zur Universität erhoben, nach schweren Ausschreitungen jedoch noch im selben Jahr nach Erlangen verlegt, wo sie bis heute besteht. Nach Friedrichs Tod 1763 wanderten viele Künstler nach Berlin und Potsdam ab, und 1769 stand das Fürstentum kurz vor dem Bankrott.
Das Markgräfliche Opernhaus wurde zwischen 1744 und 1748 erbaut, entworfen von Joseph Saint-Pierre und im Inneren gestaltet von Giuseppe Galli da Bibiena. Es gehört zu den wenigen im Original erhaltenen Theaterbauten seiner Zeit in Europa und steht für die höfische Opernhausarchitektur des 18. Jahrhunderts. Zum Weltkulturerbe erklärt wurde der Barockbau von der UNESCO am 30. Juni 2012. Das Haus hat inzwischen auch wieder ein eigenes Festival. Von 2000 bis 2009 gab es im Markgräflichen Opernhaus jeweils im September das Musikfestival Bayreuther Barock, und 2019 beschloss der Stadtrat, ab September 2020 wieder jährliche Bayreuther Barockfestspiele zu unterstützen.
Das Alte Schloss geht auf einen Bau zurück, den Markgraf Johann der Alchemist von 1440 bis 1457 errichten ließ. Es brannte 1753 ab und im April 1945 ein zweites Mal, als die Nationalsozialisten dort am Tag des amerikanischen Einmarsches belastendes Material verbrannten; heute sitzt hinter der wiederhergestellten Fassade das Finanzamt. Weil das Alte Schloss ausgebrannt war, begann 1753 der Bau des Neuen Schlosses mit Hofgarten, das 1758 im Wesentlichen fertig war; Baumeister war Joseph Saint-Pierre, den Italienischen Bau daneben entwarf Carl von Gontard.
Vor der Stadt liegt die Eremitage, ein Landschaftspark des Rokoko. Ab 1715 ließ Markgraf Georg Wilhelm dort ein kleines Sommerschlösschen samt weiteren Bauten errichten, den Kern einer höfischen Einsiedelei; die Pläne stammten vom Hofbaumeister Elias Räntz. Wilhelmine ließ das Schlösschen um zwei Seitenflügel erweitern, und von 1749 bis 1753 entstand westlich davon das Neue Schloss der Eremitage: zwei gebogene Flügel und dazwischen ein Mittelteil, der eine vergoldete Quadriga trägt und Sonnentempel heißt. Die Anlage misst fast 50 Hektar.
Am 17. April 1870 kam Richard Wagner nach Bayreuth, weil er vom markgräflichen Opernhaus gelesen hatte: Dessen große und vor allem tiefe Bühne schien ihm für seine Werke zu passen. Vor Ort zeigte sich jedoch, dass der Orchestergraben die Musikerzahl etwa des Rings des Nibelungen nicht fassen konnte und auch das Ambiente des Zuschauerraums nicht zu dem passte, was er das Kunstwerk der Zukunft nannte. Also trug er sich mit dem Gedanken, ein eigenes Festspielhaus zu bauen. Die Stadt unterstützte ihn und stellte eine unbebaute Fläche zwischen Bahnhof und Hoher Warte zur Verfügung, den Grünen Hügel.
Am 22. Mai 1872 wurde der Grundstein gelegt, am 13. August 1876 das Festspielhaus eröffnet — damit war Bayreuth die erste Festspielstadt Europas. Gebaut hat es der Leipziger Architekt Otto Brückwald nach Entwürfen Wagners im Stil der hellenistischen Romantik. Gleichzeitig entstand Wagners Wohnhaus am Rand des Hofgartens: Haus Wahnfried, begonnen 1872 und 1874 fertiggestellt, ein Geschenk König Ludwigs II. von Bayern.
Die Festspiele blieben in der Familie. Aus Bayreuth stammen Wagners Enkel Wieland und Wolfgang Wagner, die das Festival nach dem Zweiten Weltkrieg leiteten, und ebenso Katharina Wagner. Zur Familiengeschichte gehört auch Franz Liszt, Wagners Schwiegervater: Er wurde im burgenländischen Raiding geboren und starb in Bayreuth — deshalb schloss die Stadt 1990 eine Kulturpartnerschaft mit dem Burgenland. An Cosima Wagner erinnert in der Stadt ein eigenes Denkmal.
Die Nähe der Familie zu Hitler warf einen langen Schatten. Nach nationalsozialistischer Ideologie galt Bayreuth als Kultplatz der deutschen Musik, begründet mit Hitlers engen Beziehungen zur Familie Wagner. Erst am 26. Juli 2011 spielte mit dem Israel Chamber Orchestra zum ersten Mal ein israelisches Orchester in Bayreuth, in der Stadthalle.
Die heutige Universität Bayreuth beschloss der Bayerische Landtag 1971; ihr Grundstein wurde am 23. März 1974 gelegt, und am 3. November 1975 nahm sie den Betrieb auf. Inzwischen zählt sie rund 13.500 Studenten in der Stadt, und zu ihr gehört auch der Ökologisch-Botanische Garten am südlichen Stadtrand. Damit hat Bayreuth die Hochschule zurückbekommen, die es 1743 an Erlangen verloren hatte.

Eine zweite Konstante ist das Brauen. Lange haben vor allem die Bäcker gebraut; 1860 gründeten sie die Genossenschaftsbrauerei Bürger-Bräu und arbeiteten gemeinsam in einem Kommunbrauhaus an der Erlanger Straße. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen industrielle Betriebe dazu, darunter die Bierbrauerei AG, gegründet 1872, sowie die Brauerei der Gebrüder Maisel, die 1887 den Betrieb aufnahm.
Sichtbar verändert hat sich in den letzten Jahrzehnten vor allem der Stadtraum. 2016 richtete Bayreuth die bayerische Landesgartenschau aus, und daraus ist in den oberen Mainauen zwischen Volksfestplatz und Autobahn die Grünanlage Wilhelminenaue entstanden. Seit 2008 wurde die Maximilianstraße abschnittsweise zur Fußgängerzone umgebaut; der letzte Abschnitt war im November 2020 fertig.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
1791 verzichtete der letzte Markgraf Karl Alexander auf die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth, die damit preußische Provinz wurden; 1792 kam Alexander von Humboldt als königlicher Beauftragter für das Bergwesen in die Stadt und lebte hier mit Unterbrechungen bis 1796. Von 1806 bis 1810 stand Bayreuth unter französischer Verwaltung und musste hohe Kriegskontributionen zahlen, dann kaufte das Königreich Bayern das Gebiet für 15 Millionen Franc von Napoleon. Damals zählte die Stadt etwa 12.000 Einwohner. 1810 wurden in Bayreuth 561 Juden gezählt; die Synagoge war 1760, der jüdische Friedhof 1787 eingeweiht worden. Auch Bayreuth erlebte im August 1819 während der Hep-Hep-Krawalle Ausschreitungen gegen Juden; 2013 wurde im Garten der Synagoge die Mikwe eingeweiht, bis 2018 war das Gebäude umfassend saniert. 1853 bekam Bayreuth über eine auf eigene Kosten errichtete Pachtbahn Anschluss ans Schienennetz.
1933 wurde die Stadt Gauhauptstadt des NS-Gaus Bayerische Ostmark; erster Gauleiter war Hans Schemm, zugleich bayerischer Kultusminister. Hitler schrieb an Siegfried Wagner, das geistige Schwert, mit dem man fechte, sei in Bayreuth geschmiedet worden. Im Zweiten Weltkrieg kam der historische Kern verhältnismäßig glimpflich davon, die Stadt insgesamt nicht. Der schwerste der drei großen Luftangriffe traf sie am 11. April 1945; nach offiziellen Angaben starben 875 Menschen, 36,8 Prozent des Wohnraums wurden völlig zerstört, das waren 2700 Wohnhäuser mit 4460 Wohnungen. Erhalten blieben unter anderem das Alte Rathaus, das der Stadtrat 1721 als Palais der Baronin Sponheim erworben hatte, und das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs, dessen heutiger Bau bis 1879 errichtet wurde.






