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Brandenburg an der Havel hatte am 31.12.2025 73.945 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 40 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Brandenburg an der Havel
Brandenburg an der Havel ist eine kreisfreie Stadt im Westen des Landes Brandenburg, rund 70 Kilometer von Berlin entfernt. Sie liegt an der Havel zwischen Potsdam und der Mündung in die Elbe, und im Stadtgebiet verzweigt sich der Fluss in Seitenarme und Kanäle, die Inseln bilden. Dazu kommen zehn natürliche Seen. Auf der Möweninsel Buhnenwerder im Beetzsee besteht seit dem 1. April 1930 ein Naturschutzgebiet für eine Brutkolonie von Lachmöwen. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 73.945 Einwohner.
Die Stadt hat dem Land seinen Namen gegeben und wird deshalb Wiege der Mark genannt. Der Kern besteht aus drei mittelalterlichen Stadtkernen, die heute die Stadtteile Altstadt, Neustadt und Dom bilden. Sie wuchsen erst 1715 zu einer gemeinsamen Verwaltung zusammen. Brandenburg zählt zu den vier Oberzentren des Landes und ist seit 1992 Hochschulstadt, seit 2014 sogar Universitätsstadt; es gibt eine technische und eine medizinische Hochschule.

Auf der Dominsel lag die zentrale Burg der slawischen Heveller, die 928/929 König Heinrich I. eroberte. Otto I. richtete hier 948 das Bistum Brandenburg ein; die Gründungsurkunde ist auf dieses Jahr datiert, nach anderen Quellen aber auch auf 949 oder 965. Der große Slawenaufstand von 983 warf die Herrschaft östlich der Elbe zurück, und die Christianisierung stockte für 150 bis 200 Jahre.
Die Wende brachte Albrecht der Bär. Nach dem Tod des letzten Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich 1150 fiel das Land durch Erbvertrag an ihn, 1157 eroberte er es und begründete die Mark Brandenburg. Die Siedlung um die Gotthardtkirche wuchs nach 1160 zur Altstadt, in einer Urkunde von 1170 wird Brandenburg als Stadt erwähnt, und Ende des 12. Jahrhunderts entstand gegenüber die Neustadt.

Als Hauptstadt der Markgrafschaft, als Bischofssitz, als Ort eines seit 1326 bezeugten Schöppenstuhls und als Fernhandelsstadt bildeten beide Städte im Spätmittelalter das Zentrum zwischen Elbe und Oder. Sie schlossen 1431 einen Städtebund gegen Eingriffe der neuen Landesherren. 1521 bestätigte Kurfürst Joachim I. den Titel Chur- und Hauptstadt; zwischen 1536 und 1555 setzte sich die Reformation durch, und 1571 wurde das Hochstift dem Kurfürstentum eingegliedert. Mit dem Aufstieg Berlins verlor Brandenburg seine führende Stellung.
Der Dreißigjährige Krieg schrumpfte die Stadt, von rund 10.000 Bewohnern um 1600 auf 3.000 im Jahr 1648. 1715 ordnete Friedrich Wilhelm I. an, die Verwaltungen von Altstadt und Neustadt zu vereinigen. Das 19. Jahrhundert brachte die Bahn nach Berlin und Magdeburg 1846 und eine kurze Rolle in der Revolution: Vom 8. November bis zum 5. Dezember 1848 tagte die aus Berlin vertriebene Preußische Nationalversammlung im Dom. Am 1. April 1881 schied die Stadt aus dem Kreis Westhavelland aus und wurde Stadtkreis.
Das Altstädtische Rathaus am Altstädtischen Markt gilt als herausragendes Beispiel der Backsteingotik des 15. Jahrhunderts und blieb im Zweiten Weltkrieg unbeschädigt, anders als das Neustädtische Rathaus. Heute tagen dort die Stadtverordnetenversammlung und der Oberbürgermeister.

Die Domklausur reicht bis in die Romanik zurück. Einer ihrer gotischen Trakte hat seinen Charakter bewahrt, ein anderer wurde schlicht barock umgestaltet, ein dritter im 19. Jahrhundert durch ein neugotisches Schulgebäude ersetzt. Der Dom St. Peter und Paul erinnert an den Bischofssitz, den Otto I. gründete.
Auf dem Neustädtischen Markt stand seit 1474 ein Roland aus Sandstein mit 5,35 Metern Höhe. 1716 wurde er zum Rathaus umgesetzt, weil er die preußischen Garnisonstruppen beim Exerzieren störte. Von der Stadtbefestigung sind Reste erhalten.
Der industrielle Aufstieg begann 1871: Die Gebrüder Reichstein gründeten die Brennabor-Werke, die mit Kinderwagen anfingen und später vor allem Fahrräder und Autos herstellten. Bis 1900 kamen mehrere Fahrradwerke, eine Schiffswerft, eine Eisengießerei sowie Fabriken für Blechspielwaren, Textilien und Möbel hinzu, und 1897 fuhr die erste Pferdestraßenbahn. Vor dem Ersten Weltkrieg entstand ein Flugzeugwerk am Flugplatz Briest, aus dem 1914 das Unternehmen Hansa-Brandenburg hervorging.
Nach 1933 wurde die Stadt zu einem Standort von Flugzeug- und Lkw-Produktion ausgebaut; Arado baute ab 1934 Zweigwerke, und 1935 folgte das Opelwerk am Silokanal, das Blitz-Lkw für die Wehrmacht herstellte. Die Sowjetunion demontierte das Opelwerk nach 1945 als Reparation. In den 1950er Jahren setzten das Walzwerk in Kirchmöser ab 1949 und das Stahl- und Walzwerk ab 1950 die Schwerindustrie fort.
Nach der Wende privatisierte, verkleinerte oder schloss die Treuhandanstalt viele Betriebe, und die Stadt erlebte eine ausgeprägte Deindustrialisierung. Die Einwohnerzahl, 1988 mit rund 95.000 auf ihrem Höchststand, sank bis Ende 2013 um etwa 24 Prozent. Seit 2014 hat sich der Trend umgekehrt, und die Bevölkerung stabilisierte sich bei gut 71.000.
Schon in den ersten NS-Jahren, 1933/34, diente das Alte Zuchthaus der Stadt als eines der frühen Konzentrationslager. Das Zuchthaus Brandenburg-Görden war bis zur Befreiung am 27. April 1945 ein Gefängnis und die zentrale Hinrichtungsstätte für viele Widerstandskämpfer. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort 1772 Menschen hingerichtet. Auf dem Gelände der Landesanstalt Görden, damals unter Professor Hans Heinze, wurden im Rahmen der Aktion T4 Krankenmorde begangen; an beide Orte erinnern heute Gedenkstätten. Ein Denkmal von Hans Klakow für die Verfolgten des NS-Regimes steht auf dem Gertrud-Piter-Platz, benannt nach einer Widerstandskämpferin, die im Konzentrationslager Brandenburg trotz Folter ihre Mitstreiter nicht verriet.
Von April 1944 bis zum 20. April 1945 flog die 8. US-Luftflotte sieben Angriffe auf Brandenburg. Die beiden Angriffe vom 31. März und 20. April 1945 forderten über 1650 Tote. Von 23.800 Wohnungen der Vorkriegszeit waren 10.000 zerstört oder beschädigt.
Ab 1945 gehörte die Stadt zur Sowjetischen Besatzungszone; die Kasernen an der Magdeburger Straße nutzte bis in die 1990er Jahre die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. 2009 erhielt Brandenburg den Bundestitel Ort der Vielfalt, und 2015 war es einer der Austragungsorte der Bundesgartenschau.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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